mini|Die katholische Pfarrkirche St. Michael Röhrnbach ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau. Der gleichnamige Hauptort ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geografie Geografische Lage Röhrnbach liegt in der Region Donau-Wald im südlichen Bayerischen Wald. Der Markt befindet sich an der B 12, rund 22 km nördlich von Passau, acht Kilometer westlich von Waldkirchen, zwölf Kilometer südlich von Freyung, 30 km von der Grenze zu Tschechien bei Philippsreut und 28 km von der BAB-3-Ausfahrt Aicha vorm Wald entfernt.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

Es gibt 44 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Klima Das eigentlich eher raue Klima des Bayerischen Waldes trifft auf Röhrnbach nur bedingt zu, liegt es doch unterhalb von 500 Metern in einem geschützten Talkessel.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Das 1170 erstmals erwähnte Röhrnbach lag am Bergreichensteiner Ast des Goldenen Steiges. Da hier der goldene Steig auf die Klafferstraße traf, hatte Röhrnbach besonders im 16. Jahrhundert Bedeutung als Handelsplatz.

Die Herrschaft Röhrnbach wurde 1593 vom Hochstift Passau erworben. Röhrnbach war bereits seit dem 15. Jahrhundert Sitz eines hochstiftischen Amtes, das die Grundherrschaften des Hochstifts verwaltete. Der 1593 und 1612 zum Markt erhobene Ort des Hochstiftes Passau (der zeitweise weitgehende Eigenrechte genoss), hatte 1649 über 600 Opfer der Pest zu beklagen.

Der Marktflecken wurde 1803 mit dem größten Teil des hochstiftischen Gebietes zugunsten von Erzherzog Ferdinand von Toskana säkularisiert und fiel erst 1805 an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde.

20. Jahrhundert In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurden in Röhrnbach 42 Häuser zerstört, dazu 36 Bauernanwesen in den umliegenden Dörfern. Aus dem Wiederaufbau heraus entstand ein rasches Wachstum des Ortes, als neuer Handwerkszweig kam die Glasveredelung in den Markt.

Im Jahr 1983 entstand ein neues Gemeindezentrum. Ab 1984 wurde die Umgehungsstraße erbaut.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden Teile der ehemals selbständigen Gemeinden Wilhelmsreut und Oberndorf wurden am 1. April 1971 eingegliedert. Die Gemeinde Außernbrünst kam am 1. Januar 1976 hinzu. Am 1. Mai 1978 wurde ein Teil der ehemaligen Gemeinde Kumreut angegliedert. Am 1. März 1979 kam ein Gebiet der Kreisstadt Freyung mit dem Ort Kumreut mit etwa 500 Einwohnern hinzu.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Markt von 4258 auf 4395 Einwohner bzw. um 3,2 %.

Politik Der Marktgemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern zuzüglich des Bürgermeisters. Bürgermeister ist Leonhard Meier (Junge Bürgerliste, JBL).

Parteien / Wählergemeinschaften %2020 Sitze2020 %2014Ergebnis der Kommunalwahl 2014 Sitze2014 %2008Ergebnis der Kommunalwahl 2008 Sitze2009 %2002Ergebnis der Kommunalwahl 2002 Sitze2002CSUChristlich-Soziale Union in Bayern 31,5 5 39,0 6 34,8 6 32,4 5 CWG / FW Christliche Wählergemeinschaft / Freie Wähler Bayern 19,2 3 24,8 4 23,7 4 21,6 4 JBL Junge Bürgerliste 21,9 4 15,5 3 17,6 3 17,2 3 FWG Freie Wählergemeinschaft Kumreut-Harsdorf 11,7 2 11,7 2 13,0 2 13,3 2 SPD / UW SPD Bayern / Unabhängige Wähler – – 9,1 1 – – – – SPD / UW / ödp SPD Bayern / Unabhängige Wähler / ÖDP – – – – 10,8 1 15,5 2 JL Junge Liste eine Gemeinde … unsere Heimat 15,6 2 – – – – – – Gesamt 100nach Korrektur der Rundungsfehler 16 100 16 100 16 100 16 Wahlbeteiligung70,1 %66,9 %61,6 %65,2 %

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.95|Der Brunnen auf dem Marktplatz, Bildhauer Edmund Puchner 1990

Sehenswürdigkeiten Zu den Sehenswürdigkeiten gehören der Ortskern des Hauptortes mit dem Marktplatz und den historischen Bürgerhäusern. Die Gemeinde diente als Kulisse in der Fernsehserie Forsthaus Falkenau, wo die Ortschaft allerdings Küblach genannt wurde. Die spätbarocke Pfarrkirche St. Michael entstand von 1746 bis 1750 auf den Turmmauern eines spätgotischen Baues. 1970/71 wurde der dreischiffige Gewölbebau erweitert.

Im Jahre 1990 wurde im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes ein Granitbrunnen am Standort des alten Brunnens aufgestellt. Der Münchner Bildhauer Edmund Puchner hat mit diesem Brunnen den 1. Preis im Wettbewerb gewonnen und den Brunnen selbst aus niederbayerischem Granit gehauen. Die auf den Brunnentrog gestellte Granitscheibe mit Wasserspender nimmt mit dem Durchbruch in Herzform Bezug auf das Wappen von Markt Röhrnbach. Die doppelseitigen Stierkopfreliefs symbolisieren die bedeutenden Rindermäkrte, die früher in der Gemeinde stattfanden.

Weitere Baudenkmäler Ehemaliger Bahnhof Röhrnbach Brücke der alten Straße Außernbrünst-Röhrnbach über den Osterbach Vierseithof in Goggersreut Haberlmühle Burgruine Kaltenstein Katholische Pfarrkirche St. Joseph in Kumreut Katholische Filialkirche St. Korona in Oberndorf

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft 2020 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 14, im produzierenden Gewerbe 1692 und im Handel, Verkehr, Gastgewerbe 473 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren es 419 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1796. Im verarbeitenden Gewerbe gab es sieben, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Im Jahr 2016 bestanden zudem 70 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1982 ha, davon waren 724 ha Ackerfläche und 1256 ha Dauergrünfläche.

Verkehr mini|Schienenbusse der Passauer Eisenbahnfreunde im Bf. Röhrnbach Röhrnbach ist mit der Bundesstraße 12 von Passau nach Freyung / Grenzübergang Philippsreut an das überörtliche Straßenverkehrsnetz angeschlossen.

Seit 1890 existierte in Röhrnbach ein Bahnhof an der so genannten Ilztalbahn von Passau nach Freyung. Im Jahr 1982 wurde der reguläre Personenverkehr eingestellt. Bis August 2002 befuhren noch Güterzüge und Sonderzüge die Strecke. Seitdem war sie wegen Hochwasserschäden nicht mehr befahrbar. Von August 2009 bis Juli 2011 wurde die Bahnstrecke durch die Ilztalbahn GmbH, unterstützt durch den Förderverein Ilztalbahn e. V., wieder befahrbar gemacht. Am 16. Juli 2011 wurde der Bahnverkehr im Rahmen des Freizeitverkehrsprojektes Donau-Moldau wieder an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen im Sommerhalbjahr und zu Sonderfahrten ganzjährig aufgenommen.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2024): Drei Kindergärten: Kinderhaus St. Michael Röhrnbach, Kindergarten Kumreut, Waldkindergarten Waldkirchen und Waldkindergarten Dornbachkinder Grund- und Mittelschule „Am Goldenen Steig“ mit 25 Lehrkräften und 180 Schülern (Schuljahr 2024/25) Bis 2018 gab es in Kumreut und bis 1970 auch in Außernbrünst eine Grundschule.

Sport SV Röhrnbach Beim SV Röhrnbach gibt es die Sparten Fußball, Volleyball, Tischtennis, Ski, Schach, Tanz, Stockschießen, Kickboxen, Bogenschießen, Wanderfreunde, Kinderturnen, Damengymnastik, Versehrtensport, Coronar Treff und die der Burgnarren.

Motor-Sport-Club Röhrnbach Der MSC Röhrnbach hat etwa 230 Mitglieder und umfasst folgende Sparten: Wagensport: Teilnahmen an regionalen und überregionalen Rallye- und Automobil-Slalomveranstaltungen sowie Bergrennen Kartsport: Teilnahmen am Jugend-Kart-Slalom Motorradsport: Erfolgreich im Trialsport und Rundstreckenrennsport vertreten

Persönlichkeiten In Röhrnbach geboren: Joseph Anton Meßmer (1829–1879), Theologe und Archäologe In Höbersberg geboren: Georg Grünzinger (1839–192), Landwirt und Landtagsabgeordneter (Zentrumspartei)

In Kleinwiesen geboren: Georg Seibert (1939–2017), Bildhauer

In Ulrichsreuth geboren: Erich Garhammer (* 1951), römisch-katholischer Theologe

Mit der Gemeinde verbunden: Kilián Nowotny (1905–1977), lebte ab 1946 in Röhrnbach, Fluchthelfer und Agent (König des Böhmerwaldes)

V== Weblinks ==

Website des Markt Röhrnbach

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Freyung-Grafenau Kategorie:Ersterwähnung 1170 Kategorie:Markt in Niederbayern Kategorie:Gemeindegründung 1818