Die Flossenfüße (Pygopodidae) bilden eine Familie in der Klasse der Reptilien (Reptilia). Sie sind in Australien und mit zwei Arten in Neuguinea endemisch. Sie bewohnen Erdhöhlen an der Oberfläche oder graben tiefere Wohnhöhlen und sind nachtaktiv.

Merkmale Alle 44 Arten der Flossenfüße ähneln im Erscheinungsbild mit ihren langgestreckten Körpern und den zu verschuppten Fortsätzen oder zu nur einer Kralle zurückgebildeten Hinterbeinen den Schlangen. Die Vorderbeine fehlen ganz. Je nach Art ist der Schwanz genau so lang bis viermal so lang wie die Kopf-Rumpf-Länge. Der Kopf ist kaum vom Körper abgesetzt und konisch zugespitzt. Einige Flossenfüße erreichen nur eine Größe von sieben Zentimetern, die größte Art, der Neuguinea-Flossenfuß (Lialis jicari) wird 75 Zentimeter lang. Flossenfüße häuten sich wie alle Schuppenkriechtiere und streifen die alte Haut im ganzen ab.

Lebensweise In ihrer Anpassung an den Lebensraum lassen sich die Flossenfüße in zwei Gruppen unterteilen. Die erste lebt eher auf der Bodenoberfläche. Angehörige dieser Gruppe haben einen langen Schwanz, von außen sichtbare Gehörgänge und oft einen stark zugespitzten Kopf. Die zweite Gruppe lebt wühlend im Bodengrund. Bei ihnen sind die Hinterbeine noch stärker reduziert, der Schwanz ist kürzer, der Kopf kegelförmig und die Gehörgänge sind nicht sichtbar.

Flossenfüße ernähren sich von Insekten, Spinnen, kleinen Echsen und Schlangen. Die Gattung der Neuguinea-Flossenfüße (Lialis) hat sich auf Skinke spezialisiert.

Manche Arten aus der Gattung Glattschuppen-Flossenfüße (Delma) haben eine erstaunliche Strategie zur Verteidigung. Bei Gefahr stellen sie sich auf ihren schlanken aber kräftigen Schwanz und springen unter Zuhilfenahme ihrer Schwanzmuskeln mehrmals hintereinander in die Luft, um den Feind zu verunsichern. Zudem wird bei jedem Abheben vom Boden die Richtung geändert. Einige australische Arten sehen jungen Giftnattern (Elapidae) täuschend ähnlich (Mimikry).

Alle Arten legen zwei pergamentschalige Eier.

Systematik mini|Schlangen-Flossenfuß(Pygopus lepidopodus) mini|Delma australis mini|Delma desmosa mini|Delma impar mini|Delma molleri mini|Schmuckflossenfuß (Aprasia parapulchella) mini|Aprasia pseudopulchella

Flossenfüße sind eng mit den Geckos (Gekkonidae) verwandt, mit denen sie zahlreiche gemeinsame Merkmale, hauptsächlich im Aufbau des Schädels, haben. Sie sind, wie viele Geckoarten, in der Lage Töne zu erzeugen, säubern wie diese regelmäßig ihre Augen mit der fleischigen Zunge und ihre unteren durchsichtigen Augenlider sind mit den oberen verwachsen. Sie sind die Schwestergruppe der Doppelfingergeckos (Diplodactylidae), die in Australien und im südwestpazifischen Raum endemisch sind.

Die Familie Pygopodidae umfasst derzeit 46 Arten aus 7 Gattungen:

Familie: Pygopodidae Unterfamilie: Pygopodinae , 1884 Gattung: Paradelma , 1926 Südlicher Flossenfuß (Paradelma orientalis (, 1876)) Gattung: Flossenfüße (Pygopus , 1820) Schlangen-Flossenfuß (Pygopus lepidopodus (, 1804)) Westlicher Flossenfuß (Pygopus nigriceps (, 1882)) Pygopus robertsi , & , 2010 Pygopus schraderi , 1913 Pygopus steelescotti , & , 2001 Gattung: Glattschuppen-Flossenfüße (Delma , 1830) Delma australis , 1974 Delma borea , 1974 Delma butleri , 1987 Delma concinna (, 1974) Delma desmosa , & , 2007 Delma elegans , 1974 Frasers Flossenfuß (Delma fraseri , 1831) Delma grayii , 1849 Delma haroldi , 1987 Delma hebesa , & , 2015 Delma impar (, 1882) Schmuckloser Flossenfuß (Delma inornata , 1974) Delma labialis , 1987 Delma mitella , 1987 Delma molleri , 1863 Spitzschnäuziger Flossenfuß (Delma nasuta , 1974) Delma pax , 1974 Delma petersoni , 1991 Delma plebeia , 1888 Delma tealei , & , 2007 Delma tincta , 1888 Delma torquata , 1974 Delma vescolineata , & , 2022 Unterfamilie : Lialisinae , 1841 Tribus: Lialisini , 1884 Gattung: Neuguinea-Flossenfüße (Lialis , 1835) Burtons Spitzkopf-Flossenfuß (Lialis burtonis , 1835) Neuguinea-Flossenfuß (Lialis jicari , 1903) Tribus: Aprasiaini , 1839 Untertribus: Pletholaxini Gattung: Pletholax , 1864 Pletholax gracilis (, 1864) Untertribus: Aprasiaini Gattung: Aprasia , 1839 Aprasia aurita , 1974 Aprasia clairae , & , 2013 Aprasia haroldi , 1978 Aprasia inaurita , 1974 Aprasia litorea , & , 2013 Schmuckflossenfuß (Aprasia parapulchella , 1974) Aprasia picturata & , 1999 Aprasia pseudopulchella , 1974 Aprasia pulchella , 1839 Aprasia repens (, 1914) Aprasia rostrata , 1956 (Synonym Aprasia fusca) Aprasia smithi , 1970 Streifenflossenfuß (Aprasia striolata , 1863) Aprasia wicherina , & , 2015 Gattung: Ophidiocephalus & , 1897 Australischer Flossenfuß (Ophidiocephalus taeniatus & , 1897)

Einzelnachweise S. V. Mahony, T. Cutajar & J. J. L. Rowley: A new species of Delma Gray 1831 (Squamata: Pygopodidae) from the Hunter Valley and Liverpool Plains of New South Wales. In: Zootaxa, Band 5162, Nummer 5, 2022, S. 541–556, .

Literatur Kurt Deckert, Gisela Deckert, G. E. Freytag, Günther Peters, Günther Sterba: Fische, Lurche, Kriechtiere (= Urania Tierreich.). Urania-Verlag, Berlin 1991, ISBN 3-332-00376-3. Harold G. Cogger, Richard G. Zweifel: Enzyklopädie der Reptilien & Amphibien. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1999, ISBN 3-8289-1559-0. Manfred Rogner: Echsen. Band 1: Geckos, Flossenfüsse, Agamen, Chamäleons und Leguane. Ulmer, Stuttgart 1992, ISBN 3-8001-7248-8. W. Bryan Jennings, Eric R. Pianka, Stephen Donnellan: Systematics of the Lizard Family Pygopodidae with Implications for the Diversification of Australian Temperate Biotas. In: Systematic Biology. Band 52, Nr. 6, 2003, S. 757–780, doi:10.1093/sysbio/52.6.757. Volker Storch, Ulrich Welsch: Systematische Zoologie. 6., bearbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum – Akademischer Verlag, Heidelberg u. a. 2004, ISBN 3-8274-1112-2.

Weblinks

Integrated Taxonomic Information System [ Pygopodidae]

Kategorie:Geckoartige