mini|Ruderatshofen von Nordwesten mini|Ruderatshofen – Ortsmitte von Süden
Ruderatshofen (mundartlich Ruɘtshofɘ) eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Biessenhofen.
Geografie Die Gemeinde liegt im nordöstlichen Allgäu, etwa 7 km südwestlich von Kaufbeuren, in einer Höhenlage zwischen an der Kirnach bei Heimenhofen und auf dem Sattlersbuckl.
Es gibt 12 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Apfeltrang und Ruderatshofen: Gemarkung Ruderatshofen mit Geisenhofen, Heimenhofen, Hiemenhofen, Immenhofen und Leichertshofen Gemarkung Apfeltrang mit Dionis, Fleischer, Fuchs, Hefele und Nettengrub
Abgegangene Orte auf dem Gemeindegebiet sind Königsberg (um 1900) und Wellenhofen (vor 1404).
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde 839 erstmals urkundlich als Ort im Keltensteingau als „Hruodoldishoua“ erwähnt. Ruderatshofen gehörte zum Hochstift Augsburg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Gebietsreform der 1970er Bis zur Gemeindegebietsreform gehörte Ruderatshofen zum Landkreis Marktoberdorf. Dieser wurde 1972 umgestaltet und erweitert und 1973 in Landkreis Ostallgäu umbenannt. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Apfeltrang nach Ruderatshofen eingegliedert. Am 1. Januar 1982 löste sich der ehemalige Apfeltranger Gemeindeteil Wenglingen mit den Einöden Lohbauer und Unger durch Volksentscheid von der Gemeinde und wurde an die Nachbargemeinde Aitrang abgetreten.
21. Jahrhundert Am 17. November 2023 wurde – nach über 40 Jahren Planung und mehrjähriger Bauzeit – die OAL 7 – Ortsumgehung von Ruderatshofen und Apfeltrang dem Verkehr übergeben.
Einwohnerentwicklung Ruderatshofen wuchs von 1988 bis 2008 um 340 Einwohner bzw. ca. 24 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1436 auf 1804 um 368 Einwohner bzw. um 25,6 %. Jahr Einwohner 1840 860 1900 1090 1939 1126 1950 1777 1961 1460 Jahr Einwohner 1970 1504 1987 1425 1991 1491 1995 1596 2000 1696 Jahr Einwohner 2005 1709 2010 1725 2015 1825 2020 1755
Quelle: BayLSt
Politik Bürgermeister Bürgermeister ist Johann Stich (Allg. Wählergem. Apfeltrang). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Wilhelm Kunstin (Freie Wählergemeinschaft).
Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Ruderatshofen besteht aus 12 Mitgliedern, die sich seit der Kommunalwahl 2020 wie folgt auf die einzelnen Wahlvorschläge verteilen: Wahlvorschlag%SitzeFWG Ruderatshofen 42,05WG Immenhofen 33,64Allgemeine WG Apfeltrang 24,53
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
In der Ortsmitte von Ruderatshofen befindet sich die Pfarrkirche St. Jakobus, im gotischen Stil, sowie in Apfeltrang die Kirche St. Michael mit einer barocken Ausstattung.
Bodendenkmäler
Brauchtum In Ruderatshofen gibt es den Brauch des Klopferstags. Dabei gehen die Kinder des Ortes, meist im Grundschulalter, am Donnerstag vor dem ersten Advent von Haus zu Haus, um die bevorstehende Adventszeit anzukündigen. Als Geschenke für das Aufsagen des tradierten Spruches bekommen sie Süßigkeiten. Der Brauch wird nur in Ruderatshofen selbst begangen, in den anderen Ortsteilen ist er mittlerweile ausgestorben. Außer bei den Kindern selbst ist dieser Brauch besonders bei den älteren Menschen des Dorfes beliebt, die dadurch an ihre eigene Kindheit erinnert werden und ein wenig Kontakt zu den Kindern aufnehmen können.
Vereine Musikverein Ruderatshofen Schlachtgemeinschaft Ruderatshofen e. V. Schützenverein „Der Rotensteiner“ e. V. Ruderatshofen Tennisclub Immenhofen e.V Turn- und Sportverein e. V. Ruderatshofen
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2020 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 244 und im Bereich Handel und Verkehr 71 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 129 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 802. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 51 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1927 ha.
Verkehr Ruderatshofen liegt nahe der Bahnstrecke Buchloe–Lindau. Die Züge passieren den Ort ohne Halt.
Bildung 2021 gab es folgende Einrichtungen: eine Kindertageseinrichtung: 63 genehmigte Plätze mit 61 betreuten Kindern Wasserversorgung Der Hauptort und der Ortsteil Immenhofen werden aus dem Brunnen östlich von Aitrang versorgt; der Ortsteil Apfeltrang aus einer Quelle westlich des Ortes. Die Wasserschutzgebiete umfassen ca. 64 ha (Ruderatshofen) und ca. 21 ha (Apfeltrang). Die Ortsteile Geisenhofen und Hiemenhofen haben eigene Versorgungsanlagen.
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ostallgäu Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Ersterwähnung 839 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)