mini|Das Rathaus von Saldenburg

Saldenburg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald im unteren Bayerischen Wald, genauer im Dreiburgenland. Die kleine Ortschaft Saldenburg befindet sich unweit der B 85 sowie knapp 30 km nördlich von Passau, 13 km südwestlich von Grafenau, 28 km nordöstlich von Vilshofen an der Donau und 20 km von der Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Garham) entfernt.

Nachbargemeinden Tittling Thurmansbang Schönberg (Niederbayern) Perlesreut

Gemeindegliederung

mini|Blick auf den Ortsteil Trautmannsdorf Es gibt 29 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Der Weiler Sumpering ist mittlerweile zur Wüstung geworden.

Es gibt die Gemarkungen Forstöd, Lembach und Saldenburg.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Die Saldenburg wurde im Jahre 1368 von Heinrich Tuschl von Söldenau im Auftrag der Grafen von Hals errichtet, um den Handelsweg "Gulden Stras", einem Konkurrenzweg zum Goldenen Steig zu sichern. Die Bauform als rechteckiger Wohnturm ("Donjon") ist ein architektonischer Import in Folge der Pilgerfahrt Heinrich Tuschls ins Heilige Land, wo Kreuzfahrerburgen häufig als Donjon errichtet wurden. Von 1677 bis ins 19. Jahrhundert gehörte sie den Grafen von Preysing. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz die Saldenburg war. 1818 wurde durch das Gemeindeedikt in Bayern eine Patrimonialgemeinde errichtet. 1841 entstand die heutige Gemeinde.

Seit 1841 mini|Kriegerdenkmal in Preying Das Kriegerdenkmal in Preying nennt die im Ersten und Zweiten Weltkrieg Gefallenen aus dem Ort.

1928 wurde die Saldenburg zu einer Jugendherberge ausgebaut. Von 1942 bis 1945 wurde die Saldenburg im Rahmen der sogenannten Lebensborn-Bewegung der SS als nationalsozialistisches "Umsiedlungslager" genutzt. Etwa 180 slowenische Kinder und Jugendliche wurden unter Zwang von ihren Familien getrennt und hierher verschleppt. Ihre Eltern waren ermordet oder in Konzentrationslager deportiert worden.Brez staršev, večino so Nemci pobili, in brez doma (Ohne Eltern, die meisten wurden von den Deutschen getötet, und ohne Zuhause), Zeitung Dolenjski list, Novo mesto, Slowenien, 24. Januar 2008 Diese Maßnahme diente nicht nur als Vergeltung, sondern auch dazu, die Lebensborn-Heime mit „arisierbaren“ Kindern aufzufüllen.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Lembach eingegliedert. Zum 1. Juli 1973 wurde das gemeindefreie Gebiet Forstöd eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 stagnierte bzw. erhöhte sich die Einwohnerzahl minimal von 1976 auf 1983 um 7 Einwohner bzw. um 0,4 %. Jahr 1900 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 Einwohner 1382 1702 1795 1982 2029 2048 2042 1988 1911 1947

Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 erbrachte folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung: CSU: 33,84 %; 4 Sitze SPD: 32,28 %; 4 Sitze Freie Wähler Bayern: 33,88 %; 4 Sitze

Bürgermeister Berufsmäßiger erster Bürgermeister ist Max König (SPD). Er ist seit 1. Mai 2008 im Amt und wurde bei der Bürgermeisterwahl 2020 im ersten Wahlgang mit 66,1 % wiedergewählt.

Steuereinnahmen Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen 939.000 Euro (Stand 2012), davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 231.000 Euro.

Wappen Die Wappenbeschreibung lautet: Unter von Rot und Silber im Zinnenschnitt geteiltem Schildhaupt in Schwarz ein breiter goldener Balken, darin eine blaue Krone. Der Balken erinnert an die Tuschl von Söldenau, die Zinnen gehen auf den Schild der Grafen Preysing zurück. Die Krone verweist auf das Dreikönigspatrozinium der Schlosskapelle. Das Wappen wird seit 1968 geführt.

Bauwerke Kirchen Katholische Pfarrkirche St. Brigida in Preying Katholische Filialkirche Zur heiligen Familie in Saldenburg Katholische Burgkapelle „Hl. Drei Könige“ in der Burg Jugendherberge Saldenburg

Bau- und Bodendenkmäler Burg Saldenburg

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 110 und im Bereich Handel und Verkehr neun sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 26 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 686. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 44 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 380 ha, davon waren 292 ha Dauergrünfläche.

Verkehr Durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 85 von Regen nach Passau.

Bildung Es gibt folgende Einrichtung in der Gemeinde (Stand 2013): Kindertageseinrichtung: 47 Plätze, 43 belegt (davon fünf Kinder unter drei Jahren)

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Johann Georg Michael Wieninger (1746–1827), Unternehmer, Brauer und Politiker Philipp Wieninger (1767–1835), Glashüttenbesitzer, Bierbrauer, Gastronom und Politiker Leonhard Roth (1904–1960), römisch-katholischer Priester, Häftling und Pfleger im KZ Dachau Hildegard Kronawitter (* 1946), Politikerin (SPD)

Literatur Norbert Schrüfer: Saldenburg, Geschichte und Geschichten, Saldenburg 2005, ISBN 3-9810161-1-4.

Weblinks

Saldenburg: Historische Spurensuche – Die Junge Pfalz in Bayern (Haus der Bayerischen Geschichte)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Freyung-Grafenau

Kategorie:Gemeindegründung 1818