Kumhausen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut. Sie entstand 1971 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Götzdorf, Niederkam, Obergangkofen und Windten. Gemeindesitz ist der Ort Kumhausen, das nahtlos nach Landshut übergeht und bis 1971 Teil der Gemeinde Niederkam war.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde liegt unmittelbar südlich der Stadt Landshut, an dessen Stadtgebiet sich die Gemeinde nahtlos anschließt. Somit stellt Kumhausen eine Trabantengemeinde zum benachbarten Landshut dar.

Gemeindegliederung mini|Gemeindeteil Weihbüchl mini|Gemeindeteil Eichet

Es gibt 49 Gemeindeteile:

Es gibt die Gemarkungen Götzdorf, Hohenegglkofen, Niederkam, Obergangkofen und Windten. mini|Das Rathaus von Kumhausen

Geschichte Bis zur Gründung der Vorläufergemeinden Bei Eisenbahnbauarbeiten wurden Spuren 3000 Jahre alter Keltensiedlungen entdeckt.

„Chughenhusen“ wird zwischen 1161 und 1171 in den Traditionen des Kollegiatstifts Moosburg erstmals erwähnt. Der Name bedeutet vermutlich „Haus des Cogo“. Über „Kugenhusen“ und „Kugnhausn“ entwickelte sich der Ortsname bis 1819 zu „Kumhausen“. Auch die übrigen Ortsnamen des Gemeindegebietes sind fast alle aus Personennamen hergeleitet. Als älteste Kirche wurde 842 die von Preisenberg erwähnt. Die Pfarrkirche Grammelkam, die späteren Pfarrkirchen von Hohenegglkofen und Obergangkofen sowie die Filialkirche Götzdorf wurden 1315 erstmals genannt. Der Hof Kumhausen unterstand im 13. Jahrhundert dem Schergenamt Helmsdorf. 1338 finden sich je ein Hof in „Kugenhausen“, „Kugenperg“, „Chupfmül“, „Preisenperg“ und „Romelkeim“ im Besitz der wittelsbacher Herzöge, dem „Ambt Herding“ zugehörig.BayHSTA München, Kurbayern Hofkammer, Conservatorium Camerale 120, Saalbuch von 1338 (bis 1377) Das Gemeindegebiet war fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Nur in Kumhausen wurden seit dem 15. Jahrhundert Ziegelsteine gebrannt. Der städtische Ziegelmeister von Landshut bezahlte laut Rechnungsbüchern wiederholt Geld für Ziegelsteine zum Bau der Martinskirche aus den „Ziegelstädten zu Perg und Kumhausen“.

Kumhausen gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern. Der heutige Gemeindeteil Obergangkofen bildete eine Hofmark die zuletzt den Freiherren v. Edlmar und anschließend den Walser von Syrenburg gehörte. Hohenegglkofen lag im Landgericht Teisbach. Mit den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 entstanden mehrere politische Gemeinden auf dem heutigen Gemeindegebiet. Der Ort Kumhausen gehörte dabei der Gemeinde Niederkam an.

Religionen Die Gemeindeangehörigen sind mehrheitlich katholisch. Für das Gemeindegebiet besteht der Pfarrverband Kumhausen, der dem Dekanat Landshut der Erzdiözese München und Freising angehört. Eine weitere Vereinigung mit der benachbarten Pfarrei St. Margaret-Achdorf, Dekanat Landshut erzbischöflichen Anteils, wurde nach etwas über ein Jahr dauerndem Vorlauf zum 1. Mai 2014 mit der Gründung des „Pfarrverbandes Achdorf-Kumhausen“ formell vollzogen. Pfarrer ist Alexander Blei.Kath. Pfarramt St. Margaret: . PDF. Online auf erzbistum-muenchen.de. Abgerufen am 7. Mai 2014. Die Umgruppierung ins Dekanat Landshut ist ebenfalls vorgesehen.Erzbistum München: . Online auf erzbistum-muenchen.de. Abgerufen am 19. April 2014.

Die einzelnen Pfarreien sind St. Petrus in Grammelkam, St. Ulrich in Obergangkofen und St. Johannes Baptist in Hohenegglkofen. Grammelkam hat Filialen in Preisenberg und Rammelkam; dem Pfarrsprengel gehören der Hauptort Kumhausen und der ehemalige Hauptort Niederkam an. Obergangkofen hat eine Filiale in der ehemaligen Gemeinde Götzdorf, Hohenegglkofen in Weihbüchl sowie in dem zur Gemeinde Adlkofen (deren erzbischöflichen Anteil ausmachend) gehörenden Jenkofen.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern entstand am 1. Januar 1971 die heutige Gemeinde Kumhausen durch den Zusammenschluss der Gemeinden Götzdorf, Niederkam, Obergangkofen und Windten. Eher unüblicherweise wurde ein völlig neuer Gemeindesitz gewählt: das durch die Erweiterung des benachbarten Landshut, in das es nahtlos übergeht, stark angewachsene Kumhausen. Am 1. Januar 1972 kam ein Teil der aufgelösten Gemeinde Hohenegglkofen hinzu. Im selben Jahr wurden Teile der ehemaligen Gemeinden Niederkam, Götzdorf und Hohenegglkofen an die Stadt Landshut abgegeben.

Einwohner Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt: Jahr Einwohner 1960 1808 1970 2411 1980 3243 1990 3574 1995 3812 2000 4356 2005 4745 Jahr Einwohner 2006 4827 2007 4953 2008 4952 2009 4932 2010 5161 2011 5106 2012 5200 Jahr Einwohner 2013 5245 2014 5330 2015 5351 2016 5351 2017 5419 2018 5421 Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 2578 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 92,97 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren wuchs die Einwohnerzahl um 10,86 (4,80) Prozent.

+ Altersstruktur der Bevölkerung Kumhausens gemäß Zensus 2011. Alter Einwohner nach AlterBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: . Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 26. April 2014. jünger als 18 21,0 % 18 bis 29 12,3 % 30 bis 49 32,7 % 50 bis 64 19,3 % älter als 65 14,7 %

Politik und Öffentliche Verwaltung Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Gemeinderatswahlen in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 – 2006.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2020 umgerechnet 11,82 Mio. Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 6,98 Mio. Euro.

Mitgliedschaften in Zweckverbänden:Bayerischer Behördenwegweiser – Kumhausen: Mitgliedschaften in Zweckverbänden, online auf www.verwaltungsservice.bayern.de, abgerufen am 2. November 2019. Regionaler Planungsverband Landshut Schulverband Geisenhausen Schulverband Kronwinkl Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern Zweckverband Wasserversorgung Isar-Vils

Außerdem nimmt sie teil am Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung Landshut.

Die Gemeindeverwaltung erbringt 304 verschiedene behördliche Leistungen.

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahlen seit 2008 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen: Partei/Liste20202014Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: . Online auf wahlen.bayern.de. Abgerufen am 19. April 2014.Gemeinde Kumhausen: . Online auf kumhausen.de. Abgerufen am 19. April 2014.2008%Sitze%Sitze%SitzeFreie Wähler49,221037,09734,25CSU23,54533,33742,97Grüne23,22420,23422,94FDP4,031––––SPD/Bürger für Kumhausen––9,342–– Gesamt100201002010016 Wahlbeteiligung (in %)60,2655,1559,5

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Thomas Huber (Freie Wähler). Er wurde im Mai 2012 Nachfolger von Josef Nagl (CSU).Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: . Online auf statistikdaten.bayern.de. Abgerufen am 19. April 2014.

Aktuelle und ehemalige Bürgermeister

Amtszeit Bürgermeister 1971–1988 Hans Fürst 1988–2000 Friedrich Schneck 2000–2012 Josef Nagl seit 2012 Thomas Huber

Wappen

Gemeindepartnerschaft : Seit 2003 besteht Kontakt mit der polnischen Gemeinde Tworóg in Schlesien. Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung vom 13. April 2004 die Partnerschaftserklärung, welche am 1. Mai 2004 von den Bürgermeistern Josef Nagl und Andrzej Ecler unterzeichnet wurde. Ende September 2006 wurde der Partnerschaftsverein Kumhausen-Tworóg gegründet. : Am 4. Oktober 2014 wurde in Kumhausen der Partnerschaftsvertrag mit der in den Marken gelegenen italienischen Stadt Monteprandone (Provinz Ascoli Piceno) durch die Bürgermeister Thomas Huber und Stefano Stracci unterzeichnet. Von Kumhausener Seite betreut und organisiert die Arbeitsgruppe "Amici di Monteprandone" die deutsch-italienische Städtepartnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen und Kapellen Katholische Pfarrkirche St. Petrus in Grammelkam Katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist in Hohenegglkofen Katholische Pfarrkirche St. Ulrich in Obergangkofen Katholische Filialkirche St. Laurentius in Berndorf Katholische Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Götzdorf Katholische Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Preisenberg Katholische Filialkirche St. Vitus in Rammelkam Katholische Filialkirche St. Benedikt in Weihbüchl Nebenkirche St. Pankratius in Herbersdorf Kapelle in Mantelkam Reidel-Kapelle in Obergangkofen

Sonstige Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur 2020 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich Handel und Verkehr 202 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 422 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2330. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe.

Infolge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft der Gemeinde Kumhausen sind die Schlüsselzuweisungen von 109.240 Euro im Jahr 2019 auf 0 Euro für das Jahr 2020 zurückgegangen.

+ Schlüsselzuweisungenin Euro Zuweisungen an Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Gemeinde Kumhausen 454.760 487.992Landshuter Zeitung: Vitaminspritze für finanzschwache Kommunen, 12. Dezember 2015 348.472Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2017 der Gemeinden, 17. Dezember 2016 238.208Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2018, 20. Januar 2018. 109.240Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2019, 15. Februar 2019. 0Landshuter Zeitung: Kräftige Finanzspritze für die Region, 13. Dezember 2019.

Land- und Forstwirtschaft 2016 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft unbekannt viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Im Jahr 2016 bestanden 64 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2966 ha, davon waren 2773 ha Ackerfläche.

Breitbandausbau Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat Bayern vom 10. Juli 2014 steht den Gemeinden ein Förderbetrag von mindestens 500.000 Euro und maximal 950.000 Euro zur Verfügung;Bayerisches Ministerium für Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat: Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat vom 10. Juli 2014, Az. 75 - O 1903 - 001 - 24 929/14. Zuletzt geändert durch Bekanntmachung vom 29. Juli 2019 (BayMBl. Nr. 305). Auf Gesetze-Bayern.de, abgerufen am 25. Oktober 2020. für Kumhausen beträgt dieser 860.000 Euro.Landshuter Zeitung: Mehr Förderung für schnelles Internet. 21. Juli 2014. Im September 2015 schlossen die Gemeinden Adlkofen und Kumhausen eine Kooperationsvereinbarung zum Breitbandausbau. Damit ist die Inanspruchnahme von zusätzlichen 50.000 Euro Fördermitteln möglich.Landshuter Zeitung: Breitbandausbau: Gemeinden gemeinsam. 25. September 2015.

Wohnen und Bauen In jüngerer Zeit erfuhr vor allem Preisenberg eine starke Erweiterung.

+ Bodenrichtwerte 2011/2012Landratsamt Landshut (Gutachterausschuss): Aufstellung der Bodenrichtwerte für die Kalenderjahre 2011 und 2012. Online auf landkreis-landshut.de, abgerufen am 20. Dezember 2014 Gemeindeteil WohnbauflächenausgewieseneBaugebiete unbeplanterInnenbereich ausgewiesenegewerblicheBauflächen Ackerland Kumhausen 270 € 270 € 7 € Preisenberg 220 € 220 € 70 € 7 € Eierkam 205 € 205 € 7 € Obergangkofen 145 € 145 € 7 € Grammelkam 140 € 110 € 7 € Hachelstuhl 100 € 7 € Götzdorf 100 € 7 € Hohenegglkofen 110 € 110 € 7 € Windten 100 € 7 € Niederkam 110 € 7 € Mantelkam 80 € 7 € Untergangkofen 80 € 7 €

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