Der Renault 19 (kurz R19) ist ein Pkw der Kompaktklasse von Renault. Das Modell wurde von Mitte 1988 bis Anfang 1997 hergestellt. Sein Motor hat vier Zylinder und (mit Ausnahme des Modell 16V) acht Ventile und ist vorn quer in einer Flucht mit dem Getriebe eingebaut. Er treibt die Vorderräder an, die einzeln an Querlenkern und MacPherson-Federbeinen aufgehängt sind. Auch die Hinterräder sind einzeln an parallelen Schwingenhttp://maybach300c.blogspot.com/2012/08/16-front-wheel-drive.html aufgehängt. Sie sitzen mit ihren Drehstabfedern an einem Hilfsrahmen. Die Bremse arbeitet mit Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten, die Lenkung mit Ritzel und Zahnstange.

Geschichte Im November 1983 begannen die ersten Entwicklungsarbeiten am Renault 19, dessen Projektleitung Jacques Cheinisse übernahm. Unter dem Code X-53 gab es dann je nach Modelltyp des R19 noch andere Codenamen: B53 für den Fünftürer, C53 für den Dreitürer, L53 für den Chamade und D53 für das Cabrio.Renault Modelltypenübersicht auf Mobilverzeichnis.de (abgerufen am 31. Dezember 2013)

Nach acht Monaten stand die Karosserieform fest und nach dreizehn Monaten der Innenraum. Bis zum April 1986 wurde der Innenraum immer wieder angepasst und mit Testfahrzeugen ca. 7,5 Millionen Kilometer gefahren.Allgemeine Fakten zum Renault 19 im Wiki der Renault World (abgerufen am 31. Dezember 2013)

Im Juni 1988 stellte Renault den Renault 19 offiziell vor. Der Verkauf in Frankreich startete am 5. September 1988 und in Deutschland am 19. Januar 1989.Geschichte Renault 19 auf Renault19world.de (abgerufen am 31. Dezember 2013)

Mit dem Erscheinen des R19 wurden die Vorgänger Renault 9 und Renault 11 ab Dezember 1988 nicht mehr produziert. Im September 1989 folgte die Stufenhecklimousine mit dem Namenszusatz Chamade (zu deutsch: Herzflimmern).

Das Cabriolet wurde im Auftrag von Renault von Karmann in Deutschland entwickelt und ab Mitte 1991 im Werk Rheine gefertigt.Über Renault 19 auf Auto-Motor-Und-Sport.de (abgerufen am 31. Dezember 2013) Die Produktionszeit für ein Fahrzeug inklusive Sicherheits- und Qualitätsprüfungen lag bei rund 16 Stunden.

Der Designer Giorgio Giugiaro konzipierte mit Hilfe von aerodynamischen Versuchen eine Form mit geringem Luftwiderstand. Der Grill ist zwischen den Scheinwerfern nur angedeutet und die Außenspiegel strömungsgünstig ausgearbeitet. Auf die Regenleisten am Dach wurde verzichtet. So kam das Fahrzeug auf einen Luftwiderstandsbeiwert (cw) von 0,31; die ab Herbst 1990 verkaufte Sport-Variante 16V mit Heckabrisskante erreichte 0,30.Daten zum Renault 19 auf Autobild.de (abgerufen am 31. Dezember 2013)

Die Fahrzeuge wurden in Europa von Mitte 1988 bis Anfang 1997 in modernisierten Produktionsstraßen in Douai und Maubeuge (Frankreich), Valladolid (Spanien) sowie Setúbal (Portugal) produziert. Bis zum Jahr 2000 wurde der Renault 19 auch in Santa Isabel (Brasilien) sowie in Córdoba (Argentinien) für den lateinamerikanischen Markt gebaut.Renault R 19 auf Im-Auto.de (abgerufen am 31. Dezember 2013)

In den Jahren 1990 bis 1994 war der Renault 19 das meistverkaufte Importauto in Deutschland und wurde 1991 (97.262) und 1992 (97.086) jeweils fast 100.000-mal verkauft. Diese Zahlen wurden in den Folgejahren von keinem anderen Importauto auch nur annähernd erreicht (zum Vergleich: der Škoda Octavia wurde als meistverkaufter Importwagen von 2005 nur 51.015-mal verkauft). Erst 2009 erreichte der Škoda Fabia – dank der Abwrackprämie – mit 103.645 verkauften Exemplaren eine noch höhere Zulassungszahl in einem Kalenderjahr.

Insgesamt wurden vom R19 während seiner Bauzeit über 460.000 Exemplare allein in Deutschland verkauft. Gemeinsam mit dem im Juni 1990 erschienenen Clio war er somit die Stütze von Renaults Aufschwung Anfang der 1990er Jahre. Der R19 war auch in den neuen Bundesländern ein Erfolg und dort zeitweise hinter dem Opel Kadett das meistverkaufte Auto – noch vor dem VW Golf. Der R19 war das letzte Renault-Modell, das eine Zahl als Namen trug.

Modellpflege Im April 1992 wurde der R19 einem umfassenden Facelift unterzogen. Diese Fahrzeuge sind Renault-typisch für die überarbeiteten Modelle als Phase 2 bekannt. Das Stufenheck trug von da an den Zusatz Bellevue.

Die Modellreihe wurde in Europa bis Herbst 1995 hergestellt und vom Mégane als Nachfolger abgelöst. Nach Beendigung der Produktion in Europa wurde er noch bis 2000 in Argentinien und der Türkei hergestellt.

Nach dem Produktionsende von Schräg- und Stufenheck wurde die offene Version in Renault Cabriolet umbenannt und bis Anfang 1997 weiter gebaut.

Schwachstellen Bekannte Schwachstellen der Karosserie sind die hinteren Radläufe der Schräg- und Stufenheckmodelle sowie die vordere Haubenkante der Modelle nach der Überarbeitung im Frühjahr 1992.

Die Modelle mit Ottomotor sind nicht E10-verträglich.Liste der nicht E10-geeigneten Renault-PKW-Modelle

Motoren Ottomotoren Modell Versionen Hubraum Max. Leistung Max. Drehmoment Gemischaufbereitung Motorcode 0–100 km/h Vmax Bauzeitraum1.2RL, RN, RT1171 cm³43 kW (58 PS) bei 6000 min−185 Nm bei 4000 min−1EinspritzungE7F 155 km/h04/1992–10/19951.4 1397 cm³44 kW (60 PS) bei 5250 min−1101 Nm bei 2750 min−1VergaserC1J 05/1988–12/1989TR, GTR, RL, RN1390 cm³43 kW (58 PS) bei 4750 min−1100 Nm bei 3000 min−1EinspritzungC3J14,8 s161 km/h01/1989–10/1995TS, GTS, TSE59 kW (80 PS) bei 5750 min−1108 Nm bei 2750 min−1VergaserE6J13,0 s176 km/h05/1988–12/1989RL, RN58 kW (79 PS) bei 6000 min−1107 Nm bei 3500 min−1EinspritzungE7J12,2 s173 km/h11/1993–10/19951.7TS, GTS, TSE1721 cm³55 kW (75 PS) bei 5000 min−1125 Nm bei 3250 min−1VergaserF2N 09/1988–12/1989GTX, TXE68 kW (92 PS) bei 5750 min−1138 Nm bei 3000 min−111,0 s183 km/hGTS, TSE54 kW (73 PS) bei 5000 min−1127 Nm bei 2750 min−1EinspritzungF3N-L-74012,3 s171 km/h10/1989–10/1995TXE66 kW (90 PS) bei 5250 min−1140 Nm bei 3000 min−1F3N-N-74210,7 s185 km/h09/1988–02/1997TXI79 kW (107 PS) bei 5800 min−1151 Nm bei 4000 min−1F3N10,9 s190 km/h06/1990–04/19921.8sRT1794 cm³65 kW (88 PS) bei 5750 min−1142 Nm bei 2750 min−1F3P10,9 s181 km/h04/1992–05/19941783 cm³66 kW (90 PS) bei 5750 min−1144 Nm bei 2750 min−105/1994–02/19971.8iRT1794 cm³80 kW (109 PS) bei 5500 min−1160 Nm bei 4250 min−1F3P 7008,7 s198 km/h04/1992–05/19941783 cm³79 kW (107 PS) bei 5500 min−1158 Nm bei 4250 min−1F3P 68205/1994–02/199716V16V1764 cm³99 kW (135 PS) bei 6500 min−1158 Nm bei 4250 min−1F7P 7048,5 s208 km/h06/1990–02/1997Dieselmotoren Modell Versionen Hubraum Max. Leistung Max. Drehmoment Gemischaufbereitung Motorcode 0–100 km/h Vmax Bauzeitraum1.9dTD, GTD, TDE, RL, RN, RT1870 cm³47 kW (64 PS) bei 4500 min−1118 Nm bei 2250 min−1WirbelkammereinspritzungF8Q15,7 s161 km/h09/1988–10/19951.9dTTurbo D, Turbo DX, RN, RT66 kW (90 PS) bei 4250 min−1175 Nm bei 2250 min−1F8QT11,4 s183 km/h09/1990–10/1995

Sicherheit auto motor und sport unterzog im Jahr 1992 den Renault 19 gemeinsam mit sechs weiteren Modellen der Kompaktklasse einem Offset-Crashtest mit 50 % Überdeckung und einer Aufprallgeschwindigkeit von 55 km/h. Der Renault 19 schnitt dabei schlechter ab als VW Golf III und Opel Astra F und besser als Citroën ZX, Seat Toledo, Ford Escort ’91 und Fiat Tipo.

Die Technische Universität Berlin führte im Jahr 2007 einen Crashtest-Vergleich zwischen einem Renault 19 Phase 2 ohne Gurtstraffer und Airbags und einem Renault Mégane II durch, um die Entwicklung der Kraftfahrzeugsicherheit im Laufe der letzten 10 Jahre zu demonstrieren. Die Fahrzeuge wurden mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h frontal gegen eine starre Wand gefahren. Aufgrund eines Fehlers in der Versuchsdurchführung lösten Gurtstraffer und Airbags im Renault Mégane II nicht aus, wodurch höhere Belastungen bei den Dummys als im Renault 19 festgestellt wurden. Begründet wurde dies mit der höheren Struktursteifigkeit des Mégane und den „weicher“ ausgelegten Gurten wegen aktiven, da rein mechanisch arbeitenden und deshalb vom Aktivierungszustand des Airbags unabhängigen, Gurtkraftbegrenzern.

Nach dem Abschlussbericht des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden 13.281 Renault 19 zugunsten der Umweltprämie zwischen dem 27. Januar 2009 und dem 31. Juli 2010 verschrottet.

Auszeichnungen 1989: „Auto des Jahres“ in Deutschland und Spanien 1990: „Auto des Jahres“ in Irland und Dänemark 1992: „Das Goldene Lenkrad“ (Klasse 2) 1993: „Auto des Jahres“ in Argentinien

Weblinks

Einzelnachweise

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