Olympiakos Piräus (Betonung: Olympiakós, ) ist ein griechischer Fußballverein mit Sitz in Piräus. Er wurde 1925 gegründet und 1979 erfolgreich aus dem Stammverein Olympiakos Syndesmos Filathlon Peiraios ausgegliedert.

Im Hauptverein sind über 18 erfolgreiche Sportabteilungen beheimatet. Europäische Titel wurden u. a. im Basketball, Volleyball und Wasserball gewonnen. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der ‚Legende‘ (, Thrylos): dem Fußballklub von Olympiakos.

Der Fußballverein Olympiakos S. F. P. ist der erfolgreichste Verein in Griechenland. Der Klub ist 48-maliger Griechischer Meister, 29-facher griechischer Pokalsieger, holte insgesamt 19 Mal das Double, gewann fünfmal den Supercup und einmal den Balkanpokal. In der Saison 2023/24 gewann das Team mit der UEFA Conference League seinen ersten internationalen Titel. Olympiakos ist Gründungsmitglied der European Club Association.

Geschichte Die frühen Jahre (1925 bis 1949) mini|Die Gründungsväter Olympiakos Piräus wurde am 10. März 1925 gegründet. Die Mitglieder der Vereine „Piräus Sport- und Fußballverein“ und „Fußball Fan Club von Piräus“ sprachen sich 1925 auf einer Versammlung für die Auflösung beider Vereine und die Gründung eines neuen Klubs aus. Die Gründungsmitglieder Notis Kamperos und Michalis Manouskos waren die Namensgeber. Notis Kamperos schlug den Namen Olympiakos vor, Michalis Manouskos, der erste Präsident von Olympiakos Piräus, vervollständigte ihn: Olympiakos Syndesmos Filathlon Peiraios, O.S.F.P.

Das erste offizielle Spiel seiner Geschichte bestritt Olympiakos Piräus auf einem Radrennbahngelände (dem späteren Karaiskakis-Stadion) am 30. April 1925 gegen die Besatzung des französischen Kriegsschiffes „Jeanne d'Arc“. Olympiakos gewann mit 6:0. Dass Besatzungen fremder – vorzugsweise englischer – Schiffe, die in Piräus vor Anker lagen, als Gegner herhalten mussten, war zu der Zeit nicht ungewöhnlich.

mini|links|Mannschaftsaufnahme 1927–1929 Das Karaiskakis-Stadion war damals ein Ascheplatz. Die rot-weißen Trikots und die Schuhe wurden den Spielern leihweise ausgehändigt. Die Arbeitskleidung musste im sauberen Zustand zurückgegeben werden. Trainiert wurde zweimal die Woche. Am Mittwoch spielte man auf zwei Tore. Am Freitag folgte ein Konditions- und Ausdauertraining; Sonntags folgte das Spiel der Woche. Giannis Andrianopoulos, der an einem englischen College studiert hatte, brachte das Spielsystem aus England mit. Damals spielte man ein „2-3-5“. Auf dem Platz standen neben dem Torwart zwei Abwehrspieler, drei Mittelfeldspieler und fünf Stürmer.

Gehörten die Vorstandsmitglieder von Olympiakos Piräus noch der Oberschicht an, so waren die aktiven Fußballer regelmäßig Arbeiter, die ihre wenige Freizeit dem Fußball widmeten. Eine Bezahlung erhielten sie dafür nicht. Öffentliche Anerkennung und gelegentliche Anstellungen bei den Vereinsoberen waren die einzigen Vergütungen. Für die Anhänger waren sie jedoch schon bald die „Sonntagshelden“.

Dem ersten offiziellen Kader (September 1925) gehörten folgende Spieler an: Giannis, Giorgos, Dinos und Vassilis Andrianopoulos, Michalis „Lalis“ Lekkos, S. Vlassis, Nikos Panopoulos, Kostas Klidouchakis, Charalambos Pezonis, G. Alekakis, V. Vassiliou, Panagiotis Koroneos, Kostas Terezakis, S. Papatheocharis, E. Georgiadis, V. Prineas, G. Karamouzis, S. Pavlakis, I. Marinos, G. Passas, E. Moraitis, L. Vassiliou und K. Dardanos.

In der Zeit vom 28. März 1926 bis 10. Februar 1929 blieb man gegen griechische Teams ungeschlagen (30 Siege, sechs Unentschieden, 129:42 Tore). Der erste Rekord in der noch jungen Vereinsgeschichte.

Die ersten Titel Die erste griechische Fußballmeisterschaft wurde in der Saison 1927/28 ohne Olympiakos Piräus ausgetragen. Der Grund waren Differenzen mit dem griechischen Fußballverband (EPO). Nach dem dritten (und letzten) Platz in der Saison 1929/30 errang die Mannschaft aus Piräus in der darauf folgenden Saison (1930/31) ihren ersten Meistertitel. Mitverantwortlich für den Erfolg: die Gebrüder Andrianopoulos. (abgerufen am 12. April 2009) Die fünf Söhne des Mitbegründers Andreas Andrianopoulos, John, Dinos, George, Bill und Leonidas spielten nicht nur im gleichen Team, sondern stellten zur damaligen Zeit den kompletten Mannschaftssturm. Es sollte ein sehr erfolgreiches Jahrzehnt werden. Bis 1940 gewann Olympiakos in elf Spielzeiten sechs Meistertitel. In der Saison 1946/47 holte Olympiakos Piräus zum ersten Mal den griechischen Pokal und schaffte somit das erste Double der Vereinsgeschichte.

Das goldene Jahrzehnt (1950 bis 1960) Sieben Meisterschaften und sieben Pokalsiege verhalfen Olympiakos Piräus in den 1950er-Jahren zu mehr nationaler Popularität. Die legendäre Mannschaft der 1950er Jahre, mit Schlüsselspielern wie Andreas Mouratis, Ilias Rossidis, Thanassis Bebis, Elias Yfantis, Kostas Polychroniou, Giorgos Darivas und Savas Theodoridis holte in den Jahren 1954 bis 1959 sechs Meistertitel, drei Pokalsiege (1957 bis 1959) und schaffte damit dreimal in Folge das Double. Olympiakos Piräus erhielt zu dieser Zeit den Spitznamen „Legende“ (, Thrylos) – der sich bis heute hält.

Olympiakos Piräus war die erste griechische Fußballmannschaft, die an einem europäischen Wettbewerb teilnahm. 1959 qualifizierte man sich für den Europapokal der Landesmeister. Der Erstrundengegner lautete Beşiktaş Istanbul. Aus politischen Gründen entschied man sich damals, nicht in die Türkei zu reisen. Der Antrag Olympiakos Piräus', das Spiel nach Jugoslawien zu verlegen, wurde von der UEFA abgelehnt, weshalb das Team in der Folge disqualifiziert wurde. Das Debüt feierte man schließlich ein Jahr darauf gegen den AC Mailand. Im Hinspiel in Piräus trennte man sich noch 2:2 unentschieden. Das Rückspiel gewann der italienische Klub mit 3:1.

Die 1960er In der Saison 1959/60 wurde die erste griechische Liga, die Alpha Ethniki, gegründet. Olympiakos Piräus startete denkbar schlecht in den neuen Wettbewerb. Sechs Jahre in Folge mussten sich die Rotweißen mit zweiten und dritten Plätzen zufriedengeben. Erst in der Saison 1965/66 gelang es Olympiakos Piräus, den ersten Meistertitel im neu geschaffenen Wettbewerb zu erringen. Hauptverantwortlich für den Erfolg war der damalige ungarische Trainer Márton Bukovi, der als Erfinder des 4-2-4-Systems gilt. Seine moderne Spielweise bescherte dem Klub 23 Siege und vier Unentschieden in 30 Spielen. Der letzte Spieltag ging in die Geschichte ein. 15.000 Piräus-Anhänger reisten nach Trikala, um dem Auswärtsspiel gegen den heimischen AO Trikala beizuwohnen. Ein solch großer Zuspruch stellte angesichts der damals dürftigen Infrastruktur, eine große Herausforderung dar. Die Fans kampierten auf Straßen und Feldern, um am 12. Juni 1966 den ersten Titelgewinn nach sieben Jahren feiern zu können. Mit Bukovi holte man in der darauf folgenden Spielzeit (1966/67) den zweiten Meistertitel. Olympiakos gewann in den 1960er Jahren fünfmal den griechischen Pokal.

1961 sorgte Olympiakos Piräus mit einem Sieg gegen den FC Santos für Aufsehen. Die Elf um den Weltstar Pelé befand sich auf großer Europa-Tournee. Der bis dahin ungeschlagene FC Santos verlor nach Siegen gegen AEK Athen (3:0) und Panathinaikos (3:2) gegen Olympiakos Piräus mit 1:2. Im Jahr darauf gelang Olympiakos Piräus ein weiterer Achtungserfolg; diesmal gegen den FC Barcelona. Die Spanier bezwangen zuvor AEK Athen mit 5:2 und Panathinaikos mit 2:0. Gegen Olympiakos verloren sie mit 0:1. Die Rot-Weißen bestätigten in der Folge ihre gute Form und gewannen in der Spielzeit 1962/63 den Balkanpokal.

Die Ära Goulandris (1972 bis 1976) Saisondaten 1970–1979 Olympiakos Piräus in der Alpha Ethniki Saison Platz Punkte Tore 1969/70 3 84 52:21 1970/71 7 71 44:24 1971/72 2 83 61:33 1972/73 1 94 72:13 1973/74 1 59 102:14 1974/75 1 57 65:21 1975/76 3 41 48:28 1976/77 2 52 70:27 1977/78 4 44 46:20 1978/79 2 56 63:27

Das nächste ruhmvolle nationale Kapitel der Vereinsgeschichte sollte erst 1972 beginnen, als Nikos Goulandris Präsident wurde. Er ernannte Lakis Petropoulos zum Trainer und nahm Starspieler Giorgos Delikaris, Yves Triantafilos, Julio Losada, Milton Viera und Dimitris Persidis unter Vertrag. Unter Goulandris holte Olympiakos 1973 bis 1975 drei Meistertitel und gewann zweimal den griechischen Pokal. Bemerkenswert: Olympiakos holte in der Saison 1973/74 59 Punkte und erzielte 102 Tore – ein bis heute ungebrochener Rekord.

Als Goulandris 1976 seine Präsidentschaft beendete, folgte eine sportliche Talfahrt. Erst Anfang der 1980er Jahre strebte der Rekordmeister mit vier Titeln in Folge (1979–1983) zurück an die Spitze des griechischen Fußballs. Die Schlüsselspieler in jener Zeit waren: Stürmer Nikolaos Anastopoulos, Mittelfeldspieler Anastasios Mitropoulos und Torwart Nikolaos Sarganis.

Gate 7 – Die Tragödie (8. Februar 1981) mini|Gate 7Olympiakos vs. Panathinaikos Der 8. Februar 1981 ging als tragischer Tag in die Geschichte von Olympiakos Piräus und des griechischen Sports ein. Bei einem Meisterschaftsspiel gegen AEK Athen, das die Rot-Weißen mit 6:0 für sich entschieden, starben 21 Menschen beim Versuch, das Stadion frühzeitig zu verlassen. Ein verschlossenes Tribünentor (Nr. 7) wurde 20 Olympiakos-Anhängern und einem AEK-Fan zum Verhängnis. Sie stürzten und wurden von den stürmenden Massen überrannt und totgetrampelt. Am Ende des Tages beklagte man 21 Tote und 32 Verletzte. (griechisch) (abgerufen am 12. April 2009)

Mit einer feierlichen Zeremonie gedenken Fans und Verein jedes Jahr der Toten. Zu ihrem Gedenken verfügt das neue Karaiskakis-Stadion über 21 schwarze Sitze. Teile der Stufen und das schicksalsvolle Gatter befinden sich im Vereinsmuseum.

Seit diesem Tag gibt es den unter Olympiakos-Anhänger bekannten Ausspruch: Brüder, Ihr lebt, Ihr führt uns! ().

Die 21 Opfer: Panagiotis Toumanidis (14 Jahre) Nikos Filos (19 Jahre) Kostas Karanikolas (26 Jahre) Kostas Sklavounis (16 Jahre) Ioannis Dialinas (20 Jahre) Michalis Markou (27 Jahre) Ilias Panagoulis (17 Jahre) Vassilis Machas (20 Jahre) Kostas Bilas (28 Jahre) Gerasimos Amitsis (18 Jahre) Efstratios Poupos (20 Jahre) Anastasios Pitsolis (30 Jahre) Ioannis Kanellopoulos (18 Jahre) Michalis Kostopoulos (21 Jahre) Antonis Kouroupakis (34 Jahre) Spiros Leonidakis (18 Jahre) Zografoula Heiratidou (23 Jahre) Christos Chatzigeorgiou (34 Jahre) Ioannis Spiliopoulos (19 Jahre) Spiros Andriotis (24 Jahre) Dimitrios Adamopoulos (40 Jahre)

Die „steinernen Jahre“ Saisondaten 1980–1989 Olympiakos Piräus in der Alpha Ethniki Saison Platz Punkte Tore 1979/80 1 47 49:21 1980/81 1 49 47:18 1981/82 1 50 46:21 1982/83 1 50 50:22 1983/84 2 43 49:22 1984/85 4 42 53:23 1985/86 5 34 57:42 1986/87 1 49 54:24 1987/88 8 31 39:41 1988/89 2 41 54:25

Olympiakos Piräus durchlebte seine schwerste Zeit in den späten 1980er Jahren. Der Verein wurde vom griechischen Unternehmer Georgios Koskotas übernommen. Er holte 1988 Lajos Détári für 16 Mio. DM nach Griechenland. Koskotas’ „windige“ Geschäftsaktivitäten wurden ihm jedoch schon bald zum Verhängnis. Er wurde am 23. November 1988 in den USA verhaftet und 1990 wegen Korruption rechtskräftig zu 25 Jahren Haft verurteilt. In Piräus hinterließ er einen Scherbenhaufen. Olympiakos war hoch verschuldet. In der Zeit 1988 bis 1996 holte Piräus nicht einen Titel. Man spricht auch von den „steinernen Jahren“ (). Der Klub spielte in der Saison 1987/88 während der ganzen Spielzeit gegen den Abstieg und errang schließlich den achten Tabellenplatz. Das war bis heute die schlechteste Platzierung in der Vereinsgeschichte.

Nationale Dominanz (1997 bis 2009) Saisondaten 1997–2009 Olympiakos Piräus in der Super League Saison Platz Punkte Tore 1996/97 1 84 72:14 1997/98 1 88 88:27 1998/99 1 85 82:22 1999/00 1 92 86:18 2000/01 1 78 84:22 2001/02 1 58 69:30 2002/03 1 67 70:20 2003/04 2 75 70:19 2004/05 1 65 54:18 2005/06 1 70 63:23 2006/07 1 71 62:23 2007/08 1 70 58:23 2008/09 1 71 50:14