Die ukrainische Fußballnationalmannschaft () ist die Auswahlmannschaft des ukrainischen Fußballverbandes Ukrajinska Assoziazija Futbolu. Der Spitzname Schowto-blakytni bedeutet auf Deutsch die Gelb-Blauen.

Geschichte Der Fußball gilt in der Ukraine als beliebteste Sportart. Die ukrainische Fußballmannschaft entstand nach dem Zerfall der Sowjetunion, in der ukrainische Fußballer und Vereine eine führende Rolle gespielt hatten. Nach 1991 nahmen viele ukrainischstämmige Spieler die russische Staatsbürgerschaft an, weil sie für sich in Russland bessere Karrieremöglichkeiten sahen, darunter Wiktor Onopko, Sergei Juran oder Oleg Salenko, der Torschützenkönig der WM 1994. Aufgrund dieser Entwicklung musste die zu Sowjetzeiten traditionell starke Ukraine in den ersten Existenzjahren ihrer eigenen Nationalmannschaft zunächst einen Mangel an guten Spielern überstehen. Auch gingen alle damaligen Punkte der UdSSR in der UEFA-Fünfjahreswertung und bei der FIFA allein an Russland.

Mit der Zeit wurde die ukrainische Mannschaft stärker, es kamen neue Talente wie Andrij Schewtschenko oder Serhij Rebrow auf, die sich unter der Trainerlegende Walerij Lobanowskyj zu Weltklasse-Fußballern entwickelt haben. Zur Teilnahme an einer Welt- oder Europameisterschaft fehlte jedoch lange das nötige Glück, denn die Mannschaft scheiterte dreimal hintereinander in den Playoffs (gegen Kroatien 1997, gegen Slowenien 1999 und gegen Deutschland 2001).

Nach der verpassten Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 2004 wurde der ehemalige Fußballer des Jahres Europas Oleh Blochin für den Posten des Nationaltrainers nominiert. Dieser Schritt erwies sich als richtig, denn die Ukraine spielte daran anschließend in einer schwierigen Gruppe eine souveräne Qualifikationsrunde für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und schaffte am 3. als Gruppenerster erstmals in ihrer Geschichte die Qualifikation für die Endrunde eines großen Turniers, wo sie bis ins Viertelfinale kam. Nachdem sich die Ukraine nicht für die Fußball-Europameisterschaft 2008 qualifizieren konnte, trat Oleh Blochin von seinem Amt als Nationaltrainer zurück, Nachfolger wurde der ehemalige sowjetische Nationalspieler Oleksij Mychajlytschenko. Unter seiner Leitung hat die Ukraine die WM 2010 knapp verpasst, als man abermals in einem Playoff-Spiel verlor, diesmal gegen Griechenland. Für die EM 2012 war die Ukraine als Co-Gastgeber automatisch qualifiziert.

Teilnahmen an Fußball-Weltmeisterschaften

mini|Andrij Schewtschenko auf einer ukrainischen Briefmarke anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland mini| Oleh Blochin, Nationaltrainer bei der ersten WM-Teilnahme 2006 Die Ukraine war von 1930 bis 1990 Teil der Sowjetunion, die von 1958 bis 1990 an der WM teilnahm. Ukrainische Spieler waren in dieser Zeit wichtige Spieler der sowjetischen Nationalmannschaft, z. B. Oleh Blochin, der mit der UdSSR 1982 und 1986 an der WM teilnahm. 1994 spielten mit Sergei Juran, Andrei Kantschelskis, Juri Nikiforow, Viktor Onopko, Wladislaw Ternawski und Ilja Zymbalar noch in der Ukraine geborene Spieler für Russland bei der WM. Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF-Datei; 195 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1994 USA nicht teilgenommen zum Zeitpunkt der Qualifikationsauslosung noch kein FIFA-Mitglied 1998 Frankreich nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an Kroatien gescheitert, nachdem in der Gruppenphase hinter Deutschland der 2. Platz belegt wurde 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an Deutschland gescheitert, nachdem in der Gruppenphase hinter Polen der 2. Platz belegt wurde 2006 Deutschland Viertelfinale Italien 8.Oleh Blochin Oleksandr Schowkowskyj hält im Elfmeterschießen des Achtelfinales gegen die Schweiz zwei Elfmeter. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In den Play-offs der Qualifikation an Griechenland gescheitert, nachdem in der Gruppenphase hinter England der 2. Platz belegt wurde 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation traf die Ukraine auf England, Moldawien, Montenegro, Polen und San Marino. Dabei belegte die Ukraine hinter England den zweiten Platz und traf in den Playoff-Spielen am 15. und 19. November 2013 auf Frankreich. Nach einem 2:0-Sieg im Hinspiel wurde das Rückspiel mit 0:3 verloren und somit die Qualifikation verpasst.2018Russlandnicht qualifiziertIn der Qualifikation traf die Ukraine auf Island, Kroatien, Türkei, Finnland und Kosovo. Dabei belegte die Ukraine hinter Island und Kroatien den dritten Platz und verpasste damit die Qualifikation.2022Katarnicht qualifiziertIn der Qualifikation traf die Ukraine auf Frankreich, Finnland, Kasachstan, und Bosnien-Herzegowina. Dabei belegte die Ukraine hinter Frankreich den zweiten Platz und traf in den Playoff-Spielen am 1. und 5. Juni 2022 auf Schottland und Wales. Nach einem 3:1-Sieg im Spiel gegen Schottland ging das zweite Spiel gegen Wales mit 0:1 verloren und somit wurde die Qualifikation verpasst.

Teilnahmen an Fußball-Europameisterschaften

Die Ukraine nahm als Teil der UdSSR an den Europameisterschaften 1960 bis 1992 teil. In der 1960er Europameistermannschaft stand mit Wladimir Maslatschenko ein ukrainischer und mit Juri Woinow ein in der Ukraine spielender Spieler. 1972 waren die ukrainischen Spieler Jurij Istomyn, Anatolij Konkow, Eduard Kosynkewytsch, Wolodymyr Onyschtschenko, Wolodymyr Troschkin und der für Kiew spielende Jewgeni Rudakow Mitglied der Vizeeuropameistermannschaft, die vom in der Ukraine geborenen Alexander Ponomarjow trainiert wurde. Auch 1988 stellten mit Anatolij Demjanenko, Hennadij Lytowtschenko, Oleksandr Sawarow, Oleksij Mychajlytschenko, Serhij Baltatscha, Wassili Raz, Ihor Bjelanow, Oleh Protassow und Wiktor Passulko ukrainische Spieler den Großteil des Vizeeuropameisters, trainiert vom Ukrainer Walerij Lobanowskyj. Nach der Auflösung der Sowjetunion in mehrere selbständige Staaten nahm die Ukraine erstmals an der Qualifikation zur EM 1996 teil, konnte sich aber viermal nicht qualifizieren. 1996 standen mit Wiktor Onopko und Igor Dobrowolski in der Ukraine geborene Spieler in der russischen Mannschaft, die in der Vorrunde ausschied. Dobrowolski hatte zuvor bei der EM 1992 im Spiel gegen Deutschland das letzte Tor für die GUS erzielt. 2012 war die Ukraine zusammen mit Polen Gastgeber der EM und nahm damit erstmals teil. 2016 gelang nach Aufstockung der Teilnehmerzahl von 16 auf 24 erstmals die spielerische Qualifikation.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Bemerkungen und Besonderheiten 1996 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Kroatien und Vizeweltmeister Italien gescheitert. 2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert In den Relegationsspielen an Slowenien gescheitert. 2004 Portugal nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Europameister Griechenland und Spanien gescheitert. 2008 Österreich und Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Finalisten der WM 2006 Frankreich und Italien gescheitert. 2012 Polen und Ukraine Vorrunde Schweden, Frankreich, England Nach einem Auftaktsieg gegen Schweden wurden die beiden anderen Spiele verloren, so dass die Ukraine als Gruppendritter ausschied. 2016 Frankreich Vorrunde Deutschland, Nordirland, Polen Die Ukraine verlor alle drei Gruppenspiele und schied, als einzige Mannschaft im Turnier punkt- und torlos, als Gruppenletzter aus. 2021 Europa Viertelfinale England Nach einer Niederlage gegen die Niederlande, einem Sieg gegen Nordmazedonien und einer Niederlage gegen Österreich qualifizierte sich die Ukraine als Gruppendritter für das Achtelfinale, in dem sie gegen Schweden gewinnen konnten. Im Viertelfinale schied die Ukraine gegen England aus. 2024 Deutschland Vorrunde Rumänien, Slowakei, Belgien In der Qualifikation traf die Ukraine auf England, Nordmazedonien, Malta und Italien. Als Gruppendritter wurde die direkte Qualifikation verpasst. In den Play-Offs traf die Ukraine auf Bosnien-Herzegowina und Island und qualifizierte sich für die EM 2024. Nach einer Niederlage gegen Rumänien, einem Sieg gegen die Slowakei und einem Remis gegen Belgien endete die EM für die Ukraine trotz 4 Punkten als Gruppenletzter in der Vorrunde.

UEFA Nations League 2018/19: Liga B, 1. Platz mit 3 Siegen und 1 Niederlage 2020/21: Liga A, 4. Platz mit 2 Siegen und 4 Niederlagen (davon eine Niederlage am grünen Tisch, da die Mannschaft wegen mehrerer positiver COVID-19-Tests nicht antreten konnte) 2022/23: Liga B, 2. Platz mit 3 Siegen, 2 Remis und 1 Niederlage 2024/25: Liga B, 2. Platz mit je 2 Siegen, Remis und Niederlagen; Relegation um den Aufstieg in Liga B gegen Belgien verloren (3:1 und 0:3) 2026/27: Liga B

Rekordspieler Einsätze (Top 12) Da sich Anatolij Tymoschtschuk nach dem völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine nicht vom Krieg distanzierte, strich ihn der ukrainische Verband aus der Liste der Rekordnationalspieler und führte zunächst Andrij Schewtschenko und nun Andrij Jarmolenko als Rekordnationalspieler. uaf.ua: Головна Національна збірна Гвардійці

mini|Rekordnationalspieler Anatolij Tymoschtschuk bei seinem 100. Länderspieleinsatz Rang Name Einsätze Zeitraum 1. Anatolij Tymoschtschuk 144 2000–2016 2. Andrij Jarmolenko 125 2009– 3. Andrij Schewtschenko 111 1995–2012 4. Andrij Pjatow 102 2007–2022 5. Ruslan Rotan 100 2003–2018 6. Oleh Hussjew 98 2003–2016 7. Oleksandr Schowkowskyj 92 1994–2012 8. Jewhen Konopljanka 87 2010– Taras Stepanenko 87 2010–10. Mykola Matwijenko 82 2017–11. Serhij Rebrow 75 1992–2006 Oleksandr Sintschenko 75 2015– Stand: 31. März 2026

Tore (Top 12) mini|Rekordtorschütze Andrij Schewtschenko Rang Name Tore Einsätze Zeitraum 1. Andrij Schewtschenko 48 111 1995–2012 2. Andrij Jarmolenko 46 125 2009– 3. Jewhen Konopljanka 21 87 2010– 4. Roman Jaremtschuk 17 67 2018– 5. Serhij Rebrow 15 75 1992–2006 6. Wiktor Zyhankow 13 65 2016– Oleh Hussjew 13 98 2003–2016 8. Serhij Nasarenko 12 56 2003–2012 Oleksandr Sintschenko 12 75 2015– 10. Artem Dowbyk 11 40 2021– Jewhen Selesnjow 11 58 2008–2018 12. Ruslan Malinowskyj 10 70 2015– Stand: 31. März 2026

mini|hochkant=1.5|Nationalelf im Juni 2015

Kader Die folgenden 26 Spieler wurden von Trainer Serhij Rebrow am 16. Mai 2024 in den Ukrainischen Kader für die Fußball-Europameisterschaft 2024 berufen.

Stand der Leistungsdaten: 26. Juni 2024 (nach dem Spiel gegen Belgien)