mini|Blick über die Havel auf Milow Milower Land [] ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Havelland im Bundesland Brandenburg.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde Milower Land liegt westlich der Havel an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Große Teile der Gemeinde liegen im Naturpark Westhavelland und einige Flächen im Naturschutzgebiet Untere Havel Süd. Zirka 38 Prozent der Gemeindefläche sind Wald, so die Zollchower Heide und der Großwudicker Forst. Die Stremme mündet in Milower Land in die Havel.

Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich nach ihrer Hauptsatzung in folgende Orts- und Gemeindeteile: Hauptsatzung der Gemeinde Milower Land vom 27. Juni 2012. (PDF-Datei)Kommunalverzeichnis – Milower Land. service.brandenburg.de, abgerufen am 23. Mai 2024. Bahnitz Bützer mit dem Wohnplatz Kietz Großwudicke mit den Gemeindeteilen Buckow, Klein Buckow und Kleinwudicke sowie den Wohnplätzen Forsthaus, Schäferei und Ziegelei Jerchel mit den Wohnplätzen Ausbau Jerchel und Luisenhof Milow mit den Gemeindeteilen Marquede, Neu Dessau und Wilhelminenthal sowie den Wohnplätzen Alte Schäferei, Milow-Ausbau und Wolfsmühle Möthlitz mit dem Wohnplatz Lutze Nitzahn mit den Gemeindeteilen Knoblauch und Wendeberg Schmetzdorf mit dem Wohnplatz Vogelgesang Vieritz mit den Wohnplätzen Bünsche, Forsthaus Hohenheide, Kater und Vieritzer Schäferei Zollchow mit den Gemeindeteilen Galm und Grille

Nachbargemeinden Milower Land hat folgende Nachbargemeinden (in Klammern der zugehörige Landkreis):

Jerichow, Wust-Fischbeck, Schönhausen und Schollene liegen im Bundesland Sachsen-Anhalt.

Geschichte Die heutigen Ortsteile der Gemeinde gehörten seit 1817 zum Kreis Jerichow II in der preußischen Provinz Sachsen und ab 1952 zum Kreis Rathenow im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Havelland.

Im Zuge der Ämterbildung 1992 in Brandenburg schlossen sich folgende acht Gemeinden zu einem Verwaltungsverbund, Amt Milow genannt, zusammen: Großwudicke, Milow, Nitzahn, Vieritz, Jerchel, Möthlitz, Bützer und Zollchow. Am 3. Juli 1992 erteilte der brandenburgische Innenminister seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Milow für dessen Zustandekommen der 16. Juli 1992 festgelegt wurde.Bildung der Ämter Temnitz, Milow, Baruth, Neuhardenberg, Burg-Spreewald, Drebkau/Niederlausitz, Neuhausen und Peitz. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 30. Juni 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 54, 31. Juli 1992, S. 966/7. Sitz der Amtsverwaltung war die Gemeinde Milow. Erster Amtsdirektor wurde Günter Geib.Blick auf die Geschichte des Milower Landes. In: Märkische Allgemeine, 24. September 2018.

Die Gemeinde Milower Land entstand im Vorfeld der geplanten brandenburgischen Gemeindegebietsreform 2003 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Bützer, Großwudicke, Jerchel, Milow, Möthlitz, Vieritz und Zollchow und der Eingliederung Nitzahns. In einer Bekanntmachung vom 30. April 2002 genehmigte das Innenministerium die Bildung einer neuen Gemeinde Milower Land. Der Zusammenschluss wurde allerdings erst zum 26. Oktober 2003 rechtswirksam.Bildung der neuen Gemeinde Milower Land. Mitteilung des Ministeriums des Innern vom 30. April 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 20, Potsdam, 15. Mai 2002, S. 519. (PDF-Datei) Die Gemeinde Milower Land entspricht dem von 1992 bis 2003 existierenden Amt Milow. Ortsteile wurden auch Schmetzdorf, das Ortsteil von Zollchow war, und Bahnitz, das ein Ortsteil von Möthlitz war.Beitrag zur Statistik Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 19.5 Landkreis Havelland. (PDF-Datei)

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2003 4.994 2005 4.938 2010 4.601 2015 4.333 2020 4.364 Jahr Einwohner 2021 4.355 2022 4.380 2023 4.324 2024 4.287 2025 4.208

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. DezemberHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember). Ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung 2025 auf Basis Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Milower Land besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 16 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 66,7 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 36,1 % 6 29,3 % 5 AfD – – 24,5 % 1 SPD 30,0 % 5 20,7 % 3 Wählergemeinschaft Milower Land 28,9 % 4 17,9 % 3 Einzelbewerber Lutz Wirtz – – 4,3 % 1 FDP 5,0 % 1 3,2 % – Insgesamt 100 % 16 100 % 13

Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD vier Sitze, von denen drei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur einen Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister 2003–2011: Peter WittstockKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen. S. 25, statistik-berlin-brandenburg.de (PDF-Datei) seit 2011: Felix Menzel (SPD)Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 25. September 2011. wahlen.brandenburg.de

Menzel wurde in der Bürgermeisterwahl am 1. September 2019 ohne Gegenkandidat mit 90,1 Prozent der gültigen Stimmen wiedergewählt.der Bürgermeisterwahl am 1. September 2019 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74

Wappen

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift: „GEMEINDE MILOWER LAND • LANDKREIS HAVELLAND“.

Sehenswürdigkeiten Besucherzentrum Naturpark Westhavelland auf dem ehemaligen Rittergutshof Historischer Ortskern Milow mit der barocken Patronatskirche Leopoldsburg (heute Sparkasse) und der evangelischen Dorfkirche Milow Villa Bolle (heute Jugendherberge „Carl-Bolle“) Schlosskapelle aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts und Schlossparkanlage mit Schlossteich in Großwudicke Dorfkirche Schmetzdorf mit Orgel aus dem Jahr 1764 Dorfkirche Zollchow (Milower Land) aus dem 13. Jahrhundert mit Orgel von Gottlieb Scholtze aus dem Jahr 1764 Spätromanische Dorfkirche Bützer Dorfkirche Möthlitz Dorfkirche Nitzahn Kirche von 1303 im Nitzahner Gemeindeteil Knoblauch Vieritzer Berg mit Naturlehrpfad Vieritzer Wohnplatz Kater mit Wildgehege und Waldlehrpfad Schleuse Bahnitz mit Wehrschuppen und Schleusenhaus Kahnschleuse Bahnitz (2,7 × 12 Meter) am Schlauchwehr (ehemaliges Nadelwehr) Bronzene Nixe Bahnitz an der Schiffsanlegestelle Gutshaus Jerchel Gutshaus Möthlitz Gutshaus Milow Fachwerkhaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Nitzahn

In der Liste der Baudenkmale in Milower Land stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

1967 wurde ein 5300 Jahre altes Skelett, genannt Der Mann von Milow, bei Schachtarbeiten in Milow gefunden. Der Fund ist im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel ausgestellt. Eine Nachbildung befindet sich seit 2014 im Besucherzentrum Naturpark Westhavelland in Milow.Der Mann von Milow ist zurück. In: Märkische Allgemeine, 30. März 2014.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Gemeinde liegt an der Landesstraße 96 zwischen Rathenow und Brandenburg an der Havel. Die B 188 führt zwischen Stendal und Rathenow durch den Norden des Gemeindegebietes.

Die Bahnstrecke Berlin–Stendal–Hannover durchquert den Norden der Gemeinde. Der Haltepunkt Großwudicke wird von der Regionalbahnlinie RB 34 Stendal–Rathenow bedient. Der nächste Bahnanschluss an der Strecke Brandenburg–Rathenow befindet sich im Nachbarort Premnitz (Regionalbahn RB 51).

An der Havel befindet sich ein Wasserwanderrastplatz.

Schaltwerk Westlich des Ortsteiles Nitzahn befindet sich ein Schaltwerk der Deutschen Bahn. Diese Anlage ist neben den Bahnstromschaltwerken Neckarwestheim und Nenndorf die einzige Schaltanlage der Deutschen Bahn, die nicht an einer Eisenbahnlinie oder auf dem Areal eines Kraftwerks liegt.

Persönlichkeiten Daniel von Mukede († zwischen 1230 und 1234), Ritter und Domherr zu Brandenburg, geboren in Mukede (Marquede) Sigmund Otto Joseph von Treskow (1756–1825), preußischer Großgrundbesitzer, Manufakturbesitzer und Großkaufmann, geboren auf Gut Milow Heinrich Ludwig von Hünecken (1767–1829), preußischer Offizier, Landrat des Landkreises Oschersleben, geboren in Möthlitz Gottfried von Katte (1789–1866), preußischer Generalleutnant, geboren in Zollchow Ferdinand Lucke (1802–nach 1870), Reichstagsabgeordneter, geboren in Milow Carl Bolle (1832–1910), Gründer und Besitzer der Meierei C. Bolle in Berlin, geboren in Milow Theodor Lucke (1859–unbekannt), Landrat und Mitglied des Provinziallandtages der preußischen Provinz Hessen-Nassau, geboren in Milow Ernst Altenkirch (1903–1980), SED-Funktionär in Brandenburg an der Havel und Ost-Berlin, geboren in Bahnitz Gerhard Göschel (1940–2025), bildender Künstler, lebte seit 2000 in Zollchow

Literatur Gaubatz, Petra: Chronik der Gemeinde Möthlitz. Möthlitz, Dezember 1996

Weblinks

Eintrag im Kommunalverzeichnis Brandenburg Naturpark Westhavelland Großwudicke Jerchel in der RBB-Sendung Landschleicher vom 4. Januar 2009

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 2003