mini|Salach von Staufeneck aus gesehen Salach ist eine Gemeinde im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg (Deutschland).

Geographie Geographische Lage Salach liegt im Filstal in 350 bis 563 Meter Höhe, rund sieben Kilometer östlich von der Kreisstadt Göppingen entfernt.

Nachbargemeinden Salach grenzt im Norden an Ottenbach, im Osten an die Stadt Donzdorf, im Süden an die Stadt Süßen und im Westen an die Stadt Eislingen.

Gemeindegliederung mini|Rathaus in Salach Zu Salach gehören das Dorf Salach, der Weiler Bärenbach, die Höfe Bärenbachhof, Bärenhöfle, Baierhof, Kapfhöfe und Staufeneck und das Haus Au.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 309–311.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2022.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Salach.

Geschichte mini|Burg Staufeneck mini|Fachwerkhaus in Salach

Bis zur frühen Neuzeit Teilweise überbaut durch das Gewerbegebiet „Steiniger Esch“ befindet sich das römische Kastell Eislingen-Salach im Westen der Gemarkung. Es bestand wohl zwischen 125 n. Chr. und 159 n. Chr.

1275 wird Salach in dem Steuerregister Liber decimationis des Bistums Konstanz erstmals schriftlich erwähnt. Zu dieser Zeit bestand bereits eine Pfarrei. Es herrschten die Herren von Staufeneck, die den Ort 1333 an die Grafen von Rechberg verkauften. Nach dem Aussterben der rechbergischen Hauptlinie übernahmen die Grafen von Degenfeld das Dorf.

Bereits seit 1608 ist eine Schule im Ort nachweisbar. Nach der Schlacht bei Nördlingen waren die schwäbischen Territorien schutzlos den umherziehenden Truppen ausgeliefert. Dabei wurde auch Salach 1635 nahezu vollständig verwüstet.

Seit dem 19. Jahrhundert Mit der Mediatisierung kam Salach 1806 an das Königreich Württemberg und wurde dem Oberamt Göppingen zugeordnet.

1847 bekam Salach mit der neuen Filstalbahn Anschluss an das Streckennetz der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen.

Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Salach 1938 zum Landkreis Göppingen. 1945 wurde Salach Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Einwohnerentwicklung Die Einwohnerentwicklung der Gemeinde von 1871 bis 2020.Statistisches Landesamt Baden-Württemberg Jahr Einwohner 1871 1077 1900 1858 1939 3638 1950 5289 1970 7123 1983 6415 1987 6793 1991 7257 1995 7674 2005 7867 2010 7748 2015 7921 2020 8080

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Salach besteht aus den 18 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis. Parteien und Wählergemeinschaften %2024 Sitze2024 %2019 Sitze2019CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands50,341150,349SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands42,88642,888SÖSSalach Ökologisch Sozial7,6316,781gesamt100,018100,018Wahlbeteiligung60,05 %58,34 %

Bürgermeister und Schultheißen von Salach Der Funktion des Schultheiß entsprach im 17. bis zum 19. Jahrhundert dem eines Ortsvorstehers im Sinne eines Bürgermeisters 1807–1808: Johann Georg Geiger 1809–1836: Josef Holl 1836–1876: Johann Adam Dangelmaier 1876–1884: Leonhardt Preßmar 1884–1887: Eduard Bareiß 1887–1919: Eugen Kaißer

Der Bürgermeister wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. 1919–1945: Alfons Hagel (ab 1. Dezember 1930 Bürgermeister, vorher Schultheiß) 1945–1948: Karl Laible (kommissarisch) 1948–1978: Siegfried Schell 1978–1986: Udo Weiss (SPD) 1986–2000: Bernhard Ilg (CDU) 2000–2016: Bernd Lutz 2016–2022: Julian Stipp (SPD) seit 2023: Dennis Eberle (CDU)

Bürgermeister ist seit dem 13. Januar 2023 Dennis Eberle (CDU). Er wurde am 16. Oktober 2022 mit 52,8 Prozent der Stimmen gewählt. Er folgte Julian Stipp (SPD) nach, der im April 2016 im ersten Wahlgang gegen neun Mitbewerber mit 69,2 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt wurde. Aufgrund seiner Wahl zum Oberbürgermeister von Mosbach am 26. Juni 2022 endete Stipps Amtszeit in Salach Ende August 2022.

Wappen und Flagge 100px 50px

Partnerschaften Partnergemeinde von Salach ist seit dem 17. September 1971 die Gemeinde Fougerolles im Département Haute-Saône in Frankreich. Sie war die erste Partnerschaft einer deutschen und einer französischen Gemeinde im Landkreis Göppingen.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Salach liegt an der Bundesstraße 10 (Lebach–Augsburg).

Durch Salach führt der Radschnellweg RS 14 Filstal von Geislingen an der Steige nach Reichenbach an der Fils, welcher teilweise fertiggestellt ist. Auch durch eine Alltagsradroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Salach über Süßen, Gingen und Kuchen mit Geislingen an der Steige und in der anderen Richtung über Eislingen und Göppingen mit Reichenbach verbunden.

Die Gemeinde liegt im Gebiet des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart und verfügt über einen Haltepunkt an der 1847 eröffneten Filstalbahn von Stuttgart nach Neu-Ulm. Hier halten im Halbstundentakt Metropolexpress-Züge. Darüber hinaus bestehen regelmäßige Busverbindungen unter anderem nach Göppingen, Ottenbach, Donzdorf und Böhmenkirch.

Ansässige Unternehmen Salach ist Sitz des Briefzentrums 73 (Bereich Göppingen) der Deutschen Post AG. Es wurde am 28. November 1997 eröffnet. Ferner haben der Werkzeugmaschinenhersteller EMAG, die Gebäudetechnikfirma HELDELE und ein Unternehmen für Befestigungstechnik (Automobilzulieferer), sowie mehrere Kleinunternehmen hier ihren Sitz.

Im Juni 2025 erwarb die Firma Leonhard Weiss von der EMAG das Gelände der ehemaligen Papierfabrik Salach. Auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern sollen in den kommenden Jahren Teile des bestehenden Technikstandorts von Göppingen nach Salach verlagert werden, u. a. die Instandhaltung und Wartung der Baumaschinen- und Baugeräteflotte.

Bildung In Salach gibt es eine Grund- und Gemeinschaftsschule.

Feuerwehr Der Gefahrstoffzug des Landkreises Göppingen ist in Salach stationiert.

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Evangelische Margaretenkirche Burgruine Staufeneck Kapelle St. Lucia und Ottilia in Bärenbach Katholische Kirche St. Margaretha Evangelische Margaretenkirche Rathaus Stauferlandhalle Schachenmayr-Freibad Schachenmayr-Siedlung

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Gemeinde Salach hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen: 15. November 1923: Otto Bareiß, Kommerzienrat und Förderer der heimischen Industrie 1. Oktober 1927: Conrad Bareiß, Fabrikant 17. Oktober 1934: Oskar Moritz, Fabrikdirektor 21. April 1948: Hattie Bareiß, Witwe von Conrad Bareiß 27. September 1970: Karl Leicht, Pfarrer 2. November 1981: Siegfried Schell, Bürgermeister a. D. 28. Juni 1996: Henri Coulin, Bürgermeister a. D. der Partnerstadt Fougerolles 5. Dezember 2003: Eugen Josef Burkhardtsmaier, Gemeinderat

Persönlichkeiten

Anselm Schott (1843–1896), geboren auf Burg Staufeneck, Benediktinerpater, Herausgeber des Messbuchs für Laien Anton Schott (1846–1913), geboren auf Burg Staufeneck, Tenor und Opernsänger, Bruder von Anselm Schott Heinrich Stoll (1847–1914), Unternehmer Hermann Finckh (1910–1962), Politiker (CDU), Landtags- und Bundestagsabgeordneter Peter Hofelich (* 1952), Politiker (SPD), von 2006 bis 2021 Landtagsabgeordneter für den Landtagswahlkreis Göppingen, Staatssekretär im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg (2015–2016) Stefanie Bielmeier (* 1954), Schriftstellerin und Kunsthistorikerin, lebte von 1954 bis 1973 in Salach Irene Ferchl (* 1954), Publizistin und Kulturjournalistin, lebt in Salach Klaus Wöller (1956–2024), Handballspieler, lebte von 1993 bis zu seinem Tod in Salach Alexander Brenner (* 1958), Architekt Sigrid Müller (* 1964), katholische Theologin und Inhaberin des Lehrstuhls für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien Andreas Wahl (* 1964), Richter am Bundessozialgericht Uwe Igler (* 1964), Fußballspieler Nicole Razavi (* 1965), Politikerin (CDU), Landtagsabgeordnete für den Landtagswahlkreis Geislingen (seit 2006), Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg (2021–2026), Ministerin für Verkehr Baden-Württemberg (seit 2026) Laura López Castro (* 1980), Sängerin, in Salach aufgewachsen Daniel Zorn (* 1981), Finanzwissenschaftler, Wirtschaftsjurist, Steuerberater und Hochschullehrer, lebt in Salach

Literatur

Adolf Aich: Geschichte der Gemeinde Salach und der Burg Staufeneck. Salach 1960. Gemeinde Salach: 700 Jahre Salach 1275–1975. Salach 1975.

Weblinks

Gemeinde Salach

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Göppingen Kategorie:Ersterwähnung 1275 Kategorie:Ort an der Fils