Die Liste von Zwischenfällen mit der Vickers Viking zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen des Typs Vickers Viking.
Von 1946 bis 1965 wurden 57 Viking zerstört, 55 davon durch Unfälle. Dies ist mit rund 34 Prozent eine ganz ungewöhnlich hohe Quote für ein Nachkriegs-Verkehrsflugzeug. Bei 22 davon gab es insgesamt 342 Todesopfer.Unfallstatistik Vickers Viking, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. Januar 2016. Vollständige Liste:
1940er-Jahre Am 23. April 1946 wurde in einer Vickers Viking 1A des britischen Herstellers Vickers-Armstrongs (Luftfahrzeugkennzeichen G-AGOK) das Triebwerk Nr. 2 (rechts) zu Erprobungszwecken abgestellt. Vier Minuten später fiel das Triebwerk Nr. 1 (links) aus und konnte nicht mehr angelassen werden. In der Nähe des Flugplatzes Wisley (England) wurde eine Bauchlandung durchgeführt. Dabei wurde das Flugzeug irreparabel beschädigt. Alle vier Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen auf dem Testflug, überlebten den Unfall. Es war der erste Totalverlust einer Viking.
Am 30. November 1946 stürzte eine Vickers Viking 1 der Fuerza Aérea Argentina (T-1) am Flughafen Buenos Aires-El Palomar ab, als die Maschine nach Triebwerksproblemen zur Landung zurückkehrte und es dabei zum Kontrollverlust kam. Von den 18 Insassen kamen 5 ums Leben, alle drei Besatzungsmitglieder und 2 Passagiere.
Am 2. September 1947 fiel an einer Vickers Viking C.2 der britischen Royal Air Force (RAF) (VL245) während des Steigflugs nach dem Start vom Flughafen Aberdeen-Dyce (Schottland) ein Triebwerk aus. Da die Maschine nicht weiter stieg, wurde eine Notlandung in einem Feld bei Newhills durchgeführt, 3 Kilometer südlich des Startflughafens. Alle 11 Insassen überlebten den Unfall. Die Maschine wurde irreparabel beschädigt; sie gehörte zur Einheit King’s Flight.James J. Halley: Broken Wings. Post-War Royal Air Force Accidents. Air-Britain (Historians), Tunbridge Wells, 1999, ISBN 0-85130-290-4
Am 17. September 1947 wurde eine Vickers Viking 1B der argentinischen Líneas Aéreas del Estado (LADE) (T-4) bei einem Unfall auf dem Flughafen Buenos Aires–Jorge Newbery (Argentinien) irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 29. Dezember 1947 kam es zur Bruchlandung einer Viking 1B der Det Danske Luftfartselskab (DDL) (OY-DLI). Die Maschine kam aus Paris und flog während des Landeanflugs auf den Flughafen Kopenhagen in den Öresund. Alle 24 Menschen an Bord überlebten.Unfallbericht Viking 1B OY-DLI, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 1. Dezember 2017.
Am 6. Januar 1948 verunglückte eine Vickers Viking 1B der British European Airways (BEA) (G-AHPK) beim Durchstarten auf dem Flughafen Northolt (Vereinigtes Königreich). Trotz mehrfachen Durchstartens bei schlechter Sicht wurde nicht zu einem anderen Flugplatz ausgewichen. Stattdessen streifte das Flugzeug im Tiefflug Bäume und schlug in einem gepflügten Acker auf. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurde ein Besatzungsmitglied getötet, die anderen 17 Insassen überlebten.
Am 6. Februar 1948 verunglückte eine Vickers Viking 1B der Air India (VT-CLY) auf dem Flug vom Flughafen Kalkutta-Dum Dum zum Flughafen Bombay-Santacruz. Nach einem Triebwerkausfall missglückte dort die Landung, aber alle 19 Insassen überlebten.Unfallbericht Viking 1B VT-CLY, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Januar 2022.
Am 27. März 1948 wurde eine Viking 1B der Indian National Airways (VT-CEL) auf dem Weg von Rom nach London bei schlechter Sicht in einer Höhe von etwa 2400 m gegen die Ostseite des Monte Cardo in Frankreich geflogen. Es handelte sich um einen controlled flight into terrain. Alle 15 Passagiere und die 4 Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.Unfallbericht Viking 1B VT-CEL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 8. Dezember 2017.
(A) Am 5. April 1948 kollidierte eine Viking 1B der British European Airways (BEA) (G-AIVP) während des Landeanflugs mit einem sowjetischen Jagdflugzeug des Typs Jakowlew Jak-3 und stürzte außer Kontrolle rund drei Kilometer vom Flugplatz Berlin-Gatow, Deutschland entfernt ab. Der sowjetische Pilot hatte dort verbotswidrig Kunstflugmanöver geflogen. Alle 15 Menschen in den beiden Maschinen wurden getötet (siehe auch Flugzeugkollision bei Berlin-Gatow 1948).Unfallbericht Viking 1B G-AIVP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 18. Dezember 2015.
Am 21. April 1948 wurde eine Vickers Viking 1B der British European Airways (BEA) (G-AIVE) im Anflug auf den Flughafen Glasgow-Renfrew (Schottland) in den nur 484 Meter hohen Berg Irish Law geflogen. Diesen CFIT (Controlled flight into terrain) überlebten erstaunlicherweise alle 20 Insassen.
Am 14. Mai 1948 kam es bei einer Viking 1B der argentinischen Flota Aérea Mercante Argentina (FAMA) (LV-AFL) auf einem Testflug zu Triebwerksproblemen. Die Piloten entschieden sich für eine Notlandung auf dem Flughafen Junin (Argentinien), 210 Kilometer westlich des Zielflughafens Buenos Aires-Jorge Newbery gelegen. Bei schlechter Sicht kam es jedoch zu einer Bruchlandung auf Ackerland, was zum Zusammenbrechen des Fahrwerks und Ausbruch von Feuer führte. Alle 5 Besatzungsmitglieder überlebten die Bruchlandung unverletzt.Unfallbericht Viking 1B LV-AFL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. Februar 2020.
Am 8. Oktober 1948 platzte beim Start einer Viking 1B der Indian National Airways (VT-CEJ) vom Flughafen Delhi-Palam nach Kalkutta der linke Reifen. Die Maschine brach aus und verließ die Startbahn, woraufhin das Fahrwerk zusammenbrach. Es kam zum Totalschaden. Alle 19 Passagiere und die 4 Besatzungsmitglieder überlebten.Unfallbericht Viking 1B VT-CEJ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 8. Dezember 2017.
Am 8. Februar 1949 stürzte eine Viking 1B der Det Danske Luftfartselskab (DDL) (OY-DLU) während des Landeanflugs auf den Flughafen Kopenhagen bei Barsebäck, Schweden, in den Öresund. Alle 27 Menschen an Bord kamen ums Leben (siehe auch Flugunfall bei Barsebäck).Unfallbericht Viking 1B OY-DLU, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. November 2017.
Am 7. April 1949 wurde eine Vickers Viking 1B der Air India (VT-CIZ) auf dem Flug vom Flughafen Bombay-Santacruz nach Karachi bei einer Bauchlandung auf dem Strand 16 Kilometer nordnordwestlich des Startflughafens irreparabel beschädigt. Alle 25 Personen an Bord überlebten.Unfallbericht Viking 1B VT-CIZ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Januar 2022.
1950er-Jahre Am 27. September 1950 wurde eine Vickers Viking 1B der Fuerza Aérea Argentina (Luftfahrzeugkennzeichen T-8) auf dem Flughafen Buenos Aires–El Palomar (Argentinien) durch einen Brand zerstört. Personen kamen nicht zu Schaden.
Am 31. Oktober 1950 wurde eine Viking 1B der British European Airways (G-AHPN) bei starkem Nebel auf dem Flughafen London Heathrow bewusst unter die Entscheidungshöhe geflogen. Beim missglückten Durchstartversuch schlug die Maschine auf dem Boden auf und explodierte. Von den 30 Insassen wurden 28 getötet.ICAO Aircraft Accident Digest 2, Circular 24-AN/21, Montreal 1951, S. 35–40. (englisch)Unfallbericht Viking 1B G-AHPN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. November 2017.
Am 8. Mai 1951 kam es bei einer Viking 1 der britischen Hunting Air Travel (G-AHPD) zu einem Motorausfall kurz nach dem Abheben vom Flughafen Bordeaux, Frankreich. Bei der anschließenden Bauchlandung überlebten alle 32 Insassen, das Flugzeug wurde jedoch irreparabel beschädigt.Unfallbericht Viking 1 G-AHPD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Februar 2022.
Am 11. November 1951 verunglückte eine Vickers Viking 1B der Fuerza Aérea Argentina (T-77) auf dem Militärflugplatz Buenos Aires-Moron (Argentinien). Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 17. Februar 1952 wurde eine Viking 1 der britischen Hunting Air Transport (G-AHPI) in den Berg Monte la Cinta auf Sizilien (Italien) geflogen. Die Maschine war auf dem Weg von Nizza nach Malta und sollte schließlich nach Nairobi (Kenia) weiterfliegen. Alle 31 Insassen, 5 Besatzungsmitglieder und 26 Passagiere, wurden getötet. Unfallursache war ein Controlled flight into terrain (CFIT).Unfallbericht Viking 1 G-AHPI, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Februar 2022.
Am 25. Juli 1952 wurde eine Vickers Viking 1A der britischen Crewsair (G-AHON) bei einer sehr harten Landung auf dem Flughafen Malta-Luqa irreparabel beschädigt. Alle Insassen überlebten den Unfall.
Am 27. Oktober 1952 wurde eine Vickers Viking 1B der Fuerza Aérea Argentina (T-64) bei einer Notlandung nach einem Triebwerksausfall auf dem Militärflugplatz Buenos Aires-Moron (Argentinien) irreparabel beschädigt. Über Personenschäden ist nichts bekannt.
Am 5. Januar 1953 flog eine Viking 1B der British European Airways (BEA) (G-AJDL) nach einem planmäßigen Flug vom Flughafen Northolt am Flughafen Belfast-Nutts Corner, Nordirland vor der Landebahn in die Anflugbefeuerung und dann in das Gebäude des Instrumentenlandesystems. Dabei starben 27 Menschen, 8 überlebten den Unfall.Air-Britain Archive: Casualty compendium part 55 (englisch), Dezember 1994, S. 94/111.Unfallbericht Viking 1B G-AJDL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. August 2017.
Am 29. März 1953 zerbrach eine Viking 1B der Central African Airways (VP-YEY) während des Fluges in der Nähe von Mkwaya (Tansania). Das Flugzeug war auf dem Weg vom Flughafen Blantyre-Chileka (Malawi) nach Daressalam. Als Ursache wurde die Verwendung eines ungeeigneten Schmiermittels bei der Wartung der Bolzen festgestellt, das zur Korrosion geführt hatte. Alle 13 Insassen, 5 Besatzungsmitglieder und 8 Passagiere, wurden getötet (siehe auch Flugunfall einer Vickers Viking der Central African Airways 1953).Unfallbericht Viking 1B VP-YEY, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. Februar 2020.
Am 9. Juni 1953 musste mit einer Viking 1B der argentinischen Líneas Aéreas del Estado (LADE) (T-6) nahe der Stadt Juan A. Pradere in der Provinz Buenos Aires (Argentinien) eine Notlandung durchgeführt werden, nachdem beide Triebwerke wegen Treibstoffmangels ausgefallen waren. Auf dem Flug nach Comodoro Rivadavia geriet die Maschine in Nebel, woraufhin der Kommandant beschloss, nach Bahia Blanca zurückzukehren. Dabei verloren die Piloten die Orientierung, gerieten über das Meer, flogen wieder Richtung Land und landeten ohne Motorleistung in einem Gelände mit Bäumen und Büschen. Als eine Tragfläche gegen einen Baum prallte, wurde das Flugzeug irreparabel beschädigt. Alle 23 Insassen überlebten den Unfall.
Am 12. August 1953 platzte an einer Vickers Viking 1B der British European Airways (BEA) (G-AIVG) beim Start vom Flughafen Paris-Le Bourget (Frankreich) ein Reifen. Die Piloten kehrten zurück und machten eine geplante Bauchlandung. Dabei wurde das Flugzeug irreparabel beschädigt. Alle 34 Insassen, die vier Besatzungsmitglieder und 30 Passagiere, überlebten den Unfall.
Am 15. Dezember 1953 stürzte eine Vickers Viking 1B der ägyptischen Misrair (SU-AFK) nach dem Start vom Flughafen Kairo-Almaza acht km östlich desselben ab. Die Maschine befand sich auf dem Weg nach Luxor. Alle sechs Insassen kamen ums Leben.Unfallbericht Viking 1B SU-AFK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Januar 2016.
Am 20. Dezember 1953 wurde eine Viking 1B der britischen Eagle Aviation (G-AHPO) nach einem Landeunfall auf vereister Landebahn am Flughafen Nürnberg-Fürth als Totalverlust verbucht. Die dreiköpfige Besatzung des Frachtfluges überlebte.Bernard Martin: The Viking, Valetta and Varsity. Air-Britain, Tonbridge 1975, ISBN 0 85130 038 3, S. 19.Unfallbericht Viking 1B G-AHPO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Mai 2025.