mini|hochkant=1.3|Hauptstraße in Schnabelwaid
Schnabelwaid (oberfränkisch: SchnellwaJ. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 48. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „šnelwɒ“.) ist ein Markt im Landkreis Bayreuth (Regierungsbezirk Oberfranken). Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Creußen.
Geografie Lage Schnabelwaid liegt an den zwischen Pegnitz und Bayreuth auf gleicher Trasse verlaufenden Bundesstraßen B 2 und B 85 unweit der Bundesautobahn 9, zu deren Anschlussstelle 43 Trockau eine direkte Straßenverbindung besteht. Das Gemeindegebiet ist überwiegend bewaldet. Durch das Gemeindegebiet fließt in Nord-Süd-Richtung der Weihergraben. Östlich des Gemeindeteiles Craimoos befindet sich der Craimoosweiher. Dieser steht unter Naturschutz und ist für bedrohte Vogel-, Insekten- und Pflanzenarten ein wichtiger Lebensraum. Im Jahre 2014 wurde am Ufer ein Vogelbeobachtungsturm gebaut.
Gemeindegliederung Der Markt Schnabelwaid hat 8 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Außerdem gibt es die Wohnplätze Dammühle, Schönfelder Mühle und Ziegler.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Preunersfeld, Schnabelwaid und Schnabelwaider Kütschenrain. Die Gemarkung Schnabelwaid hat eine Fläche von 6,824 km². Sie ist in 1317 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5181,57 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Schönfeld.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Creußen, Prebitz und Pegnitz.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung mini|hochkant=1.3| Der Ort wurde 1366/67 als „Snabelweyde“ erstmals schriftlich erwähnt.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 199. Dem Ortsnamen liegt wohl der Flurname ‚Schnabel(vogel)weide‘ zugrunde. Als Schnabelvögel wurden Wildenten, Wasserhühner, Schnepfen u. a. bezeichnet, die es in der Gegend wohl in großer Zahl gab.J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 48.
Seit 1402 gab es im Ort ein Schloss. Dieses gehörte den Herren von Leuchtenberg. Zu dem Schloss gehörten grundherrschaftliche Ansprüche in umliegenden Dörfern und Höfen. 1410 verkauften diese ihre Ansprüche an die Herren von Künsberg für 5000 Gulden. Seit 1443 durften die Künsberger auch das Hochgericht über ihren Besitz ausüben. Die Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth erwarben im Jahr 1668 den Ort samt Rechten und Zugehörungen. Das Amt Schnabelwaid wurde in das brandenburg-bayreuthische Oberamt Creußen eingegliedert. 1696 wurde der Schnabelwaider Komplex an die Herren von Bibra verkauft. 1750 erfolgte der Rückkauf durch die Markgrafen.A. Schädler: Landkreis Pegnitz, S. 503.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Schnabelwaid aus 73 Häusern und 54 Scheunen. Dazu gehörten 318 Tagewerk Acker, 203 Tagewerk Wiesen, 8 Tagewerk Gärten und 245 Tagewerk Weideflächen und 29 Tagewerk Wald. Schnabelwaid unterstand bis 1780 dem brandenburg-bayreuthischen Oberamt Pegnitz,J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 156. danach für kurze Zeit dem Oberamt Creußen. Von 1791/92 bis 1810 waren das preußische Justiz- und Kammeramt Pegnitz die übergeordneten Institutionen. Danach kam Schnabelwaid an das Königreich Bayern und wurde Sitz eines Landgerichtes.
Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Schnabelwaid gebildet. Zu diesem gehörten Langenreuth, Preunersfeld, Schönfeld, Stemmenreuth und Zips. Etwas später entstand die Ruralgemeinde Schnabelwaid ohne weitere Orte. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Schnabelwaid zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,709 km².
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Zips eingegliedert.
Demographie Einwohnerentwicklung Gemeinde Schnabelwaid Jahr 1987 1995 2000 2007 2010 2013 2016 2019 2022Einwohner 893 1015 1004 1014 984 997 975 968 932HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 2022 als Wohngebäude. 248 305 305 309 312Quelle
Ort Schnabelwaid (=Gemeinde Schnabelwaid bis zur Gebietsreform) Jahr 1799 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987Einwohner 438 401 503 537 485 495 546 545 877 660 642 579 561 589 550 521 493 500 482 483 766 805 733 772 704Häuser 73 77 88 87 88 92 99 129 189Quelle
Religion mini|hochkant|Maria-Magdalena-Kirche 65 % der Einwohner sind evangelisch, 23 % katholisch.Zensus 2011 Die evangelische Maria-Magdalena-Kirche gehört zum Dekanat Pegnitz der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Die katholische Filialkirche St. Otto gehört zur Pfarrei St. Marien mit Sitz in Creußen, Erzbistum Bamberg.
Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit dem 21. Januar 2007 Hans-Walter Hofmann (CSU). Bei der Kommunalwahl am 2. März 2008 setzte sich Hofmann erneut mit 53,09 % gegen Rüdiger Goller (SPD) durch. Am 16. März 2014 wurde Hofmann mit 57,12 % im Amt bestätigt. Nach der dritten Wahlniederlage gegen Hofmann erklärte Goller seinen endgültigen Rückzug aus der Kommunalpolitik.
Gemeinderat Der Gemeinderat setzt sich ab März 2020 wie folgt zusammen: CSU 4 Sitze (2014: 5 Sitze) FWG 4 Sitze (2014: 4 Sitze) SPD 0 Sitze (2014: 3 Sitze)
Bürgermeisterwahl am 21. Januar 2007 Bürgermeister war seit dem 26. September 2006 der Zweite Bürgermeister Hans-Walter Hofmann (CSU), da Bürgermeister Wilhelm Friedrich (SPD) im Alter von 74 Jahren verstorben war. Neuwahlen fanden am 21. Januar 2007 statt. Am Wahlabend wurde der Kandidat der SPD, Rüdiger Goller, als knapper Sieger ausgerufen. Doch schon am nächsten Tag stellte sich heraus, dass die Stimmen falsch ausgezählt worden waren und der CSU-Kandidat Hans-Walter Hofmann die Wahl mit nur sieben Stimmen Vorsprung gewonnen hatte. Für fast sieben Wochen rückte Schnabelwaid in den Mittelpunkt des Interesses von Presse, Rundfunk und Fernsehen: Die Wahl wurde vom SPD-Bewerber angefochten und Strafanzeige erstattet.Nürnberger Nachrichten vom 31. Januar 2007 Es war gut fünf Wochen lang umstritten, ob die Wahl rechtmäßig war, da es bei der Auszählung am Wahlabend zu einer Vielzahl von Verstößen gegen die Wahlordnung gekommen war und auch die Nachzählung am Montag nicht vom Wahlleiter autorisiert wurde. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth konnte Manipulationen ausschließen und stellte am 12. Februar 2007 ihre Ermittlungen ein. Das Landratsamt Bayreuth stellte am 2. März 2007 fest, dass die Wahl gültig ist. Am 15. März 2007 erklärte der unterlegene SPD-Kandidat, dass er aufgrund der erwarteten langen Verfahrensdauer auf eine gerichtliche Nachprüfung verzichte.Nordbayerischer-Kurier, Online-Version vom 16. März 2007
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler mini|hochkant|Schloss Schnabelwaid
evangelische Maria-Magdalena-Kirche Schloss Schnabelwaid
Wandern Durch Schnabelwaid verläuft der Fränkische Marienweg.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 73 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 345. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 24 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 648 Hektar, davon waren 369 Hektar Ackerfläche.
Verkehr mini|Bahnhof Straßenverkehr Die Bundesstraße 2 führt nach Creußen (4,5 km nordöstlich) bzw. nach Pegnitz (7,5 km südwestlich). Die Kreisstraße BT 22 führt nach Lindenhardt zur Staatsstraße 2184. Gemeindeverbindungsstraßen führen über Preunersfeld nach Engelmannsreuth zur Staatsstraße 2120 (4 km östlich) und nach Schönfeld (1,7 km südlich).
Schienenverkehr Der erste Bauabschnitt der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb führte bis Schnabelwaid und wurde im Juli 1877 eröffnet, ebenso die eingleisige Strecke nach Bayreuth. Die Fortführung bis Marktredwitz und weiter zum Grenzbahnhof Schirnding wurde im folgenden bzw. übernächsten Jahr fertiggestellt. Heute wird der im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) gelegene Bahnhof Schnabelwaid von Zügen der Linien RE 30 und RE 32 bedient. Anschluss in Richtung Bayreuth und Nürnberg besteht jeweils im Zweistundentakt; zur Fahrt nach Marktredwitz muss in Pegnitz umgestiegen werden.
Persönlichkeiten Heinrich von Bibra (1711–1788), Fürstbischof und Abt von Fulda Carl Wilhelm Eduard Naegelsbach (1815–1880), evangelisch-lutherischer Theologe, Bibelausleger und Hebraist Wilhelm Götz (1844–1911), Gefängnispfarrer, Lehrer und Geograph Friedrich Zagel (1893–1979), Landrat
Literatur
Weblinks
Gemeinde Schnabelwaid
Einzelnachweise
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