Mönchsroth ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach sowie Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wilburgstetten und zählt zur Metropolregion Nürnberg.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt genau an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg. Der Gemeindeteil Mönchsroth wird von der Rotach, einem Zufluss der Wörnitz, durchflossen. Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Dinkelsbühl, Wilburgstetten, Stödtlen und Wört.
Gemeindegliederung Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Diederstetten (Dorf) Fallmeisterei (Einöde) Hammerschmiede (Einöde) Hasselbach (Dorf) Mönchsroth (Pfarrdorf) Winnetten (Dorf)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Diederstetten und Mönchsroth. Die Gemarkung Mönchsroth hat eine Fläche von 6,904 km². Sie ist in 1191 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5796,53 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Fallmeisterei und Hammerschmiede.
Geschichte Der Ort wurde im 12. Jahrhundert als „Rotha“ erstmals schriftlich erwähnt. In der Urkunde wird auch eine „preposituramque Rothe“ erwähnt, womit das um 1130 gegründete Benediktinerkloster Mönchsroth gemeint war. Im Jahr 1286 wurde der Ort erstmals „Mvnchrôte“ genannt, 1350 „Muenchrot“, 1604 schließlich „Mönchsrodt“. Der Ortsname leitet sich vom Gewässernamen Rotach (= roter Fluss) ab, an dem der Ort liegt.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 151.
Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das oettingen-spielbergische Oberamt Mönchsroth. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Mönchsroth aus 154 Haushalten (1 Mühle, 1 Hofgut, 1 Morgengut, 20 Lehengüter, 1 Lehengut mit Backrecht, 2 halbe Lehengüter, 1 Söldengut, 51 Häuser, 4 Häuser mit Backrecht, 2 Häuser mit Wirtschafts- und Braurecht, 1 Haus mit Schmiedrecht, 3 Zweidrittelhäuser, 6 Drittelhäuser, 60 Halbhäuser). Außerdem gab es eine Pfarrkirche, die ehemalige Benediktinerpropstei St. Peter und Paul, ein Pfarrhaus, ein Schulhaus, eine Synagoge, ein Gemeindehirtenhaus und ein Schafhaus.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 441.
1806 kam Mönchsroth an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt entstand 1809 der Steuerdistrikt Mönchsroth und die Ruralgemeinde Mönchsroth mit den Orten Fallmeisterei und Hammerschmiede.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 536. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl. 1819 erfolgte der Wechsel zum Herrschaftsgericht Mönchsroth, wo es bis zu dessen Auflösung verblieb, und 1838 der Wechsel zum Rentamt Oettingen. Ab 1850 gehörte Mönchsroth wieder zum Landgericht und Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, das seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach ist).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 554. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,937 km². Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Mönchsroth an den Landkreis Ansbach.
Eingemeindungen Am 1. Januar 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Diederstetten eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1305 auf 1580 um 275 Einwohner bzw. um 21,1 %.
Gemeinde Mönchsroth Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2011 2016Einwohner 808 940 976 1008 981 1054 1060 992 1002 887 869 845 824 830 794 782 715 654 928 908 764 890 1286 1621 1605 1584HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 175 171 185 184 197 193 183 198 364 486 497Quelle
Ort Mönchsroth Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006 2016Einwohner 808 1008 1054 1002 824 768 897 759 877 1093 1478 1422Häuser 175 171 185 192 190 180 196 324 Quelle
Politik mini|Dorfansicht Bürgermeister Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Februar 2024 Franziska Mattmann (Freie Wählergruppe und Freie Bürgerliste). Diese wurde als Nachfolgerin von Edith Stumpf (Freie Bürgerliste) am 12. November 2023 gewählt.
Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2008 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen: +Partei/Liste202020142008Freie Wählergruppe Mönchsroth81012Freie Bürgerliste Mönchsroth42–
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeinde hat eine weiß-blau-weiße Gemeindeflagge.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Ehemalige Synagoge mit Gedenktafel
Bauwerke Limesturm (Nachbau) Ehemalige Klosterkirche der Benediktinerpropstei St. Peter und Paul Ehemalige Synagoge von 1761 (Rathausstraße 1). Hier wurde 1988 ein umfassender Genisafund geborgen, der sich heute im Jüdischen Museum Franken Fürth/Schnaittach befindet.mini|Teilrekonstruktion des Limesturms WP 13/2 St. Peter und Paul (Mönchsroth) St. Oswald und Ägidius (Mönchsroth)
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Verkehr Durch Mönchsroth verläuft die Landesstraße/Staatsstraße 2385 nach Wilburgstetten zur Bundesstraße 25 (2,3 km östlich) bzw. über Regelsweiler nach Wört (6,5 km westlich). Die Kreisstraße AN 46/K 3211 verläuft nach Eck am Berg (2,7 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Diederstetten (1,9 km nördlich), nach Gaxhardt (1,8 km westlich) und nach Wittenbach (2 km südöstlich).
Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Leonhard Dober (1706–1766), Missionar Georg Friedrich Benecke (1762–1844), Philologe Christian Daniel Benecke (1768–1851), Kaufmann, Senator und Bürgermeister von Hamburg Abraham Kohn (1819–1871), Mitbegründer und Präsident der jüdischen Gemeinde Kehillat Anshe Ma'ariv in Chicago
Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben Georg Bickel (1862–1924), Malerpfarrer
Literatur
Gunther Reese: Jüdisches Mönchsroth. Einladung zu einem Rundgang. Haigerloch 2006. ISBN 3-933231-36-1
Weblinks
Gemeinde Mönchsroth
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1809 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach