mini|General Motors Building in Detroit; von 1923 bis 1996 GM-Hauptverwaltung mini|Renaissance Center in Detroit, heutige Unternehmenszentrale mini|GMC-Logo auf dem Kühlergrill eines verrosteten Abschleppfahrzeugs mini|Aktie der General Motors Company vom 13. Oktober 1916 mini|Der 100.000 GM aus dem Werk in Dänemark. Ausgestellt auf der Motormesse in Kopenhagen 1934
Die General Motors Company (GMC) ist ein global operierender US-amerikanischer Automobilkonzern, dem weltweit mehrere Marken gehören. Die 2009 mit US-amerikanischer/kanadischer staatlicher Mehrheitsbeteiligung60 % staatlicher Anteil, Meldung von Agence France-Presse, 21. April 2010. als Vehicle Acquisition Holdings LLC gegründete Gesellschaft übernahm als NGMCO, INC. mit Übertragungs- und Kaufvertrag vom 26. Juni 2009SEC Info: Amended and Restated Master Sale and Purchase Agreement, dated June 26, 2009 (englisch). Abgerufen am 1. August 2010. Als Verkäufer traten auf: General Motors Corporation, Saturn LLC., Saturn Distribution Corporation und Chevrolet-Saturn of Harlem, Inc. Als Käufer trat auf: NGMCO, INC., per Adresse The United States Department of the Treasury. (S. 96) abschließend am 10. Juli 2009 die Vermögenswerte (genannt ‚GM Asset Sale‘) der insolventen General Motors Corporation (Old GM). Als neue General Motors Company LLC (auch New GMC) setzt sie die Geschäfte der Old GM fort.faqs.org: S. 7 und 8. Abgerufen am 1. August 2010.GM-Website: SEC Filings: Report of unscheduled material events or corporate event, 16. Juli 2009 (PDF; 211 kB). Abgerufen am 1. August 2010. Die ehemalige General Motors Corporation firmiert seit 15. Juli 2009 als Motors Liquidation Company.bloomberg.com: Company Overview of Motors Liquidation Company (englisch). Abgerufen am 1. August 2010.
Von 1931 bis 2007 war General Motors nach Verkaufszahlen weltgrößter Automobilhersteller, fiel 2008 jedoch hinter Toyota zurück. Im Jahr 2011 war GM infolge einer Naturkatastrophe kurzzeitig wieder größter Automobilkonzern (nach Verkaufszahlen).http://www.oica.net/wp-content/uploads/2012/03/ranking-2011-final2.pdf 2013 lag GM auf Rang 2, 2022 war es auf den 4. Platz gefallen, hinter Toyota, VW und Hyundai und vor Stellantis.https://www.produktion.de/wirtschaft/die-groessten-autohersteller-der-welt-346.html Der Konzern produziert neben Kraftfahrzeugen auch Fahrzeugkomponenten. Er bot bis 2006 über seine damalige Tochtergesellschaft GMAC außerdem Finanzdienstleistungen an.
2012 schloss General Motors eine Kooperation mit PSA Peugeot Citroën ab und beteiligte sich mit 7 % an PSA. Die Kooperation hatte das Ziel, GM-Europa (Opel / Vauxhall Motors) durch gemeinsamen Einkauf und Entwicklung beispielsweise gemeinsamer Plattformen wettbewerbsfähiger zu machen.Kooperation zwischen General Motors und Peugeot-Citroën: Opel hofft auf Allianz der ungleichen Partner – SZ, 1. März 2012. Im August 2017 wurden Opel und Vauxhall von der Groupe PSA übernommen.
Mit einem Umsatz von 122,5 Milliarden US-Dollar, bei einem Gewinn von 6,4 Mrd. USD, stand 2020 GM laut den Forbes Global 2000 auf Platz 47 der weltgrößten Unternehmen, 2022 lag der Umsatz bei 156,7 Mrd. USD.https://www.macrotrends.net/stocks/charts/GM/general-motors/revenueforbes.com; General Motors englisch; abgerufen am 14. September 2021. Der Autobauer kam Anfang 2020 auf eine totale Marktkapitalisierung von 50,8 Mrd. USD, zum 27. Oktober 2023 war diese auf 39,15 Mrd. USD gefallen.
Geschichte
Von der Gründung bis ins 21. Jahrhundert General Motors wurde am 16. September 1908 in Flint von den Buick-Hauptaktionären William C. Durant und Charles Stewart Mott unter dem Namen General Motors Company als Holdingdach für die Buick Motor Company und weitere geplante Akquisitionen gegründet und erwarb noch im selben Jahr den Mitbewerber Oldsmobile. Im Jahr 1909 erwarb GM die Unternehmen Cadillac, Cartercar Company, Elmore Manufacturing, Ewing Automobile Company und Oakland (später Pontiac), 1918 kam Chevrolet dazu. Während der 1920er und 1930er Jahre übernahm General Motors die Firma Yellow Coach, half die Fernbuslinien von Greyhound aufzubauen und ersetzte Überlandstraßenbahnen durch Busse.
GM gründete Tochterfirmen, um andere Firmen, die Straßenbahnen herstellten, aufzukaufen und die eingesetzten Bahnen durch Busse zu ersetzen. 1929 erwarb man den Motorenhersteller Allison Engine Company. 1930 kaufte GM den Bahnmotorhersteller Winton Engine Company und dessen Hauptkunden „Electro-Motive Diesel“ auf. Mit dem Streik von Flint zur Jahreswende 1936/37 begann die großflächige gewerkschaftliche Organisation der Arbeiter von GM. Gleichzeitig engagierte sich GM öffentlichkeitswirksam mit dem vom Chefdesigner Harley Earl entworfenen GM Futurliner bei der Parade of Progress, einer weithin bekannten Werbeveranstaltung des Unternehmens, die fortschrittliche Technologien präsentierte.
Während des Zweiten Weltkriegs belieferten General Motors und seine Tochtergesellschaften beide Kriegsparteien. Dies umfasste allein ein Zehntel der gesamten amerikanischen Rüstungsproduktion. Einem Bericht des amerikanischen Senats aus dem Jahre 1974 zufolge expandierte General Motors (sowie Ford und Chrysler) während der 1920er und 1930er Jahre in viele europäische Länder, eingeschlossen Deutschland (Opel). Die Unternehmen versorgten sowohl die US-Army als auch die Wehrmacht des Deutschen Reiches mit Lastkraftwagen.Michael Dobbs: Ford and GM Scrutinized for Alleged Nazi Collaborationauf www.washingtonpost.com, 1. Dezember 2006.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beanspruchten General Motors und Ford Reparationszahlungen von der amerikanischen Regierung, da deren Fabriken in Deutschland durch Angriffe der Alliierten beschädigt worden waren.
1950 wurde General Motors wegen einer Verschwörung zu einer Geldstrafe von 5.000 US-Dollar verurteilt (nach heutigem Wert ca. US-DollarDiese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle 10.000 US-Dollar gerundet und bezieht sich auf Januar .). Ziel der Verschwörung war, das Netz der elektrischen Straßenbahnen aufzukaufen und zu zerstören, so dass der öffentliche Nahverkehr auf GMC-Busse angewiesen gewesen sein sollte.Bradford Snell: StreetCar Conspiracy – How General Motors Deliberately Destroyed Public Transit Dies ist der Grund dafür, warum Straßenbahnen heute nur selten in den USA zu finden sind.
1953 kaufte man den Baumaschinenhersteller Euclid Trucks.
Am 31. Dezember 1955 verkündete General Motors als erstes amerikanisches Unternehmen einen jährlichen Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar.
1979 verkaufte General Motors das Tochterunternehmen Frigidaire an White Consolidated Industries.Pittsburgh Post-Gazette – 6. April 1979
1981 erzielte GM einen Umsatz von rund 60,0 Milliarden US-Dollar und beschäftigte 657.000 Mitarbeiter.
1986 gründete man mit Volvo ein Joint Venture, in das beide Unternehmen ihre Geschäfte für schwere Lkw in Nordamerika einbrachten.Eugene Register-Guard – 26. Juni 1997
Im Jahr 2003 erreichte GM einen Umsatz von 185,52 Milliarden US-Dollar, davon 51,63 Milliarden im Ausland. Weltweit wurden 294.000 Mitarbeiter, davon 104.000 außerhalb der USA, beschäftigt. Nachdem die von Kirk Kerkorian, dem bis dahin größten Einzelaktionär, favorisierte Allianz mit Renault/Nissan 2006 gescheitert war, veräußerte dieser einen Großteil seiner Aktienanteile. General Motors setzte im Jahr 2011 rund 9 Millionen Fahrzeuge ab.Wer macht in der Automobilbranche die größten Umsätze? Abgerufen am 29. November 2012.
Insolvenz und Verstaatlichung Im Jahr 2007 erwirtschaftete General Motors einen Umsatz von 181,1 Mrd. US-Dollar und verbuchte mit 38,7 Mrd. US-Dollar den größten Verlust seiner Geschichte. vorläufige Geschäftszahlen 2007. In seiner Bilanz wies der Konzern für das Jahr 2007 eine Verschuldung von über 185 Milliarden und eine Überschuldung von 37 Milliarden US-Dollar aus. Durch drastisch gestiegene Benzinpreise ausgelöste Verkaufseinbrüche bei SUVs, Vans und Pick-ups sowie Ende 2008 durch allgemeine Kaufzurückhaltung und kaum zu bekommende Kredite für Konsumenten aufgrund der Finanzkrise sah sich das finanziell stark angeschlagene Unternehmen zu drastischen Sanierungsmaßnahmen gezwungen. Abfindungsplan für 74.000 GM-Mitarbeiter.General Motors bietet 74.000 Mitarbeitern Abfindung an. In: Der Spiegel (online), 12. Februar 2008. Seit 2008 drohte dem Konzern die Insolvenz, nach eigenen Angaben reichte die Liquidität nur bis zum Jahresende 2008. Die Übernahmegespräche mit dem Konkurrenten Chrysler wurden deswegen eingestellt,Konkurs von General Motors ist möglich. In: Die Presse, 3. Juli 2008, abgerufen am 17. November 2025.Merrill Lynch hält GM-Konkurs für denkbar. In: Manager Magazin, abgerufen am 17. November 2025. die Marke Hummer wurde liquidiert und der Verkauf oder die Einstellung weiterer Marken beschlossen. Im Rahmen eines Sanierungsplans sollten weltweit 47.000 Arbeitsplätze gestrichen werden, davon 26.000 außerhalb der Vereinigten Staaten. Im Gegenzug sollte Staatshilfe in Milliardenhöhe durch die US-Regierung gewährt werden. Das Tochterunternehmen Saab meldete im Februar 2009 Insolvenz an.Europäische GM-Töchter kämpfen ums Überleben. In: Spiegel online vom 19. Februar 2009. Die Tochter Opel benötigte Staatsgarantien in Höhe von 3,3 Milliarden Euro.Opel geht das Geld aus Süddeutsche Zeitung vom 20. Februar 2009.
Ende Februar 2009 veröffentlichte General Motors seine Geschäftszahlen für das Jahr 2008 und erlitt den vierten Milliardenverlust in Folge. Das Unternehmen fuhr ein Minus von 30,9 Milliarden US-Dollar (24,2 Mrd. Euro) ein. Weit höher als von den Experten erwartet, belief sich der Verlust im vierten Quartal 2008 auf 9,6 Milliarden US-Dollar.General Motors: 30,9 Milliarden Dollar Jahresverlust bei faz.net, 26. Februar 2009 (aufgerufen am 26. Februar 2009) Wegen der Krise im Jahr 2008 hatte der Konzern Staatshilfen in Höhe von 13,4 Milliarden US-Dollar erhalten; laut eigenen Angaben jedoch brauchte man im Laufe des Jahres 2009 noch bis zu 30 Milliarden Dollar, um einen Konkurs zu vermeiden.heute.de: 2008 fiel der Wert der GM-Aktien um 87,21 %. Im am 5. März 2009 veröffentlichten Geschäftsbericht wies GM aufgrund einer von ihrer Revisionsgesellschaft erstellten Prüfung ausdrücklich darauf hin, dass die Weiterführung des Konzerns erheblich gefährdet sei und das Risiko einer Insolvenz nach Chapter 7 bestehe, was die Liquidation der Gesellschaft zur Folge gehabt hätte.General Motors Corp.: (PDF) (Vergl. auch Chapter 11, Reorganisierung der Firmenfinanzen).
GM plante zunächst, im Rahmen ihrer Restrukturierungen die Marke Pontiac einzustellen und sich in Nordamerika auf die Kernmarken GMC, Buick, Cadillac und Chevrolet zu konzentrieren, um den Fortbestand des Konzerns zu sichern. Demzufolge wollte sich das Unternehmen ebenfalls noch im Jahr 2009 von den Unternehmen Saab, Hummer und Saturn trennen.Automobilwoche Eilmeldung 27. Februar 2009 Zum ersten Quartal 2009 berichtete GM von einem konsolidierten Umsatz von 22,4 Mrd. US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 42,4 Mrd.) und einem Quartalsverlust von 5,9 Mrd. US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 3,2 Mrd.).SEC Pflichtmitteilung vom 8. Mai 2009 „10-Q Bericht“
Sechs Top-Manager von GM, darunter Robert A. Lutz sowie Carl-Peter Forster, welcher als Group Vice President für das Europageschäft zuständig war, trennten sich Anfang Mai 2009 von ihren gesamten Anteilsscheinen. Insgesamt wurden mehr als 200.000 Aktien zu einem Stückpreis von 1,45 bis 1,61 US-Dollar verkauft, wie GM am 11. Mai 2009 in einer Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht SEC bekanntgab.