12. Leichtathletik-Europameisterschaften zentriert|100px Stadt Prag, Stadion Stadion Evžena Rošického Wettbewerbe 40 Weltrekorde 4 Weitere Europarekorde 1 Eröffnung 29. August 1978 Schlussfeier 3. September 1978 Chronik← Rom 1974 Athen 1982 → Medaillenspiegel (Endstand nach 40 Entscheidungen) Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 13 11 1135 2 12 10 1133 3 4 2 17 4 4 1 –5 5 2 2 37 6 1 4 38 7 1 2 36 8 1 – 12 9 1 – –1 1 – –1 Vollständiger Medaillenspiegel mini|hochkant=2| Die 12. Leichtathletik-Europameisterschaften fanden vom 29. August bis zum 3. September 1978 in Prag, Hauptstadt der damaligen Tschechoslowakei (heute Tschechien), statt.
Wettbewerbe mini|hochkant=1.9| Der Wettbewerbskatalog der Frauen wurde bei diesen Europameisterschaften wieder um eine Disziplin erweitert. Hinzu kam nun der 400-Meter-Hürdenlauf.
Sportliche Leistungen Erfolgreichste Nation war in diesem Jahr die Sowjetunion, nachdem bei den letzten drei Europameisterschaften jeweils die DDR vorne gelegen hatte. Die beiden Verbände waren auch bei diesen Europameisterschaften mit dreizehn (UdSSR) bzw. zwölf Titeln (DDR) weit vor den anderen Ländern. Die Bundesrepublik Deutschland und Italien folgten mit je vier Goldmedaillen. – Eine inoffizielle Punktewertung sah die Sowjetunion mit 224 Punkten vor der DDR (131), der Bundesrepublik Deutschland (84), Großbritannien (66), Polen (65) und Italien (57) voran. Der vierte Platz von Sepp Zeilbauer hatte dem österreichischen Verband drei Punkte gebracht, das bedeutete, dass die Österreicher, gemeinsam mit den Niederlanden, den 20. und somit letzten Platz belegten.
Es wurden – ausschließlich von Frauen – vier Weltrekorde neu aufgestellt oder egalisiert. Hinzu kam bei den Männern eine neue Weltbestzeit: 400 Meter Hürden: Tatjana Selenzowa (Sowjetunion) – 54,89 s Weitsprung: Vilma Bardauskienė (Sowjetunion) – 7,09 m (in der Qualifikation) 400 Meter: Marita Koch (DDR) – 48,94 s Hochsprung: Sara Simeoni (Italien) – 2,01 m (Weltrekord egalisiert) 20 km Gehen: Roland Wieser (DDR) – 1:23:11,5 h (Weltbestzeit) Außerdem gab es einen neuen Europarekord: Speerwurf: Ruth Fuchs (DDR) – 69,16 m Darüber hinaus wurden in 29 Disziplinen 54 neue oder egalisierte Meisterschaftsrekorde registriert. In weiteren sechs Disziplinen wurden zehn Landesrekorde neu aufgestellt oder egalisiert. In einem Wettbewerb gab es außerdem eine neue nationale Bestleistung. Fünf Athleten errangen je zwei Goldmedaillen bei diesen Meisterschaften: Pietro Mennea (Italien) – 100 Meter, 200 Meter Franz-Peter Hofmeister (BR Deutschland) – 400 Meter, 4-mal-400-Meter-Staffel Harald Schmid (BR Deutschland) – 400 Meter Hürden, 4-mal-400-Meter-Staffel Ljudmila Kondratjewa (Sowjetunion) – 100 Meter, 4-mal-100-Meter-Staffel Marita Koch (DDR) – 400 Meter, 4-mal-400-Meter-Staffel Drei der Europameister von 1978 hatten bereits vorher EM-Titel gewonnen: Pietro Mennea (Italien) – 200 Meter, Wiederholung seines Erfolgs von 1974 Bronisław Malinowski (Polen) – 3000 Meter Hindernis, Wiederholung seines Erfolgs von 1974 Ruth Fuchs (DDR) – Speerwurf, Wiederholung ihres Erfolgs von 1974
Sportpolitische Spannungen Weil die Veranstalter auf die Bezeichnung „Bundesrepublik Deutschland“ bestanden hatten, die Verbandsbezeichnung aber „Deutschland“ lautete, blieb die gesamte Abordnung der Bundesrepublik Deutschland sowohl der Eröffnungs- als auch Schlusszeremonie fern.
Doping Erstmals bei einem internationalen Großereignis der Leichtathletik kam es zu mehreren dopingbedingten Disqualifikationen. Es gab insgesamt fünf nachgewiesene Fälle, vier Sportler kamen aus der Sowjetunion, eine Athletin aus Bulgarien. Betroffen waren die Wettbewerbe aus dem Bereich Wurf/Stoß und der Mehrkampf.Doping BRD / DDR Vergangenheit, Doping in der BRD – 1970er Jahre, cycling4fans.de, abgerufen am 25. November 2022 Es handelte sich um folgende fünf Leichtathleten: Jewgeni Mironow, Sowjetunion – Kugelstoßen (zunächst Zweiter). Er wurde wegen Verstoßes gegen die Dopingbestimmungen nachträglich disqualifiziert.7 Women Athletes Banned For Drugs. In: The New York Times 26. Oktober 1979, Abschnitt sechs, nytimes.com (englisch), abgerufen am 25. November 2022The Politic Of Drugs In The Olympic Movement, Editors: Wayne Wilson/Edward Derse, Leseprobe, ISBN 0-7360-0329-0 (englisch), abgerufen am 25. November 2022 Die im Finale zunächst hinter ihm platzierten Athleten rückten um jeweils einen Rang nach vorne. Wassyl Jerschow, Sowjetunion – Speerwurf (zunächst Fünfter). Er wurde wegen Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen nachträglich disqualifiziert und für achtzehn Monate gesperrt. (PDF; 366 KB), Wayback Machine, web.archive.org, IAAF (heute: World Athletics) 1979, S. 354, abgerufen am 25. November 2022 Die im Finale zunächst hinter ihm platzierten Athleten rückten um jeweils einen Rang nach vorne. Elena Stojanowa, Bulgarien – Kugelstoßen (zunächst Fünfte). Der Titel wurde ihr jedoch nachträglich wegen Dopingvergehens aberkannt.Dos atletas, suspendidas por "doping" en los Campeonatos Europeos de Atenas, elpais.com (spanisch), abgerufen am 25. November 2022 Die im Finale zunächst hinter ihr platzierten Athletinnen rückten um jeweils einen Rang nach vorne. Nadija Tkatschenko, Sowjetunion – Fünfkampf (zunächst Erste). Der Titel wurde ihr jedoch nachträglich wegen Dopingvergehens aberkannt.Unglaubliche Angst. In: Der Spiegel 4. Oktober 1982, spiegel.de, abgerufen am 25. November 2022 Die im Finale zunächst hinter ihr platzierten Athletinnen rückten um jeweils einen Rang nach vorne. Jekaterina Gordijenko, Sowjetunion – Fünfkampf (zunächst Fünfte). Sie wurde wegen Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen nachträglich disqualifiziert. (PDF; 366 KB), Wayback Machine, web.archive.org, IAAF (heute: World Athletics) 1979, S. 353f, abgerufen am 25. November 2022 Die im Finale zunächst hinter ihr platzierten Athletinnen rückten um jeweils einen Rang nach vorne.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: WR Weltrekord CR Championshiprekord NR nationaler Rekord DR deutscher Rekord BR bundesdeutscher Rekord WBL Weltbestleistung NU23R nationaler U23-Rekord e egalisiert DNF Wettkampf nicht beendet (did not finish) w zu starke Windunterstützung für die Aufnahme der Leistung in eine Bestenliste
Resultate Männer 100 m mini|hochkant=1.6|
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Pietro Mennea 10,27 2 Eugen Ray 10,36 3 Wolodymyr Ihnatenko 10,37 4 Petar Petrow 10,41 5 Leszek Dunecki 10,43 6 Allan Wells 10,45 7 Nikolai Kolesnikow 10,46 8 Walerij Borsow 10,55 Finale: 30. August
Wind: ±0,0 m/s
200 m
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Pietro Mennea 20,16 CR 2 Olaf Prenzler 20,61 3 Peter Muster 20,64 4 Leszek Dunecki 20,68 5 Pascal Barré 20,70 6 Zenon Licznerski 20,74 7 Alexander Aksinin 20,87 8 Wladimir Iwanow 20,92 Finale: 1. September
Wind: −0,2 m/s
400 m
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Franz-Peter Hofmeister 45,73 2 Karel Kolář 45,77 3 Francis Demarthon 45,97 4 Lothar Krieg 46,22 5 Terry Whitehead 46,23 6 Richard Ashton 46,34 7 Bernd Herrmann 46,69 Jerzy Pietrzyk Finale: 1. September
800 m mini|hochkant=1.3|
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Olaf Beyer 1:43,84 CR/DR 2 Steve Ovett 1:44,09 3 Sebastian Coe 1:44,76 4 Anatolij Reschetnjak 1:45,79 5 Wladimir Podoljako 1:46,24 6 Andreas Busse 1:47,1 7 Dragan Životić 1:47,4 8 José Marajo 1:53,4 Finale: 31. August
1500 m
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Steve Ovett 3:35,59 CR 2 Eamonn Coghlan 3:36,70 3 David Moorcroft 3:36,75 4 Thomas Wessinghage 3:37,19 5 Antti Loikkanen 3:37,54 6 José Marajo 3:38,20 7 Jürgen Straub 3:38,88 8 John Robson 3:39,6 Finale: 3. September
5000 m
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Venanzio Ortis 13:28,52 2 Markus Ryffel 13:28,60 3 Aljaksandr Fjadotkin 13:28,60 4 John Treacy 13:28,83 5 Ilie Floroiu 13:29,27 6 Martti Vainio 13:29,67 7 Nick Rose 13:32,8 8 Enn Sellik 13:35,8 Finale: 2. September
10.000 m
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Martti Vainio 27:30,99 CR/ 2 Venanzio Ortis 27:31,48 3 Aleksandras Antipovas 27:31,50 4 Brendan Foster 27:32,65 5 Dave Black 27:36,27 6 Gerard Tebroke 27:36,64 7 Ilie Floroiu 27:40,06 8 Knut Kvalheim 27:40,61 Datum: 29. August
Marathon
Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Leonid Mossejew 2:11:57,5 2 Nikolai Pensin 2:11:59,0 3 Karel Lismont 2:12:07,0 4 Waldemar Cierpinski 2:12:20,0 5 Catalin Andreica 2:12:29,4 NBL 6 Massimo Magnani 2:12:45,3 7 Hans-Joachim Truppel 2:12:54,3 8 Jürgen Eberding 2:13:39,7 Datum: 3. September
110 m Hürden mini|hochkant=1.2|
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Thomas Munkelt 13,54 2 Jan Pusty 13,55 3 Arto Bryggare 13,56 4 Giuseppe Buttari 13,78 5 Eduard Perewersew 13,83 6 Wjatscheslaw Kulebjakin 13,90 7 Romuald Giegiel 13,91 8 Dieter Gebhard 13,94 Finale: 3. September
Wind: −0,5 m/s
400 m Hürden mini|hochkant=1.4|
Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Harald Schmid 48,51 CR 2 Dimitri Stukalow 49,72 3 Wassyl Archypenko 49,77 4 Franz Meier 49,77 5 Harry Schulting 50,07 6 Jean-Claude Nallet 50,10 7 José Alonso 50,19 8 Horia Toboc 50,46 Finale: 31. August
3000 m Hindernis mini|hochkant=1.5|
Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Bronisław Malinowski 8:15,08 2 Patriz Ilg 8:16,92 3 Ismo Toukonen 8:18,29 4 Michael Karst 8:19,01 5 Paul Copu 8:20,41 6 Vasile Bichea 8:24,86 7 František Bartoš 8:38,0 8 Manfred Schoeneberg 8:40,1 Finale: 3. September
4 × 100 m Staffel
Platz Land Athleten Zeit (s) 1 Zenon NowoszZenon LicznerskiLeszek DuneckiMarian Woronin 38,58 CR 2 Manfred KokotEugen RayOlaf PrenzlerAlexander Thieme 38,78 3 Sergeý WladimirsewNikolai KolesnikowAlexandr AksininWolodymyr Ihnatenko 38,82 4 Patrick BarréPascal BarréLucien Sainte-RoseHermann Panzo 38,90 5 Giovanni GrazioliLuciano CaravaniStefano CuriniPietro Mennea 39,11 6 Trevor HoyteAllan WellsCameron SharpStephen Green 39,49 7 Franco FähndrichUrs GislerPeter MusterHansjörg Ziegler 39,56 8 Ronald DesruellesHans van den DaeleDanny RoelandtLambert Micha 39,73 Finale: 3. September
4 × 400 m Staffel
Platz Land Athleten Zeit (min) 1 Martin WepplerFranz-Peter HofmeisterBernd HerrmannHarald Schmid 3:02,03 CR 2 Jerzy WłodarczykZbigniew JaremskiCezary ŁapińskiRyszard Podlas 3:03,62 3 Josef LomickýFrantišek BřečkaMiroslav TulisKarel Kolář 3:03,99 4 Rolf StrittmatterPeter HaasKonstantin VogtRolf Gisler 3:04,29 5 Frank RichterGunter ArnoldAndreas BusseJürgen Pfennig 3:04,39 6 Maurice VolmarGerard BoutierHector LlatserFrancis Demarthon 3:05,63 7 Roberto TozziDaniele ZaniniStefano MalinverniPietro Mennea 3:06,7 8 Rok KopitarDragan ŽivotićMilovan SavićŽeljko Knapić 3:06,9 Finale: 3. September
20 km Gehen
Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Roland Wieser 1:23:11,5 WBL 2 Pjotr Potschintschuk 1:23:43,0 3 Anatolij Solomin 1:24:11,5 4 Borys Jakowlew 1:24:27,9 5 José Marín 1:24:38,1 6 Maurizio Damilano 1:24:57,5 7 Hartwig Gauder 1:25:15,7 8 Roberto Buccione 1:25:40,9 Datum: 30. August
50 km Gehen mini|hochkant=0.5|
Platz Athlet Land Zeit (h) 1 Jorge Llopart 3:53:29,9 CR 2 Weniamin Soldatenko 3:55:12,1 3 Jan Ornoch 3:55:15,9 4 Otto Bartsch 3:53:27,7 5 Wiktor Dobrowski 3:57:26,7 6 Vittorio Visini 3:57:42,8 7 Sandro Bellucci 3:58:25,9 8 Olaf Pilarski 4:00:03,8 Datum: 2. September
Hochsprung
Platz Athlet Land Höhe (m) 1 Wladimir Jaschtschenko 2,30 CR 2 Aljaksandr Hryhorjeu 2,28 3 Rolf Beilschmidt 2,28 4 Henry Lauterbach 2,26 5 Carlo Thränhardt 2,21 6 Jacek Wszoła 2,21 7 André Schneider 2,21 8 Josef Hrabal 2,18 Finale: 2. September
Stabhochsprung
Platz Athlet Land Höhe (m) 1 Wladimir Trofimenko 5,55 CR 2 Antti Kalliomäki 5,50 3 Rauli Pudas 5,45 4 Władysław Kozakiewicz 5,45 5 Jewgeni Tananika 5,40 6 Philippe Houvion 5,40 7 François Tracanelli 5,30 Brian Hooper 5,30 Finale: 1. September
Weitsprung
Platz Athlet Land Weite (m) 1 Jacques Rousseau 8,18 CR 2 Nenad Stekić 8,12 3 Wladimir Zepeljow 8,01 4 Grzegorz Cybulski 7,96 5 Jochen Verschl 7,89 6 Walerij Pidluschnyj 7,89 7 Roy Mitchell 7,88 8 Åke Fransson 7,65 w Finale: 2. September
Dreisprung