Die Bundesstraße 15 neu (auch Bundesstraße 15n, kurz B 15n) ist eine seit 2006 im Bau befindliche und seit 2011 teilweise fertiggestellte Bundesstraße in Deutschland. Mit ihrer Gesamtlänge von rund 130 km verläuft sie vollständig in Bayern. Nach ihrer Fertigstellung soll sie in Nord-Süd-Richtung von Regensburg (A 93-Nord) über Landshut (A 92) und das Inntal nach Rosenheim (A 8, A 93-Süd) führen. Während sich der Nordabschnitt bereits bis zum Kreuz Landshut im Betrieb befindet,B15neu jetzt bis zur A92 bei Essenbach befahrbar. In: BR24, 15. Dezember 2023. Abgerufen am 17. Dezember 2023. ist die südliche Weiterführung über die A 92 hinaus strittig und Gegenstand von Variantenüberlegungen (Stand 2015–2016).

Der Nordabschnitt bis zur A 92 ist durchgehend vierspurig mit Standstreifen (anfänglich mit RQ 26, aktuell mit RQ 28) ausgeführt. Es handelt sich um eine „gelbe Autobahn“. Eine spätere Umwidmung zur Bundesautobahn ist denkbar.

B 15n lautete zudem die offizielle Bezeichnung einer ehemaligen Schnellstraße vor ihrem Ausbau zur heutigen Bundesautobahn 93 im Streckenabschnitt zwischen der Anschlussstelle 19 (Falkenberg (Oberpfalz)/B 299) und der Einmündung in die ehemalige Bundesstraße 15, nahe der heutigen Anschlussstelle 25 (Weiden-Süd).

Der Bau der Bundesstraße 15n ist hinsichtlich seiner verkehrlichen Wirkung sowie aufgrund der landschaftlichen und ökologischen Eingriffe sehr umstritten und es gibt dagegen zahlreichen Widerstand in Bevölkerung und Politik.

Verlauf mini|300px|B15 neu – ca. 2 km vor dem Dreieck Saalhaupt

Die B 15n zweigt südlich von Regensburg bei Saalhaupt von der A 93 ab und soll über Landshut nach Rosenheim führen, wo sie nahe dem Autobahndreieck zur A 93 (Inntaldreieck) auf die A 8 stoßen soll. Sie verbindet damit wie die jetzige B 15 Regensburg mit Landshut und Rosenheim,Autobahndirektion Südbayern: JPG. Online auf: abdsb.bayern.de. Abgerufen am 29. Mai 2014. verknüpft aber darüber hinaus als autobahnähnliche Bundesstraße die Autobahnen A 93, A 92, A 94 und A 8 miteinander und bietet damit nach einer Fertigstellung eine alternative Nord-Süd-Verbindung zur bisherigen Münchner Ostumfahrung und zur B 299.

Fauna-Flora-Habitat Im Bereich der Raumordnungstrasse von 1977/78 liegen im Abschnitt von Landshut nach Rosenheim folgende Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung, die im Schutzgebietsnetz Natura 2000 gelistet sind: Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite (DE 7439-371) Isental mit Nebenbächen (DE 7739-371) – auch Thalhamer MoosLandkreis Mühldorf am Inn: . Online auf www.lra-mue.de. Abgerufen am 29. März 2015. genannt Innauen und Leitenwälder (DE 7939-301) Ebersberger und Großhaager Forst (DE 7837-371) Rotter Forst und Rott (DE 8038-371)Bundesamt für Naturschutz: Interaktiver Web-Mapping-Dienst „Schutzgebiete in Deutschland“ (Vorauswahl Natura 2000 – Gebiete). Online auf www.geodienste.bfn.de. Abgerufen am 4. März 2015.

Zwischen Haag und Rosenheim im Bereich der Anmeldetrasse 2013 zum Bundesverkehrswegeplan 2030 ergänzt folgendes Gebiet gemeinschaftlicher Bedeutung: Attel (DE 79383-719) – auch Atteltal genannt

Im Bereich der östlichen Umfahrung Landshuts kommt hinzu: Kleine Vils (DE 7539-371)

Gebietskörperschaften Bayern Landkreis Kelheim Marktgemeinde Bad Abbach, Gemeinde Hausen Landkreis Regensburg Marktgemeinde Schierling Landkreis Straubing-Bogen Marktgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg Landkreis Landshut Gemeinde Neufahrn, Marktgemeinde Ergoldsbach, Marktgemeinde Essenbach

Überquerte Gewässer Espergraben, bei Bad Abbach Paringer Graben, bei Schierling Große Laber, bei Schierling Allersdorfer Bach, bei Schierling Haselbach, bei Mallersdorf-Pfaffenberg Schaltdorfer Bach, bei Neufahrn Kleine Laber, bei Neufahrn Dörnbacher Graben, bei Ergoldsbach Goldbach, bei Ergoldsbach Gänsgraben, bei Essenbach Moosgraben, bei Essenbach

Geschichte mini|300px|Ursprüngliche A 93-Planung;blau: heutiger Autobahnausbau,orange: Planung aus dem Jahr 1976 – Linienführung später auf die B 15n übertragen Erste Planungen für eine Nord-Süd-Route im Osten Bayerns wurden Anfang der 1930er Jahre in Angriff genommen.Initiative Busse nach Berlin: Parlamentarischer Abend am 24. 2015 / Verkehrsinfrastrukturprojekte in der Metropolregion München, 2015, .PDF, online auf www.muenchen.de, abgerufen am 28. April 2019. In den sechziger Jahren wurde mit der Planung einer durchgehenden Autobahnverbindung über Landshut (Projektname: „Bundesautobahn A 93 Regensburg-Traunstein“) begonnen und 1972 von der Regierung Niederbayern das Raumordnungsverfahren eingeleitet. Mit der Aufgabe der ursprünglichen Zielrichtung südlich von Landshut nach Traunstein wurde das Verfahren ausgesetzt.

Mit geänderter Trassenführung Richtung Rosenheim (Autobahndreieck Inntal) wurde das Raumordnungsverfahren 1975 neu beantragt (Projektname: „Bundesautobahn A 93 Landshut–Rosenheim“). Dieses Verfahren wurde mit der landesplanerischen Beurteilung für den Abschnitt Landshut–Rosenheim durch die Regierung von Oberbayern (22. April 1976) und die Regierung von Niederbayern (22. Dezember 1977) abgeschlossen; für den Streckenabschnitt Regensburg–Landshut war dies bereits am 12. Dezember 1975 erfolgt.Deutscher Bundestag: [dipbt.bundestag.de/doc/btd/17/020/1702033.pdf Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Anton Hofreiter, Stephan Kühn, Winfried Hermann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/1844 – Neubau der Bundesstraße 15], .PDF, Drucksache 17/2033, 10. Juni 2010, online auf dipbt.bundestag.de, abgerufen am 23. April 2019.

Am 20. November 1978 wurde diese Linienführung durch den Bundesminister für Verkehr nach § 16 Bundesfernstraßengesetz zur landesplanerisch positiv beurteilten Trasse bestimmt und am 30. Juli 1980 diese Linienbestimmung auf die B 15 neu übertragenRegierung von Niederbayern: . PDF. Online auf: regierung.niederbayern.de. Abgerufen am 21. Mai 2014. und diese erstmals in den Bundesverkehrswegeplan 1980 aufgenommen. 1987 gab es die ersten genehmigten Vorentwürfe. Ab 1989 wurde mit der Einleitung von Planfeststellungsverfahren begonnen.Autobahndirektion Südbayern: . Vortrag von Präsident Lichtenwald beim Regionalplanungsverband Landshut vom 21. März 2012. PDF. Online auf: region.landshut.org. Abgerufen am 11. Juli 2014.

Somit ersetzt die B 15n die frühere Planung der A 93, denn diese wurde südlich von Regensburg (ab Saalhaupt) nicht nach Rosenheim, sondern zum Dreieck Holledau (A 9) geführt – das Teilstück zwischen den Dreiecken Saalhaupt und Holledau war ursprünglich als Teil der A 90 geplant. Die Trasse der B 15n entspricht in etwa dem Verlauf der Bundesstraße 15, jedoch streckenweise in größerem Abstand. Es ist deshalb möglich, dass die B 15 nach Fertigstellung der B 15n in Teilbereichen nicht zur Staatsstraße abgestuft wird, sondern als Bundesstraße bestehen bleibt.

2003 wurde die B 15n in den Bundesverkehrswegeplan 2003 (BVWP 2003) und in das Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP) aufgenommen. Das Kostennutzenverhältnis wurde darin für den Abschnitt zwischen der A 93 und A 94 mit 3,2 errechnet und für den Abschnitt von der A 94 bis zur A 8 mit 3,3.

Im Abschnitt Regensburg – A 94, wurde sie als rasch zu verwirklichende bzw. fertigzustellende Bundesfernstraße genannt. Mit der Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes wurde durch die Bayerische Staatsregierung (August 2006) das Ziel einer zügigen Planung und Verwirklichung der B 15 neu von Regensburg bis Rosenheim formuliert. Im Landesentwicklungsprogramm 2013 wird eine zügige Realisierung der bayerischen Straßenbauprojekte des BVWP 2003 eingefordert und auf die 2015 anstehende Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans hingewiesen.Bayerische Staatsregierung: . 1. September 2013. PDF. Online auf www.landesentwicklungsplan-bayern.de. Abgerufen am 2. Januar 2015. Der am 12. 2013 für den Bundesverkehrswegeplan 2030 eingereichte Entwurf einer Trassenführung wich in einigen Abschnitten von der Raumordnungstrasse aus den Jahren 1976/77 ab.Autobahndirektion Südbayern: Online auf: abdsb.bayern.de. Abgerufen am 28. Mai 2014. Im März 2015 wurde dieser durch einen neuen Entwurf mit zwei Alternativtrassen ersetzt.

Verkehrsaufkommen Zählungen Nach der Fertigstellung der A 93 betrug 2002 das Verkehrsaufkommen bei Regensburg 60 bis 70 Tausend Fahrzeuge pro Tag.

Aktuell verkehren auf der B 15 (alt) streckenweise etwa 10.000 und in einzelnen Bereichen bis zu 18.000 Kraftfahrzeuge pro Tag. Der Schwerlastanteil beträgt bis zu 27 Prozent.Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur: . 2. Dezember 2013. Online auf bmvi.de. Abgerufen am 10. August 2014. Gemäß nachfolgendem Diagramm liegt mancherorts die Verkehrsbelastung bei 5.000 Fahrzeugen täglich. In den Bereichen Landshut und Rosenheim liegen diese Werte durch den Quell- und Zielverkehr deutlich darüber. Die größte Verkehrszunahme entlang der B 15 fand zwischen den Jahren 1970 und 1990 statt, schwächte sich dann im Folgejahrzehnt ab. Zwischen 2000 und 2010 gab es keine wesentliche Verkehrszunahme; erheblich zugenommen hat dafür der Quell- und Zielverkehr im Raum Landshut und vor allem im Raum Rosenheim.

An den vier Dauerzählstellen der B 15 bei Hof (Nr. 9113), Maxhütte-Haidhof (Nr. 9281), Ergoldsbach (Nr. 9300) und Soyen (Nr. 9301) beträgt der Anteil an Lastkraftwagen am täglichen Gesamtaufkommen zwischen sieben und 14 Prozent.

mini|x200px|2004 bis 2016*): Durchschnittliches Verkehrsaufkommen Lkw auf der B 15 entlang der vier DauerzählstellenQuelle: BAYSIS-DatenbankOberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr: . Online auf www.baysis.bayern.de. Abgerufen am 21. März 2021.

An den vier zuvor genannten Dauerzählstellen entlang der B 15 lag der Anteil an Lastkraftwagen am täglichen Gesamtaufkommen zwischen 2004 und 2016 (1. Quartal) zwischen 400 bei Maxhütte-Haidhof und 2.200 bei Ergoldsbach.

mini|Verkehrsaufkommen auf der B 15 neu an der Anschlussstelle Schierling erfasst durch die Dauerzählstelle 9254Quelle: BAYSIS-Datenbank

An der B 15 neu gibt es derzeit nur eine Dauerzählstelle: Nummer 9254 Anschlussstelle Schierling. Diese ist seit 2012 in Betrieb. 2012/2013 befuhren im Tagesdurchschnitt etwa 6.000 Fahrzeuge die B 15 neu. Nach der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts bis Ergoldsbach (Verkehrsfreigabe am 2. Dezember 2013) nahm der Verkehr im Folgejahr zu. Die Werte für die Jahre 2015 und 2016 (1. Quartal) liegen mit zirka 11.100 (in der Spitze 15.982) Fahrzeugen nahezu konstant. Nach 15,30 % im Jahr 2014 nahm der LKW-Anteil 2015 auf 14,9 % ab und lag im 1. Quartal 2016 bei 15,13 %. Zwischen den Anschlussstellen Schierling Nord und Schierling Süd verkehrten 2014 auf der B 15 neu durchschnittlich knapp 10.000 Fahrzeuge pro Tag (in Spitzenzeiten bis zu 13.000). Davon sind 1.600 (in Spitzenzeiten bis zu 2.700) Fahrzeuge dem Schwerlastverkehr zuzuordnen.Landshuter Zeitung: B15neu: Entlastung für die Ortsdurchfahrten, 2. August 2014.