Albert Oehlen (* 17. September 1954 in Krefeld) ist ein deutscher Maler, Objekt- und Installationskünstler.

Leben Albert Oehlen, der Bruder von Markus Oehlen, wurde 1954 in Krefeld geboren. Von 1977 bis 1981 studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Claus Böhmler und Sigmar Polke.

1978 malte er mit Werner Büttner ein Wandbild für die Buchhandlung Welt in Hamburg. Ein pornographisches Detail im Bild sorgte direkt für öffentliches Ärgernis, doch die beiden verantwortlichen Künstler zeigten ihre Reue in einem Entschuldigungsschreiben und erklärten sich bereit, ihren Fehler zu korrigieren.Burkhard Riemschneider. Albert Oehlen. 1995, S. 6/7. Auch wenn es Zweifel und Vorbehalte aus der zu Ende gehenden Epoche gegenüber den beiden Künstler gab, ließen sie sich bezüglich ihrer Malerei nicht die Freiheit nehmen. Sie gründeten zusammen die Liga zur Bekämpfung des widersprüchlichen Verhaltens.

Im Jahre 1981 erhielt Oehlen mit seinen Arbeiten eine Einzelausstellung bei Max Hetzler in Stuttgart. 1982 malte er Spiegelbilder und arbeitete mit Martin Kippenberger an der Skulptur „Orgonkiste bei Nacht“.Burkhard Riemschneider. Albert Oehlen. 1995, S. 8/9. Im Jahre 2000 erfolgte die Berufung auf eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf, die er bis 2009 innehatte. Er gestaltete das Monumentalmosaik Bionic Boogie für die Ausstellung In Between zur Weltausstellung Expo 2000 in Hannover. Für den Kölner Taschen-Verlag gestaltete er im Verlagshauptsitz am Hohenzollernring 53 einen Fliesenboden.Pressemitteilung: , abgerufen am 1. April 2016.

2015 erhielt Oehlen die Ehrendoktorwürde des School of the Art Institute of Chicago.

Er lebt in Gais AR.

Werk

Albert Oehlen wird den sogenannten Neuen Wilden zugerechnet und ist ein Protagonist des Neoexpressionismus.kettererkunst.de Er selbst beschreibt sein Werk als „postungegenständlich“ und bezeichnet den Begriff selbst als „albern“. Sein Werk ist multimedial ausgerichtet, im Zentrum steht allerdings die Malerei. Viele Arbeiten sind als Serie angelegt, es geht dem Künstler um die Möglichkeiten des Malerischen. Etliche Werke sind in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern wie Werner Büttner, Georg Herold, Markus Oehlen, Martin Kippenberger oder auch Jonathan Meese entstanden.

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen Brasilien Centro de Arte Contemporânea Inhotim, Brumadinho, MG

Deutschland Museum Ludwig Köln Kunstmuseum Bonn Materienabfall. 1999, Öl auf Leinwand, 240,2 × 239 × 3 cm, Inv. Nr. 1999/253, Museum für Moderne Kunst (MMK), Frankfurt am Main Sammlung Falckenberg – Kulturstiftung Phoenix Art, Hamburg Hamburger Kunsthalle, Hamburg ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe Museum Abteiberg, Mönchengladbach Kunstraum Grässlin, St. Georgen Staatliche Graphische Sammlung München

Österreich Neue Galerie Graz Essl Museum, Klosterneuburg/Wien

Italien Trevi Flash Art Museum Of Contemporary Art, Trevi

Luxemburg MUDAM – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean, Luxemburg

Vereinigte Staaten von Amerika MoMA – Museum of Modern Art, New York, NYThe Collection. Abgerufen am 22. November 2011

Vereinigtes Königreich Saatchi Gallery, LondonArtist Information Abgerufen am 22. November 2011

Diskografie Nachdenkliche Wehrpflichtige / LSDAP/AO / Vielleichtors / Männer In Nassen Kleidern, Kirche Der Ununterschiedlichkeit ZickZack – ZZ120, 1982 Albert Oehlen, Markus Oehlen, Jörg Immendorff, Werner Büttner, Martin Kippenberger und A. R. Penck: Die Rache der Erinnerung. ZickZack – ZZ205, 1984 Albert Oehlen & Martin Kippenberger: Nelson And The Alma Band (7″, S/Sided). Leiterwagen Records, 1990 Rüdiger Carl, Albert & Markus Oehlen: Jailhouse: Indigo (CD). Leiterwagen Records, 1996 Rüdiger Carl, Albert & Markus Oehlen: Jailhouse: Trommeln im Anzug (CD). Leiterwagen Records, 1996 Rüdiger Carl, Albert & Markus Oehlen: Jailhouse with Strings (CD). Leiterwagen Records, 1998 Albert Oehlen, Sven-Åke Johansson und Mayo Thompson: Shotgun Wedding, 2003 Albert Oehlen und Sven-Åke Johansson: Rhythm Ace & Slingerland. Produktion Ni-Vu-Ni-Connu und Galerie Max Hetzler, 2019

Ausstellungen (Auswahl)

1981: Bildwechsel – Neue Malerei aus Deutschland, Akademie der Künste, Berlin 1982: Zwölf Künstler aus Deutschland. Kunsthalle Basel (Erste Spiegelbilder) 1984: Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf. Museum Folkwang 1985: Kunst in der Bundesrepublik Deutschland 1945–1985. Neue Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin 1988: Binationale – Deutsche Kunst der späten 80er Jahre – Amerikanische Kunst der späten 80er Jahre. Kunsthalle Düsseldorf; auch Institute of Contemporary Art, Boston 1989: Neue Figuration – Deutsche Malerei 1960–1980. Kunstmuseum Düsseldorf 1991: Metropolis. Martin-Gropius-Bau, Berlin 1992: Ars Pro Domo. Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig, Köln 1994: Albert Oehlen – Malerei. Deichtorhallen Hamburg 1997: Albert vs. History. Kunsthalle Basel, Basel 2006: ‘‘Die Götter im Exil - Alber Oehlen, Salvador Dalí u. a.‘‘ Kunsthaus Graz, Graz 2006: Darren Almond, Albert Oehlen - Time 2 Kill. Galerie Max Hetzler, Berlin / Whitechapel Art Gallery, London 2006: künstlerbrüder – von den dürers zu den duchamps. Haus der Kunst, München 2009: Albert Oehlen. Musée d’art moderne de la Ville de Paris, Paris 2010: Albert Oehlen – Fingermalerei. Emil Schumacher Museum, Hagen 2010: Albert Oehlen – Werke aus der Sammlung. Kunstraum Grässlin, St. Georgen im Schwarzwald 2012: Albert Oehlen. Kunstmuseum Bonn, Bonn 2013: Albert Oehlen – Malerei. Mumok, Wien 2014: Albert Oehlen: Malerei im Gespräch. Museum Folkwang, Essen., abgerufen am 3. Mai 2014. 2014: Albert Oehlen – Die 5000 Finger von Dr. Ö. Museum Wiesbaden 2015: Albert Oehlen: Home and Garden. New Museum, New York 2015: An Old Painting in Spirit. Kunsthalle Zürich, Zürich 2015: Geniale Dilletanten, Haus der Kunst, München, Radio Bayern 2, br.de 2016/2017: Georg Baselitz + Albert Oehlen, Kunstverein Reutlingen 2016/2017: Behind The Image, Museum Guggenheim Bilbao 2016/2017: Woods near Oehle, The Cleveland Museum of Art 2019: Albert Oehlen - unfertig, Kunstmuseum St. Gallen, Lokremise St. Gallen 2020: Albert Oehlen/Carroll Dunham. Bäume/Trees, Sprengel-Museum, Hannover 2021: Albert Oehlen. Unverständliche braune Bilder, Galerie Max Hetzler, Berlin 2022: Albert Oehlen. Sculptures and Works on Paper, Hetzler Marfa, Marfa, Texas 2025: Ausstellung Bilder zum Orgelwettbewerb (Improvisationsaufgabe) in der Basilika St. Johann in Saarbrücken

Literatur Jürgen Harten, David A. Ross: Deutsche Kunst der späten 80er Jahre. Binationale. Dumont, Köln 1988, ISBN 3-7701-2302-6 Burkhard Riemschneider: Albert Oehlen. Benedikt Taschen, Köln 1995, ISBN 3-8228-8930-X Jean Christophe Ammann: Albert Oehlen-Abortion of The Cool. Gesellschaft für Gegenwartskunst Augsburg, Hamburg 1995 Wendy G. Griffo: Albert Oehlen vs History. König, Köln 1997, ISBN 3-88375-260-6 Ralf Beil: Albert Oehlen: Peintures – Malerei 1980–2004. Selbstportrait mit 50millionenfacher Lichtgeschwindigkeit. Musée cantonal des beaux-arts de Lausanne; Kunsthalle Nürnberg u. a., Nürnberg 2005, ISBN 2-940271-43-7 Klaus Kertess, Roberto Ohrt, John Corbett: Albert Oehlen. Taschen, Köln 2009, ISBN 978-3-8228-4945-3

Filme Martin Kippenberger und Co – Ein Dokument. „Ich kann mir nicht jeden Tag ein Ohr abschneiden“. Buch und Regie: Jaqueline Kaess Farquet. München 1985/2010. DVD. 25 min., Independent Artfilms Der Maler. Buch: Albert Oehlen und Ben Becker, Regie: Oliver Hirschbiegel. Deutschland 2021. 94 min. Filmstart in Deutschland geplant für den 16. März 2023.

Weblinks

Kurzbiographie Albert Oehlen Wilfried Dickhoff über Albert Oehlen Welt.de berichtet über Albert Oehlen Zeit.de berichtet über Albert Oehlen Galerie Max Hetzler Berlin | Paris | London Gagosian Einzelnachweise

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