Ottmar Hitzfeld (* 12. Januar 1949 in Lörrach) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer. Seine aktive Spielerkarriere verbrachte der ehemalige Stürmer überwiegend bei Vereinen aus der Schweiz und gewann mit dem FC Basel zweimal den Meistertitel. Ab 1983 betätigte sich Hitzfeld als Trainer und ab 1991 in der Bundesliga. Hitzfeld entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Vereinstrainer der deutschen Fußballgeschichte. Mit Borussia Dortmund wurde er zweimal deutscher Meister (1994/95, 1995/96) und gewann 1997 die UEFA Champions League. Anschließend trainierte er den FC Bayern München, den er zu fünf Meisterschaften, einem Champions-League-Titel (2001) und einem Weltpokalsieg (2001) führte. Hitzfeld ist einer von nur sieben Trainern, der mit zwei Vereinen die Königsklasse gewinnen konnte. Von 2008 bis 2014 trainierte Hitzfeld die Schweizer Nationalmannschaft und beendete nach der WM 2014 seine Karriere.

Kindheit Ottmar Hitzfeld wurde am 12. Januar 1949 in Lörrach geboren und ist das jüngste von fünf Kindern eines Zahnarztes. Die Familie lebte im südbadischen Stetten, einem Stadtteil von Lörrach an der Schweizer Grenze. Seinen Vornamen erhielt er in Anlehnung an Ottmar Walter, einen Fußballspieler des 1. FC Kaiserslautern und Bruder des damals schon bekannteren Fritz Walter.Josef Hochstrasser: Ottmar Hitzfeld. Die Biographie. Argon-Verlag, 2003, ISBN 3-87024-582-4, S. 18. Ab 1960 spielte Hitzfeld für die Jugendmannschaften des TuS Stetten, 1967 wechselte er zum FV Lörrach.

Karriere als Spieler Zwischen 1968 und 1971 spielte Hitzfeld für den FV Lörrach in der 1. Amateurliga Südbaden, zum damaligen Zeitpunkt die dritthöchste deutsche Spielklasse. 1971 holte Trainer Helmut Benthaus den talentierten Stürmer zum FC Basel in die Schweizer Nationalliga A und Hitzfeld überzeugte vor allem durch seine Schnelligkeit und Nervenstärke vor dem gegnerischen Tor. Mit dem FC Basel gewann er zweimal die Meisterschaft (1971/72, 1972/73), einmal den Pokal (1975) sowie den Ligacup (1972). In der Saison 1972/73 war er Torschützenkönig (18 Treffer). Die Stadt Basel liegt nur etwa zehn Kilometer von Hitzfelds Heimatort entfernt, weshalb er neben seiner Spielerkarriere ein Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule in Lörrach absolvieren konnte. Dieses schloss er 1973 mit dem Staatsexamen in Mathematik und Sport für das Lehramt an Realschulen ab.Hochstrasser: Ottmar Hitzfeld. 2003, S. 48.

Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele 1972 in München stieß Hitzfeld überraschend zur deutschen Auswahl und war der einzige Spieler im Kader, der sein Geld nicht in der Bundesliga verdiente. Manche hielten ihn sogar für einen Schweizer. Hitzfeld spielte ein glänzendes Turnier und wurde mit fünf Treffern hinter Bernd Nickel zweitbester Torschütze der Bundesrepublik. Die Mannschaft von Trainer Jupp Derwall gewann zwar souverän die Gruppenphase, schied aber in der Zwischenrunde aus, auch durch eine 2:3-Niederlage gegen die DDR, nachdem Hitzfeld das zwischenzeitliche 2:2 gelungen war.Aufstellung der deutschen Mannschaft 1972 (PDF; 152 kB) Insgesamt kam Hitzfeld auf acht Einsätze bei Amateur-Länderspielen.Kicker-Almanach 1995. Copress Verlag, München 1994, ISBN 3-7679-0447-0, S. 142. Am 14. November 1972 bestritt er sein einziges Länderspiel für die B-Nationalmannschaft, die in Winterthur gegen die Auswahl der Schweiz mit 3:1 gewann – auch hier war er mit einem Tor erfolgreich.Kicker Almanach 1987, S. 104 – ISBN 3-7679-0245-1.

1975 wechselte Hitzfeld zum VfB Stuttgart, der in die 2. Bundesliga abgestiegen war. Mit dem VfB spielte er zwei Jahre im Unterhaus und erzielte in 55 Einsätzen insgesamt 33 Tore. In der Saison 1976/77 hatte Hitzfeld mit seiner Routine und Torgefährlichkeit (22 Treffer) großen Anteil am Erfolg und der Rückkehr in die Erstklassigkeit. Er gehörte neben Dieter Hoeneß, Hermann Ohlicher und Hansi Müller zum sogenannten „100-Tore-Sturm“ (der VfB Stuttgart hatte ein Torverhältnis von 100:36), der die Liga aufmischte und große Euphorie um den Verein auslöste. Einen persönlichen Höhepunkt erlebte Hitzfeld am vorletzten Spieltag beim 8:0-Heimsieg über den SSV Jahn Regensburg (13. Mai 1977), als ihm sechs Tore gelangen und er einen Zweitliga-Rekord aufstellte, der bis heute Bestand hat. 1977/78 absolvierte Hitzfeld seine einzige Bundesliga-Spielzeit und kam verletzungsbedingt auf nur fünf Tore in 22 Einsätzen. Nach drei Jahren in Stuttgart kehrte der gesundheitlich angeschlagene Hitzfeld in die Schweiz zurück und wechselte zum FC Lugano.

Mit dem Verein aus dem Tessin stieg Hitzfeld in seiner Premierensaison 1978/79 aus der zweitklassigen Nationalliga B in die höchste Spielklasse auf. Allerdings wurde Lugano in der Folgesaison mit nur einem Sieg und sieben Punkten enttäuschender Tabellenletzter. Hitzfeld verließ daraufhin den Verein und wechselte 1980 zum FC Luzern, für den er drei Jahre in der Nationalliga A aktiv war. Im Juni 1983 beendete Hitzfeld seine aktive Spielerkarriere mit 34 Jahren.

Karriere als Trainer Vereine in der Schweiz Nach Beendigung seiner Laufbahn wollte Hitzfeld eigentlich den Vorbereitungsdienst für die Realschule in den Fächern Mathematik und Sport beginnen, doch das Staatliche Schulamt verlangte eine zusätzliche Nachprüfung, da sein Studium schon zu lange her sei. Hitzfeld lehnte ab und schlug stattdessen eine professionelle Trainerlaufbahn ein und übernahm im Sommer 1983 den SC Zug.Interview mit Ottmar Hitzfeld, Der Sonntag vom 10. August 2014, S. 3. Er führte den Verein auf Anhieb aus der Nationalliga B in die höchste Liga. Trotz des Aufstiegs verließ er den SC Zug aufgrund von Differenzen mit dem Vereinspräsidenten und nach nur einem Jahr wechselte Hitzfeld 1984 zum FC Aarau. Auch in Aarau arbeitete Hitzfeld schnell erfolgreich und wurde schon in seiner Premierensaison (1984/85) Vizemeister und gewann zum ersten Mal in der Klubgeschichte den Schweizer Cup. Im Finale am 27. Mai 1985 hatte Hitzfelds Mannschaft Neuchâtel Xamax mit 1:0 bezwungen.Schweizer Fußball-Statistik, www.rogerkaufmann.ch Nach dieser erfolgreichen Spielzeit erhielt er die Auszeichnung als Schweizer Fußballtrainer des Jahres 1985. Hitzfeld blieb drei weitere Spielzeiten beim FC Aarau, bevor er am 1. Juli 1988 zum Rekordmeister Grasshopper Club Zürich wechselte. Die Hoppers waren eine nationale Spitzenmannschaft, deren sportliches Grundgerüst aus Nationalspielern wie Martin Brunner, Marcel Koller, Mats Gren, Thomas Bickel, Wynton Rufer und Alain Sutter bestand. Als Trainer des GCZ war Hitzfeld sehr erfolgreich und wurde mit dem Klub zweimal Meister (1989/90, 1990/91), zweimal Pokalsieger (1989, 1990) sowie Supercup-Sieger (1989). Nach fünf Titeln zählte er zu den renommiertesten Trainern der Schweiz, und Bundesliga-Vereine wurden auf ihn aufmerksam.

Borussia Dortmund Nach der enttäuschenden Saison 1990/1991, die Borussia Dortmund nur auf Platz zehn beendet hatte, wurde Trainer Horst Köppel am 1. Juli 1991 durch Ottmar Hitzfeld ersetzt. Der in Deutschland relativ unbekannte Hitzfeld traf bei seinem neuen Verein auf Co-Trainer Michael Henke, mit dem er die kommenden 13 Jahre zusammenarbeiten sollte. Hitzfeld traf mutige Personalentscheidungen, indem er Publikumsliebling Teddy de Beer durch den Nachwuchstorhüter Stefan Klos ersetzte und für den Angriff den Schweizer Stéphane Chapuisat verpflichtete, der 20 Tore erzielte. Nach einem mäßigen Saisonstart blieb Dortmund 19 Spiele in Serie ungeschlagen und übernahm zeitweise die Tabellenführung. Zusammen mit Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart lieferte sich der BVB einen der spannendsten Titelkämpfe der Bundesliga-Geschichte. Vor dem letzten Spieltag lagen die drei Teams punktgleich (jeweils 50:24) auf den ersten drei Plätzen. Der BVB ging als Tabellendritter in das Meisterschaftsrennen und führte ab der 9. Minute die Tabelle an, bis dem VfB Stuttgart in der 86. der Siegtreffer in Leverkusen gelang, der ihm die Meisterschaft brachte. Beide profitierten von der gleichzeitigen Niederlage des bisherigen Tabellenführers Eintracht Frankfurt. Trotz des verpassten Titels, löste die überraschende Vize-Meisterschaft aus der Saison 1991/92 eine große Euphorie rund um Borussia Dortmund aus.

In den beiden folgenden Jahren (1992/93 und 1993/94) setzte sich Dortmund zwar in der Spitzengruppe der Bundesliga fest, jedoch waren die Leistungen zu selten konstant. Sie wurden zweimal Tabellenvierter, ohne ernsthaft in den Meisterschaftskampf einzugreifen. Auf internationaler Bühne erreichte Hitzfeld mit seiner Mannschaft im Mai 1993 erstmals seit 27 Jahren wieder ein europäisches Finale. Der BVB traf im UEFA-Pokalfinale auf den italienischen Vertreter Juventus Turin, blieb allerdings in den beiden Endspielen chancenlos (1:3, 0:3). Die ambitionierte Vereinsführung der Borussen um Manager Michael Meier und Präsident Gerd Niebaum investierte hohe Transfersummen in den Spielerkader. Somit wechselten vor allem die deutschen Nationalspieler Stefan Reuter, Matthias Sammer, Karl-Heinz Riedle, Andreas Möller und der Brasilianer Júlio César aus der italienischen Serie A zu Borussia Dortmund. Aufgrund der namhaften Verpflichtungen zählten sie vor der Saison 1994/95 zu den Titelanwärtern. Hitzfeld gelang es rund um Kapitän Michael Zorc, Matthias Sammer und Andreas Möller eine geschlossene Einheit zu formen, die auch den verletzungsbedingten Ausfall zahlreicher Leistungsträger kompensierte und setzte dabei auch auf Nachwuchstalente. Die defensiv kompakt stehenden Borussen kassierten in der Bundesliga nur 33 Gegentore und führten die Tabelle lange Zeit an. Sie lieferten sich einen intensiven Titelkampf mit Werder Bremen, der sich erst am letzten Spieltag (17. Juni 1995) entschied. Im heimischen Westfalenstadion gewann die Mannschaft mit einem Punkt Vorsprung die ersehnte erste Meisterschaft seit 1963. Der Erfolg versetzte den Verein aus dem Ruhrgebiet in einen regelrechten Ausnahmezustand. Trainer Hitzfeld, dem man aufgrund seines obligatorischen Trenchcoats und seines besonnen Auftretens den Spitznamen Gentleman verpasst hatte, attestierte man die notwendige Siegermentalität.

Hitzfeld wurde mit Dortmund auch in der Saison 1995/96 Deutscher Meister. In der Saison 1996/97 gelang der Gewinn der Champions League, durch einen 3:1-Endspielsieg über Titelverteidiger Juventus Turin in einer Neuauflage des Finales von 1993. Nach dem Gewinn des Champions-League-Titels erklärte Hitzfeld seinen Rücktritt als Trainer. Im Anschluss an seinen Rücktritt bemühte sich Real Madrid um Hitzfeld als Nachfolger des Italieners Fabio Capello. Hitzfeld lehnte allerdings aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse abDarum sagte das heutige Geburtstagskind Ottmar Hitzfeld einst Real Madrid ab, Tribuna, 12. Januar 2023 und trat stattdessen das Amt als Sportdirektor von Borussia Dortmund an. Sein Nachfolger als BVB-Trainer wurde Nevio Scala, mit dem der Verein im Herbst 1997 den Weltpokal gewann.

Bayern München Am 1. Juli 1998 wurde Hitzfeld Trainer des FC Bayern München. Mit diesem Verein gewann er in sechs Spielzeiten die deutschen Meisterschaften der Saisons 1998/99, 1999/2000, 2000/01, 2002/03 und den DFB-Pokal der Saisons 1999/2000 und 2002/03, die UEFA Champions League der Saison 2000/01 sowie den Weltpokal des Jahres 2001.

Hitzfelds bis 2005 laufender Vertrag wurde vorzeitig zum 30. Juni 2004 vom FC Bayern aufgelöst, nachdem die Mannschaft in der Saison 2003/04 keinen Titel gewonnen hatte. Die Art und Weise der Entlassung wurde in den Medien sowie innerhalb des Vereins kontrovers diskutiert. Hitzfelds Nachfolger wurde Felix Magath. Im November 2011 gab Hitzfeld in einer Fernsehsendung des Senders Sport1 zu, dass er nach der sechsjährigen Bayern-Zeit kurz vor einem Burnout gestanden habe. Er habe selbst keine Kraft mehr gehabt, das Arbeitsverhältnis im Jahr 2004 zu beenden.