Steinreich ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Sie gehört zum Amt Unterspreewald.
Geografie Die Gemeinde umfasst den im Landkreis Dahme-Spreewald liegenden Teil des Fläming. Ein landschaftlicher Höhepunkt ist die Wacholderschlucht zwischen Hohendorf / Sellendorf / Schönerlinde – sie ist Teil des Naturschutzgebietes, das dort beginnt.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Steinreich gliedert sich laut ihrer Hauptsatzung in folgende Ortsteile mit den zugehörigen Gemeindeteilen und Wohnplätzen: Glienig mit den Gemeindeteilen Damsdorf und Schenkendorf (niedersorbisch ŠenkojceDeutsch-Niedersorbisches Wörterbuch, Stichwortsuche → Schenkendorf / Šenkojce) Sellendorf (Želm) mit den Gemeindeteilen Hohendorf und Schöneiche sowie den Wohnplätzen Eichbusch (mit zwei Häusern nördlich von Sellendorf) und Schönerlinde
Geschichte Glienig gehörte seit 1816 zum Kreis Jüterbog-Luckenwalde, Sellendorf zum Kreis Luckau, beide in der Provinz Brandenburg. Am 20. April 1945 stürzte das letzte Zivilflugzeug, das aus Berlin Richtung Prag gestartet war, mit 18 Personen und drei Besatzungsmitgliedern im Waldgebiet bei Glienig ab.Neue Erkenntnisse – Kriegsgräberstätte in Glienig neu gestaltet. Lausitzer Rundschau, 25. September 2023, abgerufen am 28. Juli 2024. 1952 wurden beide Orte in den Kreis Luckau im DDR-Bezirk Cottbus eingegliedert. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald.
Die Gemeinde entstand am 31. Dezember 2002 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Glienig und Sellendorf.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
Bevölkerungsentwicklung Jahr Glienig Sellendorf Jahr Steinreich1875 169 307 2002 6591910 86 246 2005 6121939 323 253 2010 5681946 451 441 2015 507 1950 575 458 2020 4581971 436 563 2021 4451990 339 387 2022 4231995 314 378 2023 4252000 314 357 2024 4212001 304 3582025422 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Steinreich besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 70,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Freie Wählergemeinschaft Steinreich 100 % 8
Bürgermeister 2003–2019: Wolfgang Luplow (Freie Wählergemeinschaft Steinreich)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 23 2019–2024: Heinz-Peter Frehn (Freie Wählergemeinschaft Steinreich) seit 2024: Vanitas Berrymore (Einzelbewerber)
Berrymore wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidaten mit 60,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024. Wahlleiter des Landes Brandenburg, abgerufen am 28. Juli 2024.
Sehenswürdigkeiten mini|Kirche in Schenkendorf mini|Gaststätte in Sellendorf mini|Rittergut Sellendorf um 1860, Sammlung Alexander Duncker In der Liste der Baudenkmale in Steinreich und in der Liste der Bodendenkmale in Steinreich stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale.
Die Dorfkirche Schenkendorf entstand im 15. Jahrhundert und wurde 1713 erneuert. Die Kirchenausstattung stammt einheitlich aus der Zeit um 1700, darunter ein Altar des Tischlers Bandicke sowie des Malers Zimmermann. Gaststätte in Sellendorf, historistisches Gebäude mit Saalanbau, 1899 erbaut
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Brennerei Sellendorf Windpark Mahlsdorf in einem Waldgebiet im Gemeindeteil Damsdorf
Verkehr Steinreich liegt an der Landesstraße L 711 zwischen Wahlsdorf und Golßen.
Sport Bei der Mini-WM Sommer 2006 in Hohendorf wurde die große Fußball-WM 2006 in Deutschland kopiert und im Maßstab (Kleinfeld Dorffest mit etwa 400 Spielern und Fans) erfolgreich umgesetzt.
Persönlichkeiten Joachim Friedrich von Stutterheim (1715–1783), preußischer General, auf dem Rittergut Sellendorf geboren Renate Seydel (* 1935), Herausgeberin und Schriftstellerin, in Schenkendorf geboren.
Literatur Hohendorf bietet zur 550-Jahr-Feier eine kleine Chronik mit Fotos und Berichten, nicht nur über das Dorf, sondern auch über die Umgebung von Hohendorf.
Weblinks
Gemeinde Steinreich beim Amt Unterspreewald Website des Steinreich e. V.
Einzelnachweise Hauptsatzung der Gemeinde Steinreich vom 4. Dezember 2008 PDF bzw. 1. Satzung zur Änderung der Hauptsatzung der Gemeinde Steinreich vom 20. Juni 2013 PDF
Kategorie:Ort im Landkreis Dahme-Spreewald
Kategorie:Gemeindegründung 2002