mini|Pfarrkirche zu den hl. fünf Wunden in Rieden am Forggensee Rieden am Forggensee ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Roßhaupten.

Geografie Rieden am Forggensee liegt an einem Stausee des Lechs, dem Forggensee, in der Region Allgäu und grenzt mit 8 Kilometern Ufer an den See.

Die Höhenlage der Gemeinde beträgt (Forggensee) bis bei Enzensberg.

Es gibt 6 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Dietringen (Dorf) Dürracker (Einöde) Osterreinen (Dorf) Rieden am Forggensee (Pfarrdorf) Sankt Urban (Einöde) Schönenried (Einöde)

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Rieden am Forggensee gehörte zum Hochstift Augsburg. Als Sitz eines bischöflichen Amtmannes entwickelte sich der Ort zum Dorf. 1850 wurde die Riedener Kirche anstatt der außerhalb gelegenen Kirche St. Urban zur Pfarrkirche. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. Jahrhundert Zu Beginn der 1950er Jahre gingen Teile des Gemeindegebietes durch den Bau des Forggensees verloren. Am 18. Oktober 1972 wurde die Gemeinde Rieden amtlich in „Rieden am Forggensee“ umbenannt.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Rieden am Forggensee aufgelöst. Ihr Hauptteil mit damals etwa 800 Einwohnern kam zur Gemeinde Roßhaupten. Kleinere Gebietsteile mit damals etwa 25 Einwohnern wurden in die Stadt Füssen eingegliedert.

Am 5. November 1980 wurde die Gemeinde durch Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes wiedererrichtet. Roßhaupten trat die übernommenen Gebietsteile vollständig ab. Die von der Stadt Füssen übernommenen Gebietsteile verblieben dort.

Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 Einwohner 474 398 445 785 672 817 991 1094 1178 Jahr 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 1161 1214 1247 1269 1331Bayernportal: Gemeinde Rieden, Landkreis Ostallgäu

Rieden am Forggensee wuchs von 1988 bis 2008 um 225 Einwohner bzw. ca. 22 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1031 auf 1336 um 305 Einwohner bzw. um 29,6 %.

Politik Bürgermeister Seit 2020 ist Andreas Haug (Freie Dorfgemeinschaft Rieden) Bürgermeister. Er trat die Nachfolge von Maximilian Streif (CSU/Freie Wählergemeinschaft) an, der seit 1995 an der Gemeindespitze stand, und wurde 2026 mit 78,1 % der Stimmen wiedergewählt.

Gemeinderat Bei der Wahl am 8. März 2026 erhielt die Freie Dorfgemeinschaft Rieden 54,3 % der Stimmen und die Wählergruppe Rieden erhalten 45,7 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,8 %.

Gemeindefinanzen Im Jahr 2010 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 823.000 Euro, davon waren 117.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen

Baudenkmäler

Sehenswürdigkeiten Am nördlichen Ortsrand besteht ein DAV-Kletterzentrum. Der Forggensee bietet in den Gemeindeteilen Dietringen und Osterreinen vielfältige Freizeitmöglichkeiten. Der idyllische Faulensee und der Hopferwald lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Es gab 2010 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 447 und im Bereich Handel und Verkehr 51 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 36 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 418. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden 25 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mindestens zwei Hektar, die eine Fläche von 573 ha bewirtschafteten. Im Jahre 2013 zählte die Gemeinde rund 65.000 Gästeübernachtungen mit steigender Tendenz.

Bildung Im Jahr 2010 gab es den Kindergarten „St. Leonhard“ mit 50 Kindergartenplätzen, in dem 36 Kinder von vier Erzieherinnen betreut wurden. Wasserversorgung Die Gemeinde versorgt sich aus zwei Brunnen südlich von Dietringen unweit des Forggensees, geschützt durch ein 21,5 ha großes Wasserschutzgebiet.

Persönlichkeiten Trixini (1933–2015), (eigentlich Hansjörg Kindler), Theologe, Puppenspieler und Zauberkünstler; lebte und wirkte in Rieden am Forggensee

Weblinks

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Einzelnachweise

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Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemeindegründung 1980 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)