mini|Weichtiere sind die zweitgrößte Tiergruppe
Es sind zwischen 100.000 und 150.000 Weichtierarten bisher wissenschaftlich beschrieben worden.Encyclopaedia Britannica – List of mollusksMollusca: A State-of-the-Art Summary Winston F. Ponder and David R. Lindberg (eds.) 2008. Phylogeny and Evolution of the Mollusca . 469 pp Nach den Insekten sind die Weichtiere die zweitgrößte Tiergruppe. Die Rote Liste der gefährdeter Arten der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) listet im August 2026 aber nur 9957 Arten auf, von denen immerhin in der Neuzeit, also seit dem Jahr 1500, schon 298 Arten als ausgestorben gelten (Datei:EX IUCN 3 1.svg – Extinct), 12 Arten als in der Wildnis ausgestorben (Datei:EW IUCN 3 1.svg – Extinct in the Wild) und 782 weitere Arten als kritisch bedroht (Datei:CR IUCN 3 1.svg – Critically Endangered), davon 165 kritisch bedroht, möglicherweise ausgestorben (Datei:CR IUCN 3 1.svg (PE) – Critically Endangered, Possible Extinct). 771 Arten gelten als gefährdet (Datei:EN IUCN 3 1.svg – Endangered). Bei 2149 dieser 9957 Arten lautet der Gefährdungsstatus allerdings „zu wenig Daten vorhanden“ (Datei:DD IUCN 3 1.svg – Data Deficient) (Stand 11. August 2026).The IUCN Red List of Threatened Species Bei den allermeisten Weichtierarten ist der Gefährdungsstatus von der IUCN somit noch nicht ausreichend untersucht worden, weswegen man davon ausgehen kann, dass wesentlich mehr als diese 298 Arten ausgestorben sind. Sicher ist, dass die Weichtiere von der neuzeitlichen Aussterbewelle am meisten betroffen sind. Weit über 1000 Arten sind in den letzten 500 Jahren entweder schon ausgestorben oder zumindest verschollen, was man auch in einschlägigen wissenschaftlichen Malakologie-Publikationen nachlesen kann, die sich mit dieser Thematik beschäftigen.Not Knowing, Not Recording, Not Listing: Numerous Unnoticed Mollusk ExtinctionsMeasuring the Sixth Extinction: what do mollusks tell us? Alleine auf Hawaii gibt es über 300 Arten, die im letzten Jahrhundert ausgestorben sein dürften.Extinction in a hyperdiverse endemic Hawaiian land snail family and implications for the underestimation of invertebrate extinction Da Weichtiere in den allermeisten Fällen recht klein sind, erscheint es auch logisch, dass man den Gefährdungsstatus wesentlich schwerer beurteilen kann als bei großen Tieren wie zum Beispiel einem Elefanten. Viele Weichtiere haben aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen kleinen Tieren in der Beurteilung ihres Gefährdungsstatus, nämlich ihre Schale. Diese kann man auch noch Jahre später finden und darauf rückschließen, wann die Art ausgestorben sein dürfte (was zum Beispiel bei Insekten wesentlich schwerer zu beurteilen ist, weil in der Regel schon nach wenigen Wochen nichts mehr von einem toten Insekt übriggeblieben ist). Trotzdem ist die IUCN sehr vorsichtig mit der Einschätzung, ob eine Weichtierart ausgestorben ist oder nicht. Zum Beispiel ist die auf Teneriffa lebende Schüsselschnecken-Art Atlantica engonata nur vom Holotyp aus dem Jahr 1852 bekannt, trotzdem ist ihr IUCN-Gefährdungsstatus Datei:CR IUCN 3 1.svg (PE), also Critically Endangered (Possible Extinct) und nicht endgültig Extinct. Auch die auf der Insel Bora Bora beheimatete Landlungenschnecken-Art Mautodontha boraborensis ist laut IUCN seit den 1880er-Jahren nicht mehr gesichtet worden, trotzdem ist ihr Gefährdungsstatus ohne Angabe von Gründen nur Datei:CR IUCN 3 1.svg, also Critically Endangered, obwohl sie danach nie mehr gesichtet worden ist. Die auf der Insel Rapa Iti lebende Landlungenschnecke Orangia cookei hat laut IUCN ohne Angabe von Gründen lediglich den Gefährdungsstatus Datei:EN IUCN 3 1.svg – Endangered (also gefährdet), wurde aber im Jahr 1934 zuletzt gesichtet. Erstaunlich ist die Einschätzung bei der aus Vietnam stammenden Flussmuschel-Art Lamprotula blaisei, welche laut IUCN seit mittlerweile fast 40 Jahren nicht mehr gesichtet worden ist. Ihr Gefährdungsstatus ist trotzdem nur verletzlich (Datei:VU IUCN 3 1.svg – Vulnerable, den drittbesten Gefährdungsstatus, den die IUCN vergibt), obwohl ihr Verbreitungsgebiet etwa 20 Quadratkilometer hat und ihr Lebensraum durch Wasserverschmutzung, Entwaldung und Bergbau bedroht ist. Dass die IUCN mit dieser Vorsichtigkeit nicht falsch liegt, zeigt das Beispiel der kroatischen Wasserdeckelschnecken-Art Tanousia zrmanjae. Von ihr wurde angenommen, dass die Art nur von subfossilen Muscheln bekannt ist (deren Alter also im Grenzbereich zwischen fossil und rezent liegt, daher war auch kein Datum der letzten Sichtung bekannt). Trotzdem schätzte die IUCN ihren Gefährdungsstatus nur als Datei:CR IUCN 3 1.svg (PE) ein (also kritisch bedroht, möglicherweise ausgestorben). Tatsächlich konnten am 29. Juni 2014 ein paar Exemplare gefunden werden.Tanousia zrmanjae (Brusina, 1866) (Caenogastropoda: Truncatelloidea: Hydrobiidae): a living fossil Seit 2026 kann man auch im IUCN-Artikel von dieser Wiederentdeckung lesen. Ein weiteres Beispiel für die (durchaus sinnvolle) Vorsichtigkeit der IUCN ist die auf Gran Canaria lebende Schnirkelschnecken-Art Hemicycla ethelema, welche laut IUCN spätestens im Jahr 1932 zuletzt gesichtet worden ist. Ihr Gefährdungsstatus lautet „zu wenig Daten vorhanden“ (Datei:DD IUCN 3 1.svg – Data Deficient). (ebenso bei der in Algerien beheimateten Wasserdeckelschnecke Pseudamnicola constantinae, welche laut IUCN ebenfalls den Gefährdungsstatus Datei:DD IUCN 3 1.svg hat, obwohl sie seit dem Jahr 1870 nicht mehr gesichtet worden ist.) Die IUCN liegt aber auch hie und da falsch, wie zum Beispiel bei der US-amerikanischen Flussmuschel Medionidus mcglameriae, welche unter diesem Namen als ausgestorben gilt, mittlerweile aber zur Art Leptodea fragilis synonymisiert wurdeWorld Register of Marine Species – Medionidus mcglameriae und in großen Teilen Nordamerikas heimisch ist und dessen IUCN-Gefährdungsstatus unter diesem Namen Datei:LC IUCN 3 1.svg – Least Concern (also nicht gefährdet) ist. Auch bei der in der Nähe von Shanghai vorkommenden Strandschnecke Littoraria flammea irrt sich die IUCN, welche dieser Art ohne Angabe von Gründen den Gefährdungsstatus Datei:EX IUCN 3 1.svg – Extinct zuteilt, obwohl die Art um das Jahr 2015 wiederentdeckt wurde (vielleicht, weil sie vorher im Jahr 1855 zuletzt gesichtet wurde). Allerdings läuft die Art schon wieder Gefahr, erst recht, diesmal aber endgültig (?), auszusterben.Rediscovery of one of the very few ‘unequivocally extinct’ species of marine molluscs: Littoraria flammea (Philippi, 1847) lost, found—and lost again? – Littoraria flammea Ebenfalls für ausgestorben hält die IUCN die Arten Leptoxis compacta (im Jahr 1933 oder 1935 das vorletzte Mal gesichtet, 2011 wiederentdeckt),Rediscovery of Leptoxis compacta (Anthony, 1854) (Gastropoda: Cerithioidea: Pleuroceridae) – Leptoxis compactaAn Online Encyclopedia of Life – Leptoxis compacta Leptoxis foremanii (1997 wiederentdeckt),An Online Encyclopedia of Life – Leptoxis foremani Nesopupa turtoni (in den 1870er-Jahren das vorletzte Mal gesichtet, 2003 wiederentdeckt)The UK’s wildlife overseas – A stocktake of nature in our Overseas Territories, S.57 – Nesopupa turtoni oder Omphalotropis plicosa (1878 das vorletzte Mal gesichtet, 2002 wiederentdeckt)Relocation of Omphalotropis plicosa (Pfeiffer, 1852), a Mauritian endemic landsnail believed extinct – Omphalotropis plicosa. Es gibt noch einige weitere interessante Beispiele, bei denen sich die IUCN nachweislich irrt. Eine Fachzeitschrift schreibt „The IUCN Red List is not a good catalog of invertebrate extinctions.“ (zu deutsch: Die Rote Liste der IUCN ist kein guter Katalog für das Aussterben von Wirbellosen.).Extinction in a hyperdiverse endemic Hawaiian land snail family and implications for the underestimation of invertebrate extinction, S. 7 Daher werden in dieser Liste wesentlich mehr Weichtiere als neuzeitlich ausgestorben aufgelistet, als bei der IUCN angegeben.
Aufnahme in die Liste mini|Unterseite eines Caladium-Blattes mit zahlreichen Partula-Schnecken, Saipan, Juli 1920; 75 Jahre später waren fast alle Arten dieser Gattung ausgestorben In dieser Liste werden diejenigen Weichtierarten und -unterarten aufgenommen, deren IUCN-Gefährdungsstatus Datei:EX IUCN 3 1.svg oder Datei:CR IUCN 3 1.svg (PE) lautet und somit offiziell ausgestorben oder möglicherweise ausgestorben (Possibly Extinct) sind. Weiters, weil die IUCN-Liste offensichtlich nicht vollständig ist, werden auch Weichtierarten aufgenommen, die nach anderen Quellen ausgestorben oder zumindest verschollen sind.The Recently Extinct Plants and Animals Database – Bivalvia (Mussels, Clams, Oysters etc.)The Recently Extinct Plants and Animals Database – CaenogastropodaThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Aplysiida (Anaspidea)The Recently Extinct Plants and Animals Database – CephalaspideaThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – AchatininaThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – Helicina – Incertae SedisThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – ArionoideiThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – ClausilioideiThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – HelicoideiThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – LimacoideiThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – OleacinoideiThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – OrthalicoideiThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – PupilloideiThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – RhytidoideiThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Stylommatophora – SuccineoideiThe Recently Extinct Plants and Animals Database – HygrophilaThe Recently Extinct Plants and Animals Database – PylopulmonataThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Lower HeterobranchiaThe Recently Extinct Plants and Animals Database – NeritimorphaThe Recently Extinct Plants and Animals Database – PatellogastropodaThe Recently Extinct Plants and Animals DatabaseThe Search for Lost SpeciesTable 9: Possibly Extinct and Possibly Extinct in the Wild SpeciesIUCN Red List of extinct speciesHawaii's Extinct Species – SnailsSt Helena: Probable invertebrate extinctions and ecological amplitudeNatureServe Explorer – An Online Encyclopedia of Lifeartensterben.de – andere ausgestorbene Tiere
Das richtige Aussterbejahr ist meistens nicht bekannt, in der Literatur werden deswegen auch unterschiedliche Angaben gemacht, die sich durchaus um Jahrzehnte unterscheiden können. Es wird in dieser Liste in der Regel das bei der IUCN angegebene Aussterbejahr angegeben. Oft werden auch Synonyme erwähnt, weil in diversen Quellen ein und dieselbe Art mit verschiedenen wissenschaftlichen Namen benannt wird, obwohl es sich um dieselbe Art handelt.