mini|Die Pfarrkirche St. Benedikt mini|Der Rottauensee Postmünster ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn. Sie liegt im Tal der Rott am Rottauensee.

Geografie Geografische Lage Postmünster liegt in der Region Landshut im Tal der Rott am Rottauensee in der niederbayerischen Hügellandschaft. Postmünster befindet sich unweit der B 388 nur fünf Kilometer südwestlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, zwölf Kilometer östlich von Eggenfelden und 17 km westlich von Bad Birnbach. Der nächstgelegene Bahnhof an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit befindet sich in Pfarrkirchen.

Gemeindegliederung

Es gibt 154 Gemeindeteile:

Es gibt die Gemarkungen Postmünster, Gangerbauer, Schalldorf und Neuhofen (ein eigenständiges Dorf, dessen Einzugsgebiet flächenmäßig größer als das von Postmünster ist).

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort lag vermutlich an einer alten Römerstraße, die von Massing bis zur Mündung der Rott verlief. Der Ortsname begründet sich vermutlich auf einen Poso, der hier im 8. Jahrhundert ein Eigenkloster gründete. Es ist erstmals im 9. Jh. als cellula qui vocatur Rota (‚kleines Kloster, das Rota genannt wird‘) erwähnt. Erst 1038 ist der Name Possinmunsturi erstmals verschriftlicht. Danach werden die Adeligen von Postmünster häufig erwähnt, bei denen es sich um Ministeriale des Hochstifts Passau handelte.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts waren die Siegenheimer Besitzer der Hofmark Postmünster-Thurnstein. Im dritten bayerischen Herzogsurbar wird Postmünster als wittelsbachische Hofmark aufgeführt. Die Obmannschaft Postmünster war 1482 Teil des Amtes Pfarrkirchen. 1508 gelangte Postmünster durch Heirat an die Paulsdorffer. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Besitz aufgeteilt. 1599 gehörte eine Hälfte dem unmündigen Christoph von Paulsdorff, die andere Hälfte dem in der Pfalz lebenden Leo von Sinzenhofen.

Im Kurfürstentum Bayern bildete Postmünster eine geschlossene Hofmark im Pfleggericht Reichenberg. Die Hofmark wurde auf kurfürstlichen Regimentsbefehl hin eingezogen und anscheinend ungeteilt 1638 an Paul Scheibel verkauft. Nach 1648 ersteigerte die Familie Strobel Postmünster-Thurnstein. 1661 verkaufte es Hans Georg Strobel an Johann Imsland zu Hofstetten. Die Imsland ließen das Schloss Thurnstein ausbauen, doch zu geringe Einnahmen führten dazu, dass die Hofmark nach 1730 versteigert werden musste. Michael Plinganser war etwa 14 Jahre Konkursverwalter. Erst 1750 erwarben die Grafen zu Goder für 58.000 Gulden die Hofmark.

Der letzte Graf zu Goder starb 1789. Nach langwierigen Erbstreitigkeiten kamen die Besitzungen 1818 wieder auf die Gant. Die Käuferin Freifrau von Venningen veräußerte die Güter 1836 für 58.000 Gulden an Ludwig Graf von Geldern-Egmont.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

1973 wurde der Rottauensee fertiggestellt, der als Naherholungsgebiet für die Stadt Pfarrkirchen dient.

Eingemeindungen Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Postmünster am 1. April 1971 durch den Zusammenschluss mit den früheren Gemeinden Neuhofen, Gangerbauer und Schalldorf erheblich vergrößert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2202 auf 2330 um 128 Einwohner bzw. um 5,8 %. 1840: 1686 Einwohner 1925: 2388 Einwohner 1961: 2613 Einwohner 1970: 2394 Einwohner 1987: 2240 Einwohner 1991: 2361 Einwohner 1995: 2275 Einwohner 2000: 2372 Einwohner 2005: 2359 Einwohner 2010: 2296 Einwohner 2015: 2288 Einwohner 2016: 2291 Einwohner 2018: 2330 Einwohner 2024: 2419 Einwohner 2025: 2453 Einwohner

Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 erbrachte folgende Sitzverteilung:

CSU: 34,5 % (5 Sitze) SPD: 16,5 % (2 Sitze) Christliche Freie Wählergemeinschaft (CFWG): 32,8 % (5 Sitze) Liste Gangerbauer (LG): 16,2 % (2 Sitze)

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2026 Siegfried Reitmeier (CFWG).

Wappen

Bau- und Bodendenkmäler

Pfarrkirche St. Benedikt. Das spätgotische Bauwerk von etwa 1500 hat eine barocke und neubarocke Ausstattung mit gotischen und barocken Figuren. Schloss Thurnstein südlich von Postmünster. Es entstand im 13. Jahrhundert und erhielt im 17. Jahrhundert sein heutiges Aussehen. Die Schlosskapelle von 1782 ist im Rokoko-Stil und klassizistisch ausgestattet. Schloss Afterhausen Kirche St. Martin und St. Nikolaus (Filialkirche Schreihof). Die Filialkirche hat ihren Ursprung im 13. Jahrhundert und ist spätromanisch. Wallfahrtskirche St. Leonhard (Gambach). Pfarrkirche Johannes Enthauptung. Die Pfarrkirche wurde genauso wie die Pfarrkirche St. Benedikt um 1500 erbaut und ist spätgotisch.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 39 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 150 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 702. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe keine Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 155 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3041 ha, davon 1849 ha Ackerfläche und 1186 ha Dauergrünfläche.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2026): Kindergärten: 90 Kindergartenplätze mit rund 80 Kindern Grundschule: eine mit 83 Schülern

Feuerwehren Folgende Feuerwehren gibt es in Postmünster (Stand: 2026):

Feuerwehr Postmünster Feuerwehr Schalldorf Feuerwehr Neuhofen Feuerwehr Gangerbauer

Persönlichkeiten Franz Xaver Schmidseder (1878–1960), Bürgermeister und Landtagsabgeordneter (BVP) Conrad Fink (1900–1981), Landrat im Landkreis Pfarrkirchen und Bundestagsabgeordneter Bernhard Dilling, auch Hadti Dilling (1932–1994), Bühnenbildner, Maler, Grafiker und Bildhauer; lebte in Kleinschnail bei Postmünster Lisa Wahlandt (* 1971), Jazz- und Popsängerin Andreas Artur Reichelt (* 1977), Schriftsteller; lebt in Postmünster (Gemeindeteil Neuhofen)

Sonstiges Bei Postmünster liegt der als Hochwasser-Rückhaltebecken konzipierte Rottauensee, der auch als Naherholungsgebiet von Bedeutung ist. In Postmünster gibt es den Sender Pfarrkirchen, eine Sendeanlage der Deutschen Telekom AG.

Weblinks

Hofmark Postmünster im Historischen Atlas von Bayern (PDF; 1,24 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Rottal-Inn Kategorie:Ersterwähnung 1150 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)