mini|Pfarrkirche St. Martin von Tours Rieden ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Pforzen.
Geografie Die Gemeinde liegt am Rand des Allgäus ca. sieben Kilometer nördlich von Kaufbeuren.
Es gibt nur die Gemarkung Rieden und zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Rieden (Pfarrdorf) Zellerberg (Pfarrdorf)
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Die erste urkundliche Erwähnung von Rieden stammt aus dem Jahr 1242. Rieden gehörte zur Reichsabtei Irsee. Honorius Grieninger, Abt von 1784 bis 1802, errichtete 1793 das Schloss in Rieden. Während seiner Herrschaft wurde Rieden wieder selbstständige Pfarrei. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Am 1. September 1847 wurde der Abschnitt Augsburg–Kaufbeuren der königlich bayerischen Ludwig-Süd-Nord-Bahn eröffnet und das benachbarte Pforzen erhielt einen Bahnanschluss. Der dazugehörige Bahnhof Pforzen an der Bahnstrecke Buchloe–Lindau stand im heutigen Zellerberg. Hier siedelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg überwiegend Heimatvertriebene an.
Die Pfarrkirche St. Josef der Arbeiter in Zellerberg hat ihren Ursprung in einem Gelübde zum Bau einer Kapelle. 1962 wurde der Entschluss zur Errichtung der „St. Josef-Kirche von Pforzen-Bahnhof“ gefasst, das 1963 in „Zellerberg“ umbenannt wurde.
Einwohnerentwicklung Von 1988 bis 2008 verlor Rieden 153 bzw. etwa elf Prozent seiner Einwohner. Der Trend setzte sich fort: als einzige Gemeinde im Landkreis Ostallgäu verlor Rieden zwischen 1988 und 2018 Einwohner, nämlich 184 von 1455 auf 1271 bzw. 12,7 %.
Jahr Einwohner 1840 229 1900 383 1939 336 1950 619 1961 1043 1970 1442 1987 1431 1991 1479 1993 1466 1995 1400 Jahr Einwohner 1997 1369 1998 1377 1999 1390 2000 1375 2001 1383 2002 1381 2003 1366 2004 1339 2005 1343 2006 1323 Jahr Einwohner 2007 1318 2008 1302 2009 1294 2010 1265 2011 1338 2012 1321 2013 1317 2014 1324 2015 1305 2016 1291 Jahr Einwohner 2017 1298 2018 1271 2019 1302 2020 1331 2021 1357 2022 1359 2023 1382 2024 1447 2025 1461 Quelle:
Konfessionsstatistik Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung hat zwischen 2022 und 2024 abgenommen. Gemäß dem Zensus 2022 waren im Jahr 2022 60,8 % der Einwohner katholisch, 11,1 % evangelisch, und 27,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 31. August 2024. Mit Stand 2024 waren von den Einwohnern 55,3 % katholisch und 10,0 % evangelisch und 34,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Demnach gehören 6657 einer anderen oder keiner Religion an.Rieden-Zellerberg Mitteilungsblatt, abgerufen am 31. August 2025.
Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister war bis 2014 Ludwig Landwehr (Freie Wählergemeinschaft). Ludwig Landwehr stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl. Zur Nachfolgerin wurde am 1. Mai 2014 Inge Weiß (gemeinsamer Wahlvorschlag freier Wählergruppen) gewählt.Gemeinde Rieden Diese wurde am 15. März 2020 mit 95,5 % der Stimmen für weitere sechs Jahre bestätigt. Seit 1. Mai 2026 ist Manfred Dillian der Erste Bürgermeister. Er wurde ohne Gegenkandidat mit 75,8 % der gültigen Stimmen gewählt.
Gemeinderat Für die Wahl am 15. März 2020 lag nur der gemeinsame Wahlvorschlag von Freier Wählervereinigung Zellerberg, Freier Wählergemeinschaft Rieden-Zellerberg und Junger Wählergemeinschaft Rieden-Zellerberg mit 20 Bewerbern vor. Die zwölf Bewerber dieses Wahlvorschlages mit den höchsten Stimmenzahlen bilden für Mai 2020 bis April 2026 zusammen mit der Bürgermeisterin den Gemeinderat. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,6 %.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Ridmonument Das Ridmonument ist eine turmartige, quadratische Marienkapelle, die 1884 aus dem Erlös der Zwangsabtretung von Grund für den BahnbauStadt und Landkreis Kaufbeuren Tillmann Breuer Deutscher Kunstverlag S 178 auf dem Lindenberg (676 m), vom Gutsbesitzer Johann Martin Rid errichtet wurde.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2020 nach der amtlichen Statistik 136 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 555. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 2016 zwölf landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 550 ha, davon waren 234 ha Ackerfläche und 315 ha Dauergrünfläche.
Bildung Es gibt folgende Einrichtung (Stand: 2021): eine Kindertageseinrichtung: 90 Kindergartenplätze mit 82 Kindern Die Volksschule (1999 mit acht Lehrern und 136 Schülern) ist seit dem Schuljahr 2007/08 geschlossen.
Weblinks
(PDF; 1,05 MB) Archäologische-Tour Wertachtal (PDF) Mit dem Fahrrad auf Zeitreise
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ostallgäu Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Ersterwähnung 1242 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)