mini|hochkant=0.7|Mörlbach, evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Laurentius

Gallmersgarten (fränkisch: GallmeaschgardnE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 64. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „galmɘšgąɘdn“.) ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Steinach bei Rothenburg ob der Tauber.

Geografie Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Uffenheim, Ergersheim, Burgbernheim, Windelsbach, Steinsfeld, Ohrenbach.

Geografische Lage Das Dorf liegt an der Ens.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Bergtshofen (Dorf) Gallmersgarten (Dorf) Habermühle (Einöde) Landthurm (Dorf) Mörlbach (Pfarrdorf) Steinach an der Ens (Pfarrdorf) Steinach bei Rothenburg ob der Tauber (Dorf)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Gallmersgarten, Mörlbach und Steinach an der Ens. Die Gemarkung Gallmersgarten hat eine Fläche von 4,756 km². Sie ist in 750 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6340,80 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bergtshofen, Landthurm und Steinach bei Rothenburg ob der Tauber.

Geschichte Die erste schriftliche Erwähnung in einer Urkunde zur Festlegung der Grenzen des Wildbannes durch Kaiser Otto III. datiert vom 1. Mai 1000. Der Kaiser verlieh Bischof Heinrich von Würzburg den Wildbann über den zum castellum Bernheim und Villa Liuthereshusun gehörenden Forst. „Galemaresgarden“ wird in dieser Urkunde als erster Grenzpunkt genannt.http://www.regesta-imperii.de/regesten/2-3-0-otto-iii/nr/1000-05-01_1_0_2_3_0_1111_1360.html (MGD O III. Nr. 358) Urkunde vom 1. Mai 1000 Bild mit Übersetzung Der Ortsname besteht aus dem Grundwort garto, gardo (ahd. eingehegtes Grundstück, umfriedeter Platz) und dem Bestimmungswort Galamār, einem männlichen, germanischen Personennamen.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 77.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 64 ff.

In den Jahren 1261 und 1262 vermachte Albert von Hohenlohe dem Kloster Heilsbronn seinen Hof in Gallmersgarten.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 72. In der Folgezeit erhielt das Kloster ein Gefälle, das einem Rothenburger Priester gehörte.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 380.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Gallmersgarten 14 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Schultheißenamt Burgbernheim aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Schultheißenamt Burgbernheim und die Reichsstadt Windsheim gemeinsam inne. Grundherren waren das Schultheißenamt Burgbernheim (3 Höfe, 2 Halbhöfe, 2 Güter, 1 Haus, 1 Zapfwirtschaft), die Reichsstadt Windsheim (1 Häckersgut), die Johanniterkommende Rothenburg (1 Haus), die Pfarrei Steinach (1 Hof, 1 Gütlein) und die Würzburgische Juliusspital-Verwalteramt Burgbernheim (1 Gut).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 96.

Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1800) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Külsheim und Kammeramt Ipsheim. Im Jahre 1810 kam Gallmersgarten an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeediktes wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Burgbernheim und der 1817 gebildeten Ruralgemeinde Burgbernheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Gallmersgarten, zu der Bergtshofen gehörte.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 226. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 212. Ab 1862 gehörte Gallmersgarten zum Bezirksamt Uffenheim (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Windsheim (1879 in Amtsgericht Windsheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,822 km².

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1974 die Gemeinde Steinach an der Ens und am 1. Januar 1978 die Gemeinde Mörlbach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stagnierte die Einwohnerzahl bzw. sie sank minimal von 772 auf 771 um einen Einwohner bzw. um 0,1 %.

Gemeinde Gallmersgarten Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2011 2016Einwohner 164 179 199 198 277 266 294 319 340 364 367 419 430 417 354 369 401 380 494 505 421 386 782 811 788 739HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 26 30 48 52 57 67 76 75 79 218 243 248Quelle Für die Gemeinde Gallmersgarten zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bergtshofen (S. 9). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 177 Einwohner.

Ort Gallmersgarten Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 99 109 122 122 213 182 116 143 118 116 123Häuser 14 17 32 30 23 28 31 36Quelle

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Burgbernheim.

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit Mai 2020 Michael Schlehlein (Freie Bürger). Vorgänger war seit Mai 1996 Emil Kötzel (Freie Bürger).

Gemeinderat Die Kommunalwahlen 2008, 2014 und 2020 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat: Freie Bürger acht Sitze.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Der Statuenmenhir von Gallmersgarten im Gollachgaumuseum Uffenheim Musik Blaskapelle Steinach/Ens

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Statuenmenhir Der Statuenmenhir von Gallmersgarten im Gewerbegebiet „An der Wolben“ steht nahe der B 470. Dabei handelt es sich um die Nachbildung einer jungsteinzeitlichen Figur, die an dieser Stelle gefunden wurde. Es ist die älteste vollplastisch bearbeitete Steinskulptur auf bayerischem Boden. Sie hat einen walzenförmigen Körper von ca. 1,10 m Höhe, deutlich abgesetzte Schultern und einen halbrunden Kopf in den ein „eulenförmiges“ Gesicht eingepickt ist. Vergleichbare Statuen aus den ausgehenden 4. Jahrtausend v. Chr. sind aus verschiedenen Gebieten Europas zwischen der Iberischen Halbinsel und dem eurasischen Steppengebiet bekannt.Bayerns älteste Skulptur – Die jungsteinzeitliche Stele von Gallmersgarten Aufgedeckt. Highlights der bayrischen Bodendenkmalpflege 2019, S. 23–28, abgerufen am 23. November 2022

Verkehr Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Bundesstraße 470 bei Steinach b.Rothenburg o.d.Tauber (0,6 km südöstlich) bzw. nach Mörlbach zur Kreisstraße NEA 31 (2,6 km nordwestlich).

Der Bahnhof Steinach (bei Rothenburg ob der Tauber) im Gemeindeteil Steinach bei Rothenburg ob der Tauber stellt die Anbindung an die Bahn her. Hier fahren Züge auf der Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg, der Bahnstrecke Neustadt (Aisch)–Steinach bei Rothenburg sowie der Bahnstrecke Steinach bei Rothenburg–Rothenburg ob der Tauber und halten Intercity-Züge der Relation Hamburg-Altona–Freilassing/Oberstdorf.

Söhne und Töchter Martin Göß (1936–2018), Posaunist und Hochschullehrer

Literatur

Weblinks

Gemeinde Gallmersgarten

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ersterwähnung 1000 Kategorie:Gemeindegründung 1818

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim