Zyzdrojowy Piecek () ist ein kleines Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Landgemeinde Piecki (Peitschendorf) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).
Geographische Lage Zyzdrojowy Piecek liegt wenige hundert Meter westlich des Großen Sysdroy-Sees (1938 bis 1945 Großer Sixdroi-See, ) in der südlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 24 Kilometer südlich der Kreisstadt Mrągowo (). mini|150px|Ortseingangsschild von Zyzdrojowy Piecek mini|Bauernhaus in Zyzdrojowy Piecek mini|Gräber auf dem Friedhof in Zyzdrojowy Piecek Geschichte Im Jahre 1785 wurde SysdroyofenDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Sixdroi „ein königlicher Theer-Ofen mit 5 Feuerstellen“ erwähntSysdroyofen bei GenWiki. Zwischen 1874 und 1945 war das Dorf in den Amtsbezirk Kelbonken () eingegliedertRolf Jehke, Amtsbezirk Kelbonken/Kelbunken, der – 1938 in „Amtsbezirk Kelbunken“ umbenannt – zum Kreis Sensburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Sysdroyofen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Sysdroyofen stimmten 80 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 115
Am 30. September 1929 wurde das Forsthaus Sysdroyofen (1938 bis 1945 Forsthaus Sixdroi, polnisch Piecek, heute nicht mehr existent) als Wohnplatz nach Sysdroyofen eingemeindet, und am 3. Juni (amtlich bestätigt am 16. Juli) 1938 wurde Sysdroyofen aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch klingender Ortsnamen in „Sixdroi“ umbenannt.
1945 wurde Sixdroi in Kriegsfolge mit dem gesamten südlichen Ostpreußen an Polen überstellt und erhielt die polnische Namensform „Zyzdrojowy Piecek“. Heute ist das Dorf Sitz eines Schulzenamtes () und somit eine Ortschaft im Verbund der Landgemeinde Piecki (Peitschendorf) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1818 148 1839 75 1871 108 1885 160 1898 125 1905 111 1910 120 1933 101 1939 101 2011 54Wieś Zyzdrojowy Piecek w liczbach
Kirche Bis 1945 war das Dorf Sysdroyofen resp. Sixdroi in die evangelische Kirche AweydenWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 500, die Försterei in die Kirche Puppen (Spychowo) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union, außerdem in die katholische St.-Adalbert-Kirche Sensburg im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt. Heute gehört Zyzdrojowy Piecek zur evangelischen Kirchengemeinde Nawiady, einer Filialgemeinde der Pfarrei Mrągowo in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, außerdem zur katholischen Pfarrei Spychowo im jetzigen Erzbistum Ermland in der polnischen katholischen Kirche.
Verkehr Zyzdrojowy liegt an einer Nebenstraße, die Babięta (Babienten, 1938 bis 1945 Babenten) mit Racibórz (Ratzeburg) und Kolonia (Grünwalde) verbindet. Außerdem führt ein Landweg von Zyzdrojowa Wola (Sysdroywolla, 1938 bis 1945 Kranzhausen) direkt nach Zyzdrojowy Piecek. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
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Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Piecki