Die 23. Eishockey-Weltmeisterschaft der Frauen der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF waren die Eishockey-Weltmeisterschaften des Jahres 2021. Das Turnier der Top-Division fand vom 20. bis 31. August in der kanadischen Metropole Calgary in der Provinz Alberta statt.

Ursprünglich sollte das Turnier vom 7. bis 17. April 2021 in den kanadischen Städten Halifax und Truro in der Provinz Nova Scotia durchgeführt werden. Als Spielstätten waren das Scotiabank Centre in Halifax mit 10.595 Plätzen sowie das Rath Eastlink Community Centre in Truro, in dem 3.100 Zuschauer Platz finden, vorgesehen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde das Turnier zunächst auf den 6. bis 16. Mai 2021 verschoben. Am 21. April 2021 sagte die Provinzregierung von Nova Scotia das Turnier jedoch ab.

Die Turniere der Divisionen I bis III waren bereits am 18. November 2020 vom IIHF Council abgesagt worden. Bereits im Vorjahr waren die Top-Division sowie die Divisionen IA, IB und IIA aufgrund der COVID-19-Pandemie ausgefallen.

Den Weltmeistertitel sicherte sich zum elften Mal insgesamt und zum ersten Mal seit 2012 die Mannschaft Kanadas, die im Finale die Vereinigten Staaten mit 3:2 in der Verlängerung bezwang. Mit dem Gewinn des Weltmeistertitels endete für Kanada eine achtjährige Durststrecke mit dem Verpassen des Finalspiels vor zwei Jahren als Tiefpunkt. Den Bronzerang sicherte sich Finnland mit einem 3:1-Sieg über die Schweiz. Die deutsche Mannschaft belegte den achten Rang. Das Team aus Österreich nahm aufgrund der Absage der unteren Divisionen nicht an der Weltmeisterschaft teil.

Teilnehmer, Austragungsorte und -zeiträume Die Turniere der Division I Gruppe A und Division II Gruppe A waren an die Gastgeber der ausgefallenen Turniere 2020 vergeben worden. Das Turnier der Division I Gruppe B wurde dagegen nach Peking vergeben, um die Spielstätte im Hinblick auf das Olympiaturnier 2022 zu testen. Dem Sieger der Division II B 2020, Australien wurde der Aufstieg in die Gruppe A verweigert, da es keinen Absteiger aus der Division II A gab. Dagegen stieg der letzte der Division II B regulär in die Gruppe III ab, der Sieger der Division III 2020 entsprechend auf.

Aufgrund des durch die WADA verhängten Ausschlusses von Russland für vier Jahre von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften wegen manipulierter Daten aus einem Labor in Moskau trat die russische Nationalmannschaft unter dem Namen ROC (Russian Olympic Committee) und der ROC-Teamflagge an.

Top-Division: 20. bis 31. August 2021 in Calgary, Alberta, Kanada Teilnehmer: (Aufsteiger 2019), , , , , , , , (Aufsteiger 2019), (Titelverteidiger)

Abgesagte Turniere Division I Gruppe A: geplant für 11. bis 18. April 2021 in Angers, Frankreich Teilnehmer: (Absteiger 2019), (Aufsteiger 2019), , , (Absteiger 2019), Gruppe B: geplant für 8. bis 14. April 2021 in Peking, Volksrepublik China Teilnehmer: , (Absteiger 2019), , , (Aufsteiger 2019), Division II Gruppe A: geplant für 10. bis 16. April 2021 in Jaca, Spanien Teilnehmer: (Aufsteiger 2019), , (Absteiger 2019), , , Gruppe B: geplant für 7. bis 13. März 2021 in Zagreb, Kroatien Teilnehmer: , , , (Aufsteiger 2020), ; zog seine Mannschaft im Oktober 2020 zurück Division III: geplant für 15. bis 21. März in Kaunas, Litauen Teilnehmer: , (Neuling), , (erste Teilnahme seit 2008), , , , (Absteiger 2020)

Top-Division WM 2021 der Frauen Anzahl Nationen 10 Weltmeister Silber Bronze   Austragungsort(e) Calgary, Alberta, Kanada Eröffnung 20. August 2021 Endspiel 31. August 2021 Zuschauer keine Tore 145 (4,68 pro Spiel)  Beste Torhüterin Anni Keisala Beste Verteidigerin Lee Stecklein Beste Stürmerin Mélodie Daoust Wertvollste Spielerin Mélodie Daoust Topscorerin Mélodie Daoust (12 Punkte)

Die Top-Division der Weltmeisterschaft wurde vom 20. bis 31. August 2021 in der kanadischen Metropole Calgary in der Provinz Alberta ausgetragen. Gespielt wurde in der WinSport Arena im Canada Olympic Park, der anlässlich der Olympischen Winterspiele 1988 errichtet wurde. Die Halle weist eine Kapazität von etwa 3.000 Plätzen auf. Das Weltmeisterschaftsturnier sollte zunächst zwischen dem 7. und 17. April 2021 in der kanadischen Provinz Nova Scotia mit den Spielorten Halifax und Truro stattfinden. Aufgrund der COVID-19-Pandemie und den Bestimmungen der Provinz war der Wettbewerb zunächst in den Mai verlegt worden und wenig später nach Calgary verlegt worden. Das Turnier findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Am Turnier nahmen zehn Nationalmannschaften teil, die in zwei leistungsmäßig abgestuften Gruppen zu je fünf Teams spielten. Die Gruppeneinteilung wurde auf Basis der nach Abschluss der Weltmeisterschaft 2019 aktuellen IIHF-Weltrangliste festgelegt: Gruppe A Gruppe B (1) (7) (2) (8) (3) (9) (4) (11) (5) (12)

Aufgrund der Neustrukturierung des Turniers und der damit verbundenen Einteilung in zwei leistungsmäßig unterteilte Gruppen vor zwei Jahren, blieben in der Vorrunde erneut überraschende Ergebnisse aus. In der Gruppe B qualifizierten sich Tschechien, Japan und Deutschland für das Viertelfinale, wo sie gegen Kanada, die Vereinigten Staaten und Finnland jedoch chancenlos waren. Den Aufsteigern Ungarn und Dänemark gelang gegen die anderen drei Nationen in der Gruppe kein Punktgewinn.

Neben den drei Top-Nationen qualifizierte sich auch die Schweiz für das Halbfinale, die im Viertelfinale die russischen Athletinnen bezwang. Während sich die USA mit einem Sieg über Finnland die 20. Finalteilnahme in Serie sicherte, sorgte gewann Kanada deutlich gegen die Schweiz. Im Finale siegte Kanada in der Verlängerung mit 3:2. Den entscheidenden Treffer für die Kanadierinnen erzielte Marie-Philip Poulin.

Modus Durch die Aufstockung von acht auf zehn teilnehmende Mannschaften wurde das Turnier zum zweiten Mal in einem neuen Modus ausgetragen. Die zehn Teilnehmer wurden in zwei leistungsmäßig abgestufte Gruppen à fünf Mannschaften eingeteilt. Alle Mannschaften bestritten zunächst vier Spiele, woraufhin sich nach der Vorrunde alle fünf Teams der Gruppe A sowie die drei punktbesten Mannschaften der Gruppe B für das Viertelfinale qualifizierten. Die beiden letztplatzierten Mannschaften der Gruppe B stiegen in die Division IA ab.

Die Teams im Viertelfinale bestritten je ein Qualifikationsspiel zur Halbfinalteilnahme. Die Sieger der beiden Halbfinalspiele qualifizierten sich für das Finale. Der Vierte und Fünfte der Gruppe B bestritten zudem ein Platzierungsspiel.

Austragungsorte Calgary, Alberta WinSport ArenaKapazität: ca. 3.000 mini|zentriert|300px|

Vorrunde Gruppe A

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. Kanada 4 4 0 0 0 20:5 12 2. USA 4 3 0 0 1 13:5 9 3. Finnland 4 2 0 0 2 13:8 6 4. Russian Olympic Committee 4 1 0 0 3 4:16 3 5. Schweiz 4 0 0 0 4 1:17 0 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen:

Gruppe B

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. Tschechien 4 4 0 0 0 16:3 12 2. Japan 4 3 0 0 1 7:6 9 3. Deutschland 4 2 0 0 2 7:5 6 4. Ungarn 4 1 0 0 3 8:12 3 5. Dänemark 4 0 0 0 4 3:15 0 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen:

Finalrunde

Viertelfinale

Platzierungsrunde

Halbfinale

Spiel um Platz 5

Spiel um Platz 3

Finale

Statistik Beste Scorerinnen Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte, +/− = Plus/Minus, SM = Strafminuten; Fett: Turnierbestwert Spieler Mannschaft Sp T V Pkt +/− SM Mélodie Daoust Kanada 7 6 6 12 +13 0 Brianne Jenner Kanada 6 3 8 11 +13 4 Natalie Spooner Kanada 7 4 5 9 +11 0 Marie-Philip Poulin Kanada 6 3 6 9 +10 2 Petra Nieminen Finnland 7 6 1 7 +3 0 Alena Mills Tschechien 6 5 2 7 +2 4 Lee Stecklein USA 7 2 5 7 +12 0 Hilary Knight USA 7 4 2 6 +3 2 Grace Zumwinkle USA 7 4 2 6 +5 2 Sarah Fillier Kanada 7 3 3 6 +6 6

Beste Torhüterinnen Abkürzungen: Sp = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), GT = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GTS = Gegentorschnitt; Fett: Turnierbestwert

Spieler Mannschaft Sp Min GT SO Sv% GTS Jennifer Harß Deutschland 3 180:00 3 1 95,16 1,00 Anni Keisala Finnland 5 294:09 7 2 94,85 1,43 Saskia Maurer Schweiz 5 214:03 7 0 94,17 1,96 Nicole Hensley USA 5 240:06 4 2 93,85 1,00 Klára Peslarová Tschechien 6 358:14 7 2 93,33 1,17

Abschlussplatzierungen Die Platzierungen ergaben sich nach folgenden Kriterien: Plätze 1 bis 6: Ergebnisse im Finale, Spiel um Platz 3 sowie Spiel um Platz 5 Plätze 7 bis 8 (Verlierer der Platzierungsspiele): nach Platzierung, dann Punkten, dann Tordifferenz in der Vorrunde Plätze 9 bis 10: nach Platzierung in der Vorrunde Pl. Team 1 Kanada 2 USA 3 Finnland 4 Schweiz 5 Russian Olympic Committee 6 Japan 7 Tschechien 8 Deutschland 9 Ungarn 10 Dänemark

Titel und Mannschaftskader WeltmeisterKanada Erin Ambrose, Victoria Bach, Ashton Bell, Jaime Bourbonnais, Kristen Campbell, Emily Clark, Mélodie Daoust, Ann-Renée Desbiens, Renata Fast, Sarah Fillier, Brianne Jenner, Rebecca Johnston, Jocelyne Larocque, Emma Maltais, Emerance Maschmeyer, Sarah Nurse, Kristin O’Neill, Marie-Philip Poulin, Jamie Lee Rattray, Jill Saulnier, Ella Shelton, Natalie Spooner, Laura Stacey, Claire Thompson, Blayre TurnbullCheftrainer: Troy Ryan   Assistenztrainer: Doug Derraugh, Jim Midgley

SilberUSA Cayla Barnes, Megan Bozek, Natalie Buchbinder, Dani Cameranesi, Alex Carpenter, Alex Cavallini, Jesse Compher, Kendall Coyne Schofield, Britta Curl, Brianna Decker, Jincy Dunne, Lacey Eden, Aerin Frankel, Savannah Harmon, Caroline Harvey, Nicole Hensley, Megan Keller, Amanda Kessel, Hilary Knight, Abbey Murphy, Kelly Pannek, Abby Roque, Hayley Scamurra, Lee Stecklein, Grace ZumwinkleCheftrainer: Joel Johnson   Assistenztrainer: Alli Altmann, Courtney Kennedy, Brian Pothier

BronzeFinnland Sanni Hakala, Jenni Hiirikoski, Elisa Holopainen, Sini Karjalainen, Aino Karppinen, Michelle Karvinen, Anni Keisala, Nelli Laitinen, Julia Liikala, Rosa Lindstedt, Petra Nieminen, Matilda Nilsson, Tanja Niskanen, Jenniina Nylund, Meeri Räisänen, Ronja Savolainen, Jenna Silvonen, Sofianna Sundelin, Susanna Tapani, Noora Tulus, Minnamari Tuominen, Viivi Vainikka, Sanni Vanhanen, Emilia Vesa, Ella ViitasuoCheftrainer: Pasi Mustonen   Assistenztrainer: Kari Eloranta, Juuso Toivola

Auszeichnungen Spielertrophäen Auszeichnung Spieler Team Beste Torhüterin Anni Keisala Finnland Beste Verteidigerin Lee Stecklein USA Beste Stürmerin Mélodie Daoust Kanada Wertvollste Spielerin Mélodie Daoust Kanada

All-Star-Team Angriff: Natalie Spooner – Petra Nieminen – Mélodie Daoust Verteidigung: Lee Stecklein – Erin Ambrose Tor: Anni Keisala

Siehe auch Eishockey-WM 2021 (Übersicht) Eishockey-WM 2021 der U18-Frauen Eishockey-WM 2021 der Herren Eishockey-WM 2021 der U20-Junioren Eishockey-WM 2021 der U18-Junioren

Weblinks Offizielle Website der Top-Division (englisch) Turnierübersicht (englisch)

Einzelnachweise

#2021 Frauen Kategorie:Eishockeyturnier in Kanada Kategorie:Eishockeywettbewerb in Calgary