Der Opel Zafira ist ein Kompaktvan von Opel. Er wurde im Frühjahr 1999Produktionsbeginn auf Autobild.de (abgerufen am 25. Januar 2011) als kleinerer Nachfolger des Sintra, auf Basis des Astra, vorgestellt. In Großbritannien wurde der Zafira bis Juni 2018 unter der Marke Vauxhall, in Australien bis 2005 von Holden und in Japan unter dem Namen Subaru Traviq bis 2004 verkauft. Die ersten beiden Generationen wurden in Lateinamerika als Chevrolet Zafira angeboten.

Zafira A (1999–2005)

Die erste Baureihe des Opel Zafira wurde im April 1999 eingeführt.

Mit ihr wurde das damals neuartige und im Opel-Auftrag von Porsche in WeissachInterview mit Porsche Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer entwickelte Sitzkonzept Flex7 mit Platz für bis zu sieben Personen eingeführt, bei dem sich die beiden hinteren Sitze (in der dritten Sitzreihe) jeweils einzeln vollständig im Wagenboden versenken lassen und die mittlere (dreisitzige) Sitzreihe zusammenklappen und nach vorne schieben lässt. Dies ermöglicht eine hohe Variabilität, wobei ein Umbau von der vollen siebensitzigen Bestuhlung zu einer bis zu 1,80 m langen und bis zu 1,11 m breiten ebenen Ladefläche möglich ist, ohne die Sitze – wie bei den damaligen Konkurrenzmodellen üblich – ausbauen zu müssen. mini|Heckansicht Sterne im Euro NCAP-Crashtest (2001)Ergebnis des Opel Zafira beim Euro-NCAP-Crashtest (2001) 105px|3 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest Der Zafira galt infolge seines Markterfolges insbesondere als Retter des alten Opel-Standortes Bochum, denn ohne den Zafira wären große Teile der Bochumer Produktion bereits Anfang der 2000er Jahre stillgelegt worden.

Im Herbst 2001 präsentierte Opel mit dem Zafira CNG den ersten reinen Erdgas-PKW und begann den Verkauf ab Frühjahr 2002.

Der Zafira wurde auch als sportliche Modellvariante OPC („Opel Performance Center“) mit einem 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder angeboten. Dieser leistete 141 kW (192 PS) bzw. ab Herbst 2002 147 kW (200 PS) und verfügte über ein Drehmoment von 250 Nm. Zum Vergleich: Der hubraumgleiche 2.0 DTI (Diesel Turbo Direct Injection) erreichte ein Drehmoment von 230 Nm.

Modellpflege Im Februar 2003 wurden im Rahmen der Modellpflege die Optik und Teile der Ausstattung modifiziert. So erhielt der Kühlergrill eine breite verchromte Mittelstrebe und die hinteren Leuchten eine rot-weiße Abdeckung, die Türgriffe sowie die Zierleisten rundherum wurden ab jetzt in Wagenfarbe lackiert und die Gummiumrandung der Heckscheibe entfiel.

Die Sitzbank der zweiten Sitzreihe war seitdem im Verhältnis 40:20:40 geteilt umlegbar und verfügte über serienmäßige Isofix-Kindersitzhalterungen an den äußeren Sitzplätzen, sowie drei vollwertige Sicherheitsgurte (zuvor war der mittlere Sitzplatz nur mit einem Beckengurt ausgestattet). Außerdem lässt sich die Sitzbank seitdem um eine weitere Stufe nach hinten neigen, wodurch auch Anpassungen an der Gepäckraumabdeckung und dem Trennnetz vonnöten waren.

Am 25. Mai 2005 lief die Produktion der ersten Zafira-Generation in Bochum aus.

Technische Daten Modell Motorcode Hubraum Leistung Drehmoment bei 1/minVerbrauch laut Hersteller Vmax Bauzeit Bemerkung Benziner1.6 16V (X16XEL)(Z16XE)1598 cm³74 kW (101 PS)150 Nm/36007,9 Liter Super03/1999–05/2005 1.8 16V (X18XE1), (X18XEL)1796 cm³85 kW (115 PS)170 Nm/34008,3 Liter Super03/1999–09/2000 X18XEL: nur für den Export(Z18XE)92 kW (125 PS)170 Nm/38008,4 Liter Super09/2000–05/2005 2.0 16V OPC (Z20LET)1998 cm³141 kW (192 PS)250 Nm / 1950–530010,1 Liter Super09/2001–11/2002 mit Turbolader147 kW (200 PS)9,4 Liter Super220 km/h11/2002–12/2004 2.2 16V (Z22SE)2198 cm³108 kW (147 PS)203 Nm/40008,9 Liter Super200 km/h09/2000–05/2005 Nockenwellenantrieb über Steuerkette Diesel2.0 DI 16V (X20DTL)1995 cm³60 kW (82 PS)185 Nm / 1800–25006,6 Liter Diesel03/1999–09/2000 Direkteinspritzung, Turbolader2.0 DTI 16V (Y20DTH)74 kW (101 PS)230 Nm / 1500–25006,3 Liter Diesel09/2000–05/2005 2.2 DTI 16V (Y22DTR)2172 cm³92 kW (125 PS)280 Nm / 1500–27506,5 Liter Diesel09/2001–05/2005 Erdgas mit Benzin1.6 CNG ecoFLEX (Z16YNG)1598 cm³71 kW (97 PS)140 Nm/4200 09/2001–05/2005 Alle Dieselmotoren hatten eine Steuerkette Ein häufig auftretendes Problem bei Gebrauchtwagen sind durchrostende Bremsleitungen, insbesondere im Bereich des Motorraums, wo sie nur schwer einsehbar sind.

Im Ausland In einigen Ländern Südamerikas und Asiens wurde der Zafira A als Chevrolet Zafira vertrieben.In folgenden Ländern wird der Zafira A als Chevrolet Zafira vertrieben: Argentinien, Brasilien, Indonesien, Kolumbien, Philippinen und Uruguay.

Von 2001 bis 2005 wurde der Zafira A in Japan als Subaru Traviq verkauft. 2001 wurde außerdem ein Prototyp des Traviq mit Allradantrieb vorgestellt, der aber nicht in Serie ging. In Südostasien ist das Modell als Chevrolet Nabira bekannt und dort bis in das Jahr 2007 hinein erhältlich gewesen.

Das Versuchsfahrzeug GM HydroGen3 basiert auf dem Opel Zafira A und wurde in der Zeit von 2001 bis 2006 hergestellt. Dabei handelt es sich um ein mit Brennstoffzellen und Elektromotoren ausgestattetes Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb.

Zafira B (2005–2014)

Am 9. Juli 2005 wurde die zweite Generation des Zafira (Zafira B) eingeführt, die zwar weiterhin wie das Vorgängermodell und die Modelle Astra G und Astra H auf der Delta-Plattform von General Motors basiert, technisch aber umfassend modernisiert wurde. Während das Flex7-Sitzsystem nahezu unverändert vom Vorgängermodell übernommen wurde, erfolgten bei der Bedienergonomie, der Elektronik (Umstellung auf CAN-Bus) und der Motorenpalette tiefgreifende Änderungen. So wurden sämtliche Dieselmotoren durch modernere Triebwerke ersetzt und die Ottomotoren technisch modernisiert.

mini|Heckansicht Sterne im Euro NCAP-Crashtest (2005)Ergebnis des Opel Zafira beim Euro-NCAP-Crashtest (2005) 105px|5 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest Die 1.9-CDTI-Motoren wurden gemeinsam von GM Powertrain und Fiat entwickelt und wurden auch in vielen anderen Modellen der Marken Opel, Fiat, Alfa Romeo, Saab sowie im Cadillac BLS eingesetzt. Nach Beendigung des Joint Ventures teilten sich General Motors und Fiat die geistigen Rechte an diesem Motor; gefertigt wurde er aufgrund langfristiger Lieferverträge weiterhin bei Fiat.

Auch die zweite Generation des Zafira wurde bis Sommer 2010 in einer leistungsgesteigerten OPC-Variante mit nunmehr 177 kW (240 PS) angeboten, die mit einer Höchstgeschwindigkeit von 231 km/h als schnellster Kompaktvan der Welt galt (Stand: März 2010). Im September 2005 wurde auf der IAA in Frankfurt am Main der erdgasbetriebene Zafira 1.6 CNG vorgestellt, der ab Anfang November 2005 bestellt werden konnte. Ab Frühjahr 2009 wurde dieser Motor durch den auf der internationalen italienischen Automobilausstellung Motor Show di Bologna am 5. Dezember 2008 vorgestellten und deutlich leistungsfähigeren 1.6 CNG Turbo ersetzt.

In Chile und Mexiko wurde die zweite Generation des Zafira als Chevrolet Zafira angeboten.

Modellpflege Auf der Bologna Motor Show im Dezember 2007 wurde die überarbeitete Version des Zafira erstmals vorgestellt. Ab Februar 2008 wurde sie von den Händlern angeboten.

Änderungen gab es sowohl beim Exterieur als auch beim Interieur:

An der Frontpartie wurde der Kühlergrill mit verchromten Lamellen versehen und der Stoßfänger umgestaltet. Die Scheinwerfergehäuse wurden in einigen Ausstattungslinien seither chromfarben gehalten (außer bei Scheinwerfern mit Xenon-Technik) und die Heckleuchten im Design ebenfalls überarbeitet. Bei Fahrzeugen mit Dachreling wurden beim Haltesystem für Gepäckträger die „Haltebacken“ durch „Haltelöcher“ ersetzt, sodass die Trägersysteme bei Modellen vor 2008 nicht mehr kompatibel sind. Neue Farben für die Mittelkonsole und Dekorleisten sollen den Innenraum aufwerten.

Mit der Überarbeitung entfielen der 1.6-Twinport-Motor (Z16XEP) mit 77 kW (105 PS) und der 1.9-CDTI-Motor (Z19DTL) mit 74 kW (100 PS) und wurden durch leistungsstärkere Versionen (Z16XER und A17DTJ) ersetzt, die zudem verbrauchs- und umweltfreundlicher sind. Ebenfalls eingeführt wurden die nochmals sparsameren ecoflex-Motoren.

Nach dem Erscheinen des Nachfolgers wurde das Modell bis Ende 2014 unter dem Namen Zafira Family (in Österreich Zafira Classic) weiter produziert. Der Zafira Family wurde mit zwei Ottomotoren angeboten: einem 1,6-Liter-Motor mit 85 kW (später ersetzt durch einen mit 1,8 Litern und 88 kW) sowie einem 1,8-Liter-Motor mit 103 kW. Des Weiteren wurden zwei 1,7 Liter-Dieselmotoren mit 81 kW und 92 kW sowie ein 1,6 Liter-Turbo-Erdgasmotor mit 110 kW angeboten.

Technische Daten Modell Motorcode Hubraum Leistung bei 1/min Drehmoment bei 1/minVerbrauch laut Hersteller Vmax 0–100 km/h Bauzeit Bemerkung Benziner1.6 Twinport Z16XEP, Z16XE11598 cm³77 kW (105 PS)/6000 150 Nm/39007,1 Liter Super 176 km/h 14,3 s04/2005–12/2007 1.6 (EcoTec) Z16XER 85 kW (115 PS)/6000 155 Nm/40006,7 Liter Super 185 km/h 13,4 s 01/2008–06/20101.6 ecoFlex (EcoTec) A16XER 06/2010–08/20111.8 A18XEL1796 cm³88 kW (120 PS)/5600 175 Nm/38007,2 Liter Super186 km/h 12,1 s 11/2013–12/2014nur Family, Family Plus1.8 (EcoTec) Z18XER 103 kW (140 PS)/6300 7,0 Liter Super197 km/h 11,5 s 04/2005–06/2010A18XER 11/2010–03/2014ab 09/11 „ecoFlex“2.0 Turbo (EcoTec) Z20LER1998 cm³147 kW (200 PS)/5400 262 Nm/42009,5 Liter Super225 km/h9,0 s04/2005–06/2010Z20LEH 177 kW (240 PS)/5600 320 Nm/24009,6 Liter Super231 km/h7,8 s11/2005–06/2010 nur im Zafira OPC2.2 Direct Z22YH2198 cm³110 kW (150 PS)/5600 215 Nm/40008,5 Liter Super200 km/h10,6 s07/2005–11/2010 nicht E10-geeignet (PDF; 137 kB) Diesel1.7 CDTI Z17DTJ1686 cm³81 kW (110 PS)/3800 260 Nm/23005,1 Liter Diesel179 km/h13,4 s12/2007–11/2009A17DTJ 04/2009–08/2011 „ecoFlex“1.7 CDTI A17DTR92 kW (125 PS)/4000 280 Nm/2300189 km/h12,3 s12/2007–06/201306/2010–08/2011 „ecoFlex“1.9 CDTI Z19DTL1910 cm³74 kW (100 PS)/3500 260 Nm/1700–25006,1 Liter Diesel174 km/h14,1 s04/2005–11/2007Z19DT88 kW (120 PS)/3500 280 Nm/2000–2750186 km/h12,2 s04/2005–11/20101.9 CDTI Z19DTH110 kW (150 PS)/4000 320 Nm/2000–2750202 km/h10,4 s04/2005–11/2010 Erdgas mit Benzin1.6 CNG ecoFlex Z16YNG 1598 cm³69 kW (94 PS)/6200 133 Nm/4200 165 km/h17,0 s07/2006–11/20101.6 CNG 71 kW (97 PS)/6200 140 Nm/4200 163 km/h17,4 s09/2005–03/20061.6 CNG ecoFlex Turbo Z16XNT 110 kW (150 PS)/5000 210 Nm/2300–5000 200 km/h11,4 s01/2009–06/2010 A16XNT 07/2010–08/2011 Autogas1.8 LPG ecoFLEX Z18XER 1796 cm³100 kW (136 PS)/6000 (LPG) / 103 kW (140 PS)/6300 166 Nm/3800175 Nm/3800 197 km/h 11,5 s07/2009–11/2010 CNG (Compressed Natural Gas = Erdgas) LPG (Liquefied Petroleum Gas) Seit Anfang 2007 wird das Modell in Zusammenarbeit mit Irmscher und zertifizierten Opel-Händlern mit einer Opel Autogas-Ausstattung angeboten. Alle Dieselmodelle sind serienmäßig mit einem wartungsfreien Dieselrußpartikelfilter (DPF) ausgerüstet. Der CDTI-Schriftzug des 1,7- (92 kW) und 1,9- (110 kW) CDTI-Dieselmotors unterscheiden sich von den anderen Dieselmotoren durch zwei rot gefärbte „TI“-Buchstaben.

Zulassungszahlen Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden von Januar bis Dezember 2007 in Deutschland 34.981 Opel Zafira neu zugelassen. Nur die Mercedes B-Klasse mit 51.484 Fahrzeugen sowie der Opel Meriva mit 37.828 und der VW Touran mit 73.081 Exemplaren hatten höhere Zulassungszahlen im Marktsegment der Vans. 2010 gab es in Deutschland 20.750 Neuzulassungen.

Mit Schließung des Opel-Werkes in Bochum am 5. Dezember 2014 lief auch der letzte Zafira B vom Band.

Zafira C (Zafira Tourer) (2011–2019)

Sterne im Euro NCAP-Crashtest (2011)Ergebnis des Opel Zafira Tourer beim Euro-NCAP-Crashtest (2011) 105px|5 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest Die dritte Generation des Opel Zafira wurde auf der IAA 2011 in Frankfurt vorgestellt, die Markteinführung erfolgte am 14. Januar 2012. Bis zum Facelift im Sommer 2016 offiziell noch als „Zafira Tourer“ bezeichnet, entfällt der Namenszusatz Tourer mit der Überarbeitung.