Elmshorn (plattdeutsch: Elveshorn und Elmshoorn) ist eine Mittelstadt und Große kreisangehörige Stadt, aufgerufen am 16. Januar 2023 in Schleswig-Holstein. Die wirtschaftlich vorwiegend industriell geprägte Stadt ist die sechstgrößte Stadt im Land Schleswig-Holstein und liegt an der Krückau, einem Nebenfluss der Elbe, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Hamburg. Elmshorn ist Sitz der Kreisverwaltung des Kreises Pinneberg, der zur Metropolregion Hamburg gehört. Mit über 2400 Einwohnern pro km² ist Elmshorn die am dichtesten besiedelte Gemeinde in Schleswig-Holstein.
Geografie Geografische Lage mini|Elmshorn liegt im Tidenbereich der Krückau. Das Stadtgebiet Elmshorns liegt am Übergang der Naturräume der Barmstedt-Kisdorfer-Geest zur Seestermüher Marsch am Fluss Krückau. Der tiefste Punkt der Stadt liegt im Marschenbereich bei −0,3 m, der höchste Punkt befindet sich mit +14,0 m im Liether Wald (Butterberg).
Stadtgliederung Elmshorn ist heute in folgende Quartiere eingeteilt, zentral: Mitte: zentral gelegen; nördlich und südlich der Krückau; begrenzt von Kleine Gärtnerstraße, Friedensallee, Mühlenkamp, Steindamm, Westerstraße, Hafenstraße, Hafenspange, Wedenkamp, Schleusengraben, Gärtnerstraße.Stadt Elmshorn (Hrsg.): Stadtbereiche der Stadt Elmshorn (GDIMRH) - Stadtbereiche mit Bezeichnung innerhalb der Stadtgrenze der Stadt Elmshorn. Elmshorn, veröffentlicht am 12. April 2022, zuletzt bearbeitet am 2. Februar 2025. (Online)
Um Mitte herum, im Uhrzeigersinn:Elmshorn - zwischen Stadtvierteln, Stadtteilen und Stadtquartieren. In: Elmshorner Nachrichten, 12. April 2012. Kaltenweide mit Langenmoor: nordöstlich von Elmshorn-Mitte, nördlich der Krückau; begrenzt von Wittenberger Straße, Krückau, Friedensallee, Kleine Gärtnerstraße, Bockelpromenade bzw. Bahnstrecke nach Henstedt-Ulzburg. Langelohe: östlich von Elmshorn-Mitte, südlich der Krückau; begrenzt von Krückau, Wittenberger Straße, Hamburger Straße, Steindamm, Mühlenkamp. Hainholz: südöstlich von Elmshorn-Mitte, südlich der Krückau; begrenzt von Hamburger Straße, Adenauerdamm, Bahnstrecke Hamburg-Elmshorn. Klostersande: südlich von Elmshorn-Mitte, südlich der Krückau; begrenzt von Westerstraße, Reichenstraße, Hamburger Straße, Bahnstrecke Hamburg-Elmshorn, Heidmühlenweg, Köhnholz. Köhnholz-Marsch: südwestlich von Elmshorn-Mitte, südlich der Krückau; begrenzt von Krückau, Hafenstraße, Westerstraße, Köhnholz (B 431), Sandweg, von dort der Außengrenze der Stadt Elmshorn bis zur Krückau folgend. Flamweg mit Sandberg: westlich von Elmshorn-Mitte, nördlich der Krückau; begrenzt von Bahnstrecke Elmshorn–Westerland (Marschbahn), Kleine Gärtnerstraße, Gärtnerstraße, Wedenkamp, Hafenspange, Krückau, von dort der Außengrenze der Stadt Elmshorn bis zur Marschbahn folgend.
Außen um die innerstädtischen Quartiere, im Uhrzeigersinn: Sibirien und Fuchsberg: im Norden von Elmshorn; begrenzt von Bahnstrecke Hamburg–Kiel im Westen und Bahnstrecke nach Henstedt-Ulzburg im Osten, im Norden von der Außengrenze der Stadt Elmshorn zur Gemeinde Klein Offenseth-Sparrieshoop. Vosskuhlen: im Nordosten von Elmshorn, an Kaltenweide anschließend. Ramskamp: im Südosten von Elmshorn, an Hainholz anschließend; begrenzt von Hamburger Straße, Wittenberger Straße, Ramskamp, Ekholter Au, dann weiter im Süden von der Außengrenze der Stadt Elmshorn zur Gemeinde Klein Nordende, dann Bahnstrecke Hamburg-Elmshorn, Adenauerdamm. Franzosenhof: im Osten von Elmshorn, ein Industriegebiet rund um die Ausfahrt Elmshorn der Bundesautobahn 23. Lieth: im Süden von Elmshorn; begrenzt von Sandweg (B 431), Heidmühlenweg, Bahnstrecke Hamburg-Elmshorn, im Süden von der Außengrenze der Stadt Elmshorn zur Gemeinde Klein Nordende. Dreieck mit Papenhöhe: im Nordwesten von Elmshorn; begrenzt von der Bahnstrecke Elmshorn–Westerland (Marschbahn) im Westen und von der Bahnstrecke Hamburg–Kiel im Osten, im Norden von der Außengrenze der Stadt Elmshorn zu den Gemeinden Horst und Raa-Besenbek.
Nachbargemeinden Direkt angrenzende Gemeindegebiete von Elmshorn sind:
Klima Klimatisch ist die Stadt von der Nordsee und damit von den Ausläufern des Golfstroms beeinflusst, womit das Klima durch milde Winter und feuchte Sommer gekennzeichnet ist. Durch die mit etwa 50 Kilometer nur geringe Entfernung zur Nordsee liegt die Stadt noch deutlich in einem Gebiet starker Winde, die in der Umgebung Elmshorns durch Windkraftanlagen zur Energiegewinnung genutzt werden. Der dort erzeugte Strom wird von den Stadtwerken Elmshorn ins Stromnetz der Stadt eingespeist.
Geschichte Der Ort Elmshorn wurde urkundlich erstmals 1141 als Elmeshorne erwähnt, das Kirchspiel Elmshorn 1362.
17. Jahrhundert: Dreißigjähriger Krieg und Erster Nordischer Krieg Zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs schlugen die Truppen Wallensteins im Jahr 1627 ihr Lager in Elmshorn auf, um von hier aus gegen Glückstadt, Krempe und die Breitenburg vorzugehen. Im folgenden Jahr wurde der Ort von der Pest heimgesucht und von marodierenden kaiserlichen kroatischen Truppen gebrandschatzt. Während des Schwedischen Kriegs, der Spätphase des Dreißigjährigen Kriegs, zog 1643 eine schwedische Armee durch den Ort und verwüstete ihn. Auch kaiserliche Truppen hinterließen ihre Spuren.
Seit 1650 gehörten die nördlich der Krückau gelegenen Teile Elmshorns zur Grafschaft Rantzau. Im Jahr 1657, während des Zweiten Nordischen Krieges (1655 bis 1660) wurde der Ort durch schwedische Truppen unter Karl X. Gustav zerstört, als dänische Truppen den hier gelegenen Krückauübergang und die Festungsanlage Kruckschanze verteidigten. Der Krückauübergang lag zwischen den Dörfern Elmshorn, das zum Herrschaftsgebiet der Reichsgrafschaft Rantzau gehörte und Vormstegen/Klostersande, die zum Kloster Uetersen gehörten, in einem breiten, von Nebenarmen der Krückau durchzogenen und sumpfigen Flusstal, das ein massives Hindernis für eine vorrückende Armee mit schweren Kanonen darstellte. Daher hatten die Dänen hier die Festung Kruckschanze errichtet, die ungefähr im Gebiet der heutigen alten Kläranlage lag. Noch heute sind „Kruck“ und „Vormstegen“ als Straßennamen erhalten.
18. bis Anfang 19. Jahrhundert: wirtschaftlicher Aufschwung mini|Möhringsches Haus in der Königstraße (1780) Das 18. Jahrhundert brachte einen bescheidenen Aufschwung nach Elmshorn. 1736 wurde der Ort zu einem zunftberechtigten Flecken ernannt und ab dem 26. August 1741 durfte offiziell Wochenmarkt gehalten werden. Er fand rund um die Nikolaikirche statt, bis in den 1960er Jahren durch das Sterben der Lederfabriken im Zentrum und den Abriss der alten Stadtgasanlage ein größerer Platz, der Buttermarkt, entstand.
Das 18. Jahrhundert brachte jedoch wieder Tod und Zerstörung nach Elmshorn. Am 24. April 1750 wurden beim Großen Brand von Elmshorn 47 Häuser und neun Scheunen zerstört. Von der großen Sturmflut von 1756, die in der Marsch fast 600 Todesopfer forderte, blieb Elmshorn weitgehend verschont, so dass der Ort viele überlebende Marschbewohner aufnehmen konnte.
Während der Koalitionskriege war Elmshorn 1813/14 durch eine feindliche Armee von Russen, Schweden und Preußen besetzt. Nach dem Ende der napoleonischen Kriege blühte in Elmshorn wie an der Unterelbe und anderen schiffbaren Flüssen der Region der Walfang auf, da der dänische König Friedrich VI. die elbischen und schleswig-holsteinischen Grönlandfahrer förderte, um den steigenden Bedarf an Tran zu befriedigen. Im 19. Jahrhundert waren der Robben- und Walfang sowie der Seehandel in Elmshorn so bedeutend, dass der Ort auch „dat lütje Hamborg“ („das kleine Hamburg“) genannt wurde.
1863: Unabhängigkeit von Dänemark mini|Versammlung der Augustenburgischen Bewegung auf dem Propstenfeld in Elmshorn 1863,Graphik in einer englischen Zeitung Im Jahr 1863 fand die Schleswig-Holsteinische Landesversammlung als Bekenntnis der Unabhängigkeitsbestrebungen von Dänemark auf dem Propstenfeld in Elmshorn statt. Die Wahl war wegen des 1844 fertiggestellten Bahnanschlusses auf den Ort gefallen, in dem sich rund 20.000 Menschen versammelten. Sie riefen Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein zum Herzog von Schleswig-Holstein aus.
Durch die Unterzeichnung der „eiderdänischen“ Verfassung durch den dänischen König Christian IX. verletzte Dänemark im selben Jahr die Bestimmungen des Londoner Protokolls von 1852, in dem festgehalten war, dass das Herzogtum Schleswig keine engere staatsrechtliche Bindung als die bis dahin gültige eingehen darf, und Schleswig die innere Autonomie zugestanden wurde. Mit der neuen Verfassung aber wurde Schleswig de facto von Dänemark annektiert. Daraufhin stellte der Deutsche Bund sowohl einen Bruch der Deutschen Bundesakte als auch des Vertrages von Ripen (1460) fest, in dem die Unteilbarkeit der Herzogtümer festgeschrieben war („up ewig ungedeelt“), und verhängte die Bundesexekution gegen Dänemark – hier: gegen das Herzogtum Holstein, das, obwohl ebenfalls dänisch, zum Deutschen Bund gehörte. Am 23. Dezember 1863 – einen Tag vor Heiligabend besetzten hannoveranische und sächsische Bundestruppen den Ort Elmshorn. Die dänischen Truppen wichen wie überall im Herzogtum Holstein dem Kampf durch Rückzug aus.
Die Landesversammlung stellte damit den Auftakt zum Deutsch-Dänischen Krieg dar, der im folgenden Jahr ausbrach und angesichts der Überlegenheit der beiden Großmächte Preußen und Österreich mit der Niederlage Dänemarks endete. In deren Folge wurde das Herzogtum Schleswig 1865 in der Gasteiner Konvention preußisch und Holstein (und damit auch Elmshorn) österreichisch. Aber schon im folgenden Jahr wurde Holstein und damit ganz Schleswig-Holstein nach dem Sieg Preußens im Deutschen Krieg preußische Provinz.
Ende des 19. Jahrhunderts: Industrialisierung und Stadtrecht mini|Bismarckschule (1897) mini|Lyzeum, heute Volkshochschule (1903)
Im 19. Jahrhundert erlebte Elmshorn im Zuge der Industriellen Revolution ein rasantes Bevölkerungswachstum. Trotz der Eingemeindung umliegender Orte, wie Vormstegen und Klostersande im Jahr 1878 sowie von Wisch und Köhnholz im Jahr 1894, wuchs die Flächenausdehnung unterproportional zur Bevölkerungszunahme, sodass ein hoch verdichtetes Siedlungsgebiet entstand. Weitere Eingemeindungen fanden im 20. Jahrhundert statt: Am 1. April 1938 wurden Langelohe, Hainholz und Teile der Gemeinden Klein Nordende-Lieth, Klein Offenseth und Raa-Besenbek dem Elmshorner Stadtgebiet zugeschlagen.
Die Eröffnung der Christian VIII.-Ostsee-Bahn von Altona nach Kiel (1844) hatte für einen kräftigen Aufschwung gesorgt. Dass die Strecke über Elmshorn und nicht über Barmstedt führt, hat die Stadt vor allem ihrem Bürger Klaus Panje zu verdanken, der maßgeblichen Anteil daran hatte, die Auseinandersetzung um die Streckenführung für Elmshorn zu entscheiden. 1845 wurde auch ein erster Abschnitt der Marschbahn von Elmshorn nach Glückstadt eröffnet. 1895 begann der Bau der Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn, die schließlich am 9. Juni 1907 eröffnet wurde.
Das Stadtrecht erhielt Elmshorn am 11. April 1870, Johannes Bornhöft war der erste Bürgermeister der Stadt. Die volle Städteordnung erhielt Elmshorn am 23. März 1888.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde auch die städtische Infrastruktur ausgebaut. In der Zeit von 1893 bis 1901 entstand die Kanalisation mit einer Länge von 13.657 Metern, 1855 wurde die private Elmshorner Gasanstalt in Vormstegen am Damm errichtet. Im März 1900 wurde in den Liether Dünen ein Wasserwerk in Betrieb genommen. Ab 1912 wurde die Elektrifizierung der Stadt in Angriff genommen. 1913 wurden sowohl das Hoch- und Niederspannungsnetz als auch die Transformatoren erbaut und in Betrieb gesetzt.
Nicht nur der Walfang, sondern auch der Krückau-Hafen selbst und der Schiffbau waren im 19. Jahrhundert ein wichtiges Standbein der Elmshorner Wirtschaft. 1890 wurde die Elmshorner Dampfschleppschiffahrts-Aktiengesellschaft gegründet, die bis Mitte der 1960er Jahre bestand.