Der Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hahnenfuß (Ranunculus) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie ist in Eurasien verbreitet.
Beschreibung mini|links|Stängel mit Laubblättern mini|links|Oberer Bereich eines Acker-Hahnenfußes mit zwei gestielten Blüten. Gut zu erkennen sind die behaarten Kelchblätter. mini|Aus Nüsschen bestehende Sammelfrucht mini|Nüsschen mini|Stacheln auf der Oberfläche eines Nüsschens
Erscheinungsbild und Laubblatt Der Acker-Hahnenfuß wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von selten 15 bis, meist 20 bis 80 Zentimetern. Der aufrechte oder aufsteigende Stängel ist verzweigt und kahl bis mehr oder weniger anliegend behaart.
Die Laubblätter sind grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet. Die drei bis fünf Grundblätter und die unteren Stängelblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Ihr 1,6 bis 6 Zentimeter langer Blattstiel ist spärlich flaumig behaart. Ihre papierartige, spärlich angedrückt flaumig behaarte Blattspreite ist verkehrt-eiförmig oder breit rhombisch im Umriss mit einer Länge von 1,5 bis 5,2 Zentimetern und einer Breite von 1,5 bis 4,2 Zentimetern und mehr oder weniger breit keilförmiger Spreitenbasis. Sie ist dreilappig bis mehr oder weniger tief dreiteilig sowie an der gerundeten oder spitz auslaufenden Spitze zwei- oder dreizähnig; ihre Blattabschnitte sind schmal keilförmig, verkehrt-lanzettlich oder linealisch. Die oberen Stängelblätter sind ungestielt, kahl, mehr oder weniger dreiteilig mit schmal keilförmigen oder linealisch-lanzettlichen Abschnitten.
Blüte An einem Pflanzenexemplar befinden sich einige bis zahlreiche Blüten jeweils den oberen Laubblättern gegenüber. Die stielrunden Blütenstiele sind angedrückt flaumig behaart.
Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von 4 bis 15 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit einer doppelten Blütenhülle. Der Blütenboden (Rezeptaculum) ist spärlich steif behaart. Die fünf ausgebreiteten Kelchblätter sind bei einer Länge von 4 bis 7 Millimetern und einer Breite von 1 bis 2 Millimetern schmal-eiförmig und an der Unterseite angedrückt borstig behaart. Die fünf hellgelben bis grünlich-gelben Kronblätter sind bei einer Länge von 5,5 bis 8 Millimetern und einer Breite von 2 bis 4 Millimetern verkehrt-eiförmig mit gerundetem oberen Ende. Die Nektargrube ist von einer Schuppe bedeckt. Es sind viele Staubblätter vorhanden. Der 3 bis 8 Millimeter lange Stempel besitzt einen etwa 2,6 Millimeter langen, haltbaren Griffel.
Frucht In einer bei einem Durchmesser von 8 bis 12 Millimetern scheibenförmigen bis fast kugelförmigen Sammelfrucht stehen fünf bis acht Nüsschen zusammen. Die flachen und berandeten, kahlen Nüsschen sind bei einer Länge von meist 6 bis 7 (4 bis 8) Millimetern sowie einer Breite von 2,8 bis 5 Millimetern elliptisch. Sie sind mit vielen 2 bis 4 Millimeter langen Stacheln besetzt oder manchmal netzig gerippt. Der 1,6 bis 3,8 Millimeter lange Schnabel ist pfriemlich, gerade oder an der Spitze mehr oder weniger gebogen.
mini|Ranunculus arvensis in einem extensiven Getreideacker (Hafer) Chromosomensatz Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8; es liegt Tetraploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 32 vor.
Ökologie und Phänologie
Die Nüsschen sind typische Klettfrüchte; es findet aber auch eine Bearbeitungsausbreitung durch Kleinvögel statt.
Die Blütezeit reicht je nach Standort von April bis Juli. Fruchtreife ist von Juni bis September.
Vorkommen Der Acker-Hahnenfuß ist in Europa, Nordafrika und Asien verbreitet. In Asien kommt er von Vorderasien und Zentralasien bis Indien und Pakistan vor. Beispielsweise in Teilen Nordamerikas und Chinas ist er ein Neophyt.
Der Acker-Hahnenfuß kommt kollin bis montan vor. Er steigt in den Alpen vereinzelt bis 1550 Meter Meereshöhe auf. Er gedeiht meist auf nährstoffreichen, lehmig-tonigen Äckern und gilt als Lehmzeiger. Er ist „basenhold“, d. h., er gedeiht auf basische Böden am besten. Die Vorkommen sind in allen deutschen Bundesländern zerstreut bis selten. Diese giftige Pflanzenart ist vor allem durch Herbizideinsatz in der Landwirtschaft gefährdet. Sie ist in Mitteleuropa stark zurückgegangen. Sie ist pflanzensoziologisch eine Charakterart der Klasse Secalietea.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+w+ (frisch aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Ranunculus arvensis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 555. Das Artepitheton "arvensis" bedeutet „auf Äckern wachsend“. Den Namen hatte Linné aus Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen und gekürzt. Synonyme für Ranunculus arvensis sind: Ranunculus tuberculatus ,Ranunculus reticulatus
Quellen Alan T. Whittemore: Ranunculus arvensis. In: (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung) Wang Wencai, Michael G. Gilbert: Ranunculus arvensis. In: , PDF-Datei (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung)
Einzelnachweise Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8: Nymphaeaceae to Ranunculaceae, Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6, S. 145–146. Alan T. Whittemore: Ranunculus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliophyta: Magnoliidae and Hamamelidae. Oxford University Press, New York und Oxford, 1997, ISBN 0-19-511246-6. Ranunculus arvensis. S. 106 – textgleich online wie gedrucktes Werk. E. Hörandl, E. von Raab-Straube (2015+): Ranunculeae. Datenblatt Ranunculus arvensis. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Jürgen Damboldt, Walter Zimmermann: Familie Ranunculaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage. Band III, Teil 3, S. 260–262. Verlag Carl Hanser, München 1974. Jens G. Rohwer: Ranunculaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 347.
Weblinks
Verbreitung auf der Nordhalbkugel nach: Eric Hultén, Magnus Fries: Atlas of North European vascular plants 1986, ISBN 3-87429-263-0. Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos. Gerhard Nitter: Steckbrief mit Fotos.
Kategorie:Hahnenfuß