Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens, kurz Westfälischer Friedenspreis, wird seit 1998, dem Jahr des 350-jährigen Jahrestages des Westfälischen Friedens, alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe e. V. verliehen.Internationaler Preis des Westfälischen Friedens, Website der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe.
Dotierung Dotiert ist der in Münster gestiftete Friedenspreis mit 100.000 Euro. Verliehen wird der Preis je zur Hälfte an zwei Preisträger. Einerseits geht das Preisgeld zur Hälfte an Persönlichkeiten oder Repräsentanten von Staaten und Gruppen, die sich für den Zusammenhalt Europas eingesetzt haben. Und andererseits geht das Preisgeld zur Hälfte an Jugendliche und Jugendorganisationen, die durch ihr Handeln zum Vorbild für Frieden in der Welt geworden sind.
Jury Die Jury des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens bilden (Stand 2025)Jury. Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e. V. Abgerufen am 6. November 2025:
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland Friedrich Merz, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Alexander Graf Lambsdorff, deutscher Botschafter in Russland Jean-Claude Juncker, ehemaliger Premierminister des Großherzogtums Luxemburg und ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission Sigmar Gabriel, ehemaliger Bundesminister des Auswärtigen, Vorsitzender des Vereins Atlantik-Brücke Cem Özdemir, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Jens Weidmann, ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank Stanislaw Tillich, ehemaliger Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Reinhard Zinkann junior (Vorsitzender), Geschäftsführender Gesellschafter der Miele & Cie. KG Georg Friedrich Prinz von Preußen, Oberhaupt des Hauses Hohenzollern
Preisträger Jahr Preisträger Jugendpreisträger 1998 Václav Havel Gesto por la Paz 2000 Helmut Kohl Ekola-Gymnasium, Conrad-von-Soest-Gymnasium 2002 Carla Del Ponte Schüler Helfen Leben 2004 Kurt Masur Sternsinger 2006 Valéry Giscard d’Estaing, als „überzeugter und überzeugender Baumeister Europas“ sowie Vorsitzender des EU-Verfassungskonvents Jugendliche, die an den v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel ein Freiwilliges soziales Jahr absolvieren, für ihre Hilfe bei der Pflege von alten und behinderten Menschen 2008 Kofi Annan Das „Libanon Projekt“ der „Gemeinschaft junger Malteser“ 2010 Daniel Barenboim West-Eastern Divan Orchestra 2012 Helmut Schmidt Children for a better World 2014 Die Besatzungen der Internationalen Raumstation Die Jugendarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge 2016 König Abdullah II. von Jordanien Aktion Sühnezeichen 2018 Estland, Lettland und Litauen Ring deutscher Pfadfinderverbände 2020 Alexis Tsipras und Zoran Zaev Plant-for-the-Planet 2024 Emmanuel Macron Deutsch-Polnisches Jugendwerk 2025 Margot Friedländer (Sonderpreis)Preisträgerin 2025 (Sonderpreis): Margot Friedländer, Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e. V. Abgerufen am 6. November 2025 nicht vergeben 2026 Die NATO und ihr Generalsekretär Mark RutteWestfälischer Friedenspreis: Auszeichnung für NATO und socioMovens, WDR, 5. November 2025 socioMovens
Westfälische Friedenskonferenz In Münster und Osnabrück wurde 1648 die Grundlage für das moderne Völkerrecht gelegt. 375 Jahre nach dem Westfälischen Frieden hat die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e. V. 2023 erstmals die Westfälische Friedenskonferenz einberufen.
Am 15. September 2023, im historischen Rathaus zu Münster, berieten eingeladene Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die Stärkung des durch international abgestimmte Regeln geordneten liberalen Völkerrechts. Die moderne internationale Staatengemeinschaft kultiviert die Integrität von Staatengrenzen und die friedliche Beilegung von Interessenskonflikten.
Diskutiert wurden der völkerrechtswidrige Angriffskrieg in der Ukraine durch Russland und der grundlegende Wandel des Konflikts im Nahen Osten durch die Abraham-Abkommen zwischen Israel, Marokko, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Sudan. Weiter wurden kriegerische Krisen in Afrika und die daraus resultierenden Folgen für die Welt diskutiert.
Gegenpreis An der Verleihung des Preises 2026 an das Militärbündnis NATO wurde vor allem aus der Friedensbewegung nahestehenden Gruppen, wie Pax ChristiPax Christi: Kein Westfälischer Friedenspreis an die Nato!, Kirche + Leben, 11. November 2025 und der DfG-VK.Tim Eichler: Münster diskutiert weiter über umstrittene Auszeichnung für die NATO, Münster Aktuell, 19. November 2025, Kritik laut. Als Reaktion auf die Verleihung gründete sich am 15. Dezember 2025 in Münster der Verein Alternativer Westfälischer Friedenspreis – Verein zur Würdigung und Förderung friedenspolitischer Initiativen e. V. Die taz bezeichnete die Gründung des Vereins als „Gegengründung“ und als „zivile Antwort“ auf die Entscheidung zur Auszeichnung der NATO. Die erste Verleihung fand am 25. September 2026 im Historischen Rathaus Münster statt. Erster Preisträger war der Verein Connection e. V. aus Offenbach am Main, der sich unter anderem für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure einsetzt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden.
Weblinks Website des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens Website der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe e. V.
Belege
Kategorie:Friedenspreis Kategorie:Kultur (Münster) Kategorie:Erstverleihung 1998 Kategorie:Auszeichnung (Münster)