Das Referendum in Südwestafrika 1946 war ein Referendum in Südwestafrika, das im Mai und Juni 1946 durchgeführt wurde. Es sollte die zukünftige Zugehörigkeit zur Südafrikanischen Union klären und wurde in Form von Befragungen der einzelnen Volksgruppen durchgeführt. Die Vereinten Nationen wiesen die Möglichkeit der Zugehörigkeit zum heutigen Südafrika zurück, da die Menschen in Südwestafrika bis dahin nicht ausreichend politisch gebildet wurden und deshalb eine solche Entscheidung nicht rational treffen konnten.Markku Suksi: Bringing in the People: A Comparison of Constitutional Forms and Practices, 1993, S. 253.

Fragestellung

Ergebnis Auswahl Stimmen % Dafür 208.850 85,46Dagegen 33.520 14,54 Wahlbeteiligung 299.160 81,14 nicht beteiligtAndré du Pisani: SWA/Namibia: The Politics of Continuity and Change. Jonathan Ball Publishers, Johannesburg 1985, S. 111 56.790 18,98

Reaktionen auf das Anliegen Das Referendum war von einer breit gefächerten Kritik bis Ablehnung betroffen. Solche Reaktionen kamen von der inländischen Basis und aus dem Ausland. Eine wichtige Rolle spielten dabei Tshekedi Khama (1905–1959), Regent der Bamangwato sowie vom Herero-Chief Hosea Kutako. Khama gelang es mit Unterstützung von sechs Tswana-Chiefs ein Memorandum gegen das Referendum zu veröffentlichen, in dem der Transfer des UN-Mandats über Südwestafrika entweder auf das Vereinigte Königreich oder direkt auf die Vereinten Nationen übertragen werden solle. Im selben Zuge kam die Forderung für Betschuanaland auf, einen freien Zugang zur Atlantikküste, jedenfalls zum Hafen Walvis Bay zu erlangen.Pisani: SWA/Namibia. 1985, S. 112–113

In Opposition zum Referendum gingen auch südafrikanische Organisationen, darunter die großen Gewerkschaften African Union of Industrial and Commercial Workers (ICU) sowie die Brick and Quarry Workers’ Union in Kapstadt. Im November 1946 sandte der damalige ANC-Präsident Alfred Bitini Xuma eine Protestnote an den Generalsekretär der Vereinten Nationen. Ferner gab es Protestaktionen durch das Native Advisory Board of Langa, den Hindu Congress of Tongaat, die Chemical and Allied Workers’ Union, die Explosive and Fertilizers Workers’ Union von Kapstadt sowie die Coloured Garment Workers’ Union in Transvaal. Beteiligt waren auch die Democratic African Party und das Passive Resistance Council.Pisani: SWA/Namibia. 1985, S. 114

Politische Unterstützung erhielt das Referendum durch die Nasionale Party. Ferner sprachen sich Zeitungskommentatoren der mit ihr sympathisierenden Blätter Suidwes Afrikaner und Die Suidwester dafür aus.Pisani: SWA/Namibia. 1985, S. 115

Die UN-Generalversammlung votierte am 14. Dezember 1946 gegen die Inkorporation von Südwestafrika in die Südafrikanische Union mit 37 Stimmen, 0 Gegenstimmen und 9 Enthaltungen.Pisani: SWA/Namibia. 1985, S. 116

Weblinks Südwestafrika (Namibia), ??. Juni 1946 : Anschluss an die Südafrikanische Union

Einzelnachweise

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