mini|Festsaal im Wiener Rathaus beim Wiener Ball der Wissenschaften 2019 Der Wiener Ball der Wissenschaften ist ein alljährlich im Jänner stattfindender Ball, der klassische Traditionen mit zeitgenössischen Impulsen aus dem Bereich der Wissenschaftsvermittlung kombiniert. Wegen des großen Publikumsinteresses hat sich der Wissenschaftsball seit seiner Gründung 2015 innerhalb kürzester Zeit als einer der erfolgreichsten und größten Bälle der Wiener Ballsaison etabliert. Geschichte Die Gründung im Jahr 2015 geht auf eine Initiative des damaligen Wiener Bürgermeisters Michael Häupl und des Universitätsbeauftragten der Stadt Wien, Alexander Van der Bellen, zurück. Ihr Anliegen war es, Wien in der Öffentlichkeit deutlicher als bis dahin praktiziert als Wissenschaftsstandort zu positionieren.
Von Häupl, Van der Bellen und dem damaligen Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny ersucht, begann der Wissenschaftsmanager und Wissenschaftskommunikator Oliver Lehmannhttps://www.oliverlehmann.at/notizen/klappentext-biographie/ im Sommer 2014 mit der Konzeption. Am 31. Jänner 2015 fand der erste Wiener Ball der Wissenschaften statt. Seit seiner Gründung wird der Wissenschaftsball traditionellerweise jeweils am letzten oder vorletzten Samstag im Jänner in den Festsälen des Wiener Rathauses abgehalten. Offizieller Ballveranstalter ist seit 2023 das Wolfgang Pauli Institut (WPI). Der Ball wird von der Minerva SciCom GmbH konzipiert und organisiert, die aus dem Verein „Wien Wissen“ (Verein zur Förderung von Wissenschaftskommunikation im Großraum Wien) hervorgegangen ist.
Motto und Programm „Spaß mit Anstand – Tanz mit Haltung“ ist seit Beginn das Motto des Wiener Balls der Wissenschaften.
Das Ballprogramm kombiniert klassische Elemente des traditionellen Tanzballs mit zeitgenössischen Darstellungs- und Präsentationsformen aus dem Bereich Wissenschaft und Kunst. Die Akteurinnen und Akteure stammen aus Wiener Universitäten und Forschungseinrichtungen. Traditionelle Bestandteile eines Balls wie die Eröffnung durch das Jungdamen- und Jungherrenkomitee, die Mitternachtsquadrille und der Tischschmuck werden durch wissenschaftliche Inhalte erweitert. So gab es im Jahr 2018 eine Modenschau mit Modellen, die von der molekularbiologischen Experimenten inspiriert worden waren. 2019 folgte die Verwendung einer Wärmebildkamera in der Balldisko, um die Temperaturprofile der Ballgäste zu visualisieren. Eine Filmpremiere mit der Stimme der Hollywood-Größe Pedro Pascal begeisterte die Besucher 2026: „Encounters in the Milky Way“ ist eine spektakuläre Reise durch unsere Galaxie und wurde vom American Museum of Natural History (AMNH) umgesetzt und wissenschaftlich unter anderem von Santiago Torres betreut, der am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) forscht.
Die Mitternachtseinlage im Festsaal des Rathauses wird traditionell von Größen der österreichischen klassischen Musik gesungen: Etwa 2025 von Katia Ledoux und 2026 von Juliette Khalil – beide sind an der Wiener Volksoper engagiert.
Schon in den Vortagen des Balls gehen Events über die Bühne, die einen Vorgeschmack auf den Ballabend geben sollen: So findet jedes Jahr der Wiener Ballkleidertausch der Wissenschaften in Kooperation mit der Universität Wien und dem Vienna BioCenter statt, der im Zeichen der Nachhaltigkeit steht. Am Vorabend des Balls wird traditionell zur Vienna Lecture on Science Communication in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geladen, bei der renommierte Forscher unterschiedlicher Disziplinen ihre Forschung einem breiten Publikum zugänglich machen. Zu den aktuellsten Vortragenden zählten die Transformations- und Nachhaltigkeitsexpertin Maja Göpel (2025) und die Politologin Astrid Séville (2026).
Ehrenschutz und Ballkomitee Seit dem ersten Ball bilden die Rektoren aller Wiener Universitäten, Privatuniversitäten, pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen das Ehrenkomitee. Den Ehrenschutz gewährt Bundespräsident Alexander Van der Bellen, den Vorsitz des Ehrenpräsidiums stellt der Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Ludwig (bis 2018 Bürgermeister a. D. Michael Häupl). Den Vorsitz des Ehrenkomitees bilden die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung Eva-Maria Holzleitner sowie Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. Das Ehrenpräsidium bilden Bettina Emmerling, Vizebürgermeisterin und Landeshauptmann-Stellvertreterin sowie Stadträtin für Bildung, Jugend, Integration und Transparenz der Märkte sowie Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft. (Stand 2026)
Ballbotschafter Eine Besonderheit sind die Ballbotschafterinnen und -botschafter: Ausgewählt werden Menschen, die entweder aus der Wissenschaft mit einem markanten Interesse an deren Vermittlung oder aus anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Wirtschaft und Kultur mit einer ausgeprägten (wiewohl oft nicht öffentlich bekannten) Verbindung zur Wissenschaft stammen. In den Wochen vor dem jeweiligen Ball werden die Stellungnahmen der Ballbotschafter auf der Homepage des Balls und den Social-Media-Kanälen publiziert.
Ballbotschafter der vergangenen Jahre (Auswahl) Jing Chen (2026) Gastronom, Physiker und Social-Media-Creatorhttps://www.wissenschaftsball.at/jing-chen-26/ Eva-Maria Holzleitner (2026) Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung Günther Mayr (2026) ORF-Moderator und Journalist Sylvia Kerschbaum-Gruber (2025) Molekularbiologin, PostDoc am Institut for Radioonkologie der Medizinischen Universität Wien und Social-Media-Creatorhttps://www.wissenschaftsball.at/?s=Sylvia+Kerschbaum-Gruber Malarina (2025) Serbisch-Österreichische Kabarettistin und Gewinnerin des Salzburger Stiers (2023) und des Deutschen Kleinkunstpreises (2024) Markus Aspelmeyer (2025) Deutsch-Österreichischer Physiker an der Universität Wien und FWF-Wittgenstein-Preisträger (2026) Sophie Lecheler (2024) Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Universität Wienhttps://www.wissenschaftsball.at/sophie-lecheler/ Hannelore Veit (2024) Österreichische Journalistin und ehem. ORF-Moderatorin Jess Wade (2024) Britische Physikerin am Imperial College London, Aktivistin und Autorin im Zeichen der Gleichstellung in der Wissenschaft Barbi Marković (2023) Serbisch-Österreichische Autorin und Bachmann-Preis-Leserin Robert Jan-Smits (2023) Niederländischer EU-Beamter und ehem. Generaldirektor für Forschung und Innovation der Europäischen Kommission Katrin Vohland (2023) Generaldirektorin und wissenschaftliche Leiterin des Naturhistorischen Museums Wien Martina Lindorfer (2020) Informatikerin und Associate Professor for Security and Privacy an der Technischen Universität Wien Anne Wieben (2020) Sopranistin Leonore Gewessler (2020) Politikerin der Österreichischen Grünen und ehem. Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Infrastruktur und Technologie Michael Köhlmeier (2019) Schriftsteller und studierter Mathematiker Julia Ebner (2019) Extremismus- und Terrorismusforscherin und Research Fellow am Institute for Strategic Dialogue in London Herbert Edelsbrunner (2019) Mathematiker (IST Austria) und Wittgensteinpreisträger 2018 Franz Kerschbaum (2019) Astrophysiker (Universität Wien) Ursula Hemetek (2019) Ethnomusikologin (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) und Wittgensteinpreisträgerin 2018 Lilli Hollein (2019) Festivaldirektorin der Vienna Design Week Markus Meyer (2018) Burgschauspieler, Schauspieler des Jahres 2016 und studierter Biochemiker (Universität Hannover) Cornelia Travnicek (2018) Schriftstellerin (Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2012) und Studium der Informatik und Sinologie an der Universität Wien Stella Rollig (2018) Direktorin des Belvedere in Wien Kenan Güngör (2018) Diplomsoziologe Eva Schlegel (2018) Bildende Künstlerin, bis 2011 Universitätsprofessorin für Kunst und Fotografie an der Akademie der bildenden Künste in Wien Peter Klien (2018) Philosoph, Altphilologe und Kabarettist Miriam Unterlass (2018) Materialwissenschaftlerin (TU Wien) und START-Preisträgerin des FWF 2017 Nuno Maulide (2018) ist Chemiker (Universität Wien), mehrfacher ERC-Preisträger und Österreichs Wissenschaftler des Jahres 2018 Giulia Enders (2018) Medizinerin und Bestseller-Autorin ("Darm mit Charme") Oliver Holle (2017) VC Financier, Gründer und CEO von Speedinvest Johannes Hahn (2017) EU-Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen Stefanie Rinderle-Ma (2017) Computerwissenschaftlerin an der Universität Wien Wolfgang Neubauer (2017) Archäologe (LBI für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie) und Österreichs Wissenschaftler des Jahres 2015 Ruth Wodak (2017) Sprachwissenschaftlerin (Universität Wien und Lancaster University) und Wittgenstein-Preisträgerin 1996 Giulio Superti-Furga (2017) Molekular- und Systembiologe. Direktor des Forschungszentrums für Molekulare Medizin (CeMM) der ÖAW Georg Kapsch (2016) IV-Präsident und CEO der Kapsch AG Josef Zotter (2016) Chocolatier Reinhold Mitterlehner (2017) Vizekanzler und Wissenschaftsminister (2014–2017) Gery Keszler (2016) CEO Life Ball/Obmann AIDS LIFE Helga Nowotny (2015) Vorsitzende des ERA Council Forum Austria und vormalige Präsidentin des ERC Josef Penninger (2015) Molekularbiologe, langjähriger Direktor des IMBA, Wittgenstein-Preisträger 2014 Sabine Haag (2015) Kunsthistorikerin, langjährige Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums Wien Sabine Ladstätter (2015) Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts, Österreichs Wissenschafterin des Jahres 2011 Anton Zeilinger (2015) Quantenphysiker, langjähriger Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Ronald S. Lauder (2015) President of the World Jewish Congress und President of the Lauder Business School in Vienna Renée Schroeder (2015) Biologin (Max F. Perutz Laboratories), Wittgenstein-Preisträgerin 2003 Katharina Gsöllpointner (2015) Kunsthistorikerin (Ars Electronica und Universität für angewandte Kunst Wien)
Prominente Besucher Ig-Nobelpreis-Gründer Marc Abrahams war Ehrengast des ersten Balls 2015, @NeinQuarterly-Publizist Eric Jarosinski beim Ball 2016. Nobelpreisträger Eric Kandel (Nobelpreis für Medizin im Jahr 2000) eröffnete den Ball 2016. Mit dem Besuch des 3. Wissenschaftsball am 28. Jänner 2017 absolvierte der neu gewählte Bundespräsident der Republik Österreich, Alexander Van der Bellen, seinen ersten gesellschaftlichen Auftritt nach seiner Amtseinführung am 26. Jänner 2017Der Ball der vielen Präsidenten-Selfies. Der 4. Wissenschaftsball am 27. Jänner 2018 war der Anlass für den ersten öffentlichen Auftritt von Michael Ludwig als designiertem Bürgermeister der Stadt Wien nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Wiener SPÖ am selben TagDer neue und der alte Bürgermeister am Wissenschaftsball. Ehrengast 2018 war die Co-Gründerin des March for Science, Caroline Weinberg. Beim Ball 2019 wurden der Gewinner des Technik-Oscars 2018, der Informatiker Bernd Bickel (IST Austria), der Nobelpreisträger für Chemie 1988, Robert Huber (TUM) und Österreichs Wissenschaftler des Jahres 2018, der Chemiker Nuno Maulide (Universität Wien) als Ehrengäste begrüßt.
Im Jahr 2021 produzierte das Ballkomitee aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie anstelle der festlichen Veranstaltung eine TV-Show, die auf seinen Social-Media-Kanälen und dem lokalen TV-Sender W24 ausgestrahlt wurde.Corona Edition ft. Science Busters, auf wissenschaftsball.at 2022 musste das Event aufgrund der Pandemie erneut abgesagt werden.