Heidesee ist eine amtsfreie Gemeinde im Nordosten des Landkreises Dahme-Spreewald in Brandenburg in Deutschland.

Geografie Heidesee liegt etwa 30 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Berlin und zehn Kilometer östlich der ehemaligen Kreisstadt Königs Wusterhausen in einer Heidelandschaft mit Wäldern (vorwiegend Kiefernwäldern), Seen, Flüssen und Kanälen. Die Ortsteile umschließen die Blossiner Heide. Die Gemeinde liegt zwischen dem Wolziger See, dem Fluss Dahme und dem Oder-Spree-Kanal am Südrand des Berliner Urstromtals. Die Landschaft wurde durch die Weichseleiszeit (vor etwa 10.000 bis 20.000 Jahren) geformt.

Die Gemeinde Heidesee reicht im Norden von der Bundesautobahn 12 und der Grenze des Landkreises Dahme-Spreewald bis zur Bundesstraße 246 im Süden und von der Bundesstraße 179 im Westen bis zur Grenze des Landkreises Dahme-Spreewald im Osten.

Nachbargemeinden An Heidesee grenzen folgende Gemeinden: Storkow (Mark), Tauche, Münchehofe, Groß Köris, Bestensee und Königs Wusterhausen.

Gemeindegliederung Heidesee untergliedert sich nach seiner Hauptsatzung in elf Ortsteile mit den zugehörigen bewohnten Gemeindeteilen und Wohnplätzen:Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. ISBN 3-515-08664-1, S. 226–228. Bindow mit den Wohnplätzen Bindow-Dorf, Bindow-Süd, Siedlung Nord und Siedlung Waldfrieden Blossin Dannenreich mit den Gemeindeteilen Friedrichshof und Wenzlow und dem Wohnplatz Waldsiedlung Dolgenbrodt Friedersdorf mit den Wohnplätzen Bergschäferei, Dudel, Sandschäferei und Siedlung Ost Gräbendorf mit den Wohnplätzen Forsthaus Dubrow, Forsthaus Frauensee, Forsthaus Prieros, Forsthaus Sauberg, Neubrück-West, Plüschke, Siedlung am Dolgenhorst und Siedlung Uhlenhorst Gussow mit dem Gemeindeteil Friedrichsbauhof Kolberg mit dem Wohnplatz Kolberger Ablage Prieros mit den Wohnplätzen Dahmewinkel, Prieros-Ziegelei, Prierosbrück und Prieroser Mühle Streganz mit dem Gemeindeteil Klein-Eichholz und den Wohnplätzen Pläns, Streganz-Pechhütte und Streganzberg Wolzig mit den Wohnplätzen Am Werder, Schliebenbusch und Wolziger Kolonie

Geschichte Die heutigen Ortsteile der Gemeinde gehörten seit 1817 zum Kreis Beeskow-Storkow (Gräbendorf und Gussow zum Kreis Teltow) in der preußischen Provinz Brandenburg. Im Jahr 1952 wurden die Orte in den Kreis Königs Wusterhausen im DDR-Bezirk Potsdam eingegliedert. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald.

Die Gemeinde Heidesee entstand im Zuge der Gebietsreform am 26. Oktober 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Bindow, Blossin, Dannenreich, Friedersdorf, Kolberg und Prieros. Die Gemeinden Dolgenbrodt, Gräbendorf, Gussow, Streganz und Wolzig wurden zum selben Datum per Gesetz in die neu gebildete Gemeinde Heidesee eingegliedert. Gleichzeitig wurde das von 1992 bis 2003 existierende Amt Friedersdorf aufgelöst.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2003 7.069 2005 7.035 2010 7.039 2015 6.889 2020 7.091 Jahr Einwohner 2021 7.163 2022 7.319 2023 7.339 2024 7.40720257.464

Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohner: Stand 31. DezemberHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Dahme-Spreewald, S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Heidesee besteht aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 71,8 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Bürger für Bürger 17,7 % 3 24,1 % 4 AfD 15,9 % 3 23,2 % 4 Unabhängige Wählergruppe Heidesee 20,7 % 4 13,2 % 3 CDU 12,8 % 2 10,4 % 2 Die Linke 15,9 % 3 8,0 % 2 SPD 9,1 % 2 7,4 % 1 Unabhängige Wählergemeinschaft Friedersdorf 8,0 % 1 6,3 % 1 Einzelbewerber Andreas Beer – – 6,2 % 1 FDP – – 1,3 % – Insgesamt 100 % 18 100 % 18

Bürgermeister 2003–2019: Siegbert NimtzKommunalwahlen 26. Oktober 2003. Bürgermeisterwahlen, S. 23 seit 2019: Björn Langner (Bürger für Bürger)

Langner wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 22. September 2019 mit 53,9 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 22. September 2019 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74

Wappen Das Wappen wurde am 3. Juni 2004 genehmigt.

Blasonierung: „Schräggeteilt von Gold und Blau, oben ein geädertes, grünes Eichenblatt mit Frucht, unten ein stehender silberner Reiher.“Wappen Gemeinde Heidesee. Serviceportal der Landesverwaltung Brandenburg, abgerufen am 21. Februar 2026.

Die Gemeinde Heidesee hat als Wappen das Wappen der vormals eigenständigen Gemeinde Gräbendorf übernommen.

Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Friedersdorf mini|Dorfkirche Gräbendorf mini|Heimatmuseum in Prieros In der Liste der Baudenkmale in Heidesee und in der Liste der Bodendenkmale in Heidesee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale. Heimathaus Prieros Biogarten Prieros: biologischer Schau- und Lehrgarten Landschaftsschutzgebiet Dubrow Dorfkirche Friedersdorf: neugotische Backsteinkirche, 1878 bis 1880 nach einem Entwurf des Bauinspektors Deutschmann errichtet Dorfkirche Gräbendorf: 1350 errichtet, im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstört, 1662 durch die Kirchengemeinde wieder aufgebaut Dorfkirche Prieros, eine neuromanische Saalkirche, die in den Jahren 1873 bis 1875 erbaut wurde. Im Innern steht unter anderem ein Ädikula-Altar aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Naturpark Dahme-Heideseen Haus des Waldes Gräbendorf Floriansdorf KiEZ Frauensee Denkmal für die Opfer des Faschismus (1969) an der Hauptstraße/Kleinen Schauener Straße des Ortsteiles Wolzig

Naturdenkmale

Naturpark Dahme-Heideseen

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Heidesee liegt mit seinen Ortsteilen Gräbendorf und Prieros an der Bundesstraße 246 zwischen Zossen und Storkow. Die Anschlussstelle Friedersdorf der Bundesautobahn 12 Berlin–Frankfurt (Oder) befindet sich auf dem Gemeindegebiet.

Der Bahnhof Friedersdorf liegt an der Bahnstrecke Königs Wusterhausen–Grunow und wird von der Regionalbahnlinie 36 Königs Wusterhausen–Beeskow–Frankfurt (Oder) bedient.

Der Segelflugplatz (ICAO-Code EDCF) im Ortsteil Friedersdorf ist seit dem 22. Dezember 2023 geschlossen.

Tourismus Im Gemeindegebiet gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten, insbesondere für Kinder- und Jugendreisen: Kinder- und Jugenderholungszentrum KiEZ Frauensee im OT Gräbendorf Kinder- und Jugenderholungszentrum KiEZ Hölzerner See im OT Gräbendorf Jugendbildungszentrum im OT Blossin Pfauenhof im OT Kolberg Kinder-, Jugend- u. Familiennaherholung im OT Prieros Gästehäuser der Berliner Stadtmission OT Gussow Kinderbauernhof im OT Gussow Ferien- und Freizeitzentrum im OT Blossin Fuchsbau im OT Prieros Kunterbuntehof im OT Streganz CVJM-Heim im OT Gussow

Mit diesen Einrichtungen hat Heidesee, gemessen an den Gesamtübernachtungszahlen, wohl den größten Anteil von Kinder- und Jugendreisen an den Gesamtübernachtungszahlen in Deutschland.

Persönlichkeiten Friedersdorf

Andreas Thar (um 1570–um 1638), Pfarrer in Friedersdorf Emil Georg von Stauß (* 1887; † 1942), Banker, Manager, besaß das Forstgut Scaby b. FriedersdorfErnst Seyfert, Hans Wehner (Hrsg.): Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. . In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Band VII, 4. Auflage, Selbstverlag von Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 20.

Gräbendorf

Johann Georg Tinius (1764–1846), Theologe und Bibliomane, lebte in Gräbendorf

Kolberg

Peter Reusse (1941–2022), Schauspieler und Schriftsteller, lebte in Kolberg Sigrid Göhler (* 1942), Schauspielerin, lebt in Kolberg

Prieros

Anna Seghers (1900–1983), Schriftstellerin, Sommerwohnsitz in PrierosAbriss eines Sommerhauses – hier lebte mal Anna Seghers. In: Märkische Allgemeine, 3. August 2018 Rita Schober (1918–2012), Romanistin und Literaturwissenschaftlerin, Sommerwohnsitz in Prieros Gerd König (1930–2009), Diplomat der DDR, lebte in Prieros Ulrich Hofmann (* 1931), Physiker, Sommerwohnsitz in Prieros Harry Ott (1933–2005), Diplomat der DDR, lebte in Prieros Herbert Meißner (1936–2022), Politiker (SPD), Abgeordneter des Bundestages, geboren in Prieros Peter Miethe (1944–2024), Konteradmiral der Volksmarine der DDR, geboren in Prieros

Wolzig Arthur Koetz (1896–1953), Schriftsteller, lebte in Wolzig Lutz Jahoda (* 1927), Sänger und Entertainer, lebt seit 1964 in WolzigLutz Jahoda. In: Biographische Datenbank der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Weblinks

Gemeinde Heidesee Heidesee-Journal Online-Informationsdienst zur Gemeinde Heidesee

Einzelnachweise Bildung einer neuen Gemeinde Heidesee. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 15. Mai 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 22, 29. Mai 2002, S. 562 PDF Sechstes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße (6.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 93

Kategorie:Ort im Landkreis Dahme-Spreewald Kategorie:Naturpark Dahme-Heideseen Kategorie:Gemeindegründung 2003