Die Harald-Schmidt-Show war eine deutsche Late-Night-Show, die von Harald Schmidt moderiert wurde. Sie wurde in den Jahren 1995 bis 2003 und 2011 bis 2012 auf Sat.1 sowie 2012 bis 2014 auf Sky ausgestrahlt.„Harald Schmidt Show“ wechselt von Sat.1 zu Sky von Thomas Lückerath auf DWDL.de vom 1. Mai 2012, abgerufen am 30. Januar 2016. auf musikmarkt.de vom 19. Juni 2012. Zwischen 2004 und 2007 sowie von 2009 bis 2011 wurde die Sendung in einer jeweils überarbeiteten Fassung unter dem Titel Harald Schmidt im Ersten ausgestrahlt.Harald Schmidt muss sich bei Sat.1 deutlich steigern von Uwe Mantel auf DWDL.de vom 3. Juni 2011, abgerufen am 30. Januar 2016. Im dazwischenliegenden Zeitraum war sie durch Schmidt & Pocher ersetzt worden. Die letzte Ausgabe wurde am 13. März 2014 gesendet.Keine Vertragsverlängerung: Sky setzt „Die Harald Schmidt Show“ ab von Isabell Hülsen und Alexander Kühn auf Spiegel Online vom 20. Dezember 2013. dpa auf rheinpfalz.de vom 20. Dezember 2013.
Geschichte 1995–2003 Produktion Die täglich von Dienstag bis Freitag gegen 23:15 Uhr gesendete Show wurde am 5. Dezember 1995 erstmals ausgestrahlt und von 1,96 Millionen Zuschauern (13,9 % Marktanteil) gesehen.„Kurier 7. Dezember 1995 Seite 30“. In der Anfangszeit gab es auch eine Sendung am Samstag, die komplett live produziert wurde, statt wie sonst im Live-On-Tape-Verfahren. Vom 30. Juni 2003 bis zum Beginn der Kreativpause am 23. Dezember 2003 lief die Show außerdem auch montags.
Inhaltlich orientierte sich die Show an US-amerikanischen Late-Night-Shows wie der Late Show with David Letterman oder der Tonight Show.
Produziert wurde die Harald-Schmidt-Show vom Start 1995 bis zum Jahr 1998 von Brainpool, aufgezeichnet wurde im renovierten Capitol in Köln, das vorher als Kino genutzt wurde.
1998 folgte ein Wechsel der Produktionsfirma, man trennte sich von Jörg Grabosch und seiner Firma Brainpool, zugunsten von Harald Schmidts eigener Produktionsfirma Bonito TV. Im August 1998 folgte deshalb auch ein Studiowechsel, weg vom Brainpool-Studio im Capitol, hin zu einem neuen Studio genannt Studio 449, in der Schanzenstraße 39 in Köln-Mülheim.
Pause und Nachfolge Ab dem 30. Juni 2003 wurde die Harald Schmidt Show werktäglich um 23.15 Uhr ausgestrahlt. Wenige Monate später, am 8. Dezember 2003, kündigte Schmidt überraschend an, ab Beginn des Jahres 2004 eine „kreative Pause“ einzulegen. Die letzte reguläre Show wurde am 23. Dezember 2003 ausgestrahlt. Ein Zusammenhang mit der Entlassung des Sat.1-Geschäftsführers Martin Hoffmann, der als enger Freund Harald Schmidts gilt, wurde vermutet; einen offiziellen Grund für das Ende der Show gab man jedoch nie bekannt. Manuel Andrack erklärte in einem Interview,Das Interview ist in der DVD-Box „Die Harald Schmidt Show – Die ersten hundert Jahre“ bzw. der Blu-ray-Box „Viel Bestes aus zweihundert Jahren“ enthalten – Aussagen zum Thema nach ca. 66 Minuten. dass man damals auch mutmaßte, Schmidt habe mehr Geld für die Produktion gefordert und der Vertrag sei daraufhin nicht verlängert worden. Andrack gab außerdem an, dass Schmidt damals „ausgebrannt“ gewesen sei und daher den Vertrag nicht verlängern wollte. Zur Überlastung führte laut Andrack die fünfte wöchentliche Sendung am Montag, die im Sommer 2003 eingeführt worden war. Harald Schmidt gab in einem Interview mit Roger SchawinskiSendung Schawinski vom 16. Februar 2015 auf SRF 1 (online). ebenfalls an, dass er ausgepumpt gewesen sei und der Wechsel an der Senderspitze für ihn ein Zeichen war zu gehen. Hoffmann sei aber nicht der Grund für das Ende der Show gewesen.Harald Schmidt trifft auf Roger Schawinski „Dein Einstieg wurde durch mein Intro TV-Geschichte“ von Thomas Lückerath auf DWDL.de vom 17. Februar 2015, abgerufen am 30. Januar 2016.
Nach dem eigentlichen Ende der Show am 23. Dezember 2003 folgten noch zwei neunzigminütige Sonderausgaben: Am 29. Dezember 2003 wurde „Der Jahresrückblick 2003“ gezeigt und am 8. Januar 2004 folgte noch eine Ausgabe zum 20-jährigen Jubiläum von Sat.1. Beide Sendungen ähnelte den regulären Ausgaben, so wurden die Shows durch das nur leicht veränderte Intro der Harald Schmidt Show eröffnet und auch der Aufbau der Sendungen entsprach im Wesentlichen den üblichen Ausgaben.Harald Schmidts Jahresrückblick: Zäher Humor, schwer wie Blei von Peter Leveringhaus auf Spiegel Online vom 30. Januar 2003, abgerufen am 30. Januar 2016.FAZ.NET-Spezial – Die „Harald Schmidt Show“ wird eingestellt von Jörg Thomann auf faz.net vom 23. Dezember 2003, abgerufen am 30. Januar 2016. Der Schreibtisch aus der Sendung befindet sich seit dem Ende der Show im Haus der Geschichte in Bonn.Harald Schmidt: Ein Tisch und seine Geschichte auf Spiegel Online vom 6. Februar 2004, abgerufen am 30. Januar 2016.
Medienberichten zufolge belief sich das Budget der Show zuletzt auf 100.000 Euro pro Sendung, von denen 40.000 Euro direkt als Honorar an Schmidt und 60.000 Euro an Bonito für die Produktion gingen.
Am 17. Mai 2004 startete Anke Engelke auf dem ehemaligen Sendeplatz der Harald Schmidt Show eine eigene Late-Night-Show mit dem Titel Anke Late Night, die jedoch im Oktober 2004 wieder abgesetzt wurde.
2004–2007: Wechsel zur ARD Neustart der Show in der ARD unter dem Namen Harald Schmidt mini|Harald Schmidt (2007)
Die ARD bekundete früh Interesse, Schmidt wieder ins ARD-Programm zurückzuholen. Wie Der Tagesspiegel berichtete, stand Schmidt nach seinem Ausstieg bei Sat.1 mit dem damaligen ARD-Vorsitzenden und NDR-Intendant Jobst Plog in Kontakt. Vertragsverhandlungen seien aber erst nach der Absetzung der von Sat.1 gesendeten Harald-Schmidt-Show-Nachfolgesendung Anke Late Night ernsthaft betrieben worden. Jobst Plog gab an, dass der Vertrag mit Schmidt zunächst bis Juli 2006 (dotiert mit ca. 9,7 Millionen Euro im Jahr) laufe. Pro Sendung standen ca. 150.000 Euro zur Verfügung, die reinen Produktionskosten wurden in Branchenkreisen auf ca. 30.000 Euro pro Show geschätzt. Die ARD gab bekannt, Harald Schmidt durch Einsparungen bei Fußballrechten finanzieren zu wollen. Die Summe wurde durch den Verzicht auf die Ausstrahlung von UEFA-Pokal-Spielen im Ersten bereitgestellt.
Die erste Sendung im Dezember 2004 war noch eine Vorab-Sendung, ausgestrahlt genau ein Jahr nach der letzten Sendung der Harald Schmidt Show auf Sat.1 und von Schmidt noch mit langem Haar und Vollbart moderiert. Die erste reguläre Sendung folgte am 19. Januar 2005. Die Sendetermine lagen zunächst regulär jeweils mittwochs und donnerstags gegen 23:00 Uhr im Ersten. Der Termin am Donnerstag fiel einmal im Monat zugunsten der Kabarett-Sendung Scheibenwischer aus. Anfang 2007 wurde die Sendezeit auf 22:45 Uhr gelegt. Die Sendung wurde in fast allen Dritten Programmen am gleichen Abend oder am Wochenende wiederholt.
Gestaltung der Sendungen Die Show – nun unter dem Namen Harald Schmidt – wurde meistens wie bereits bei Sat.1 am jeweiligen Sendetag um 19 Uhr vor Publikum aufgezeichnet; bei Bedarf wurde aber auch live gesendet. Auffällig war insbesondere, dass zunächst keine Gäste mehr in die Sendung eingeladen wurden, obwohl Schmidt 2002 in der bekannten Mediendiskussionsrunde „Bertelsmann-Matinee“ Günther Jauch erklärt hatte, seine Sendung sei ohne Gäste nicht möglich und dass entgegen der allgemeinen Ansicht der „Teil mit den Gästen“ in der Regel der interessantere sei. Außerdem wurde die Dauer der Sendung von 45 Minuten auf 30 Minuten verkürzt und bis Ende 2005 in einem deutlich kleineren Studio Live on tape aufgezeichnet.
Trotz dieser Änderungen entsprach das Konzept wieder weitgehend dem der Sat.1-Vorgängersendung, wenn auch mit geringerem Anteil an Außenaktionen und Einspielfilmen. Manuel Andrack war wie in der Harald Schmidt Show wieder als Sidekick beteiligt und die sendungsbegleitende ARD-Showband bestand fast vollständig aus Musikern der Studioband der Harald Schmidt Show. Lediglich der frühere Bandleader Helmut Zerlett war nicht mehr mit dabei. Einige Monate nach dem Start der Sendung wurde auch die ebenfalls aus der Harald Schmidt Show bekannte Nathalie Licard wieder ins Ensemble aufgenommen, zunächst für unregelmäßige Gastauftritte, ab 2006 als fester Bestandteil der ARD-Showband, die sie als nicht singende Sängerin unterstützte. Zweimal unternahm die Französin einen kleinen Ausflug ins singende Fach: „Happy Birthday“ à la Marilyn Monroe mit blonder Perücke und „Im Salzkammergut“.
Schmidt führte einige Monate nach dem Start der Sendung eine künstliche „Werbepause“ als strukturelles Element ein. Notwendig war eine solche Pause nicht, da die ARD zur Sendezeit von Harald Schmidt als öffentlich-rechtlicher Sender keine Werbung ausstrahlen darf. Trotzdem kündigte Schmidt einmal pro Sendung an „Wir machen kurz Werbung“, woraufhin die Studioband – wie schon in den Werbepausen in der Sat.1-Harald Schmidt Show – ein Musikstück instrumental anspielte. Statt in einen Werbeblock zu gehen, wurde allerdings weiterhin die Band gezeigt und das gespielte Musikstück mit einer satirischen Widmung, beispielsweise aufgrund eines Jubiläums, versehen. Eingeführt wurde diese künstliche „Werbepause“ nach von mehreren Seiten geäußerter Kritik, ohne Werbeunterbrechungen sei die Sendung zu langatmig.
Die Schwerpunkte der Show wurden auf Tagesaktualität und Medienkritik verlagert. Während Harald Schmidt bei seiner vorherigen Show oft mit David Letterman verglichen wurde, rücken ihn Kritiker nun häufiger in die Nähe von Jon Stewart, dessen erfolgreiche Daily Show sich in den Vereinigten Staaten mit dem Tagesgeschehen und der Medienlandschaft auseinandersetzt. So sagte Harald Schmidt in einem Interview mit der Welt am Sonntag am 16. Januar 2005 scherzhaft über seine neue Sendung: „Harald Schmidt ist eine schwache Kopie der amerikanischen intelligenten Politsatire ‚Daily Show von Jon Stewart‘ – ohne an das Original heranzureichen.“„Es herrscht der Wunsch nach Vernichtung meiner Person“ von Volker Corsten und Ulf Poschardt auf welt.de vom 16. Januar 2005, abgerufen am 30. Januar 2016. Harald Schmidt reagierte damit auch auf Meinungen von Fernsehkritikern, die aktuellen Sendungen seien zu langatmig.
Ohne Ankündigung hatte seit September 2005 wieder jede Sendung (mit wenigen Ausnahmen) einen Gast. Auf Nachfrage der Fritz-Moderatorin Caroline Korneli erklärte Schmidt, dass es doch noch Gäste gebe, die es seiner Ansicht nach wert wären, eingeladen zu werden.
Die letzte Ausgabe, ein 45-minütiges „Best of“, wurde am 14. Juni 2007 ausgestrahlt. Abgelöst wurde Harald Schmidt nach der Sommerpause ab dem 25. Oktober 2007 von der neuen Sendung Schmidt & Pocher, die auf eine Ausstrahlung einmal die Woche donnerstags beschränkt, aber mit 60 Minuten doppelt so lang war. Der Platz am Mittwochabend wurde für Frank Plasberg und dessen Talkshow Hart aber fair geräumt.
Schmidt & Pocher wurde von Schmidt und Oliver Pocher gleichberechtigt moderiert. Die Personalie Pocher wurde nach ihrer Bekanntgabe besonders in einigen Feuilletons kritisch bewertet. Eine Rückkehr zum Format von Harald Schmidt Show und Harald Schmidt schloss Schmidt gegenüber dem Spiegel bereits kurz nach der letzten Harald Schmidt-Sendung aus, da er grundsätzlich kein Interesse mehr an einer Late-Night-Show habe.Privatleben: Harald Schmidt hat genug von Late-Night-Shows auf Spiegel Online vom 16. Juni 2007, abgerufen am 30. Januar 2016.
2009–2011: Fortsetzung in der ARD