260px|mini|Synagoge von Siedlce (20. Jahrhundert) mini|Deportation von Juden ins Vernichtungslager Treblinka (1942) 260px|mini|Karte des Holocaust im besetzten Polen
Das Ghetto Siedlce war ein während der deutschen Besetzung Polens eingerichtetes Ghetto in Siedlce,deathcamps.org im Distrikt Warschau des Generalgouvernements. des Bundesministeriums der Finanzen, S. 90. Die Ghettos zur Zeit des Nationalsozialismus waren Teil des Systems der Konzentrationslager. Siedlce wurde nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges am 10. Oktober 1939 von der Wehrmacht besetzt. In Siedlce lebten ca. 15.000 Menschen; etwa die Hälfte der Bevölkerung war jüdisch.
Das Ghetto Siedlce wurde am 15. November 1939 errichtet; allerdings war der umzäunte Wohnbezirk noch Ende 1941 nicht bewacht.VEJ 9/15 In: Klaus-Peter Friedrich (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945 (Quellensammlung), Band 9: Polen: Generalgouvernement August 1941–1945. München 2013, ISBN 978-3-486-71530-9, S. 112. In einem abgetrennten Gebäudekomplex wurden 1941 Roma, die im Zuge der Mai-Deportation 1940 ins Generalgouvernement deportiert worden waren, festgehalten. Juden wie Roma mussten in der Stadt und außerhalb Zwangsarbeit leisten. Eine zweite Deportation von Roma – aus dem Kreis Siedlce – ins große Ghetto geschah im Juni 1942.Bogdan Musial: Deutsche Zivilverwaltung und Judenverfolgung im Generalgouvernement. Eine Fallstudie zum Distrikt Lublin 1939–1944. (= Deutsches Historisches Institut Warschau, Quellen und Studien. Band 10). Wiesbaden 2004, S. 302. Beginnend am 19. August 1942 wurden etwa 10.000 JudenIsrael Gutman u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust. München / Zürich 1995, ISBN 3-492-22700-7, S. 1312. aus Siedlce in das Vernichtungslager Treblinka deportiert.Augenzeugenbericht des Soldaten Hubert Poch als Dokument VEJ 9/122 In: Klaus-Peter Friedrich (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden... Band 9: Polen: Generalgouvernement August 1941–1945. München 2013, ISBN 978-3-486-71530-9, S. 391f. Dabei kam es auch zu Tötungen von Roma. Die restlichen Roma wurden in das etwas außerhalb der Stadt gelegene kleine Ghetto verbracht.Soweit nicht Musial angegeben ist, gilt für diesen Abschnitt: Michael Zimmermann: Rassenutopie und Genozid. Die nationalsozialistische „Lösung der Zigeunerfrage“. Hamburg 1996, S. 178 f. Im September 1942 kam es wiederum zu, wie zeitgenössische deutsche Quellen berichten, „Greueltaten“ eines deutschen „Sonderkommandos“ in der Kreisstadt.Bogdan Musial: Deutsche Zivilverwaltung und Judenverfolgung im Generalgouvernement. Eine Fallstudie zum Distrikt Lublin 1939–1944. (= Deutsches Historisches Institut Warschau, Quellen und Studien. Band 10). Wiesbaden 2004, S. 335 f.
Während der Aktion Zamość, also des Germanisierungs- bzw. „Umvolkungsversuchs“ im Kontext des Generalplans Ost, wurde Siedlce als „Rentendorf“ Unterbringungsstation für 350 zwangsausgesiedelte Familien aus dem Distrikt Lublin, die Volksdeutschen Platz zu machen hatten.Bruno Wasser: Himmlers Raumplanung im Osten: Der Generalplan Ost in Polen 1940–1944. Basel 1994, S. 272.
Siehe auch Liste der Ghettos in der Zeit des Nationalsozialismus
Einzelnachweise
Kategorie:KZ-Sammellager Kategorie:Generalgouvernement Kategorie:Jüdische Geschichte (Polen) Siedlce Kategorie:Holocaust in Polen Kategorie:NS-Völkermord an den Sinti und Roma Kategorie:Siedlce