Schnelldorf ist eine Gemeinde im Landkreis Ansbach in Mittelfranken und zählt zur Metropolregion Nürnberg.
Geografie Geografische Lage Schnelldorf liegt im Gebiet der Frankenhöhe rund 2 km südsüdöstlich des Birkenbergs, etwas mehr als 4 km (Luftlinie) westlich des Autobahnkreuzes Feuchtwangen/Crailsheim und wird von einem Oberlaufabschnitt der Ampfrach (einem westlichen Wörnitz-Zufluss) durchflossen. Als eine von drei bayerischen Gemeinden (neben Wettringen und Kirchzell) hat Schnelldorf über mehrere Quell- und Nebenflüsse der Brettach und Gronach Anteil am Einzugsgebiet des Neckars.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind:(Auflistung im Uhrzeigersinn beginnend im Norden) Wettringen Wörnitz Feuchtwangen Kreßberg Satteldorf Wallhausen Rot am See
Gemeindegliederung Es gibt 17 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Außerdem gibt es noch die Wohnplätze Auhof, Belznershof, Birkenhof, Buchmühle (auch Heckelmühle genannt), Jakobsmühle und Wiesenhof, die allesamt keine amtlich benannten Gemeindeteile sind.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Gailroth, Haundorf, Oberampfrach, Unterampfrach und Wildenholz.
Klima
In Schnelldorf beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 851 mm.
Geschichte Der Ort wurde 1361 als „Snellendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Snello.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 200.
Schnelldorf lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. 1732 bestand der Ort aus 27 Anwesen (7 Höfe, 3 Halbhöfe, 1 Wirtschaft, 1 Mühle, 1 Schmiede, 10 Güter, 4 Häuslein), 1 Hirtenhaus der Kommune und 1 Kapelle, die als „ruinös“ beschrieben wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das hohenlohe-bartensteinische Amt Schnelldorf inne.Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Schnelldorf (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es im Ort nur noch 23 Anwesen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 161. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jh.) wurde Schnelldorf dem Steuerdistrikt und der Ruralgemeinde Oberampfrach zugeordnet.
Am 21. Dezember 1971 wurde die damalige Gemeinde Oberampfrach in Schnelldorf umbenannt.
Eingemeindungen Am 1. Januar 1972 wurden anlässlich der Gebietsreform die Gemeinden Haundorf und Unterampfrach eingegliedert. Am 1. Juli 1972 folgten Gailroth und Wildenholz. So entstand das neue Kleinzentrum Schnelldorf.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 3024 auf 3617 um 593 Einwohner bzw. um 19,6 %.
Gemeinde Schnelldorf Jahr 1979 1987 1991 1995 2002 2005 2010 2011 2012 2013 2014 2015Einwohner 2993 3030 3179 3294 3606 3564 3480 3504 3548 3583 3561 3527Wohngebäude 827 1012 1019 1025 1031 1038Quelle
Ort Schnelldorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 272 414 513 525 653 679 666 943 922 1036 1320HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 66 61 114 114 126 139 179 354 Quelle Schnelldorf: 633 Einwohner, 111 Wohngebäude; Schnelldorf Bahnhof: 20 E., 3 Wgb.
Politik Gemeinderat Nach der Kommunalwahl am 8. März 2026 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis: Partei/ListeSitzeCSU7Unabhängige Bürger Schnelldorf/SPD9
Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister.
Erster Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl wurde nach 2020 auch am 8. März 2026 der Verwaltungsfachwirt Tobias Strauß (* 1987) mit 93,8 % der Stimmen zum neuen Ersten Bürgermeister der Gemeinde Schnelldorf gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,8 %.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-weiß-blau.
Gemeindepartnerschaften Schnelldorf hat seit 1988 eine Gemeindepartnerschaft mit der belgischen Gemeinde Hooglede.„Am 31. Juli 1988 wurde mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde die belgische Kommune Hooglede-Gits offiziell Partnergemeinde von Schnelldorf.“ Abgerufen am 20. März 2019, 23:30
Bau- und Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Schnelldorf ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken. Ein Wirtshausgebäude, das ursprünglich im Schnelldorfer Ortsteil Oberampfrach stand, wurde abgetragen und im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim wieder aufgebaut (Translozierung).
Nördlich von Schnelldorf an der A 6 liegt der Erlensee, ein Badesee. Ein Naturcampingplatz am Erlensee wurde um 2016 geschlossen.
Verkehr Die Gemeinde wird in Ost-West-Richtung von der Autobahn A 6 durchquert. Am östlichen Rand verläuft die A 7 und quert die A 6 am Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim. Die Staatsstraße 2222 verläuft zur Anschlussstelle 47 der A 6 (1,4 km nördlich) bzw. an Oberampfrach vorbei nach Unterampfrach (4 km südöstlich). Die Kreisstraße AN 4/K 2505 führt nach Ellrichshausen (3,3 km südwestlich) bzw. nach Oberampfrach (2 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Grimmschwinden (0,8 km nordwestlich).
Die Gemeinde verfügt über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim. Jeweils im Zweistundentakt halten dort die Linien RE 90 (Nürnberg–Stuttgart) und S 4 (Nürnberg–Crailsheim).
In Schnelldorf endet der von Ansbach kommende Fernwanderweg Europäische Wasserscheideweg. Durch den Ort führt der Fernwanderweg Roter Flieger. Vom Bahnhof führt ein Zubringerweg zum Jagststeig im Waldgebiet der Crailsheimer Hart.
Persönlichkeiten Karl-Heinz Ackermann (1948–2015), deutscher Generalmajor
Literatur
Weblinks
Gemeinde Schnelldorf
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1361