Angath ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Gerichtsbezirk Kufstein und Bezirk Kufstein, Tirol (Österreich).
Geografie Lage Angath liegt im Unterinntal bei Wörgl, nördlich des Inn. Das Gemeindegebiet besteht aus der Ebene am Inn im Osten und dem bewaldeten Anstieg zum Mittelgebirgsrücken von Angerberg im Westen. Beinahe die Hälfte der dreieinhalb Quadratkilometer Gesamtfläche werden landwirtschaftlich genutzt, ein Fünftel ist bewaldet und mehr als zehn Prozent sind Gewässer.
Gemeindegliederung Die Gemeinde wird gebildet durch den Hauptort Angath und die Ortsteile Aichat, Fürth, Unterachleit, Haslach.
Nachbargemeinden
Geschichte Angath gehörte im Mittelalter zur Schranne Langkampfen. Im Jahr 1188 wird der Ortsname als „Anegathę“ im Traditionsbuch von Kloster Raitenhaslach erstmals genannt. Er kann zu althochdeutsch *anegaht (‚Anstieg‘) gestellt werden, was sich auf den wiederholten Anstieg des Inns vor seiner Regulierung bezog.
Angath war ursprünglich ein Teil der Pfarre Breitenbach. Es wird vermutet, dass die Filialkirche zum hl Martin schon im 8. Jahrhundert errichtet wurde. Seit 1315 war sie dem Kloster Frauenchiemsee angegliedert und gehörte zum Bistum Freiberg. In den Jahren 1746 und 1747 wurde die gotische Kirche vom Schwazer Baumeister Jakob Singer zur heutigen Barockkirche umgebaut. Nach einem Brand 1875 wurde sie wieder aufgebaut.
Im 15. und 16. Jahrhundert war Angath bedingt durch die Lage am Inn Mittelpunkt der Tiroler Innschifffahrt und des Schiffbaus. Im Jahr 1684 wurde der Bau für Schiffe in Tirol eingeschränkt, da die umliegenden Wälder größtenteils abgeholzt waren. Bis zum Bau der Bahnlinie 1896 blieb der Schiffbau eine wichtige Einnahmequelle.Michael Fritz:
Im Bereich des Ortes befand sich bis zur Regulierung des Flusses Tirols einzige größere Inn-Insel. Im Jahr 1902 wurde die Innbrücke errichtet.
Der Gemeinderat hat ein neues Straßen- und Hausnummernsystem und die Einführung der neuen Postleitzahl „6321“ mit Wirkung 1. Oktober 2010 verordnet.
Bevölkerungsentwicklung
mini|Pfarrkirche Hl. Geist mini|Fürthkapelle
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche Angath Fürthkapelle Widum
Wirtschaft und Infrastruktur Angath ist heute noch recht ländlich geprägt und fungiert als Wohnvorort für Pendler nach Wörgl und Kufstein.
Wirtschaftssektoren In Angath gab es im Jahr 2010 dreizehn landwirtschaftliche Betriebe. Davon wurden sieben im Haupt- und sechs im Nebenerwerb geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 33 Erwerbstätige, 18 im Bereich Herstellung von Waren, zehn in der Bauwirtschaft und fünf im Bergbau. Der größte Arbeitgeber war mit 188 Beschäftigten der Dienstleistungssektor. Die Hälfte davon arbeitete im Bereich Beherbergung und Gastronomie (Stand 2011).
Berufspendler Im Jahr 2011 lebten 467 Erwerbstätige in Angath. Davon arbeiteten 77 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus. Hundertsechzig Menschen kamen zur Arbeit nach Angath, davon 36 aus einem anderen Bundesland. mini|Abfahrt von der A12 zur Raststation Angath.
Verkehr
Eisenbahn: Der Bahnhof Wörgl ist rund fünf Kilometer entfernt. Straße: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Inntal Autobahn A12 mit der Raststätte Angath.
Politik mini|Gemeindeamt Gemeinderat In den Gemeinderat werden elf Vertreter gewählt: Partei202220162010ProzentMandateProzentMandate%MandateHeimatliste Angath 1)51,49651,14653,04Liste für Angath36,754Die junge FPÖ Angath11,751Zukunft Angath34,094Umbruchsliste Angath Freiheitliche und Parteifreie14,76116,80SPÖ und Parteifreie30,16 1) Die Partei trat bis 2016 unter dem Namen „Heimatliste“ an.
Bürgermeister seit 1900
1900–1902 Johann Gruber, Adam 1902–1905 Johann Sauermoser, Gratten 1905–1910 Franz Weisskopf, Krämerwirt 1910–1919 Josef Greiderer, Greiderer 1919–1922 Fritz Astl, Kammerhof 1922–1928 Georg Lettenbichler, Schaufler 1928–1938 Johann Osl, Giglmair 1938–1939 Johann Eder, Schaufler 1939–1946 Josef Horngacher, Schaufler 1946–1962 Thomas Gänsluckner, Fürth 1962–1968 Klaus Lechner 1968–1975 Andreas Obitzhofer (SPÖ) 1975–1998 Manfred Wimpissinger (ÖVP) 1998–2006 Johann Osl, Giglmair 2006–2022 Josef Haaser (ÖVP) seit 2022 Sandra Madreiter-Kreuzer
Wappen Blasonierung: „Gespalten von Blau und Silber, oben belegt mit zwei gekreuzten Lindenblättern und unten mit zwei gekreuzten Rudern in verwechselten Farben.“
Wappenerklärung: Farben und Seeblattmotiv deuten die frühere Zugehörigkeit großer Teile Angaths zur Grundherrschaft des Stiftes Frauenchiemsee an. Die Ruder erinnern an die einstige Rolle als eine der Hauptländen der Tiroler Innschiffahrt.
Persönlichkeiten Moritz Berger (* 1941), Texter, Komponist, Interpret, lebt in Angath Eva Maria Dollinger (* 1978), Triathletin, lebt in Angath Katharina Horngacher (* 1941), Landwirtin und Politikerin, Ortsleiterin der Österreichischen Frauenbewegung Angath Sebastian Posch (1936–2023), Altphilologe, geboren in Angath Hedwig Wechner (* 1955), Politikerin, ehem. Mitglied des Gemeinderats von Angath, seit 2010 Wörgler Bürgermeisterin
Literatur Matthias Mayer: Der Tiroler Anteil des Erzbistums Salzburg. Bd. 8 (1. Teil): Die Schranne Langkampfen (Angath, Langkampfen, Zell bei Kufstein, Thiersee, Landl), kirchen- und kunstgeschichtlich. Going 1950; Bd. 8 (2. Teil): Die Schranne Langkampfen (Angath, Langkampfen, Zell bei Kufstein, Thiersee, Landl), heimatgeschichtlich (= Schlern-Schriften 109), Wagner, Innsbruck 1953.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort am Inn Kategorie:Ersterwähnung 1188 Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Kufstein