mini|250px|Seeg vor den Tannheimer Bergen Der Seeg ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu. Der gleichnamige Hauptort ist ein Luftkurort und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Seeg, dessen Mitglied die Gemeinde ist.
Geografie mini|Seeg mit Pfarrkirche St. Ulrich von Norden Lage Die Gemeinde liegt in der Region Allgäu. Die Landschaft rund um Seeg ist hügelig mit ausgedehnten Weideflächen, Mooren und vielen kleinen bis mittelgroßen Seen. Zu den bekanntesten gehören die beiden Seeger Seen und der Schwaltenweiher. Die Höhenlage der Gemeinde beträgt (Mündung des Lengenwanger Mühlbachs in die Lobach) bis (am Senkelekopf).
Gemeindegliederung
Es gibt 49 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Seeg, Enzenstetten, Hack, Langegg, Osterwald und Senkelewald. Gemarkung Seeg mit Albatsried, Biedings, Buchach, Burk, Engelbolz, Greit, Hitzleried, Hochstraß, Hörmatzen, Kirchthal, Laich, Lobach, Lobacherviehweide, Obermühle, Ried, Riedegg, Schnarren, Schwalten, Seeg, Seeweiler, Sulzberg und Wiesleuten; Gemarkung und ehemalige Steuergemeinde Langegg mit Beichelstein (ehemalige Steuergemeinde Seeg, aber heutige Gemarkung Langegg), Brandstatt, Goimenen, Gsöllen, Hebern, Langegg, Roßfallen, Senkele und Unterhalden; Gemarkung und ehemalige Gemeinde Enzenstetten mit Amberg, Anwanden, Aufmberg, Bach, Berkmühle, Dederles, Enzenstetten, Felben, Hollen, Oberreuten, Rennbothen, Schwarzenbach, Schweinegg, Straß, Tannenmühle, Unterreuten und Zeil; Gemarkung und ehemalige Exklave Hack.
Enzenstetten war bis zum 31. März 1971 eine selbständige Gemeinde. Bis dahin war Hack eine Exklave der Gemeinde Seeg. Langegg war vor der Gemeindebildung eine Steuergemeinde. Osterwald und Senkelewald waren früher gemeindefreie Gebiete und sind unbewohnt.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Zwischen 1138 und 1147 erfolgte die erste urkundliche Nennung Seegs. Der Ministeriale Suuiker de Seekka bezeugte in Weihenstephan eine Urkunde. Die Schreibweise für Seeg wechselte im Laufe der Jahrhunderte: Seege, Seegi, Seeche, Secke, Seigg, Sögke.
Seeg gehörte zum Hochstift Augsburg, das hier ein eigenes Amtmannamt innerhalb der Pflege Füssen unterhielt. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Im Jahr 1818 wurde die Gemeinde Seeg durch das bayerische Gemeindeedikt gegründet.
20. Jahrhundert Im Jahr 1958 wurde Seeg als Erholungsort anerkannt, im Dezember 1987 wurde dem Hauptort das Prädikat Luftkurort verliehen. Um den rückläufigen Touristenzahlen infolge des Baus der Bundesautobahn 7 entgegenzuwirken, die um Seeg herumführt, entwickelte die Gemeinde Ende der 2000er Jahre ein Tourismuskonzept, das an die Imkereitradition anknüpft und nennt sich seitdem „Honigdorf“. Im Rahmen des vom LEADER-Programm der Europäischen Union geförderten Projekts wurde eine Erlebnisimkerei eingerichtet und ein Bienenlehrpfad angelegt.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. April 1971 die Gemeinde Enzenstetten eingegliedert.
Am 1. Januar 1977 wurde das gemeindefreie Gebiet Senkelewald aufgelöst. Der größte Teil kam zur Gemeinde Seeg und erweiterte diese im Osten (heute Gemarkung Senkelewald innerhalb der Gemeinde Seeg), und der Rest ging an die östlich angrenzende Gemeinde und Gemarkung Roßhaupten.
Am 1. Januar 1981 wurde das gemeindefreie Gebiet Osterwald aufgelöst. Der Großteil mit 506,79 Hektar kam zur Gemeinde Seeg und erweiterte diese nach Nordosten (heute Gemarkung Osterwald innerhalb der Gemeinde Seeg), und der Rest ging an die nördlich angrenzenden Gemeinden Lengenwang und Marktoberdorf (dort zur Gemarkung Sulzschneid).
Einwohnerentwicklung Jahr 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 2318 2276 2652 2752 2811 2850 2804 2923 2955Bayernportal: Gemeinde Seeg, Landkreis Ostallgäu
Seeg wuchs von 1988 bis 2008 um 482 Einwohner bzw. ca. 21 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2346 auf 2989 um 643 Einwohner bzw. um 27,4 %.
Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2026 erbrachte folgende Sitzverteilung: Gemeinsame Zukunft Seeg (GZS): 10 Sitze Demokratische Bürger Seeg (DBS): 6 Sitze
Bürgermeister Von 2014 bis 2025 war Markus Berktold (CSU) Bürgermeister. Er wurde von der Wählergemeinschaft „Zukunft Seeg“ aufgestellt. Am 11. Januar 2023 wurde Berktold wegen Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs, festgenommen und befand sich danach in Untersuchungshaft. Am 11. Januar 2024 sprach das Landgericht Nürnberg-Fürth Berktold wegen gemeinschaftlichen Betrugs, Untreue und einem Verstoß gegen das Waffengesetz schuldig und verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Mit Beschluss vom 20. Februar 2025 hat der Bundesgerichtshof die Revision Berktolds gegen das Urteil verworfen. BGH: Verurteilung eines Bürgermeisters aus dem Allgäu wegen strafbaren Ausnutzens des "Pflegerettungsschirms" rechtskräftig
Am 29. Juni 2025 wurde der parteilose Lorenz Schnatterer zum neuen Bürgermeister gewählt.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Kirche St. Ulrich am Westrand von Seeg gilt als eine der bedeutendsten Rokokokirchen Bayerns. Das als „kleine Wies“ bezeichnete, 1725 geweihte, Gotteshaus wurde von Johann Jakob Herkomer entworfen und mit Fresken und Malereien von Balthasar Riepp und Johann Baptist Enderle ausgestattet. Die letzte umfassende Renovierung erfolgte unter Pfarrer Alois Meisburger (verstorben 2007) in den Jahren 2004 bis 2007 mit Unterstützung des Landes Bayern, der Deutschen Stiftung DenkmalschutzUnterstützung für St. Ulrich in Seeg, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 11. November 2019, abgerufen am 26. Mai 2021. und privater Spenden.
Mit dem Burgstall Burk befindet sich ein ehemaliger Adelssitz im Gemeindegebiet, der ein anschauliches Beispiel einer hochmittelalterlichen Turmhügelburg in Bayern darstellt.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 2017 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft neun, im produzierenden Gewerbe 179 und im Bereich Handel und Verkehr 115 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 261 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1194. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe.
Zudem bestanden im Jahr 2016 124 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3328 ha, davon waren 3186 ha Dauergrünfläche.
Verkehr Der Haltepunkt Seeg liegt an der Bahnstrecke Marktoberdorf–Füssen. Es bestehen Verbindungen nach Augsburg sowie München.
Seit Mai 2024 hält zudem der DAV BergBus (Linie 996) Richtung Wieskirche und München-Pasing am Bahnhof Seeg. Die Buslinie wird nur während der Sommersaison am Wochenende bedient und liegt komplett im Tarifgebiet des MVV.
Bildung Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen: ein Kindergarten mit 125 Plätzen und 115 Kindern eine Grundschule mit zwölf Lehrern und 250 Schülern
Wasserversorgung Die gemeindliche Wasserversorgung erfolgt über den sog. Koppbrunnen am südöstlichen Ortsrand und ist durch ein ca. 34 ha großes Wasserschutzgebiet geschützt. Der Gemeindeteil Lobacherviehweid und diverse Einzelanwesen und Weiler haben eigene Versorgungen.
Persönlichkeiten Johann Baptist Angerer (1801–1878), Politiker und Landwirt Irene Epple-Waigel (* 1957), Skirennläuferin, Ehefrau von Theo Waigel Maria Epple-Beck (* 1959), Skirennläuferin
Weblinks
Gemeinde Seeg Interessantes aus Geschichte und von Menschen von Theodor Frey, u. a. zur Kirche St. Ulrich (PDF; 1,05 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ostallgäu Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Bayern Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)