Final Fantasy (jap.: ) ist eine Computer-Rollenspiel-Serie des japanischen Unternehmens Square (später Square Enix). Neben den mittlerweile 16 Titeln der „Hauptserie“ hat sich die erfolgreiche Marke Final Fantasy auf zahlreiche Plattformen und Genres ausgedehnt, darunter Taktik-Rollenspiele, MMORPGs, Handyspiele, drei Anime-Produktionen und drei Animationsfilme. Bisher verkauften sich weltweit über 180 Millionen Einheiten der Marke (Stand 11. Juli 2023).

Obwohl es sich bei Final Fantasy um eine Serie handelt, gibt es keine durchgehende Handlung, die sich durch alle Teile hindurchzieht. Jeder (Haupt-)Teil der Serie bietet eine in sich geschlossene Geschichte mit eigenen Charakteren, eine eigene oder nur lose an andere Teile gekoppelte Welt (siehe Fabula Nova Crystallis) und auch ein eigenes Spielsystem. Final Fantasy X-2, Final Fantasy XIII-2 und einige Ableger-Titel knüpfen inhaltlich zwar an einen Hauptteil an, das Spielsystem weicht aber oftmals deutlich ab.

Entstehung mini|Entwickler Hironobu Sakaguchi (2006)

1987 stand der kleine japanische Spieleentwickler Square kurz vor dem Konkurs. Bislang hatte das Unternehmen sein Geld mit Videospielen für das Famicom Disk System von Nintendo verdient. Ein Jahr zuvor hatte Enix das populäre Rollenspiel Dragon Quest auf den Markt gebracht. Hironobu Sakaguchi hatte die Idee, ein Videospiel zu entwickeln, das zwar auf Dragon Quest basieren würde, aber dessen Konzepte maßgebend erweitern und ausbauen würde: Final Fantasy. Die Entwickler konzentrierten sich voll und ganz auf dieses Projekt, da das Schicksal der Firma von dem Erfolg des Spiels abhing. Der Name des Spiels hat jedoch nichts mit dem drohenden finanziellen Aus der Firma zu tun, sondern mit dem Plan Sakaguchis, bei einem Misserfolg wieder auf die Universität zu gehen. Die F-Alliteration wurde laut Sakaguchi bewusst gewählt, da die Abkürzung FF im Japanischen wohlklingend sei. Ursprünglich sei geplant gewesen, das Spiel Fighting Fantasy zu nennen, was jedoch aufgrund eines gleichnamigen Brettspiels geändert wurde. Die Ziele waren hoch gesteckt. Man wollte einen Meilenstein im Genre der computerbasierten Rollenspiele schaffen. Square traf den Nerv der Zeit und das Spiel wurde mit ca. 400.000 verkauften Einheiten in Japan zu einem Bestseller.

Typische Elemente der Serie Handlungsinhalt und Thema Der übliche Konflikt in den älteren Teilen (I–V) besteht zwischen einer Heldentruppe und einem in der frühen Spielphase ausgemachten Bösen, einem übermächtig erscheinenden Feind, der die Welt zerstören oder mit sich im Mittelpunkt neu gestalten möchte. Die Helden nehmen teils aus persönlichen Motiven, teils auch aus Anteilnahme am Schicksal der ganzen Welt, den Kampf auf. In einer epischen Geschichte kommen die Protagonisten schließlich zum alles entscheidenden Endkampf, in dem nur eine gut trainierte Truppe den Sieg davontragen kann. Das Training besteht rollenspieltypisch aus Kämpfen gegen Monster, humanoide Widersacher und andere Wesen.

Ab Teil VI wurden vor allem die Antagonisten vielschichtiger und deren Beweggründe komplexer. So war ihre Vorgehensweise oft durch persönliches Leid oder die Taten Vorheriger begründet. Ein Beispiel ist Sephiroth aus dem siebten Teil der Hauptreihe. Sephiroth ist das Ergebnis eines Experiments des Mega-Konzerns Shinra, in dem Zellen der außerirdischen Lebensform Jenova verwendet wurden. Nachdem Sephiroth dies erfährt, entscheidet er, dass er besser als die Menschen sei und ein Gott werden wolle, um die Erde zu kontrollieren, da dies auch schon Jenovas Ziel war. Dies will er erreichen, indem er sich mit dem „Lebensstrom“ des Planeten verbindet. Dazu muss er mithilfe eines speziellen Zaubers einen Meteor aus dem Weltraum herbeirufen um den Planeten stark zu beschädigen, da dann der Lebensstrom – welcher den „verwundeten“ Planeten heilen soll – für ihn erreichbar wird.

Weiterhin gab es auch im Setting einen Wandel beim Übergang von den früheren Teilen der Nintendo-Ära (I–VI) zu den PlayStation-Teilen. So bereiste die Heldentruppe zuvor noch mittelalterliche Welten mit einem gewissen Grad an fortschreitender Industrialisierung, während ab Teil VII der Großteil der Welt schon hochtechnisiert war, ähnlich unserer heutigen Zeit oder auch um einiges weiter. Der anfängliche Mittelpunkt der elementaren Kristalle, die die Welt im Einklang halten und beschützt werden müssen, wich mit diesem Wandel viel komplexeren Handlungsabläufen, welche so keine übliche Struktur mehr aufwiesen. Lediglich der epische Kampf „Gut gegen Böse“ findet weiterhin klare Anwendung.

Figuren und Namen Wie ein roter Faden zieht sich durch alle Teile der Hauptreihe ab Final Fantasy II das Auftauchen des obligatorischen Cid, welcher in jedem Teil als jemand Anderes erscheint und unterschiedlichste Rollen spielt. Dabei handelt es sich nicht um eine bestimmte Person, ähnlich wie die bekannten Biggs und Wedge, deren Namen vermutlich von Star Wars inspiriert sind. Während die beiden Letztgenannten in der Regel nur Nebencharaktere sind, nimmt Cid teils eine sehr wichtige Rolle im jeweiligen Spiel ein. Im siebten Teil war er sogar einer der spielbaren Hauptcharaktere, der Mechaniker Cid Highwind. Im zwölften Teil nahm Cid zum ersten Mal die Rolle eines Antagonisten ein.

mini|Ein Mogry-Cosplayer

Seit langem feste Begleiter der Serie sind die beliebten Chocobos und Mogrys. Chocobos sind niedliche, Straußen-ähnliche, meist gelbe Reitvögel, die den Spieler schneller an sein Ziel bringen und vor Feindkontakten schützen. Mogrys sind kleine weiße Wesen, welche gelegentlich zurückgezogen leben, da sie sehr menschenscheu sind. Oft haben sie für die Streiter jedoch einen guten Tipp parat oder unterstützen sie mit nützlichen Gegenständen.

Auffallend ist die Namensgebung vieler Hauptfiguren, welche an Naturereignisse erinnern. So bedeutet Terra (Teil VI) so viel wie „Erde“, (VII) heißt „Wolke“, Aeris bedeutet im Lateinischen „Luft“ oder „Wind“, (VIII) ist der englische Begriff für „Windböe“, Tidus (X) bedeutet in einer alten Sprache der Insel Okinawa so viel wie „Sonne“ und Yuna bedeutet „Nacht“. (XIII) ist das englische Wort für „Blitz“ und (XIII) das für „Schnee“, und Stella Nox ist eine Inversion des zusammengesetzten lateinischen Wortes für „Nachtstern“.

Die Namen der mächtigen Beschwörungswesen wie auch diejenigen vieler Waffen, Rüstungen, Städte und anderer Orte, Luftschiffe und weiterer Personen sowie Monster stammen aus verschiedenen Mythologien, Sagen und Erzählungen aus allen Teilen der Welt. Vornehmlich bedient man sich dabei der nordischen wie auch der fernöstlichen Sagenwelt. Waffen und Rüstungen wie Excalibur, Masamune, Genji-Rüstung oder Scimitar beruhen auf legendären Waffen oder Schmieden der Menschheitsgeschichte. Wesen wie Leviathan, Shiva oder Odin haben ihre Namen aus den verschiedensten Mythologien und Religionen der Erde erhalten. Auch normale, in vielen Teilen immer wiederkehrende Monster wie Adaman Taimai (benannt nach einem fiktiven Supermetall) und Behemoth haben ihren Ursprung in der Mythologie.

Kampfsysteme Die meisten Final-Fantasy-Spiele besitzen im Gegensatz zu klassischen westlichen Rollenspielen einen sehr linearen Handlungsablauf und lassen kaum Raum für individuelle Schwerpunktsetzungen. Wie bei Rollenspielen üblich, sind Kämpfe ein zentrales Element der Spiele. Das für Final Fantasy bekannte Kampfsystem ist das sogenannte Active-Time-Battle-System (kurz ATB). Hierbei füllt sich innerhalb einer gewissen Zeit ein Balken. Sobald sich dieser vollständig gefüllt hat, kann eine Aktion ausgeführt werden und der Balken füllt sich erneut.

Final Fantasy X ersetzt das „Active-Time-Battle“-System durch das „Conditional-Turn-based-Battle“-System (CTB). Während das ATB-Konzept Elemente in Echtzeit aufweist, ist das CTB-System rundenbasiert und pausiert den Kampf bei jedem Zug des Spielers. Dadurch hat der Spieler unbegrenzt Zeit eine Aktion auszuwählen. Das System orientiert sich am ebenfalls rundenbasierten Kampfsystem der Teile I – III.

Die Art, wie man in Final Fantasy XI, XII, XIV und XV gegen die Monster und Bosse kämpft, unterscheidet sich deutlich von der der Vorgängerspiele, vornehmlich darin, dass es keinen „abgetrennten“ Kampfschauplatz mehr gibt, in dem der Spieler gegen die Gegner antritt, und somit keine Zufallskämpfe mehr. Stattdessen sind die Gegner bereits auf der Landkarte sichtbar und die Kämpfe beginnen umgehend, sobald sich Spieler und Gegner nahe genug sind. Trotzdem ist eine Flucht und damit die Vermeidung eines Kampfes weiterhin möglich. Ein sich auffüllender Balken wird aber auch hier eingesetzt, damit die Kämpfe weiterhin eine strategische Komponente beinhalten. Jede Spielfigur führt ihre Aktion aus, sobald der Aktionsbalken aufgeladen ist.

Titel der Serie

Final Fantasy

Der erste Teil der Serie wurde in Japan am 18. Dezember 1987 und in den USA am 12. Juni 1990 für das Nintendo Entertainment System veröffentlicht. In Europa und den USA erschien er mit leicht verändertem Inhalt als Teil der Final Fantasy Origins zusammen mit Final Fantasy II für die PlayStation. Eine Neuauflage zusammen mit Teil 2, ebenfalls mit inhaltlichen Änderungen, gibt es sowohl für den Wonderswan Color (nur in Japan) als auch für den Game Boy Advance. Für die PlayStation Portable veröffentlichte Square Enix im Rahmen der Final Fantasy Anniversary Edition Teil 1 und 2 getrennt. 2010 wurde eine Version für das iPhone veröffentlicht.

Final Fantasy II

In Japan am 17. Dezember 1988 für das Nintendo Entertainment System veröffentlicht. In Europa und den USA wurde es mit leicht verändertem Inhalt als Teil der Final Fantasy Origins zusammen mit „Final Fantasy“ für die PlayStation veröffentlicht. Eine Neuauflage zusammen mit Teil 1, ebenfalls mit inhaltlichen Änderungen erschien sowohl für den Wonderswan Color (nur in Japan) als auch für den Game Boy Advance sowie eigenständig für die PlayStation Portable, sowie für das iPhone.

Final Fantasy III

In Japan am 27. April 1990 für das Nintendo Entertainment System veröffentlicht. In den USA wurde „Final Fantasy VI“ unter diesem Namen veröffentlicht. Ein Remake für den Nintendo DS erschien am 24. August 2006 in Japan, am 2. November in den USA und am 4. Mai 2007 in Deutschland. Am 24. März 2011 erschien das Spiel für das iPhone und das iPad. 2012 folgten eine Android-Version und eine Umsetzung für die PlayStation Portable. Am 27. Mai 2014 wurde eine PC-Version veröffentlicht, die über Steam heruntergeladen werden kann.

Final Fantasy IV

In Japan am 19. August 1991 für das Super Nintendo Entertainment System veröffentlicht. In den USA in einer inhaltlich reduzierten und stark vereinfachten Form als „Easytype“-Version im November 1991 unter dem Namen Final Fantasy II erschienen. In Europa ist die Ur-Version als Remake als Teil der europäischen „Final Fantasy Anthology“ auf der PlayStation und außerdem am 16. Dezember 2005 in Japan und am 1. Juni 2006 in Europa für den Game Boy Advance erschienen. Am 20. Dezember 2007 erschien in Japan ein Remake für den Nintendo DS, das seit dem 5. September 2008 auch in Europa erhältlich ist. Das Spiel wurde komplett überarbeitet und bietet neben 3D-Spielegrafik und neu aufgenommenem Soundtrack auch Sprachausgabe. Im Frühjahr 2011 folgte eine Veröffentlichung von Final Fantasy IV zusammen mit dem direkten Nachfolger The After Years als Complete Collection für die PSP. Im Dezember 2012 wurde ein Remake mit überarbeiteter Grafik für iPad und iPhone veröffentlicht.

Final Fantasy V

In Japan am 6. Dezember 1992 für das Super Nintendo Entertainment System veröffentlicht. Eine Version für die USA war unter dem Namen „Final Fantasy Extreme“ geplant, ist jedoch nie erschienen. Außerhalb Japans erschien es als Teil der FF Anthology für die PlayStation. In Japan erschien im Oktober 2006 ein Remake für den Game Boy Advance, welches auch in Europa und den USA veröffentlicht wurde.

Final Fantasy VI