mini|250px|Blick vom Hesselberg auf Ehingen

Ehingen (, fränkisch: Ehing) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach sowie Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Hesselberg und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt am Nordfuß des Hesselbergs und wird vom oberen Lentersheimer Mühlbach durchflossen. Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Bechhofen, Arberg, Unterschwaningen, Wassertrüdingen, Röckingen, Gerolfingen, Wittelshofen, Langfurth und Burk.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 16 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Einöden Kreuthof und Ziegelhütte sowie die Notunterkunft Hesselberg sind mittlerweile abgerissen.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Beyerberg, Dambach, Ehingen und Lentersheim. Die Gemarkung Ehingen hat eine Fläche von 15,717 km². Sie ist in 1538 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10.219,11 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bergmühle und Hesselberghaus.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Reste des römischen Limes, die so genannte Teufelsmauer, sind noch im Gemeindegebiet erhalten.

Der Ort wurde in einer Urkunde, die im Zeitraum von 1183 bis 1195 entstand, als „Ahingen“ erstmals urkundlich erwähnt. Dem Ortsnamen liegt der Personenname Aho mit dem althochdeutsch-germanischen Suffix -ingen (= Kinder, Sippe, Angehörige) zugrunde.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 62.

Die Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Ansbach erwarben im 14. Jahrhundert die Herrschaft über das Gemeindegebiet. Neben Ansbach war auch die Grafschaft Oettingen im Ort begütert. Seit 1418 wurden diese Besitzungen vom Oberamt Aufkirchen verwaltet. Die Gemeinde wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg die neue Heimat zahlreicher Exulantenfamilien aus Österreich, die vor der Gegenreformation hatten flüchten müssen.

Ehingen lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Wassertrüdingen. Die Reichsstadt Dinkelsbühl wollte die Fraisch über ihre Güter geltend machen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Wassertrüdingen inne. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ehingen 151 Anwesen. Außerdem gab es eine Pfarrkirche, eine Kapelle, ein Pfarrhaus und ein Schulhaus. Grundherren waren ansbachische Ämter (99 Anwesen; Klosterverwalteramt Auhausen: 1 Wirtschaft mit Braurecht, 4 Güter, 1 Lehengut, 1 Söldengut, 1 Gütlein mit Backrecht, 2 Söldengütlein, 1 Sölde, 4 ganze und 2 halbe Söldenhäuser, 6 Halbhäuser, 8 Güter; Vogtamt Bechhofen: 2 Güter; Verwalteramt Röckingen: 1 Gut, 1 Söldengut, 1 Gütlein, 2 Söldengütlein, 1 Sölde, 7 Söldenhäuser, 4 Halbhäuser; Kastenamt Wassertrüdingen: 1 Mühle, 1 Ziegelhütte, 1 Badhaus, 4 Güter, 2 halbe Gütlein, 1 Haus mit Braustatt, 15 Häuser, 2 Häuslein, 20 Halbhäuser; Bürgermeister und Rat zu Wassertrüdingen: 1 Gut; Kirche Ehingen: 1 Hofgut) Oettingen-Spielberg (8 Anwesen; Oberamt Aufkirchen: 4 Sölden, 4 Halbsölden) die Reichsstadt Dinkelsbühl (27 Anwesen; Ratamtspflege: 1 Gut mit Schmiederecht; Reichsalmosenpflege: 1 Gütlein; Siechenpflege: 2 halbe Hofgüter, 1 Gütlein, 1 Haus; Spital: 1 Mühle, 10 Güter, 2 halbe Güter, 7 Gütlein, 1 Haus) das Domkapitel Eichstätt (Amt Wolferstadt: 1 Söldenhaus) die Herrschaft Dennenlohe (2 Anwesen; 1 Gütlein, 1 Söldenhaus) Freieigen (14 Anwesen; 13 Güter, 1 Haus).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 410–412. (= J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 706). Hiernach soll es nur 129 Untertansfamilien gegeben haben, von denen 94 ansbachisch waren.

Ab 1792 unterstand das Fürstentum Ansbach – und damit auch Ehingen – der preußischen Verwaltung. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 557.

1806 kam Ehingen an das Königreich Bayern. Infolge des Gemeindeedikts wurde 1809 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Ehingen gebildet, zu dem bzw. zu der die Bergmühle gehörte.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 534. Die Gemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Wassertrüdingen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wassertrüdingen (1919 in Finanzamt Wassertrüdingen umbenannt, 1932–1973 Finanzamt Gunzenhausen, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Wassertrüdingen (1879 in Amtsgericht Wassertrüdingen umbenannt), von 1956 bis 1970 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig, von 1970 bis 1973 das Amtsgericht Dinkelsbühl, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist. Um 1950 wurde auf dem Gemeindegebiet das Hesselberghaus errichtet. Die Gemeinde Ehingen hatte 1964 eine Gebietsfläche von 15,716 km². Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Ehingen an den Landkreis Ansbach.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 Beyerberg eingemeindet. Dambach und Lentersheim kamen am 1. Mai 1978 hinzu.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Ehingen Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2011 2016Einwohner 916 1221 942 987 953 921 919 952 960 949 953 907 896 893 875 877 868 837 1329 1179 862 874 1940 2052 1979 1961HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 168 167 197 197 204 191 188 196 195 523 608 629Quelle Für die Gemeinde Ehingen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bergmühle (S. 9).

Ort Ehingen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006 2016 Einwohner 910 1214 984 914 955 900 869 1055 858 870 892 1014 984Häuser 167 166 196 190 187 195 194 252 Quelle

Politik Gemeinderat Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 hatte der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,9 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis: Wählergemeinschaft Beyerberg-Lentersheim: sieben Sitze Wählergruppe Ehinger Liste: sieben Sitze

Seit der Kommunalwahl am 15. März 2020 hat der Gemeinderat 12 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,0 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis: Wählergemeinschaft Beyerberg-Lentersheim: sechs Sitze Wählergruppe Ehinger Liste: sechs Sitze

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister.

Bürgermeister Amtierender Bürgermeister ist seit 2014 Friedrich Steinacker (Wählergemeinschaft Beyerberg-Lentersheim). Er wurde am 15. März 2020 mit 94,7 % der Stimmen wiedergewählt. 1876–1887: Friedrich Wiedemann 1887–1911: Friedrich Frank sen. 1912–1932: Friedrich Bauereisen 1932–1935: Friedrich Frank 1935–1945: Karl Muschler (NSDAP) 1945–1965: Friedrich Bauereisen sen. (ab 1946: CSU), (1895–1965) 1965–1996: Friedrich Bauereisen junior (CSU), (1927–2006) 1996–2002: Friedrich Steinacker sen. (CSU) 2002–April 2014: Karl Engelhard (FUWG) seit Mai 2014: Friedrich Steinacker (Wählergemeinschaft Beyerberg-Lentersheim)

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Heimatmuseum Spatz

Baudenkmäler

St.-Jakobus-Kirche

Bodendenkmäler

Sport SV Beyerberg, Sportverein Badeweiher in Ehingen und Beyerberg Schützenverein Edelweiss 1903 e. V. Vfl Ehingen, Sportverein Skilift am Nordhang des Hesselberges

Wirtschaft und Infrastruktur Ehingen ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken.

Verkehr Die Staatsstraße 2248 verläuft nach Lentersheim (3 km südöstlich) bzw. nach Beyerberg (3,8 km nordwestlich). Die Kreisstraße AN 49 führt nach Wittelshofen zur Staatsstraße 2218 (5,1 km südwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2221 (4,9 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dambach (1,8 km nordöstlich) und zur Bergmühle (1,6 km südwestlich).

Der Öffentliche Personennahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg sichergestellt.

Radfernwege Durch die Gemeinde führt der Deutsche Limes-Radweg. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Wanderwege Etwa 500 m nördlich von Ehingen verläuft der Limeswanderweg. Der Theodor-Bauer-Weg führt direkt durch den Ort.

Bildung Grundschule Hesselberg Nord Kindergarten Beyerberg Kindergarten Arche Noah

Persönlichkeiten Bruno Gutmann (1876–1966), Missionar der Leipziger Mission in Deutsch-Ostafrika und Tanganjika und wissenschaftlicher Erforscher der Chagga-Kultur, starb in Ehingen Karl Corino (1942–2026), Journalist, Literaturkritiker und Schriftsteller Horst Wester (* 1964), Basketballspieler und Politiker (Tierschutzpartei), wohnt vor Ort

Literatur

Weblinks

Gemeinde Ehingen

Heimatmuseum Spatz

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1183 Kategorie:Gemeindegründung 1809

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach