Der BMW 1er (interne Baureihenbezeichnung F40) ist die dritte Generation eines Kompaktklasse-PKWs von BMW. Er ist als erste Kombilimousine der Modellreihe mit Vorderradantrieb erhältlich und folgt einer nicht in Europa angebotenen Stufenhecklimousine (BMW F52) mit derselben Antriebsart. Erste Fahrzeuge wurden im Herbst 2019 ausgeliefert.

Modellgeschichte Allgemeines In der Motorpresse wurden schon Anfang 2011 Gerüchte verbreitet, dass im Jahr 2013 Fahrzeuge innerhalb der 1er-Reihe von BMW mit Vorderradantrieb auf den Markt kommen sollten. Die Vermutungen bestätigten sich nicht. Mit dem Vorgänger des jetzigen 1ers mit Baureihencode F20 bzw. F21 kam noch 2011 eine Modellgeneration mit Hinterradantrieb auf den Markt. Eine Erweiterung um ein Kombicoupé, ein Coupé oder einen Zweitürer mit Vorderradantrieb fand nicht statt. Zur Jahresmitte 2011 folgten weitere Vermutungen auch von Auto, Motor und Sport, dass 2014 unter anderem ein 1er-Van mit Vorderradantrieb erscheinen solle. Als BMW 2er Active Tourer (F45) ging der Van 2014 mit Vorderradantrieb in Serie. Zumindest ab 2017 wurden Erlkönige des BMW F40 gesichtet.

Vorstellung Erste Fotos des serienreifen Fahrzeugs veröffentlichte der Hersteller am , am selben Tag wurden von der deutschsprachigen Motorpresse durch Auto, Motor und Sport und Auto Bild, sowie weiteren internationalen (englischsprachig bzw. französisch) Motorjournalisten auf deren Internetportalen und der Videoplattform YouTube eigene Vorstellungen und Previews aus Räumlichkeiten des Herstellers im BMW-Werk Leipzig hochgeladen. Mitte erschienen Leaks, in denen Teile des ungetarnten Fahrzeugs (ohne Folierung bzw. Tarnelemente eines Erlkönigs) zu sehen sind. Ausgewählten Journalisten, Analysten und Stakeholdern wurde es im Rahmen der Präsentationsveranstaltung „BMW Group #NEXTGen“, bei der es einen teilweise zeitversetzten, öffentlichen Livestream gab, von 25. bis in der für Besucher geschlossenen BMW Welt (englisch) in München vorgestellt. Erstmals öffentlich auf einer Fahrzeugmesse zeigte es BMW auf der IAA in Frankfurt am Main im .

Die weltweite Markteinführung fand am statt.

Am fand der Marktstart für das 2er Gran Coupé (F44) statt, das rund 200 mm länger als das Kompaktmodell ist und für das die gleiche Plattform verwendet wird.

Die Ausstattungsvariante 128ti („ti“ steht dabei für Turismo Internazionale), die an ehemals angebotenen Baureihen mit demselben Kürzel erinnern soll, wurde im präsentiert.

Das Nachfolgemodell F70 wurde am 5. Juni 2024 vorgestellt.

Produktion Am nahm BMW die Produktion des Fahrzeugs im BMW-Werk Leipzig im deutschen Bundesland Sachsen auf. Ab wurde der BMW 1er auch im bayerischen BMW-Werk Regensburg gefertigt. Seit wird auch die Stufenhecklimousine BMW 2er Gran Coupé (BMW F44) in Leipzig produziert.

Design Zur Zeit der Veröffentlichung erster Fotos des Fahrzeugs war Domagoj Dukec Leiter des Designs der Marke BMW.

Karosseriedesign mini|alt=Heckansicht|Heckansicht Das Design der Karosserie wurde unter Sebastian Simm entworfen. Die Scheinwerfer laufen an beiden Seiten spitz zusammen, wurden in die Kotflügel gezogen und sind in der Ebene, die parallel zu der Stirnseite des Fahrzeugs (aufgespannt durch Fahrzeugbreite und Fahrzeughöhe mit Nullpunkt in der verlängerten Mittellinie des Kühlergrills und am Boden; yz-Ebene in einem am Frontstoßfänger in der Mitte des Kühlergrills und am Boden verankerten Fahrzeugkoordinatensystem) verläuft, V-förmig symmetrisch angewinkelt. Die BMW-Niere, die wie der Frontstoßfänger bei den Ausstattungslinien unterschiedliche Designelemente haben kann, ähnelt mit den zusammengewachsenen Einzelelementen der des BMW G20. Von den obersten Eckpunkten der vorhergenannten verlaufen Lichtkanten über die Motorhaube, daneben gibt es noch ein weiteres Paar an Wölbungen, das am vorderen Ende der Motorhaube beginnt und in Richtung A-Säule verläuft. Die Seitenlinie ist ansteigend, die Dachlinie abfallend und die Seitenscheiben, die je nach Ausstattungsvariante schwarz oder verchromt umrahmt sind, verjüngen sich zum Heck des Fahrzeugs. Vom Designer der Karosserie wird das als Greenhouse (aufgesetzte Passagierkanzel mit Fahrzeugsäulen, Verglasung und Dach) beschrieben, das sich nach hinten sowohl in Höhe und Breite stark einzieht. Ein BMW-Logo in der C-Säule wie beim X2 (F39) wurde vom Designteam nicht vorgesehen, da der BMW 1er ein Volumenmodell sei, der Hofmeisterknick schon durch die langgestreckte Fenstergrafik betont sei und die C-Säule damit relativ dünn sei, sodass nur mehr wenig Platz für das Logo übrigbliebe. In den Vordertüren beginnen zwei Lichtkanten: eine oberhalb des Schwellers, sie läuft in der hinteren Tür in einem nach oben gerichtetem Bogen aus, und eine unterhalb der Bügeltürgriffe, die am Anfang der hinteren Seitenwand endet. Die geteilten Rückleuchten haben eine angedeutete, abgerundete, liegende L-Form. Das hintere Kennzeichen ist auf der Heckklappe montiert.

Innenraumdesign mini|Innenansicht mit Live Cockpit Professional Simon Sebastian leitete die Gestaltung des Innenraums. In einem Interview berichtet er davon, dass die „Wertigkeit“ der Oberflächen auf einer Klasse wie beim BMW 3er (aktuelles Modell: BMW G20) liegen soll und die Bedienelemente noch enger beim Fahrer liegen sollen.

Das Fahrzeug hat serienmäßig ein Kombiinstrument mit analog anzeigenden Rundinstrumenten für Fahrgeschwindigkeit und Motordrehzahl, ein 129,5-mm-(5,1″)-Display als Multifunktionsanzeige und Segmentanzeigen für die Tankanzeige und den Kühlflüssigkeitsthermometer. In der Mittelkonsole sitzt ein zweiter, berührungsempfindlicher Bildschirm mit 223,5 mm (8,8″) Diagonale für das Infotainmentsystem, dessen Funktionen aber auch über den iDrive-Regler bedient werden können.

Die Klimaanlage wird mit in einer Leiste angeordneten Knöpfen unter den Lüftungsdüsen der Mittelkonsole bedient. Eingestellte Kenngrößen der Klimaanlage werden in einer Segmentanzeige dargestellt, die zwischen den Lüftungsdüsen liegen. An den Rändern des Armaturenbretts gibt es für Fahrer und Beifahrer jeweils eine weitere Düse.

Technik Laut Auto, Motor und Sport basiert das fünftürige Fahrzeug auf der UKL2-Frontantriebs-Plattform von BMW, wie unter anderem die BMW 1er Stufenhecklimousine (F52) und der Van BMW 2er Active Tourer (F45). Die britische Medien Autocar und just-auto.com hingegen geben an, dass es auf einer Weiterentwicklung der UKL- und UKL2-Plattform, der FAAR-Plattform, entwickelt wurde. Als Grund für den Wechsel der Antriebsart nennt der Produktmanager der BMW-1er-Reihe, Jochen Schmalholz, eine Kundenbefragung, in der gefragt wurde, wo sie Verbesserungen als möglich ansehen; hier wurde oftmals die Größe des Innenraums angeführt. BMW nimmt an, dass den meisten Kunden eher an Raumangebot, Fahrsicherheit und Markenimage gelegen ist als an fahrdynamischen Vorteilen. Darüber hinaus wurde für höheren Geräuschkomfort gesorgt.

Karosserie Das Fahrzeug ist außen 4319 mm lang, 1799 mm breit und 1434 mm hoch. Der Radstand beträgt 2670 mm. Die Stirnfläche ist 2,19 m² groß. Es hat einen Luftwiderstandsbeiwert (cW) zwischen 0,26 (118i, 116d, 118d) und 0,34 (M135i xDrive). Die Leermasse beträgt zwischen 1365 kg (118i) und 1600 kg (M135i xDrive). Das Kofferraumvolumen ist 380 Liter bei aufgestellten Rücksitzlehnen, bei umgelegten erhöht es sich auf 1200 Liter. Die Rücksitzlehne ist im Verhältnis 40 :20 40 geteilt. Einige tragende Teile sind aus hochfesten Stählen, Motorhaube und Heckklappe sind aus Aluminium gefertigt. Dadurch soll laut BMW die Fahrzeugmasse um bis zu 30 kg reduziert worden sein. Alle Modelle haben eine bumerangförmige Strebe im Heck. Der Vorderwagen und der Mitteltunnel des M135i xDrive haben zusätzliche Streben.https://web.archive.org/web/20190527191122/https://www.press.bmwgroup.com/deutschland/article/attachment/T0296068DE/430645

Bei den Modellen mit Vorderradantrieb hat der Kraftstofftank serienmäßig ein Volumen von 42 Litern. Gegen Aufpreis gibt es bei ihnen einen 50-Liter-Tank, der bei den Allradantriebs-Modellen Standard ist.

Für den M135i gab es ab als Sonderausstattung ein „M Performance Paket“: Das Ablagenpaket entfällt, die Leichtmetallräder haben ein spezielles Design, womit die Leermasse um 10 kg sinken soll und der Motor erhält eine Overboost-Funktion. Der Wert zur Beschleunigung 0–100 km/h soll damit um 0,1 s niedriger sein.

Fahrwerk Die Vorderradaufhängung besteht aus MacPherson-Federbeinen und Querlenkern. Die Lenkung ist abhängig von der Fahrgeschwindigkeit elektromechanisch unterstützt. Die Lenkübersetzung beträgt 15 : 1 (128ti und M135i xDrive: 14 : 1). An der Hinterachse hat der Wagen eine Mehrlenkeraufhängung. Wahlweise gibt es auch ein Sportfahrwerk (Bezeichnung von BMW: „M Sportfahrwerk“), bei dem die Karosserie 10 mm tiefergelegt wird und Stoßdämpfer mit zwei unterschiedlichen, vom Fahrer wählbaren Kennlinien (Bezeichnung von BMW: „adaptives Fahrwerk VDC [Variable Dämpfer Control]“). Beim 128ti sind ohne Mehrpreis Sportreifen (Michelin Pilot Sport 4) lieferbar. Die Stabilisatoren und die Stabilisatorenlager sind im 128ti und M135i xDrive Gleichteile. Im Herbst 2021 wurde das Fahrwerk des M135i unter anderem mit erhöhtem Radsturz für die Vorderräder neu abgestimmt.

Alle Modelle haben rundum belüftete Scheibenbremsen mit Einkolben-Faustsätteln, auf Wunsch konnten alle Modelle mit einer M-Sportbremse, die vorn vier Kolben hat,BMW-Konfigurator 1er, Sonderausstattungen, abgerufen am 30. Mai 2022. ausgestattet werden. Für den M135i xDrive gab es aus dem herstellereigenen „M Performance“-Zubehör für die Vorderachse gelochte, gerillte Bremsscheiben und Vierkolben-Festsättel.

Die Feststellbremse wird elektromechanisch über einen Taster in der Mittelkonsole betätigt.

Antriebsstrang Motoren Ab dem Verkaufsstart wurden für das Fahrzeug wahlweise zwei Otto- und zwei Dieselmotoren (mit drei Leistungsabstufungen) angeboten. Die Motoren sind vorn quer zur Fahrtrichtung eingebaut.

Alle Motoren sind über mindestens einen Turbolader aufgeladen, haben vier Ventile pro Zylinder und eine Direkteinspritzung des Kraftstoffs in die Brennräume.

Die maximalen Leistungen sind: 80 kW (109 PS) beim 116i, 103 kW (140 PS) im 118i, 131 kW (178 PS) beim 120i, 195 kW (265 PS) im 128ti und 225 kW (306 PS) beim M-Performancemodell M135i xDrive bei den Ottomotoren; 85 kW (116 PS) beim 116d, 110 kW (150 PS) beim 118d und 140 kW (190 PS) beim 120d/120d xDrive bei den Dieselmotoren.

Die Varianten 118i und 116d haben jeweils einen 1,5-Liter-Reihen-Dreizylindermotor (Motorbaureihen: BMW B38 und BMW B37); die restlichen Motoren sind Reihen-Vierzylindermotoren (Motorbaureihen: BMW B48 und BMW B47) mit jeweils zwei Liter Hubraum.

Der Motor des 118d, 120d und 120d xDrive wird mit zwei Turboladern zweistufig aufgeladen.

Die Dreizylindermotoren haben ein Auspuffendrohr links und die Vierzylindermotoren doppelbordige Endrohre (ein Endrohr pro Fahrzeugseite). Der Endrohrdurchmesser beträgt beim M135i xDrive 100 mm, die Rohre sind dabei nach unten abgeschrägt; bei den restlichen Modellen beträgt der Durchmesser 90 mm. Der M135i xDrive beschleunigt mit „M Performance Paket“ in 4,7 s von 0 auf 100 km/h. mini|M135i xDrive MPerformance 2020 Im Herbst 2020 kamen mit die Leistungsstufen 116i, 120i und 128ti hinzu. Zudem erfüllen seitdem alle Motoren die Euro 6d-Abgasnorm.press.bmwgroup.com vom 23. September 2020.

Getriebe Beim 116i, 118i, 116d und 118d wird die Leistung serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe mit einer Getriebespreizung (= Quotient aus kürzestem zu längstem Übersetzungsverhältnis) zwischen 5,29 und 6,48 übertragen.

Für die beiden Dreizylindermotoren gibt es gegen Aufpreis ein von Magna PT zugeliefertes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (Bezeichnung von BMW: „Steptronic Getriebe mit Doppelkupplung“) mit einer Getriebespreizung von 7,59 (5,94 beim 116i). Als bis Herbst 2020 einzige Variante mit Vierzylindermotor ist der 120i (ausschließlich) mit einem Doppelkupplungsgetriebe erhältlich.