Die Karbidfabrik ist ein Dokumentarfilm des DEFA-Studios für Dokumentarfilme von Heinz Brinkmann aus dem Jahr 1988.

Handlung Im Kombinat VEB Chemische Werke Buna in Schkopau will das Filmteam im Oktober 1987 die Arbeiter kennenlernen, die in einer 50 Jahre alten Fabrik beschäftigt sind, in der Karbid produziert wird. Die Arbeiter kamen aus unterschiedlichen Berufen in die Karbidfabrik. Zu Wort kommt u. a. Abstichmann Franz Aszakis, der bereits über 20 Jahre hier beschäftigt ist. Er ist gelernter Schmied, der auch schon zur See gefahren ist. Außerdem erzählen Jugendbrigadier Siebert Matjuch und der Abteilungsleiter Richter von der Arbeit in der Fabrik.

Die Beschäftigten sprechen auch über Missstände. Nach Meinung eines Arbeiters ist die körperliche Anstrengung nicht das Schlimmste, sondern die Hitze. Vieles Organisatorisches wird bemängelt, so die Planung, das Ofengeld bei Reparaturen zu erhöhen, was aber nicht eingehalten wurde, auch die Herabsetzung des Rentenalters auf 60 Jahre für die Ofenarbeiter ist im Sande verlaufen und die Versorgung mit Vitaminen wie Bananen, Apfelsinen, Kirschen und anderen Obstsorten reduzierte sich seit zwei Jahren auf das Verteilen von Rhabarbersaft. Einige der Arbeitern stellen ihre kritischen Fragen in den Parteiversammlungen der SED und verlangen eine Aufklärung über mangelhafte Informationen, was die betrieblichen Belange betrifft.

Produktion und Veröffentlichung Für die Dramaturgie war Reinhard Kraetzer verantwortlich. Die Karbidfabrik wurde von der künstlerischen Arbeitsgemeinschaft Kinobox unter dem Arbeitstitel Carbidarbeiter auf ORWO-Color gedreht und hatte Mitte Oktober 1988 seine Uraufführung während des 11. Nationalen Festivals Dokumentar- und Kurzfilm der DDR für Kino und Fernsehen in Neubrandenburg:Neues Deutschland vom 18. Oktober 1988, S. 6 Die erste nachweisbare Ausstrahlung im Fernsehen erfolgte am 7. November 1989 im 2. Programm des Fernsehens der DDR.Berliner Zeitung vom 2. November 1989, S. 9

Kritiken Volker Müller schrieb im Neuen Deutschland:

In der Neuen Zeit schrieb Matthias Schlegel:Neue Zeit vom 5. Juli 1989, S. 4 Nachwirkung Heinz Brinkmann kehrte 1991 noch einmal zur Karbidfabrik zurück. Er dokumentierte in seinem Film "Der letzte Abstich" das Ende der Produktion und den Abriss der Anlagen in Schkopau.

Weblinks

Die Karbidfabrik bei der DEFA-Stiftung Ralf Schenk über die Probleme bei der Freigabe des Film in der Berliner Zeitung Die Karbidfabrik - Doku ganzer Film auf dem YouTube-Kanal DEFA Filmwelt

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1988 Kategorie:DDR-Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Kurzfilm