Mitterskirchen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn. mini|Mitterskirchen aus der Luft
Geografie Geografische Lage Mitterskirchen liegt in der Region Landshut in einem kleinen, sanften Seitental der Rott an der Grenze zu Oberbayern. Mitterskirchen befindet sich direkt an der B 588 etwa 7 km südwestlich von Eggenfelden, 18 km nördlich von Altötting, 23 km nordöstlich von Mühldorf sowie 22 km südwestlich der Kreisstadt Pfarrkirchen. Die nächste Bahnstation ist der Bahnhof Eggenfelden an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit.
Gemeindegliederung
Es gibt 38 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Hirschhorn, Mitterskirchen und Hammersbach.
Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Es ist anzunehmen, dass sich der Name Mitterskirchen aus der geografischen Lage zwischen zwei weiteren Kirchenorten ergab. Die ersten Siedlungstätigkeiten finden sich dort bereits im 8. Jahrhundert.
Mitterskirchen wurde im Jahr 1156 unter dem Namen „Miterenchirchen“ erstmals urkundlich erwähnt. Später erhielt es die rechtliche Stellung einer unbeschlossenen Hofmark.
Am Ort der heutigen Pfarrkirche befand sich bis ins 14. Jahrhundert eine Schlosskapelle der Edlen von Mitterskirchen. Im 16. Jahrhundert renovierte man das Gotteshaus. Im Eingangsbereich der Kirche befindet sich die Grabplatte des letzten Edlen von Mitterskirchen, Heimeran von Haunsperg und seiner Frau aus dem 16. Jahrhundert. Im Jahr 1849 wurde der Kirchturm erneuert und später das Kirchenschiff verlängert. Die ursprünglich neugotische Einrichtung der Pfarrkirche ersetzte man durch neubarocke Altäre.
Mitterskirchen gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Eggenfelden des Kurfürstentums Bayern. Die Freiin Maria Anna von Ingenheim, geborene von Closen zu Gern und Arnstorf, besaß hier um 1800 eine offene Hofmark. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
20. Jahrhundert Große Entbehrungen musste die Gemeinde in den beiden Weltkriegen leisten. Zwischen 1914 und 1918 sind insgesamt 38 Männer aus der Dorfgemeinschaft gefallen, während des Zweiten Weltkrieges fielen 59 Mitterskirchner. Am 1. Mai 1945 wurde Mitterskirchen von Panzern der US Army unter Beschuss genommen. Die Alliierten rückten über Hofau und Eggenfelden nach Mitterskirchen vor und gingen davon aus, dass sich eine Gruppe von Angehörigen der SS hier aufhielt. Durch den Beschuss durch Panzergranaten wurden mehrere Gebäude beschädigt, unter anderem auch der Kirchturm der Pfarrkirche.
mini|Blick über Mitterskirchen von Sauersberg aus
Trotz energischer Proteste ist die Gemeinde Mitterskirchen 1978 in die Verwaltungsgemeinschaft Wurmannsquick eingegliedert worden. Die Bürgermeister Franz Seidl und Martin Eder stellten mit den Gemeinderäten mehrere Anträge an die Bayerische Staatsregierung, um die Unabhängigkeit wahren zu können. Am 1. Januar 1994 erhielt die Gemeinde schließlich wieder ihre Selbständigkeit.
In den Nachkriegsjahren kam es zu einer regen Siedlungstätigkeit, wodurch sich der Ortskern durch die Rothneichnersiedlung in Richtung Atzberg entfaltete. 1990 wurde die Geradfeldsiedlung und 2001 das Siedlungsgebiet „Am Sonnenhang“ erschlossen. Mit der zunehmenden Einwohnerzahl musste auch die Infrastruktur der Gemeinde erheblich gesteigert werden.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 ein Teil der Gemeinde Hirschhorn eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kam der kleinere Teil der aufgelösten Gemeinde Hammersbach hinzu.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 1656 auf 2125 um 469 Einwohner bzw. um 28,3 %.
Jahr 1961 1970 1987 199120002020Einwohner 1394 1453 1612 173220872125
Der Anteil der unter 18-Jährigen betrug 2019 18,6 %, der der über 65-Jährigen 18,1 %.
Politik
Gemeinderat und Bürgermeister Nach der Gemeinderatswahl 2020 setzte sich der Rat folgendermaßen zusammen:
CSU/Heimatblock: 11 Sitze Freie Wähler: 3 Sitze
Bürgermeister ist seit Mai 2014 Christian Müllinger (CSU/Heimatblock).
Seit 1978 besteht eine Partnerschaft mit der oberösterreichischen Gemeinde Mitterkirchen im Machland.
Wappen
mini|Die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer mini|Innenraum der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Theater Die Dorfbühne Mitterskirchen wurde 1994 gegründet und pflegt niveauvolles Volkstheater.
Vereinsleben ESV Mitterskirchen Gartenbauverein Mitterskirchen Förderverein der Volksschule Mitterskirchen Dorfbühne Mitterskirchen e. V. Skiclub (SC) Mitterskirchen Arbinger Hof e. V. Männerkongregation Mitterskirchen Freiwillige Feuerwehr Mitterskirchen Katholischer Frauenbund Mitterskirchen Trachtenverein Katholische Landjugend Mitterskirchen Fanclub FC Bayern München Die roten Lederhosen e. V. Wasserwacht Mitterskirchen
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2021 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft drei, im produzierenden Gewerbe 226 und im Bereich Handel und Verkehr 68 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 120 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 990. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 50 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1511 ha, davon waren 1004 ha Ackerfläche und 507 ha Dauergrünfläche.
Für Sport- und Freizeitaktivitäten stehen "Am Wassergarten" das Naturbad, die ESV-Mehrzweckhalle (für Stocksport, Klettern/Bouldern, Hallenfußball, Gymnastik und Tanzen) und das Fußball-Sportgelände zur Verfügung. Im Ortskern befindet sich die Alte Turnhalle (Schulturnhalle).
Bildung Im Jahr 2022 gab es folgende Bildungseinrichtungen in Mitterskirchen: eine Kindertageseinrichtung: 130 genehmigte Betreuungsplätze, 150 betreute Kinder eine Volksschulen: 6 Lehrkräfte, 101 Schülerinnen und Schüler 1988 wurde ein neues Schulhaus für die Grund- und Mittelschule errichtet. Die Schule wurde 2004/2005 durch einen Erweiterungsbau vergrößert.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Thomas Bauer (1821–1893), Theologe, Benediktiner Lorenz Freinecker (1842–1901), Bürgermeister und Landtagsabgeordneter (Zentrumspartei)
Weblinks
Gemeinde Mitterskirchen (PDF; 1,24 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Rottal-Inn Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)