Der FC Wil (vollständiger Name: FC Wil 1900) ist ein Schweizer Fussballverein, der um das Jahr 1900 gegründet wurde. Seinen Sitz hat er in der Stadt Wil im Kanton St. Gallen. 2004 gewann der Verein den Schweizer Cup, stieg zugleich aber in die zweithöchste Liga ab, wo er seither spielt.

Neben der ersten Herrenmannschaft spielt ausserdem das Frauenteam der Wiler in der zweithöchsten Liga der Frauen.

Vereinsdaten Vereinsfarben: Schwarz/Weiss

Erfolge Männer Schweizer Cup: 2004 NLB-Meister: 2 (1998, 2001) Aufstieg in die NLA: 2002 Frauen NLB-Meisterinnen: 2024

Namen, Spielklassen, Cups 1952 Aufstieg in die NLB 1991–1993 Aufstieg von der 2. Liga in die NLB und Teilnahme Aufstiegsrunde Nationalliga A unter dem Trainer Christian Gross 2002 Aufstieg in die NLA 2003 Teilnahme am UI-Cup 2004 Schweizer Cupsieger, Teilnahme am UEFA-Cup, gleichzeitig Abstieg in die Challenge League

Geschichte Vorgeschichte und Gründung

+ Klassierungen bis ins Jahr 1954Saisondaten bei RSSSF: 1920/21, 1921/22 1922/23, 1949/50, 1950/51, 1951/52, 1952/1953, 1953/1954, 1954/1955, 1955/1956, 1956/1957, 1957/1958, 1958/1959, 1959/1960, 1960/1961, 1974/75, abgerufen am 8. Oktober 2024. Saison Liga Platz Tore Punkte Cup 1919/20 Serie B 7 9:36 6 (erst ab 1925) 1920/21 Serie B 1 14:6 9 (erst ab 1925) 1921/22 Serie B 5 9:22 8 (erst ab 1925) 1922/23 Serie Promotion 7 27:38 13 (erst ab 1925) 1945/46 2. Liga 3 36:28 23 keine Teilnahme 1947/48 2. Liga 1 68:9 37 keine Teilnahme 1948/49 2. Liga 1 102:12 38 3. Runde 1949/50 1. Liga 2 53:29 32 Achtelfinal 1950/51 1. Liga 3 50:29 27 Achtelfinal 1951/52 1. Liga 1 82:18 39 1/16-Final 1952/53 NLB 8 36:36 21 1/16-Final 1953/54 NLB 13 32:62 17 Achtelfinal

In den 1920er Jahren wurde die runde Zahl 1900 aus mündlichen Überlieferungen als Gründungsjahr ausgewählt. Der Fussball soll um das Jahr 1900 von zwei Stricker-Praktikanten aus England nach Wil geschleppt worden sein und gewann bei den älteren Schülern und Lehrlingen schnell an Bedeutung. Es wurde an Abenden und Sonntagen gekickt. So berichtet ein Text der «D'Region» im Jahr 1990. Der FC Wil soll vor seinem heutigen Namen unter den Namen FC Fors und FC Stella lose existiert haben. Entsprechende Belege dafür gibt es allerdings nicht. Am 16. August 1903 wurde gemäss Wiler Boten der Verein unter seinem heutigen Namen in der Äbtestube des Hofs zu Wil gegründet.

Kurioserweise schrieb der Stadtchronist Karl J. Ehrat in seiner 1958 erschienenen Chronik der Stadt Wil, dass der Verein bereits 1899 entstanden sei.

1909 soll der FC Wil mit dem Fussballclub Fortuna Wil fusioniert haben.

Nationalliga B (1952–1954) Bis 1990 hielt sich der FC Wil, mit einem kurzen Abstecher in der zweithöchsten Spielklasse 1922/23 sowie 1952/53 und 1953/54 und einem einjährigen Gastspiel in der 1. Liga (damals dritthöchste Liga) in der Saison 1974/75, vorwiegend in der 2. Liga auf.

Den unglücklichen Abschluss der Saison 1946/47 fanden die Wiler bei den Aufstiegsspielen zur 1. Liga gegen den SV Höngg. Beide Spiele verloren die Wiler (1:0 in Höngg und 2:3 in Wil). In der folgenden Saison 1947/48 konnten sich die Äbtestädter in der ersten Aufstiegsrunde gegen Phönix Seen durchsetzen (2:0 zuhause und 1:5 in Winterthur), scheiterten aber gegen den FC Emmenbrücke (0:2 zuhause und 2:2 auswärts).

Am Ende der Saison 1948/49 konnten die Wiler im dritten Anlauf in die 1. Liga aufsteigen. Im Verlauf der Meisterschaft hatte der FC Wil 100 Tore geschossen. Der Reporter der Thurgauer Zeitung meinte dazu:

Sie gewannen zuhause in der ersten Runde der Aufstiegsspiele gegen den FC Wetzikon als «verdienter Sieger» (so der Wetziker Der Freisinnige) mit 2:0 (1:0). Auswärts gegen den FC Töss konnten sie wiederum 0:2 gewinnen und stiegen auf.

Am Ende der Saison 1951/52 wurden die Wiler Meister der 1. Liga und stiegen in die Nationalliga B auf, wo sie zwei Saisons spielten.

Saison 1952/53

Zur Saison verliess Torgarant Hans Hagen den Verein in Richtung Grasshoppers. Der Trainer József «Csiby» Winkler wechselte zu den Young Fellows, neuer Spielertrainer wurde Karl Kissling. Bereits die Vorbereitung zur Hinrunde lief gut, so konnten die Wiler in einem Testspiel den FC St. Gallen 4:2 schlagen. Nach der Hinrunde platzierten sich die Wiler auf dem vierten Platz und punktgleich zu den zweitplatzierten des FC Malley. Nach einer schwächeren Rückrunde platzierten sich die Wiler nur noch auf Platz 8.

Saison 1953/54

Die zweite Saison in der Nationalliga B war deutlich schwerer. Bereits zur Hinrunde platzierten sich die Wiler auf dem elften und damit viertletzten Platz. In den zwei letzten Spielen kassierten die Wiler gegen Solothurn (0:5) und gegen Cantonal Neuchâtel (0:7) Kanterniederlagen und stiegen in die 1. Liga ab. Die Niederlage sollte das letzte Spiel in der NLB für 38 Jahre und die höchste Niederlage in der NLB bis zur 0:8-Niederlage im Jahr 2012 gegen AC Bellinzona sein.

1. Liga bis 2. Liga (1954–1986) + Klassierungen bis 1986 Saison Liga Platz Tore Punkte Cup 1954/55 1. Liga 4 38:33 25 3. Runde 1955/56 1. Liga 4 40:36 23 3. Runde 1956/57 1. Liga 2 50:36 28 3. Runde 1957/58 1. Liga 10 26:35 17 2. Runde 1958/59 1. Liga 6 29:35 21 2. Runde 1959/60 1. Liga 11 25:41 18 3. Runde 1960/61 1. Liga 11 27:46 14 3. Runde 1961/62 2. Liga 5 39:34 20 (keine Teilnahme) 1962/63 2. Liga 2 47:27 27 3. Runde 1963/64 2. Liga 2 49:32 25 3. Runde 1974/75 1. Liga 12 28:43 18 (keine Teilnahme)

Anschliessend spielten sie bis zum Abstieg in der Saison 1960/61 in der 1. Liga. Später spielten die Wiler in der 2. Liga, wo sie teilweise als Favoriten gehandelt wurden, allerdings nie aufstiegen.

Zur Saison 1974/75 stiegen die Wiler wieder in die 1. Liga auf. Am Ende der Saison stiegen sie direkt wieder ab. Der Abstieg erfolgte erst nach der letzten Saisonpartie.

Aufstieg von den Niederungen in die NLB (1986–1992) + Klassierungen ab 1986/87 bis zum Aufstieg in die NLBSaisondaten bei RSSSF: 1990/1991, 1991/1992, abgerufen am 5. Juli 2015. Saison Liga Platz Tore Punkte Cup 1984/1985 2. Liga 4 45:38 24 (keine Teilnahme) 1986/1987 2. Liga 6 33:32 22 (keine Teilnahme) 1987/1988 2. Liga 7 30:31 21 (keine Teilnahme) 1988/1989 2. Liga 4 30:22 27 (keine Teilnahme) 1989/1990 2. Liga 5 30:31 22 (keine Teilnahme) 1990/1991 2. Liga 1 62:12 41 1. Runde 1991/1992 1. Liga 2 59:32 35 1/16-Final Einige namhafte Trainer starteten ihre Karriere beim FC Wil beziehungsweise machten dort Zwischenhalt, unter anderen Christian Gross von 1988 bis 1993 oder Hanspeter Latour und Marcel Koller um die Jahrtausendwende. Der spätere GC-, Tottenham-Hotspur- und FC-Basel-Trainer Christian Gross brachte den FC Wil 1991 von der 2. Liga (vierthöchste Spielklasse) innerhalb von zwei Saisons in die NLB (zweithöchste Spielklasse). Er nahm 1992/93 sogar an der NLA-Aufstiegsrunde teil und konnte sich bis 2002 insgesamt vier Mal für die NLA-Aufstiegsrunde qualifizieren, verpasste aber jeweils den Aufstieg. auf wilnet.ch, abgerufen am 7. Juni 2015.

1986 übernahm der spätere Ehrenpräsident Hans-Ruedi Scherrer als Präsident den Verein, der in dieser Zeit im hinteren Teil der 2. Liga spielte. Er übte dieses Amt bis 1994 aus. Unter seiner Ägide übernahm zur Saison 1988/89 Christian Gross zuerst als Spielertrainer die Mannschaft vom vorherigen Trainer Manfred Häni, der in der Saison davor gerade noch den Ligaerhalt geschafft hatte.Richard Zöllig: Christian Gross. Was er sagt, das lebt er. In: WOZ Die Wochenzeitung. 4. Juni 2009, abgerufen am 28. Juli 2020. Die Erfolge stellten sich bereits in der ersten Saison ein. In der Rückrunde verlor der Verein nur ein Spiel und klassierte sich auf dem vierten Platz.

In der Saison 1989/90 schaffte das Team um Christian Gross den Aufstieg in die 1. Liga noch nicht. In die Saison 1990/91 ging das Team mit der klaren Zielvorgabe «Aufstieg».Christa Keller: FC Wil: Seit 32 Spielen ungeschlagen. In: Peter Traxler et al. (Hrsg.): Wil 91. Das Wiler Jahrbuch. S. 121 (online). Der Aufstieg erfolgte im Juni 1991 mit einem 1:0-Sieg gegen den SV Muttenz in der Aufstiegsrunde. Der FC Wil hatte bis dahin seit zwei Jahren und 44 Meisterschaftsspielen kein Spiel mehr verloren. In der Saison 1990/91 hatte Wil nur drei Punkte in der Meisterschaft abgegeben (ein Sieg gab damals nur zwei Punkte).Nach 18 Jahren spielt der FC Wil wieder in der 1. Liga. In: Peter Traxler et al. (Hrsg.): Wil 92. Das Wiler Jahrbuch. S. 121–123 (online).

In der Saison 1991/92 stieg der FC Wil in die Nationalliga B auf.Brèves. Football. Chênois promu. In: L’Impartial. 24. Juni 1992, S. 13, abgerufen am 28. Juli 2020. Im Cup kam er bis in den Sechzehntelfinal, verlor dort 0:2 gegen Kriens.Coupe Suisse. 16es de finale. In: Le Matin. 30. März 1992, S. 21 (online).

Zehn Saisons in der NLB (1992–2002) + Klassierungen ab 1992/93 bis zum AufstiegSaisondaten bei RSSSF: 1992/1993, 1993/1994, 1994/1995, 1995/1996, 1996/1997, 1997/1998, 1998/1999, 1999/00, 2000/2001, 2001/2002, abgerufen am 5. Juli 2015. Saison Liga Platz Tore Punkte Cup 1992/1993 NLB 5 32:19 26 2. Runde 1993/1994 NLB 8 20:22 14 2. Runde 1994/1995 NLB 5 21:13 15 Viertelfinal 1995/1996 NLB 8 34:36 28 Achtelfinal 1996/1997 NLB 8 33:30 27 Achtelfinal 1997/1998 NLB 7 31:26 34 Halbfinal 1998/1999 NLB 1 45:27 43 Achtelfinal 1999/2000 NLB 8 40:41 29 1/16-Final 2000/2001 NLB 2 47:28 45 1/16-Final 2001/2002 NLB 1 53:32 41 Viertelfinal

Saison 1992/93

In der Saison 1992/93 kam es langsam, aber sicher zu einem Ende der Ära Christian Gross. Im Frühling beendete Gross seine Karriere als Spieler. Ende Saison verliess er den Verein und wechselte zu GC. In der Meisterschaft schaffte es der Verein überraschend in die Auf- und Abstiegsrunde, wo sich der Verein allerdings auf dem letzten Platz platzierte. Im Cup flogen die Wiler bereits in der zweiten Runde gegen den unterklassigen FC Gossau aus dem Wettbewerb. Neuer Trainer wurde am Ende der Saison Walter Iselin.Walter Sutter: Der FC Wil klopfte leise an die Türe der Nationalliga A. In: Gaby Oehler et al. (Hrsg.): Wil 93. Das Wiler Jahrbuch. S. 171–172 (online).

Saison 1993/94

Die Saison 1993/94 stand im Zeichen des Umbruchs. Die Mannschaft wurde zu einer Profi-Mannschaft umgestellt, was zu einigen Wechseln im Team führte. Mit Christian Gross hatte der langjährige Trainer den Verein verlassen. Neuer Trainer wurde Walter Iselin. Nach der schwachen Qualifikationsrunde, die der Verein auf dem drittletzten Platz beendet hatte, wurden Pierre-André Schürmann und der estnische Nationaltorhüter Mart Poom verpflichtet.Der Wechsel von den Amateuren zu den Profis. In: Hans Suter et al. (Hrsg.): Wil 94. Das Wiler Jahrbuch. S. 207–208 (online).Brèves. Schurmann à Wil. In: L’Impartial. 5. Februar 1994, S. 13, abgerufen am 24. Juli 2020.FC Wil – Souverän in der Abstiegsrunde. In: Christa Keller et al. (Hrsg.): Region Wil. Das Wiler Jahrbuch 1995. S. 165–167, hier S. 165 (online). Die Wiler konnten in der Abstiegsrunde brillieren und schlossen die Phase auf dem ersten Platz ab.

Saison 1994/95

Auf die Saison 1994/95 verliessen 13 Spieler den Verein, und acht neue Spieler wurden ins Team aufgenommen, unter anderen drei litauische Nationalspieler. Im Cup-Achtelfinal warfen die Wiler die Mannschaft des FC Zürich mit einem knappen 1:0 aus dem Wettbewerb. Höhepunkt der Saison war mit 5300 Zuschauern das Cupspiel im Viertelfinal zuhause gegen die Grasshoppers, trainiert vom ehemaligen Wiler Trainer Christian Gross. Die Wiler verloren klar 0:2. Der FC Wil landete in der NLB-Abstiegsrunde, wo er mit dem dritten Platz den Klassenerhalt schaffte.FC Wil – Souverän in der Abstiegsrunde. In: Christa Keller et al. (Hrsg.): Region Wil. Das Wiler Jahrbuch 1995. S. 165–167 (online).

Saison 1995/96