mini|Mount Everest, höchster Berg über dem Meeresspiegel
Für Berge gibt es je nach Betrachtungsweise und Bezugssystem verschiedene Zugänge, einen davon als höchsten Berg zu bezeichnen. Fast immer ist aber damit die Höhe über dem Meeresspiegel gemeint.
Höchster Berg der Erde
Höchster Berg, gemessen als Höhe über dem Meeresspiegel Als höchster Berg über dem Meeresspiegel und damit als höchster Berg der Erde schlechthin wird allgemein der Mount Everest (Chomolungma) bezeichnet. Der Gipfel befindet sich gut über dem Meeresspiegel und ist damit der höchste Gipfel über dem Meer. Außer dem Mount Everest übertreffen noch folgende dreizehn andere Berge die 8000-Meter-Marke.
Pos. Gipfel Höhe Gebirge Land 1. Mount Everest(tib. Chomolungma, nep. Sagarmatha) Himalaya Nepal, China (Tibet) 2. K2 (chin. Qogir) Karakorum Pakistan, China (Xinjiang) 3. Kangchendzönga (Kangchenjunga) Himalaya Indien (Sikkim), Nepal 4. Lhotse Nepal, China (Tibet) 5. Makalu 6. Cho Oyu 7. Dhaulagiri I Nepal 8. Manaslu 9. Nanga Parbat Pakistan 10. Annapurna I Nepal 11. Gasherbrum I Karakorum Pakistan, China (Xinjiang) 12. Broad Peak 13. Gasherbrum II 14. Shishapangma Jugal Himal China (Tibet)
Die 187 höchsten Berge der Erde liegen in Asien. Der höchste außerasiatische Berg ist der Aconcagua, mit der höchste Berg Südamerikas.
Höchster Berg, gemessen als Entfernung vom Erdmittelpunkt mini|Der Chimborazo, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernte Gipfel mini|Satellitenbild Mauna Kea und Mauna Loa Nimmt man den Erdmittelpunkt als Bezugspunkt, übertrifft der Chimborazo in Ecuador mit 6384,557 km den Mount Everest (6382,414 km) um 2,143 km und ist der Punkt der geozentrischen Maximaldistanz.
Der Unterschied resultiert im Wesentlichen aus zwei Effekten (siehe auch Geoid): Die Erde ist durch Rotation an den Polen abgeplattet: Der Abstand des Meeresspiegel am Äquator ist 21.385 m größer als an den Polen. Die Erde ist gravitativ durch Dichteunterschiede in der Erdkruste und dem Erdmantel etwas verformt: Das ergibt zusätzliche, wenn auch um den Faktor 110 kleinere Abweichungen von −107 m (im Indischer Ozean) bis +86 m (Indonesien).
Nach dieser Interpretation befindet sich der Mount Everest in der Rangliste nur auf dem 6. Platz, da der Himalaya relativ weit vom Äquator entfernt liegt (29° n. Br.). So platzieren sich weitere Fünf- und Sechstausender in den zentralen südamerikanischen Anden und der Kilimandscharo im afrikanischen Tansania vor den insgesamt 14 Achttausendern im asiatischen Gebirgsmassiv.
Pos. Berg Entfernung vomErdmittelpunkt Höhe 1. Chimborazo 6384,557 km 2. Nevado Huascarán 6384,552 km 3. Cotopaxi 6384,190 km 4. Kilimandscharo 6384,134 km 5. Cayambe 6384,094 km 6. Mount Everest 6382,414 km Noch ausgeprägter trifft dies auf polnahe Berge zu, die z. T. geringere Entfernungen zum Erdmittelpunkt als Hamburg mit 6366,620 km oder die Witjastiefe mit 6364,966 km haben. Denali (Alaska) 6367,358 km Mount Vinson (Antarktis) 6362,501 km Mount Erebus (Antarktis) 6361,556 km
Höchster Berg, gemessen vom Fuß des Berges Wenn man den Bergfuß – die Basis eines Berges – als Bezug nimmt, ist Mauna Kea die höchste Erhebung der Erde. Der größte Teil des Berges befindet sich dabei unter dem (aktuellen) Meeresspiegel. Die von Mauna Kea und seinem Nachbarn Mauna Loa gebildete Insel Hawaii ist auch bezüglich der Gesteinsmasse als der größte Berg der Welt zu sehen.
Die größte Anzahl an hohen Bergen, gemessen von der Basis des Berges, befinden sich in den Weltmeeren. Dafür spielen drei Faktoren eine entscheidende Rolle: Landflächen machen nur 29 Prozent der Erdfläche aus niedrigeres umgebendes Niveau entstehen durch Vulkanismus am Rand der Kontinentalschollen
Berg Lokation Höhe über MeerNOAA gazetteer (Ortsverzeichnis) Höhe überBasis (ca.) Quellen/ Infos Gipfel Basis (ca.) Mauna Kea Hawaii, Hawaii-Inseln, USA 4205 m −5770...4550 mTopologische Karte des Meeresbodens um Hawaii 8750...9980 m Mauna Loa Hawaii, Hawaii-Inseln, USA 4169 m 8700...9940 m Haleakalā Maui, Hawaii-Inseln, USA 3055 m 7600...8830 m Ponta do Pico Pico, Azoren, Portugal 2351 m −5000 m 7500 m Pico del Teide Teneriffa, Kanaren, Spanien, Nord-Atlantik 3718 m −3800 m 7500 m Pico do Fogo Fogo, Kapverden 2829 m −4500 m 7300 m Mount Siple Siple Island, Antarktis 3110 m Abfall des Geländes in nördliche Richtung → 129,2″ W, 72.3″ S auf über 4000 m Meerestiefe−4000 m 7000 m Silisili Savaiʻi, Samoa 1858 m −5000 m 7000 m Piton des Neiges La Réunion, Frankreich, Indischer Ozean 3070 m −4000 m 7000 m Mont Orohena Tahiti, Französisch-Polynesien 2241 m −4500 m 6700 m Agung Bali, Indonesien 3142 m −3000 m 6000 m Apo Mindanao, Philippinen 2954 m −3000 m 6000 m Mount Balbi Bougainville, Salomonen, Papua-Neuguinea 2715 m −4000 m 5800 m Rakaposhi Karakorum, Pakistan 7788 m 2000 m 5800 m Wolf Isabella, Galápagos-Inseln, Ecuador 1707 m −4000 m 5700 m Sierra Negra 1124 m 5000 m Olavtoppen Bouvetinsel, (Norwegen), Süd-Atlantik 780 m −4700 m 5500 m Green Mountain Ascension Island, Süd-Atlantik 859 m −4500 m 5300 m Nanga Parbat Himalaya, Pakistan 8129 m Auch wenn es Täler mit 1200 m Höhe (Karakorum Highway, 25 km entfernt) bzw. 2900 m Höhe (Rupaltal, 11 km entfernt) gibt, ist das umgebende Bergland stark gefaltet und durchschnittlich eher 4500 m hoch.1200...4500 m 3500...7000 m Denali Alaska, USA 6190 m 700 m 5500 m Kibo Kilimandscharo, Tansania 5895 m 900...1000 m 5000 m Mawenzi 5149 m 4200 m Shira 3962 m 3000 m Aconcagua Anden, Argentinien 6961 m 2000 m 4900 m Mount Saint Elias Alaska/Kanada 5489 m Im Süden schließt sich das Meer an, im Norden 2000 m abzüglich der Gletscherdicke0...1500 m 4000...5500 m Mount Erebus Ross Island, Antarktis 3794 m −750 m 4500 m Citlaltépetl 200 km östl. Mexiko-Stadt, Mexiko 5636 m 1000...1200 m 4400 m Vema 1000 km westl. Südafrika, Süd-Atlantik −26 m −4600 m 4600 m Ampère Seamount 500 km westl. Marokko/Portugal, Nord-Atlantik −59 m −4500 m 4500 m Karasik Seamount 360 km südl. Nordpol, Arktischer Ozean −560 m −4900 m 4300 m Großer Ararat Kaukasus, Türkei 5137 m 1000 m 4100 m K2 Himalaya, Pakistan/China 8611 m 4500 m 4000...4200 m Gorringe-Bank 200 km westl. Portugal, Nord-Atlantik −20 m −5000...3000 m 3000...5000 m Mount Everest Himalaya, Nepal/China 8849 m 4500...5000 m 4000 m Kangchenjunga Himalaya, Nepal/Indien 8586 m 4500 m 4000 m Patton Seamount Golf von Alaska, USA −160 m −3900 m 3750 m Matterhorn Alpen, Schweiz/Italien 4478 m 1200 m 3300 m Popocatépetl 60 km südöstl. Mexiko-Stadt, Mexiko 5426 m 2200 m 3200 m Mount Shasta Kalifornien, USA 4322 m 1000...1200 m 3200 m Cotopaxi Anden, Ecuador 5897 m 3000 m 2900 m Fuji Honshū, Japan 3776 m 700...1000 m 2700...3000 m Vavilov Tyrrhenisches Meer, Italien −793 m −3650 m 2840 m Marsili −508 m −3000 m 2500 m Stromboli Stromboli, Liparische Inseln, Italien 924 m −2000...1500 m 2500...3000 m Eratosthenes südl. Zypern, östl. Mittelmeer −690 m −2700 m 2000 m
Hinweise Im Gegensatz zur Gipfelhöhe, die sich mit einer Genauigkeit von etwa 50 cm bestimmen lässt, kann die Höhe der Basis nur grob angegeben werden. Sie hängt von der gewählten Richtung und Entfernung ab und ist daher zu einem gewissen Grad willkürlich festzulegen. Geomorphologisch ist der Übergang zwischen dem angrenzenden (Flach-)land und dem Hang des Berges fließend.
Geomorphodynamisch wird die Basis eines Berges am darunterliegenden Grundgestein bestimmt, das relativ zum umgebenden Plateau sowohl deutlich niedriger als auch leicht höher liegen kann. Der Spielraum bei der Definition des Fußpunktes kann dabei mehrere Kilometer betragen. Angaben von Höhen über dem Fußpunkt auf den Meter genau sind daher – unabhängig von der verwendeten Quelle – sachlich nicht haltbar.
Höchster Berg, gemessen vom Fuß des Berges (Festland) Eine Auflistung der Berge, die sich am weitesten unmittelbar über ihre Umgebung erheben, würde zu interessanten Ergebnissen führen. Jedoch sind hierfür verwendbare Daten schwer zu beschaffen, da die genaue Höhe an der tiefsten Stelle des Fußes eines Berges oft nur ungenau festzustellen ist. Sicher ist jedoch, dass in dieser Statistik der Mount Everest keinesfalls ganz vorne steht: Er erhebt sich zwar rund 3500 m über seine unmittelbare Umgebung (d. h., er „ragt 3500 m aus dem Relief auf“), was jedoch im Vergleich zu zahlreichen anderen Berggestalten wenig ist. Zu den Bergen, die sich am weitesten aus ihrer Umgebung erheben, zählen:
Der Rakaposhi in Pakistan: Seine Nordwand fällt in einem Zug, ohne Seitentäler und Vorbauten binnen 12 km horizontaler Entfernung 5980 Höhenmeter zum Hunzatal ab. Der Damâvand im Iran: Er erhebt sich trotz seiner „geringen“ Höhe von auf seiner Nordostseite bis zu 4700 Höhenmeter über sein unmittelbares Umland und ist so gesehen einer der „höchsten“ Berge der Welt. Der Mount St. Elias in Alaska: Eine Quelle nennt den Mount St. Elias als den – in dieser Hinsicht – höchsten Berg der Erde, da er hoch ist und sich nur 16 km von der Meeresküste entfernt befindet. Der Pico Simón Bolívar und der Pico Cristóbal Colón in der Sierra Nevada de Santa Marta Kolumbiens: Die beiden etwa 3 km voneinander entfernten Gipfel sind bzw. hoch und 45 km von der Karibikküste entfernt. Die Sierra Nevada de Santa Marta gilt damit als höchstes Küstengebirge der Welt. Der Nanga Parbat in Pakistan: Zu den Beispielen mit hoher Reliefenergie zählt auch der Nanga Parbat, der sich mit seinen über seine Rakhiot-Flanke fast 7000 m über die halbwüstenhafte Talstufe des oberen Indus erhebt bei einer Entfernung von nur rund 27 km. Das Kilimandscharo-Massiv in Tansania: Er wird oft als der „höchste freistehende Berg der Welt“ bezeichnet. Sein Hauptgipfel, der Kibo mit seinen , erhebt sich über 4000 m aus der Massaisteppe. Die nächsten Nachbarberge ähnlicher Statur sind erst der deutlich niedrigere Mount Kenia mit in über 300 km Entfernung sowie der noch niedrigere Mount Meru mit in etwa 65 km Entfernung.
Höchster Berg, gemessen an seiner Dominanz Die Distanz zum nächsthöheren Berg (entspricht etwa der topographischen Dominanz) ist ein Maß dafür, wie freistehend er ist. Der Mount Everest ist der höchste Berg der Erde; er wird gar nicht überragt und seine Dominanz daher als nicht existent oder unendlich definiert oder behelfsmäßig mit dem Erdumfang über die Pole angegeben.Liste der Berge über 1000 km Dominanz, www.peakbagger.com, Zugriff am 14. September 2018
Pos. Berg Höhe Gebirge Domi-nanz nächsthöherer Berg 1. Mount Everest Himalaya 2. Aconcagua Anden 16518 km Tirich Mir (Hindukusch) 3. Denali Alaskakette 7450 km Yanamax (China) 4. Kibo Kilimandscharo-Massiv 5510 km Kuh-e Shashgal (Hindukusch) 5. Carstensz-Pyramide Maokegebirge 5235 km Yulong Xueshan (China) 6. Mount Vinson Ellsworthgebirge 4911 km Risco Plateado (Argentinien) 7. Mont Orohena 4128 km Mount Ngauruhoe (Neuseeland) 8. Mauna Kea 3947 km Mount Shasta (USA, Kaliforn.) 9. Gunnbjørn Fjeld Watkins-Gebirge 3255 km Mittelhorn (Schweiz) 10. Aoraki/Mount Cook Neuseeländische Alpen 3139 km Mount Adam (Antarktis)
Höchster Berg, gemessen an seiner Schartenhöhe Die Schartenhöhe eines Gipfels (auch topographische Prominenz genannt) gibt die Höhendifferenz zwischen einem Berggipfel und der höchstgelegenen Scharte an, über die man einen höheren Gipfel erreichen kann. Diese Definition impliziert, dass die Schartenhöhe des höchsten Gipfels einer kontinentalen Landmasse identisch mit seiner Höhe ist, da man von ihm bis zum Meer absteigen muss, um dann auf einem anderen Kontinent einen höheren Gipfel zu erreichen, vorausgesetzt, es gibt auf einem anderen Kontinent einen höheren Gipfel. Die topographisch „prominentesten“ Gipfel der Erde sind folgende:Liste der 50 prominentesten Berge der Erde, www.peaklist.org, Zugriff am 14. November 2009