Der Dreiblättrige Baldrian (Valeriana tripteris) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Baldriane (Valeriana) innerhalb der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae).

Beschreibung

mini|links|Blütenstand mini|Habitus und Blütenstand

Vegetative Merkmale Dreiblättriger Baldrian wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern hoch. Die Spreiten der Grundblätter sind deutlich herzförmig. Die oberen Stängelblätter sind dreischnittig, selten fünfschnittig oder ungeteilt. Die Laubblätter sind kahl bis dicht, fast graufilzig behaart.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von April bis Juli. Die Blütenkrone ist weiß bis blass-rosafarben.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16, auch für die Unterarten Valeriana tripteris subsp. tripteris und Valeriana tripteris subsp. austriaca.

mini|Habitat Vorkommen Das Verbreitungsgebiet des Dreiblättrigen Baldrians sind Gebirge Europas von den Vogesen bis zu den Karpaten, weiters bis Nordspanien, dem südlichen Italien und dem nördlichen Griechenland. Es gibt Fundortangaben für Spanien, Andorra, Frankreich, Korsika, Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Slowenien, Serbien, Kroatien, Ungarn, Tschechien, Polen, Slowakei, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Bulgarien, Rumänien, Albanien, Griechenland und die Ukraine. In den Allgäuer Alpen steigt er bis über 2000 Meter auf; Sonst steigt er bis in Höhenlagen von 2700 Metern auf. Der Dreiblättrige Baldrian ist in Österreich insgesamt häufig, fehlt aber im Burgenland und Wien. In Deutschland kommt der Dreiblättrige Baldrian in den Alpen und im Vorland in Bayern und Baden-Württemberg vor. In Mitteleuropa kommt er auch in den Vogesen und im Schweizer Jura vor.

Standorte dieser kalkliebende Pflanze sind meist feucht-schattige Felshänge, Felsspaltengesellschaften, Felsblöcke in Wäldern in der montanen bis subalpinen Höhenstufe. Sie ist eine Charakterart der Klasse Aplenietea trichomanis.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).

mini|Illustration aus Sturm Systematik Valeriana tripteris wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1, S. 32, erstveröffentlicht.

Je nach Autor gibt es etwa drei oder zwei Unterarten: Valeriana tripteris subsp. tripteris: Sie kommt in Spanien, Andorra, Italien und in Deutschland vor. Sie kommt meist auf kalkarmer Unterlage vor. Sie besitzt behaarte Blattstiele bei den Grundblättern, aber die Stängelblätter sind kahl oder nur spärlich behaart. Valeriana tripteris subsp. tarraconensis : Sie kommt nur in Spanien vor. Valeriana tripteris subsp. austriaca : Sie hat kahle Blattstiele bei den grundständigen Laubblättern. Valeriana tripteris subsp. tomentella : Sie hat beiderseits behaarte Laubblätter.

Quellen Literatur Oskar Angerer, Thomas Muer: Alpenpflanzen. Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-3374-1. Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Einzelnachweise D. J. Ockendon: Valeriana. In: (Valeriana tripteris - aus dem unveränderten Nachdruck von 2010), ISBN 978-0-521-15367-6. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 536. E. von Raab-Straube, T. Henning, 2017+: Valerianaceae. Datenblatt Valeriana tripteris In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Gerald Parolly: Caprifoliaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage, Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 841.

Weblinks

Thomas Meyer: Baldrian Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

Kategorie:Baldriangewächse Kategorie:Alpenflora