Die Blaise-Ketonsynthese ist eine Namensreaktion der organischen Chemie. Sie wurde 1907 von Edmond Blaise (1872–1939) veröffentlicht.

Übersichtsreaktion Bei der Blaise-Ketonsynthese reagiert eine zinkorganische Halogenverbindung mit einem Acylhalogenid unter Bildung eines Ketons.

zentriert|rahmenlos|hochkant=1.5|Übersichtsreaktion der Blaise-Ketonsynthese

Reaktionsmechanismus Im vorgeschlagenen Reaktionsmechanismus reagiert die zinkorganische Chloridverbindung direkt mit dem Acylhalogenid. Nach Abspaltung von Zinkchlorid entsteht das gewünschte Keton:

zentriert|rahmenlos|hochkant=1.7|Reaktionsmechanismus der Blaise-Ketonsynthese

Die Ausbeute des Ketons kann bei dieser Reaktion größer als 80 % sein.

Modifikation Die Blaise-Ketonsynthese wurde erweitert, um α,β-ungesättigte Ketone zu synthetisieren. Bei der Reaktion handelt es sich um die Blaise-Maire-Reaktion. Zusätzlich wurde die zinkorganische Chloridverbindung durch einen cadmiumorganischen Reagenten ersetzt, um die Ausbeute zu erhöhen.

Anwendung Die Blaise-Ketonsynthese ist in der organischen Synthese bedeutend. In stöchiometrischer Menge entsteht dabei Zinkchlorid; die Atomökonomie der Blaise-Ketonsynthese ist somit gering und steht einer technischen Anwendung im industriellen Maßstab entgegen.

Siehe auch

Grignard-Reaktion

Einzelnachweise

Kategorie:Namensreaktion Kategorie:Kohlenstoff-Kohlenstoff-bindungsknüpfende Reaktion