Der Sportverein Wacker Burghausen e. V. ist ein deutscher Breitensportverein aus Burghausen und mit (Stand: 2025) rund 5.300 Mitgliedern und 20 Abteilungen einer der größeren Sportvereine Deutschlands außerhalb der Ballungszentren. Die Vereinsfarben sind Weiß-Schwarz.

Der Verein wurde vor allem durch die Erfolge seiner Fußballmannschaft bekannt. Diese stieg 2002 unter Trainer Rudi Bommer in die 2. Bundesliga auf und etablierte sich dort über mehrere Jahre. Wegen der Risiken in Bezug auf die Gemeinnützigkeit des Vereins führte dies 2006 zur Ausgliederung der Profifußball-Abteilung zu einer eigenständigen Kapitalgesellschaft, der Wacker Burghausen Fußball GmbH. Seitdem hat die erste Mannschaft die Bezeichnung SV Wacker Burghausen Fußball.

Neben den Fußballern erlangten auch die Ringer des Vereins sowie die Tennissportler und die Abteilung Schwimmen überregionale Bekanntheit.

Gründung Mit der Niederlassung der Wacker Chemie in Burghausen im Jahre 1914 war der Grundstein für ein starkes Wachstum der Stadt gelegt. Insbesondere für die Wacker-Arbeiter wurde am 13. November 1930 der Sportverein Wacker Burghausen gegründet, der zuallererst dem Breitensport dienen sollte. Die ersten aktiv betriebenen Sportarten waren Fußball, Leicht- und Schwerathletik sowie der Schießsport.

Sportliche Erfolge Fußball: Aufstieg in die 2. Bundesliga (2002) Tennis: Aufstieg in die 1. Bundesliga (1999 und 2011) Ringen: Aufstieg in die 1. Bundesliga 2004 (zur Saison 2005/06) und 2016 (zur Saison 2017/18), Deutscher Mannschaftsmeister 2018, 2019, 2020, 2022 und 2024 Schwimmen: Frauenmannschaft in der 2. Bundesliga Handball: Frauenmannschaft in der Handball-Bayernliga (4. Liga)

Geschichte der Fußballabteilung Der erste Verein in Burghausen, in dem Fußball gespielt werden konnte, war der TV Burghausen. 1922 spalteten sich die Fußballer des Vereins ab und organisierten sich in einem eigenen Verein, dem 1. FC Burghausen. Dieser erzielte in den acht Jahren seines Bestehens erste sportliche Erfolge in der A-Klasse. 1930 trat der 1. FC Burghausen als Gesamtheit dem neu gegründeten SV Wacker bei, in dem er die Fußballabteilung bildete.

Die ersten Jahre: 1930–1943 In den ersten Jahren nach der Gründung ging es mit der SV Wacker steil bergauf: Die Mitgliederzahl stieg bis 1934 von 111 auf 428 Sportler an. Zudem verfügte der Verein ab 1932 über den neu errichteten Sportplatz vor den Toren des Wacker-Werks. 1934 stellte sich für die Fußballer mit dem Aufstieg in die Bezirksklasse der erste große Erfolg ein. 1937 ging es wieder abwärts in die A-Klasse.

Bereits damals fanden sich in Burghausen sehr gute Fußballer. Eugen Kling, der während seiner Zeit beim TSV 1860 München sogar zum Kreis der Nationalmannschaft zählte, machte sich vor allem um die Jugendarbeit verdient. Als einer der besten Fußballer, die je für den SV Wacker gespielt haben, gilt Sepp Lindenmayer. Seine Laufbahn wurde unterbrochen, als er zur Wehrmacht einberufen wurde. Während des Zweiten Weltkriegs musste der Fußballspielbetrieb 1943 ganz eingestellt werden, nachdem sich die Mannschaften schon in den Jahren zuvor auf Auswärtsspiele gegen Mannschaften hatten beschränken müssen, deren Plätze per Rad oder Bahn leicht zu erreichen waren.

Der Neuanfang nach dem Krieg: 1946–1965 Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs lag ein geordneter Spielbetrieb fern. Der ursprüngliche Spielort war zum Gefangenenlager umfunktioniert worden und war, als der Verein ihn zurückbekam, ein wüster Acker. Dennoch spielte ab 1946 wieder eine Burghauser Herrenmannschaft in der B-Klasse und 1949 schaffte man den Aufstieg in die A-Klasse. Der Fußballjugend des SV Wacker gelang 1947 der Einzug ins Finale um die oberbayerische Meisterschaft, in dem sie sich schließlich dem FC Bayern München mit 0:2 geschlagen geben musste.

Auch die 1. Mannschaft feierte weitere Erfolge: 1960 stieg sie in die II. Amateurliga auf, und schon zwei Jahre später ging es gegen FC Wacker München um den Aufstieg in die I. Amateurliga. Auch wenn sich hier der Favorit aus München durchgesetzt hatte, stieg der SV Wacker drei Jahre später, 1965, auf. Mit der Einführung der Bundesliga im Jahre 1963 waren die Ligen neu geordnet worden, und so kam es zum Aufstiegsspiel zwischen den Meistern der beiden oberbayerischen Bezirksligen, dem SV Wacker und dem MTV Ingolstadt. Auf neutralem Platz in Trostberg besiegte die Burghauser Mannschaft unter Trainer Otto Einsiedl ihren Kontrahenten mit 3:1 und stieg in die Landesliga Süd auf.

Landesliga: 1965–1993 Mit dem Erreichen der Landesliga begann für den SV Wacker eine lange Zeit sportlicher Stagnation. Insgesamt 23 Jahre lang gehörte man der Landesliga an, unterbrochen nur von den fünf Jahren von 1978 bis 1983, in denen Wacker nur in der Bezirksliga zu finden war. Dennoch datiert auch Denkwürdiges aus dieser Zeit: Am 2. April 1967 trat der 1. FC Köln in Burghausen an und am 31. Juli 1972 – zur Einweihung der neuen Tribüne – gastierte sogar der FC Bayern München. Damals wurde mit 9000 Besuchern ein Zuschauerrekord aufgestellt, der erst wieder zu Zweitligazeiten gebrochen werden sollte.

Nach dem Wiederaufstieg in die Landesliga 1983 waren die Ansprüche gestiegen. Die Bayernliga im Visier, verstärkte Manager Kurt Gaugler die Mannschaft mit Ex-Profis wie Peter Stocker als Spieler oder Rudolf Hannakampf als Trainer. Doch der Aufstieg gelang erst 1993, als der SV Wacker im entscheidenden letzten Saisonspiel zu Hause den direkten Konkurrenten FC Gundelfingen mit 2:0 besiegen konnte. Trainer damals war der ehemalige Bundesligaspieler Kurt Niedermayer, über den Gaugler urteilt, er habe „Fußball in Burghausen hoffähig gemacht“.

Der Wandel zum Profiklub: 1993 bis 2007 Saisondaten 1993–2007 Saison Liga Klasse Platz Tore Punkte Ergebnis Zuschauer 1993/94 Bayernliga III 7. 44:40 35:29 17px|Abstieg 1.428 1994/95 Bayernliga IV 1. 62:25 53:15 17px|Aufstieg 897 1995/96 Regionalliga Süd III 9. 51:35 49 1.741 1996/97 Regionalliga Süd III 5. 50:37 55 1.876 1997/98 Regionalliga Süd III 5. 56:43 54 1.784 1998/99 Regionalliga Süd III 7. 50:42 50 1.117 1999/00 Regionalliga Süd III 4. 57:42 55 1.247 2000/01 Regionalliga Süd III 13. 46:52 43 1.641 2001/02 Regionalliga Süd III 1. 49:22 67 17px|Aufstieg 2.226 2002/03 2. Bundesliga II 10. 48:41 44 4.673 2003/04 2. Bundesliga II 10. 40:39 45 4.644 2004/05 2. Bundesliga II 9. 48:55 48 5.549 2005/06 2. Bundesliga II 8. 45:47 47 4.764 2006/07 2. Bundesliga II 17. 42:63 32 17px|Abstieg 5.739

Schon in der zweiten Bayernligasaison glückte dem SV Wacker der erneute Aufstieg (1995), diesmal in die Regionalliga, die damals noch viergleisig war. Dort konnte sich die Mannschaft ohne größere Probleme etablieren und qualifizierte sich 1999/2000 souverän für die neue zweigleisige Regionalliga. Niedermayer wechselte nach dieser Saison als Jugendtrainer zu Bayern München. Er, der vor acht Jahren einen mittelmäßigen Landesligisten übernommen hatte, hinterließ seinem Nachfolger Rainer Hörgl eine Regionalligamannschaft von Format. Doch Hörgl blieb in Burghausen erfolglos: Als sich die Mannschaft auf den Abstiegsplätzen wiederfand, wurde er noch vor der Winterpause von Rudi Bommer abgelöst. Bommer, wie schon Niedermayer ein Ex-Profifußballer, jedoch ohne viel Erfahrung als Trainer, schaffte mit dem Team den Klassenerhalt gerade noch am letzten Spieltag mit einem 1:1 gegen den 1. FC Schweinfurt 05.

In der folgenden Saison 2001/02 übernahm der SV Wacker schon früh die Tabellenführung der Regionalliga Süd. Am Ende der Saison stand der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Somit hatte Wacker Burghausen es innerhalb eines Jahrzehnts von der Landesliga in die zweite Liga geschafft.

Auch in der ersten Saison im Profifußball hielt man unerwartet gut mit und geriet nie in ernstliche Abstiegsgefahr. Der Abstieg drohte erst in der nächsten Saison (2003/04), doch mit einem Kraftakt am Saisonende konnte man die Klasse letztlich doch noch halten. Erfolgstrainer Rudi Bommer wechselte nach dieser Saison zum Bundesligaabsteiger TSV 1860 München. Für ihn kam Markus Schupp, der zuvor die U-19-Mannschaft des SK Sturm Graz betreut hatte. Unter ihm schaffte die Burghauser Mannschaft 2005 und 2006 ungefährdet den Klassenerhalt. Am 14. Dezember 2006 wurde er in seiner dritten Saison aufgrund der schlechten Tabellenplatzierung entlassen und durch Fred Arbinger ersetzt. Doch auch dieser konnte den Abstieg in die Regionalliga Süd nicht verhindern. Neuer Trainer wurde der Ex-Schalker Ingo Anderbrügge, der jedoch in der Rückrunde bereits durch Peter Assion ersetzt wurde.

In den Jahren der Zweitligazugehörigkeit des Klubs unternahmen einige junge, talentierte Spieler des SV Wacker ihre ersten Schritte im Profifußball und wechselten anschließend zu etablierten Vereinen. Beispiele sind: Thomas Broich: beim SVW von 2001 bis 2003; danach zu Borussia Mönchengladbach, von 2002 bis 2004 U-21-Nationalspieler Youssef Mokhtari: beim SVW von 2002 bis 2004; danach zu Energie Cottbus Stefan Reisinger: beim SVW von 2003 bis 2005; danach zu TSV 1860 München Tom Geißler: beim SVW von 2004 bis 2005; danach zum 1. FSV Mainz 05 Nico Herzig: beim SVW von 2004 bis 2006; danach zu Alemannia Aachen

Am 6. August 2007 kam es zu einem Highlight der Vereinsgeschichte: Burghausen bekam im DFB-Pokal den FC Bayern München zugelost. Da die ARD das Spiel live übertrug, wurde dem Verein eine zuvor nicht gekannte Aufmerksamkeit zuteil. Erst im Elfmeterschießen musste man sich dem Favoriten geschlagen geben.

Langsamer Wiederabstieg: 2007 bis 2017 Saisondaten 2007–2017 Saison Liga Klasse Platz Tore Punkte Ergebnis Zuschauer 2007/08 Regionalliga Süd III 7. 36:37 49 17px|Qualifikation zur 3. Liga 3.364 2008/09 3. Liga III 18. 40:65 40 2.876 2009/10 3. Liga III 17. 45:64 46 3.105 2010/11 3. Liga III 18. 46:66 37 2.789 2011/12 3. Liga III 6. 55:47 57 2.836 2012/13 3. Liga III 8. 45:45 51 2.504 2013/14 3. Liga III 19. 39:58 37 17px|Abstieg 2.143 2014/15 Regionalliga Bayern IV 11. 36:43 42 1.367 2015/16 Regionalliga Bayern IV 2. 58:33 63 1.550 2016/17 Regionalliga Bayern IV 11. 46:54 47 1.038

In der Saison 2008/09 nahm Wacker Burghausen an der neuen, eingleisigen 3. Liga teil, konnte mit dem 18. Tabellenplatz die Klasse aber sportlich nicht halten. Da Kickers Emden jedoch den Lizenzantrag aus finanziellen Erwägungen zurückzog, nahm Wacker Burghausen auch in der Saison 2009/10 am Spielbetrieb der 3. Liga teil und schaffte mit Platz 17 den Klassenerhalt.