Der 1. Frauen-Fußball-Club Frankfurt, kurz 1. FFC Frankfurt, war ein Frauenfußballverein aus Frankfurt am Main. Der Verein ging am 27. August 1998 aus der Frauenfußball-Abteilung der SG Praunheim hervor, die seit Gründung der Frauen-Bundesliga 1990 an allen Spielzeiten teilgenommen hatte. Seit der Lizenzübernahme am 1. Januar 1999 trat der Verein eigenständig als 1. FFC Frankfurt an. Nach der Fusion mit Eintracht Frankfurt agierte der FFC seit dem 1. Juli 2020 als dessen Frauenabteilung. Daraufhin wurde der Verein am 27. August 2020 – exakt 22 Jahre nach der Gründung – aufgelöst.
Mit sieben deutschen Meisterschaften, neun Pokalsiegen und vier Europapokalsiegen ist der 1. FFC Frankfurt der erfolgreichste Verein im deutschen Frauenfußball.
Geschichte 1971 bis 1998: Frauenfußball bei der SG Praunheim mini|hochkant|Wappen der SG Praunheim Im Jahr 1971 schlossen sich Mitarbeiterinnen der Deutschen Bundesbank, die ihr Interesse am Fußballspielen entdeckt hatten, der SG Praunheim an und gründeten eine Frauenfußball-Abteilung. Erste Gegner der Praunheimerinnen waren Frankfurter Mannschaften wie der Bornheimer FSV Frankfurt sowie die Niederräder Clubs Union Niederrad und NSG Oberst Schiel.
Unter Dieter Hochgesand, der die Mannschaft 1988 als Trainer übernommen hatte, qualifizierte sich die SG Praunheim 1990 mit der späteren Erfolgstrainerin Monika Staab als Spielerin für die neue Frauen-Bundesliga. In der ersten Saison belegte sie den fünften Platz in der Süd-Staffel der zweigleisigen Liga.
Zur folgenden Spielzeit folgte Dieter Richter als Trainer, und die Praunheimerinnen erreichten Platz sechs der Süd-Gruppe. Im DFB-Pokal, für den sie sich als Bundesligist erstmals qualifiziert hatten, scheiterten sie bereits in der ersten Runde beim Verbandsligisten SC 07 Bad Neuenahr.
In der Saison 1992/93 landeten sie auf dem vierten Platz der Süd-Staffel. Im DFB-Pokal gelang der SG erstmals der Einzug ins Viertelfinale, das sie zu Hause mit 0:1 gegen den späteren Pokalsieger TSV Siegen verlor.
Zur Saison 1993/94 kam es im Verein zu einigen Veränderungen. Die bisherige Spielführerin Monika Staab wurde neue Abteilungsleiterin, Siegfried Dietrich, der zuvor erfolgreich als Eiskunstlauf-Promoter gearbeitet hatte, wurde Manager der Fußballfrauen.
Als Dritter ihrer Gruppe verpasste die SGP den Einzug ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft nur um einen einzigen Punkt. Im DFB-Pokal scheiterte sie im Achtelfinale erneut an der Mannschaft aus Siegen. Beim erstmals ausgetragenen DFB-Hallenpokal belegte sie den dritten Platz.
In der Saison 1994/95 belegte sie erneut den dritten Platz der Süd-Staffel. Im Pokal scheiterte sie zum dritten Mal in Folge am TSV Siegen. Wie im Vorjahr war der Pokalwettbewerb für die SGP bereits nach dem Achtelfinale beendet.
Die Bundesligasaison 1995/96 war die bis dato erfolgreichste der Vereinsgeschichte. Hinter dem Lokalrivalen FSV Frankfurt belegte die SGP mit nur einer Niederlage den zweiten Platz der Süd-Gruppe und zog somit in die Endrunde ein. Im Halbfinale konnte sie Grün-Weiß Brauweiler mit einem 1:0-Sieg und einem 0:0-Unentschieden bezwingen. Im Finale im heimischen Stadion am Brentanobad unterlag sie vor 3100 Zuschauern einmal mehr dem TSV Siegen. 0:1 hieß es am Ende. Im Pokal unterlag sie im Achtelfinale dem FC Rumeln-Kaldenhausen ebenfalls mit 0:1.
In der Bundesligasaison 1996/97 qualifizierte sie sich als Süd-Zweiter erneut für das Meisterschafts-Halbfinale. Dort scheiterte sie nach einer 2:4-Hinspielniederlage und einem 1:1-Unentschieden im Rückspiel am späteren Meister Brauweiler. Für die eingleisige Bundesliga hatte sie sich problemlos qualifiziert. Neu im Team war Nationalspielerin Doris Fitschen. Im Pokalachtelfinale unterlag es den vom TSV zu den Sportfreunden gewechselten Siegenerinnen mit 1:2 nach Verlängerung. Mit dem Sieg beim erstmals in Frankfurt ausgetragenen DFB-Hallenpokal 1997 feierte es den ersten Titelgewinn der Vereinsgeschichte. Im Finale wurde der FSV Frankfurt im Neunmeterschießen mit 4:3 besiegt.
Die folgende Spielzeit sollte die erfolgreichste in der Zeit als Praunheimer Frauenfußball-Abteilung sein. Mit der Verpflichtung der talentierten Jugendnationalspielerin Nia Künzer, die vom VfB Gießen kam, setzte man den Aufbau einer ambitionierten Mannschaft erfolgreich fort. In der Bundesliga wurde sie hinter dem FSV Frankfurt Vizemeister. Im DFB-Pokal erreichte sie zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte das Viertelfinale, in dem sie dem FSV nur knapp mit 0:1 unterlag. Im Finale des Hallenpokals konnte sie die Bornheimerinnen hingegen klar und deutlich mit 5:1 bezwingen und den Titel verteidigen.
1998 bis 2000: Gründung des 1. FFC Frankfurt und erste Erfolge Der entscheidende Schritt auf dem Weg an die Spitze des deutschen Frauenfußballs wurde 1998 getan. Mit Birgit Prinz konnte man die amtierende Torschützenkönigin vom FSV ans Brentanobad locken. Zudem konnte mit Katrin Kliehm, die zuvor für die Sportfreunde Oberau am Ball gewesen war, eine weitere Jugendnationalspielerin verpflichtet werden.
Am 27. August 1998 gründeten die Mitglieder Monika Staab, Doris Dietmayr, Annelie Hauptvogel, Vera Heck, Gaby Schmidt, Roman Schmidt, Pia Hess der Praunheimer Frauenfußball-Abteilung den „1. Frauen-Fußball-Club Frankfurt“, kurz „1. FFC Frankfurt“, und machten sich somit selbständig. Staab übernahm sowohl den Vorsitz des Vereins als auch den Trainerposten der Frauenmannschaft. Zum 1. Januar 1999 übernahm man die Bundesliga-Lizenz der SG Praunheim und trat von nun an unter dem neuen Namen an. Mit nur einer Niederlage und drei Punkten Vorsprung auf den FCR Duisburg wurde der 1. FFC in der Saison 1998/99 Deutscher Meister. Im Finale des DFB-Pokals besiegte er die Duisburgerinnen durch ein Tor von Nia Künzer mit 1:0. Den DFB-Hallenpokal gewann er durch einen 5:1-Sieg über Duisburg ebenfalls. Der 1. FFC sicherte sich somit bereits im ersten Jahr seines Bestehens das Triple.
Die Bundesliga-Saison 1999/2000 beendeten die Frankfurterinnen mit 15 Punkten Rückstand auf den FCR Duisburg auf dem zweiten Platz. Den DFB-Pokal konnten sie erneut gewinnen. Mit einem 2:1-Sieg schlugen sie Siegen erstmals in einem entscheidenden Spiel.
2000 bis 2003: Weg an die Spitze des europäischen Frauenfußballs Im Jahre 2000 verpflichtete der 1. FFC mit Steffi Jones (SC 07 Bad Neuenahr) sowie den Siegenerinnen Louise Hansen und Sandra Minnert drei gestandene Nationalspielerinnen. Mit zehn Punkten Vorsprung auf den 1. FFC Turbine Potsdam holte sich der FFC den Deutschen Meistertitel zurück. Erstmals stellte der Verein mit Birgit Prinz die Torschützenkönigin der Bundesliga. Durch einen 2:1-Finalsieg über den FFC Flaesheim-Hillen wurde der DFB-Pokal verteidigt. Beim DFB-Hallenpokal belegte man den dritten Platz.
Die folgende Spielzeit war die erfolgreichste in der Vereinsgeschichte des 1. FFC Frankfurt. Der FFC sicherte sich den Sieg bei allen vier ausgespielten Wettbewerben. Die Bundesliga-Saison beendete er mit 14 Punkten Vorsprung auf den Erzrivalen aus Potsdam ungeschlagen als Meister. Den DFB-Pokal gewann er durch einen 5:0-Kantersieg über den Hamburger SV bereits zum vierten Mal. Den Hallenpokal konnte er durch ein 1:0 über den FC Bayern München ebenfalls gewinnen. Zusätzlich gewannen die Frankfurterinnen auch noch den erstmals ausgetragenen UEFA Women’s Cup. Im Finale im Frankfurter Waldstadion besiegten sie den schwedischen Vertreter Umeå IK vor der Rekordkulisse von 12.106 Zuschauern mit 2:0. Als erst fünfter Fußballverein gewann der FFC damit das „europäische Triple“.
In der Saison 2002/03 verteidigte der FFC seinen Meistertitel erst am letzten Spieltag durch ein 0:0 bei Turbine Potsdam. Im Pokalfinale besiegt er den FCR 2001 Duisburg durch ein Eigentor von Martina Voss in der 89. Minute mit 1:0. Im Halbfinale des Europapokals schied er gegen den Vorjahresfinalisten und späteren Sieger aus Umeå erst im Elfmeterschießen aus. In dieser Spielzeit hatten die Frankfurterinnen mit Élodie Woock erstmals eine französische Nationalspielerin unter Vertrag.
2003 bis 2005: „Vize-Triple“ und Umbruch Die Saison 2003/04 stellte für den FFC eine (im wahrsten Sinne des Wortes) schmerzhafte Erfahrung dar. In der Schlussphase der Saison fielen drei Spielerinnen mit Kreuzbandrissen aus, Trainerin Monika Staab konnte teilweise nicht mehr als elf Spielerinnen zusammenbekommen. In der Bundesliga belegte man hinter Potsdam den zweiten Platz, nachdem man das letzte Saisonspiel gegen den Rivalen mit 2:7 verloren hatte. Das Finale des DFB-Pokals verlor man gegen die Potsdamerinnen mit 0:3. Im UEFA-Cup-Finale unterlag man Umeå mit 0:3 und 0:5. Diese drei zweiten Plätze erinnerten stark an das „Vize-Triple“ von Bayer 04 Leverkusen in der Saison 2001/02. Infolge der ersten Saison ohne Titelgewinn in der Vereinsgeschichte trat Monika Staab von ihrem Trainerposten zurück. Ihr Nachfolger wurde Hans-Jürgen Tritschoks. Zudem verließen Stammspielerinnen wie Sandra Minnert und Bianca Rech, die beide nach Bad Neuenahr gingen, den Verein.
Für die Saison 2004/05 wurde das Team mit Torschützenkönigin Kerstin Garefrekes (zuvor bei Heike Rheine) und Nachwuchsspielerinnen wie Susanne Hartel (Viktoria Neckarhausen) und Meike Weber (1. FCA Darmstadt) verstärkt. Der FFC holte sich den Meistertitel zurück und stellte mit 63 Punkten einen neuen Bundesliga-Rekord auf. Zum siebten Mal in Folge erreichte er das DFB-Pokal-Finale, in dem er allerdings erneut den Potsdamerinnen unterlag. Auch im Finale des Hallenpokals verlor er gegen Potsdam.
2005 bis 2008: Rückkehr auf den europäischen Thron mini|UEFA-Cup-Finale 2008 gegen Umeå: Jubel nach dem 1:0 durch Conny Pohlers mini|hochkant|Konfettiregen nach dem Gewinn des UEFA-Cups Zur Saison 2005/06 präsentierte der FFC mit Saskia Bartusiak (kam vom FSV Frankfurt) und den Nationalspielerinnen Sarah Günther (Hamburger SV) und Sandra Smisek (FSV Frankfurt) hochkarätige Neuzugänge. Die Bundesliga-Saison beendete der Verein auf einem enttäuschenden dritten Tabellenplatz. Im Pokalfinale unterlag er Potsdam unglücklich mit 0:2. War er an den Brandenburgerinnen auf nationaler Ebene noch gescheitert, so sicherte er sich mit zwei Siegen im Finale den Titelgewinn im UEFA Women’s Cup. In Potsdam triumphierte er mit einem grandiosen 4:0, in Frankfurt siegte er vor der neuen Rekordzuschauerzahl von 13.200 Zuschauern mit 3:2. Zudem sicherte sich der FFC den Sieg beim DFB-Hallenpokal.
mini|Szene aus dem Endspiel gegen Umeå (vorne links Garefrekes und Marta) Im Sommer 2006 verstärkte der FFC seine Mannschaft mit der Verpflichtung der Nationalspielerinnen Silke Rottenberg (Duisburg) sowie Karolin Thomas und Petra Wimbersky (beide Potsdam) noch weiter.
Mit neun Punkten Vorsprung auf Duisburg wurden die Frankfurterinnen überlegen Deutscher Meister. Mit Birgit Prinz gehörte auch die Torschützenkönigin zum Frankfurter Team. Im DFB-Pokal-Endspiel besiegten sie Duisburg im Elfmeterschießen und stellten mit dem sechsten Pokalsieg und der neunten Finalteilnahme in Folge zwei neue Rekorde auf.
Im UEFA-Cup-Viertelfinale scheiterten sie aufgrund der Auswärtstorregel unglücklich am norwegischen Vertreter Kolbotn IL. Den DFB-Hallenpokal 2007 gewannen die Frankfurterinnen ebenfalls und errangen zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte das nationale Triple.
Im Mai 2008 konnte der 1. FFC Frankfurt den schwedischen Verein Umeå IK im Finale des UEFA-Cups besiegen: Das Hinspiel in Schweden endete 1:1, das Rückspiel am 24. Mai 2008 gewannen die Frankfurterinnen mit 3:2. Zum Endspiel kamen 27.640 Zuschauer in die Commerzbank-Arena und stellten damit einen neuen Besucherrekord im europäischen Frauenvereinsfußball auf.
Darüber hinaus wurde die Mannschaft nach einem spannenden Saisonfinale mit einem Punkt Vorsprung auf den FCR Duisburg Deutscher Meister und gewann erneut den DFB-Pokal durch einen 5:1-Endspielsieg gegen den 1. FC Saarbrücken. Lediglich der Titel im Hallenpokal konnte nicht verteidigt werden.
2008 bis 2013: Verlust der Vorherrschaft