mini|Pfarrkirche von Stubenberg mini|Rathaus von Stubenberg Stubenberg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ering.

Geografie Geografische Lage Stubenberg liegt im Landkreis Rottal-Inn, Bezirk Niederbayern, in einem kleinen Seitental des Inns etwa 8 km nordöstlich von Simbach bzw. 9 km von Braunau, 21 km südwestlich der Kreisstadt Pfarrkirchen und 25 km südwestlich von Pocking. Die jetzige am Ort vorbeiführende B 12 soll zur A 94 ausgebaut werden, welche Passau (50 km) mit der Landeshauptstadt München (130 km) verbinden wird. Die nächstgelegene Bahnstation befindet sich in Simbach am Inn.

Gemeindegliederung

Es gibt 70 Gemeindeteile:

Außerdem gibt es die Wohnplätze Berghäusl, Steindobl und Steinhögl.

Es gibt nur die Gemarkung Stubenberg.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Erste Inhaber der Ortschaft Stubenberg waren die Closen, von denen sich nachweisbar ein Zweig im Jahre 1401 nach Stubenberg benannte. Im Jahre 1512 verkauften die Closen die geschlossene Hofmark Stubenberg an die Baumgarten, die im Jahre 1560 auch die Hofmark Prienbach besaßen. Der Ort war aber Teil des Kurfürstentums Bayern. Ab 1722 blühte in Stubenberg vorübergehend eine Marienwallfahrt. Die Burg wurde 1743 im Österreichischen Erbfolgekrieg zerstört und im Jahr 1800 ganz abgebrochen. Lediglich ein Turmreststück, das in ein Bauernhaus eingebaut wurde, blieb erhalten.

Mit dem Frieden von Teschen 1779 kamen die östlich des Inn gelegenen Gebiete des kurfürstlichen Rentamtes Burghausen als „Innviertel“ zu Österreich. Dies hatte auch Auswirkungen auf Stubenberg, da der Untere Inn, der bis dahin in erster Linie ein Handelsweg innerhalb Bayerns gewesen war, damit zum Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich ob der Enns wurde.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern wurde mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde geschaffen.

Verwaltungsgemeinschaft Die Verwaltungsgemeinschaft mit Ering ist eine Folge der Gebietsreform in den Jahren 1970 bis 1972.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1305 auf 1377 um 72 Einwohner bzw. um 5,5 %. 1840: 828 Einwohner 1871: 1004 Einwohner 1900: 1073 Einwohner 1925: 1181 Einwohner 1950: 1591 Einwohner 1961: 1270 Einwohner 1970: 1191 Einwohner 1987: 1307 Einwohner 1991: 1340 Einwohner 1995: 1323 Einwohner 2000: 1402 Einwohner 2005: 1454 Einwohner 2010: 1418 Einwohner 2015: 1373 Einwohner (Quelle unterBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Statistik kommunal 2013. Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für die Gemeinde Stubenberg. München. 2014.)

Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Sitzverteilungen: +Partei/ListeSitze20202014Bürgerliste Stubenberg 108Bunte Bürgerliste – Interessengemeinschaft Stubenberg – Fürstberg – Prienbach2–Freie Wähler Stubenberg–4

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Willibald Galleitner (Freie Wähler Stubenberg).

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Um 1800 entstanden die Stubenberger Liederbücher mit geistlichen und weltlichen Gesängen. Unter dem Titel „Stubenberger Handschriften“ sind die Liederbücher veröffentlichtDer niederbayerische Heimatforscher Willibald Ernst (ausführlicher Artikel in Niederbayern-Wiki; 17. April 2022 ) hat die Liederbücher transkribiert und ediert..

Die mittelalterliche Pfarrkirche St. Georg und Urban aus der Zeit um 1470 wurde nach dem Brand von 1743 im Inneren barockisiert. Dabei baute man als nördliches Seitenschiff die Frauenkapelle an. Der barocke Hochaltar wurde 1978 aufgestellt.Genannt werden als früherer Standort dieses Altares die Portenkirche von Kloster Aldersbach , die Portenkirche Fürstenzell (Die deutschen Wallfahrtsorte, Pattloch Verlag, 2. Aufl. 1991) und Heining. Er enthält eine gotische Figur des hl. Georg. Die Seitenaltäre sowie die Kanzel entstanden um 1770. Die Fresken aus dem Jahr 1773 stammen von Carl Johann Gasteiger.

In der Frauenkapelle befindet sich das Gnadenbild, eine Marienstatue mit Kind aus der Zeit um 1600. Die Wallfahrt, an die ein Mirakelbuch aus dem 18. Jahrhundert erinnert, ist weitgehend eingeschlafen. Sehenswert sind auch die 16 Grabdenkmäler aus rotem Marmor aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Die Pfarrkirche St. Stephan in Prienbach dürfte im späten 15. Jahrhundert errichtet worden sein. Sie besitzt ein Netzrippengewölbe und einen um 1680 entstandenen barocken Hochaltar mit Viersäulenaufbau.

Meteorit 2016 fiel in der Nähe des Ortes ein 1473 Gramm schwerer Steinmeteorit des Typs LL6. Er wurde unter dem offiziellen Namen Stubenberg registriert.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 57 und im Bereich Handel und Verkehr 86 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 415. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zehn Betriebe, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 60 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1205 ha, davon waren 834 ha Ackerfläche und 369 ha Dauergrünfläche.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen: Kindergärten: 25 Kindergartenplätze mit 32 Kindern (Stand: 1999) Grundschule Prienbach in der Schulstraße 2 mit 66 Schülern und vier hauptamtlichen Lehrkräften (Stand: 2017/2018).

Söhne und Töchter Stubenbergs Georg Hartdobler (1774–1851), ab 1799 Organist in St. Jakob (Burghausen), Schüler Michael Haydns und Lehrer Franz X. Grubers Rudolf Schlögl (* 1955), Historiker und Hochschullehrer

Personen mit Bezug zu Stubenberg Adalbert Braun (1843–1915), Landwirt und Politiker, Mitglied des Bayerischen Landtags Josef Braun (1892–1971), Politiker, Bürgermeister von Stubenberg, Mitglied des Bayerischen Landtags Gottfried Loher (1914–1995), Landwirt und Politiker, Mitglied des Bayerischen Landtags

Weblinks

Gemeinde Stubenberg (PDF; 1,24 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Rottal-Inn Kategorie:Ort am Inn Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)